München – Ein lautes Lachen hallte durch den Gerichtssaal, als Thomas Berger seine Unterschrift unter die Scheidungspapiere setzte. Die Gerichtsschreiberin blickte kurz auf, doch Katharina Berger, die ihm gegenübersaß, blieb völlig ruhig. Sie wusste genau, dass dieses Lachen im nächsten Moment in seinem Hals stecken bleiben würde. Drei Monate zuvor hatte er ihr noch erklärt, sie solle dankbar sein, dass er sie nach 17 Ehejahren überhaupt finanziell abgesichert habe. Sein Ton war dabei so herablassend, als wäre sie seine Angestellte gewesen. Katharina Berger, 47, stammt aus München und führte mit Thomas eine Ehe, die für Freunde lange als vorbildlich galt. Reihenhaus in Solln, gemeinsame Urlaube am Tegernsee, sonntags Weißwurst und Brezen mit ihrer Mutter. Thomas leitete eine mittelgroße Unternehmensberatung in Schwabing und liebte es, jedem zu erzählen, er habe alles allein aufgebaut. Was er nie erwähnte: Ohne ihr Geld hätte diese Firma niemals ihren ersten Winter überlebt. Als sie sich kennenlernten, war Thomas charmant, ehrgeizig und völlig pleite. Katharina arbeitete damals bei einer Vermögensverwaltung am Odeonsplatz und hatte gerade das Erbe ihres verstorbenen Großvaters übernommen. Ihr Großvater hatte jahrzehntelang kleine Gewerbeimmobilien gekauft, nie protzig gelebt und jeden Euro zweimal umgedreht. … Read more