MAINZ – Es begann mit einem kalten Büfett in der eigenen Küche und endete mit einer gesperrten Treuhandkontoverbindung, die eine Familie an den Rand des finanziellen Ruins trieb. Ursula K. , eine 68-jährige Witwe aus einem ruhigen Vorort von Mainz, hat ihre Tochter und deren Ehemann nach monatelangen Spannungen aus dem eigenen Haus geworfen und den Zugriff auf ein Millionenvermögen blockiert. Der Fall, der sich in den vergangenen Tagen ereignete, wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Selbstverständlichkeit, mit der erwachsene Kinder die Großzügigkeit ihrer alternden Eltern ausnutzen. Die Situation eskalierte an einem Dienstagmorgen, als Julia, die 34-jährige Tochter von Ursula, ihrer Mutter in der Küche gegenübertrat. „Hör auf, dich ständig in unser Leben einzumischen, Mama. Wir brauchen deine Hilfe nicht mehr“, sagte Julia mit verschränkten Armen und einem Tonfall, der vor Genervtheit triefte. Ursula, die eine Stunde lang Häppchen für ein Abendessen vorbereitet hatte, stellte die Platte auf der Granitarbeitsplatte ab, wischte sich die Hände an einem Küchentuch ab und ging in ihr Arbeitszimmer. Dort rief sie ihren Anwalt an. „Dr. Wagner, sperren Sie das Treuhandkonto“, lautete die knappe Anweisung. Die 68-Jährige hatte das Haus nach dem Tod ihres Mannes Werner vor drei Jahren allein bewohnt. Als Julia und ihr Mann Markus vorschlugen, vorübergehend einzuziehen, um Eigenkapital für ein eigenes Haus anzusparen, willigte Ursula ein. Sie stellte sich gemeinsame Abendessen und glückliche Enkelkinder im Garten vor. Stattdessen wurde sie innerhalb von zehn Monaten zur Fremden im eigenen Haus. „Meine Tochter behandelte mich weniger wie eine Mutter und mehr wie eine festangestellte Putzfrau und einen Geldautomaten“, sagte Ursula in einem exklusiven Gespräch mit unserer Redaktion. Die ersten Wochen des Zusammenlebens verliefen harmonisch. Markus mähte den Rasen, Julia kochte sonntags. Doch die Anspruchshaltung wuchs schleichend. Zuerst waren es die Lebensmittel. Julia ließ Kassenbons auf der Kücheninsel liegen und erwähnte seufzend, wie teuer Bio-Produkte geworden seien. Ohne ein Wort überwies Ursula den Betrag auf das Konto ihrer Tochter. Dann kamen die Nebenkosten. Mit vier zusätzlichen Personen im Haus verdreifachten sich die Strom- und Wasserkosten. Markus bot nicht ein einziges Mal an, sich zu beteiligen. … Read more