Ich habe mein ganzes Herz in unseren Gemüsegarten gesteckt – und trotzdem musste ich meinem Mann diesen Satz sagen: „Wenn es nachts kälter wird, tragen wir die Paprika wieder rein.“ Wir haben…

Ich habe mein ganzes Herz in unseren Gemüsegarten gesteckt – und trotzdem musste ich meinem Mann diesen Satz sagen: „Wenn es nachts kälter wird, tragen wir die Paprika wieder rein.“ Wir haben...

„Damit die Pflanzen nicht erfrieren, müssen wir nachts noch einmal ins Gewächshaus gehen und die Temperaturen checken“, sage ich zu meinem Mann, während ich die Wetter-App auf dem Handy studiere. Wir stehen in unserem Gemüsegarten, umgeben von Beeten, die langsam aus dem Winterschlaf erwachen. Es ist Anfang April, die Nächte sind noch kühl, und wir haben eine Menge zu tun. Heute wollen wir Erbsen stecken, den Salat pflanzen und unseren eigenen Dünger herstellen.

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Ich halte eine Schale mit eingeweichten Erbsen in den Händen. Über Nacht haben sie im Wasser gelegen, jetzt können sie schneller keimen. Drei Zentimeter tief, im Abstand von drei Zentimetern, kommt jede Erbse in die Erde. Markerbsen und Zuckererbsen habe ich dabei.

Wir können sie bis in den Juli hinein immer wieder in versetzten Sätzen stecken. Hinter mir stehen die Stangen mit dem Wildzaun, an dem die Pflanzen später ranken können. Eine kostengünstige und nachhaltige Lösung, die wir schon seit Jahren verwenden – auch für Gurken. Nachdem wir die Erbsen angegossen haben, gehen wir weiter zu den Gemüsebeeten.

Der frühe Kohl steht schon da, kräftig und grün. Die Temperaturen sind mild, nachts um die fünf Grad. Sollte es aber deutlich unter null fallen, holen wir das Fließ hervor und decken die Pflanzen ab. Die Stangen mit den Flatterbändern sind unsere Prävention gegen die Tauben, die sonst alles abfressen würden.

Allerdings müssen wir die Bänder regelmäßig umstellen, denn die Tiere gewöhnen sich schnell daran. In den nächsten Beeten zeigen sich die ersten Möhrenspitzen. Sie müssen feucht gehalten werden, aber es ist noch nicht viel zu sehen. Daneben wachsen die Steckzwiebeln.

Zwischen den Pflanzen sprießt das Beikraut – sogar Sonnenblumen vom letzten Jahr kommen hoch. Das müssen wir in Schach halten, denn sonst gibt es hintenraus Platzprobleme. Wir lassen nur das wachsen, was wir auch ernten wollen. Die dicken Bohnen haben wir vor einiger Zeit gesteckt.

Die Jungpflanzen sehen gut aus, sie haben sich prächtig entwickelt. In der Nachbarreihe wächst der Fenchel, der ist noch nicht so weit. Die beiden vertragen sich, also ist die Mischkultur kein Problem. Am anderen Ende des Gartens haben wir eine Direktsaat gemacht.

Die Radieschen sind alle wunderbar aufgelaufen, die lassen wir erst einmal so stehen. Die Mairübchen davor sind ein bisschen eng, die müssen wir später vielleicht vereinzeln. Und dann ist da noch der Spinat – wir waren ein bisschen großzügig bei der Aussaat. Er steht an manchen Stellen sehr dicht.

Aber das können wir später noch ausdünnen. Wir gehen weiter zum Gewächshaus. Drinnen stehen die Jungpflanzen auf den Anzuchtregalen: ganz viel Paprika, Ananaskirschen, Physalis und Auberginen. Sie haben eine gesunde Farbe, sie fühlen sich wohl.

Das Wetter entscheidet, wie es ihnen geht. Wenn es tagsüber sonnig ist und das Gewächshaus sich aufwärmt, dann verkraften die Pflanzen auch nachts Temperaturen um die fünf Grad. Wird es aber auch tagsüber nicht wärmer als zehn Grad und nachts kühler, dann müssen wir sie wieder hineintragen. Besonders die Wärmeliebenden wie Paprika und Auberginen können wir nicht noch einmal aussäen, dafür ist es jetzt zu spät.

Die müssen einfach funktionieren. Die Tomaten sind da ein bisschen robuster. Sie vertragen etwas kühlere Nächte, aber auch nur ein paar Grad Unterschied. Wir haben hier die großfruchtigen Tomaten für das Gewächshaus und für geschützte Standorte.

Die haben sich schon eingewöhnt. Unter den Anzuchtregalen wächst eine Menge Salat. Das Gewächshaus beschenkt uns reichlich. Daneben ist ein Beet leer – da stand der frühe Spinat, den haben wir abgeerntet.

Eine oder zwei Wochen lang gab es bei uns Spinat in allen Variationen. Wir haben immer nur die Blätter geerntet, die Stiele und Wurzeln blieben zurück. Die hat mein Mann jetzt herausgeräumt, und damit machen wir unseren eigenen Dünger. Vor mir steht eine große Kiste mit der Grünmasse: Stiele, Wurzeln, Beikräuter.

Wir könnten das auf den Kompost geben, aber dabei gehen Nährstoffe verloren. Also fermentieren wir die Masse – ein altes Prinzip, das schneller verfügbar ist. Wir schneiden alles klein und mischen es mit etwas Mist und effektiven Mikroorganismen. Der Eimer, in dem das Ganze jetzt fermentiert, hat schon über zehn Jahre auf dem Buckel.

An der Seite ist ein Ablasshahn, da können wir später den Flüssigdünger abzapfen. Wichtig ist, dass kein Sauerstoff an das Fermentiergut kommt, so wie beim Sauerkraut. In vier bis sechs Wochen ist der Dünger fertig. Dann geht es weiter mit dem Pflanzen.

Wir haben ungefähr 340 Quadratmeter Gemüsegarten, und wir wollen später auch Saatgut ernten. Deshalb kommen jetzt siebzig Salatpflanzen in die Erde – beziehungsweise sechzig, denn wir haben eine Selektion gemacht. Nur die Härtesten kommen in den Garten. Der Wintersalat ist robust, Kälte macht ihm nichts aus.

Nur Feuchtigkeit von oben mag er nicht. Also setzen wir ihn etwas höher, damit die Blätter nicht auf dem Boden liegen. Im Tunnel stehen unsere Gemüsezwiebeln, jede in einem eigenen Töpfchen. Wenn sie schön gerade stehen, haben sie genug Licht.

Sie werden erst Mitte bis Ende April ausgepflanzt, wenn das Wetter mitspielt. Daneben wachsen Kräuter: Petersilie, Baldrian, Salbei, Dill, Fenchel, Majoran und Schnittlauch. Dann säen wir Blumen aus. Heute sind es Kamille und Kornblume.

Beides sind Lichtkeimer, sie brauchen eine flache Ablage. Wir verteilen die Samen auf den Multitopfplatten und rieseln etwas Erde darüber, damit es schön feucht bleibt. Die Blumen später im Garten verteilt zu haben, ist nicht nur schön anzusehen. Sie minimieren den Schädlingsdruck, erhöhen die Vielfalt und verbessern die Bestäubung – und damit haben wir hinterher mehr Ernte.

Zum Schluss möchte ich noch auf die vielen Kommentare zu unserem letzten Video antworten. Wir haben erzählt, dass es finanziell gerade ein bisschen schwierig ist. Wir sind nicht pleite, es wird weiterhin Videos geben. Als wir den Hof gekauft haben, hatten wir Glück mit den Zinsen.

Aber jetzt, mit der Inflation, hat das geplante Geld einfach nicht mehr gereicht. Wir haben die Baustelle pausiert, das gibt uns mehr Zeit im Garten. Viele von euch haben gefragt, ob wir die Videos nicht monetarisieren wollen. Aber die Einnahmen aus Werbung werden oft überschätzt, und wir wollen das einfach nicht.

Wenn ihr uns unterstützen wollt, dann kauft bei uns im Shop ein, oder gebt uns einen Daumen nach oben. Wir freuen uns über jede Rückmeldung, ob auf YouTube oder Instagram. Macht eure Gärten bunt, vergesst die Tomaten nicht und probiert vielleicht auch einmal Bukashi – aus Abfall kann man wertvollen Dünger machen.