Fast 20.000 Menschen auf Tour, und trotzdem war da dieser eine Moment auf der Zugtoilette nach Wien, den ich nie wieder vergessen werde. Ich hockte da, hatte die Tür nicht richtig verriegelt, und…

Fast 20.000 Menschen auf Tour, und trotzdem war da dieser eine Moment auf der Zugtoilette nach Wien, den ich nie wieder vergessen werde. Ich hockte da, hatte die Tür nicht richtig verriegelt, und...

Ich stand in einer kleinen, eiskalten Garderobe in München, kurz vor meinem ersten Auftritt nach längerer Zeit. Die Aufregung war riesig, und als die Show schon langsam losging, merkte ich: Ich hatte meinen Text oben liegen lassen. Also sprintete ich mit voller Wucht zurück – und knallte direkt gegen den Garderobentisch, der sich auf Schienbeinhöhe befand. Mit einem ordentlichen blauen Fleck am Bein startete ich also in die Tour und dachte mir nur: Na, dann mal los.

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Hamburg brachte dann das nächste Abenteuer. Ich hatte mir ein Hotel auf der Reeperbahn gegönnt, denn wenn man schon in Hamburg spielt, will man natürlich auch ein bisschen was von der Stadt sehen. Ich war an dem Abend komplett erschöpft, glücklich, aber einfach fertig. Also beschloss ich: Früh ins Bett, keine Serie, kein TikTok, einfach Licht aus und acht Stunden schlafen.

Und genau so machte ich es. Doch mitten in der Nacht, so gegen vier oder fünf Uhr morgens, ging der Feueralarm los. Ich dachte, mein letztes Stündchen hat geschlagen. Ich war so tief im Schlaf, dass ich erst dachte, es wäre ein seltsamer Traum.

Aber nein, es war bittere Realität. Im Schlafanzug riss ich mich los, schlüpfte in irgendwelche Schuhe und rannte auf den Flur. Dort stand schon der Rest des Hotels, alle in Bademänteln. Draußen, in der eiskalten Novembernacht, standen wir dann alle zusammen.

Die Feuerwehr rückte an, großes Aufgebot, Panik. Und dann stellte sich heraus: Eine Dame an der Rezeption hatte zu lange geföhnt. Kein Scherz. Angeblich gab sie wild gestikulierend zu, wohl etwas zu lange das Haar getrocknet zu haben.

Ob sie vielleicht doch heimlich geraucht hat, wissen wir bis heute nicht. Jedenfalls konnte ich danach nicht mehr schlafen und war völlig erledigt. Zürich hielt dann den nächsten peinlichen Moment bereit. Ich stehe immer hinter einem großen Vorhang und warte darauf, dass ich das Zeichen bekomme, dass es auf die Bühne geht.

Normalerweise ist mein Weg gut markiert, das Team kennt mich: Ich brauche Pfeile in alle Richtungen, damit ich mich nicht verirre. Trotzdem schaffte ich es, den falschen Aufgang zu erwischen und lief direkt in einen Scheinwerfer. Es ist eben dunkel hinter der Bühne, da kann man sich schon mal vertun. Ich stolperte also über das Teil und lag dann auf der Bühne.

Ich lag da völlig verwirrt, das Publikum wusste nicht, ob es klatschen, lachen oder mir helfen sollte. Mein Tourmanager sprang völlig überfordert hinterher. Zum Glück ging es mir ganz gut. Die Techniker legten zur Überbrückung irgendein Lied auf, und ich lag da einfach auf der Bühne, während die Musik spielte.

So einen Auftritt wünscht man sich nicht. Später in der Garderobe sah ich mir mein Bein an: Ich hatte noch nie so einen dicken Bluterguss gesehen. Ein riesiges „Ei“ war das. In Leipzig vergaß ich dann meine High Heels.

Ich habe während der Show einen Moment, in dem ich mich umziehe, und das ist immer ein Wettlauf gegen die Zeit. Nur eine Minute dreißig, um das Mikro rauszuziehen, die Klamotten zu wechseln und alles wieder reinzustecken. In dem ganzen Gewusel ließ ich die Schuhe liegen und musste dann ohne sie auf die Bühne. Das war auch ein Erlebnis.

Aber mein absolutes Highlight war die Zugtoilette auf dem Weg nach Wien. Ich war guter Dinge, freute mich riesig auf den Auftritt. Also dachte ich mir, bevor ich mich setze, geh ich noch mal kurz. Ich ging auf die große Zugtoilette, hockte mich im bekannten Skispringer-Stil hin und – in dem Moment knackte die Tür und ging auf.

Ich hatte sie wohl nicht richtig verriegelt. Die Tür schwang komplett im Halbkreis auf, und vor mir stand eine ältere Dame. Absolut schockiert. Sie schaute nur auf mich herab, während ich direkt in ein prall gefülltes Abteil blicken konnte – direkt in die Augen meines Managers.

Die Dame drückte panisch auf den Knopf, die Tür schloss sich, öffnete sich aber kurz darauf wieder. Ab diesem Moment war mir alles egal. Da gab es keine falsche Scheu mehr, keine Geheimnisse. Die Dame seufzte nur und sagte: „Das wäre mir jetzt aber peinlich.

“ Ja, genau das sagte sie. Dieser Moment wird mich mein Leben lang begleiten. Wenn mich Leute nach der Show fragen, ob ich mir diese Geschichten ausgedenke: Ich wünschte, ich wäre so kreativ. Aber es ist alles genauso passiert.

Natürlich gab es neben all dem Chaos auch wunderschöne Momente. Wir haben nach fast jeder Show ein Meet and Greet gemacht – nur in Dresden nicht, da war ich schwer krank, da wäre es unverantwortlich gewesen, euch zu knuddeln. Aber in jeder anderen Stadt durfte ich euch kennenlernen, Fotos machen, reden. Es fühlt sich an, als hätte ich überall Freunde.

Das klingt vielleicht kitschig, aber es ist wahr. Ich bin es gewohnt, allein vor der Kamera in meinem Keller zu sitzen. Zu erleben, wie viele von euch da draußen sind, was für tolle Menschen ihr seid – das hat mein Herz ganz voll gemacht. Trotzdem gab es natürlich auch Kritik.

Die nehme ich mir zu Herzen, denn früher haben mich gemeine Kommentare wirklich tief getroffen. Ein Kommentar lautete: „Mord am Mittwoch wohl eher Missbrauch am Montag. “ Für die Kreativität gibt es einen Punkt, das muss ich zugeben. Aber ich möchte klarstellen: Wir sprechen über die Schicksale echter Menschen.

Wenn jemand einen Fall langweilig findet, dann ist das oft der Schmerz realer Personen. Das ist mir wichtig. Ein anderer Kritikpunkt war, dass wir für Geburtstagskinder gesungen und Musikern zugehört haben, was zur Stimmung nicht passte. Das kann ich verstehen, wenn man zu einer True-Crime-Show kommt und dann Musik hört.

Aber ich habe versucht, für jede Show etwas ganz Besonderes zu planen. Es gab Strafverteidiger, Anwälte, Comedians, Podcast-Kollegen und eben auch Musikerinnen. Ich fand das wunderschön, und die meisten Zuschauer auch, weil es die Stimmung aufgelockert hat. Die Fälle sind tragisch, und Emotionen sind richtig.

Aber ich wollte, dass ihr einen guten Abend habt, dass ihr auch mal lachen könnt. Wenn das nicht jedem gefällt, verstehe ich das. Ich war trotzdem traurig, weil das Musikerinnen-Trio so toll war und die Mädels alles gegeben haben. Aber Geschmäcker sind verschieden, und das ist in Ordnung.

Ich lese mir wirklich alles durch, was ihr mir schreibt. Die Kritik nehme ich ernst, auch wenn 98 Prozent des Feedbacks durch und durch positiv waren. Dafür bin ich unendlich dankbar, vor allem für die lieben Nachrichten bei Events. Ihr seid die Allersüßesten.

Warum ich das alles erzähle? Weil ich eine kleine Ankündigung habe: Am 1. April startet der Vorverkauf für meine Tour 2027. Es gibt einen komplett neuen Fall, ein neues Programm, Specials und so viel mehr.

Es gab sogar schon einen Dreh, aber ich darf nichts verraten – nur so viel: Der war heftig. Ich habe Dinge gesehen, bei denen ich fast mein Frühstück wieder gesehen hätte. Ihr müsst euch nur darauf freuen. Die Tour macht mich ehrlich melancholisch, aber jetzt weiß ich ja: Es ist kein „Bis bald“, sondern ein „Auf Wiedersehen“.

Nächstes Jahr werden wir uns wiedersehen, und ich freue mich auf jedes bekannte und jedes neue Gesicht. Wenn ihr Wünsche oder Ideen habt, schreibt sie mir jetzt in die Kommentare. Die heiße Planungsphase läuft, und wir können versuchen, eure Wünsche umzusetzen. Die Tickets findet ihr in der Videobeschreibung.

Die Tour war intensiv, das kann ich euch sagen. An einem Abend habe ich in einer Stadt geschlafen, bin nachts weitergefahren und habe irgendwo auf einer Couch gepennt, um abends wieder Energie für euch zu haben. Heute habe ich in einem Fitnessstudio in Dortmund geduscht, weil es hier in der Location keine richtige Dusche gibt. Man macht auf Tour einfach wilde Sachen und lernt sich dabei neu kennen.

Die letzte Minute möchte ich nutzen, um mich von ganzem Herzen bei euch zu bedanken. Danke an jeden, der da war und sich die Zeit genommen hat. Manche waren sogar mehrmals da. Ihr habt gelacht, geweint und so viel Energie mitgebracht.

Es war mir eine Freude, auf der Bühne zu stehen, weil ich jedes Mal ein großartiges Publikum hatte. Fühlt euch alle fest gedrückt und entweder wir sehen uns nächsten Mittwoch oder vielleicht sogar persönlich nächstes Jahr bei der neuen Tour 2027. Tschüss!