„Ich habe ein Geheimnis in unseren Samentütchen entdeckt – und es hat mich richtig ins Grübeln gebracht.“ Die Zuschauer fragen uns seit Jahren, warum wir in den Videos keine konkreten Sortennamen…

„Ich habe ein Geheimnis in unseren Samentütchen entdeckt – und es hat mich richtig ins Grübeln gebracht.“ Die Zuschauer fragen uns seit Jahren, warum wir in den Videos keine konkreten Sortennamen...

„Warum sprecht ihr in euren Videos nie die genauen Sortennamen aus? “ Diese Frage erreichte uns immer wieder. Und ehrlich gesagt, kann ich das total verstehen. Wir hatten gerade die Pläne fürs neue Gartenjahr ausgebreitet, die ersten Sorten lagen bereit, und ich merkte wieder, wie sehr ich mich auf die kommende Saison freue.

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Der Winter ist da, die Beete ruhen, und jetzt ist die Zeit zum Planen, Zeichnen und Träumen. Bevor ich aber in die neuen Sorten eintauche, möchte ich mich erst einmal bei euch bedanken. Die Post, die wir zu Weihnachten bekommen haben, hat mich wirklich berührt. Karten, Zuschriften, ein wunderschöner Kalender mit Blumensprüchen und sogar verschiedene Kräutersalze – Schnittlauch, Rosmarin, Basilikum, Thymian.

So viel Liebe zum Detail. Danke, liebe Kirsten, liebe Sabine, für alles, was ihr uns geschickt habt. Das hat uns sehr gefreut. Und weil ich schon bei den Kalendern bin: Immer wieder werden unsere beiden Kalender verwechselt.

Deshalb erkläre ich es kurz. Da ist zum einen der Planungskalender mit dem wunderschönen Aquarell auf der Vorderseite. Den benutzt man viele Jahre lang, denn er ist nicht an ein bestimmtes Jahr gebunden. Er zeigt euch, wann was ausgesät wird, ob geschützt oder im Freiland, mit Keimtemperaturen, Pikierhinweisen und einem Kalendarium zum eigenen Eintragen.

Auf der Rückseite findet ihr Samtiefen, Abstände und QR-Codes, die direkt zu den passenden Videos führen. Dann gibt es den Saatgutkalender für das Jahr 2026. Der ist eher ein Begleiter und ein schönes Geschenk. Pro Monat steht eine Kultur im Fokus, mit Aussahtipps, Mondkalender und Achtsamkeitsimpulsen.

Und ganz hinten findet ihr Rezeptideen, die ihr ausschneiden und als Rezeptkarten sammeln könnt. Beide Kalender sind übrigens nachhaltig gedruckt und könnten theoretisch sogar auf dem Kompost landen. Jetzt aber zu dem, worauf ich mich am meisten freue: unseren neuen Sorten. Über die Jahre testen wir weit mehr als die über 160 Sorten, die bei uns im Sortiment sind.

Manche Kulturen haben wir Jahre lang probiert, und jetzt ist ihre Zeit gekommen. Viele davon habt ihr euch ausdrücklich gewünscht. Da wäre zum Beispiel die Puntarelle, auch Vulkanspargel genannt. Sie gehört zu den herb-blättrigen Salaten mit einer ganz leichten Bitterkeit, die aber nicht wirklich bitter schmeckt.

Gegessen werden hier nicht die Blätter, sondern die zarten Blütenknospen. Ein Genuss, den wir euch wirklich ans Herz legen können. Auch der Spargelsalat ist neu bei uns. Bei ihm liegt der Fokus auf den saftigen Stielen, was mal etwas ganz anderes ist.

Kennt ihr ihn vielleicht aus dem Urlaub? Schreibt es mir gerne in die Kommentare. Dann haben wir die Königskerze, ein großer Wunsch von euch. Sie bildet unten eine große Rosette, wächst bis zu zwei Meter hoch und trägt leuchtend gelbe Blüten.

Sie ist wunderschön für Insekten und als Heilpflanze bei Husten und Atemwegserkrankungen bekannt. Ganz besonders stolz bin ich auf die italienische Zwiebel. Die ist vor allem für den Rohverzehr gedacht. Mein Mann isst sie zwischendurch einfach wie einen Apfel.

Ich finde sie ebenfalls sehr lecker, und auch unsere Tochter liebt sie. Wenn ihr Zwiebel-Liebhaber seid oder jemanden an sanfte Zwiebeln heranführen wollt, dann ist sie genau richtig. Fürs Gewächshaus haben wir die Zuckermelone. Sie wächst rankenreich und bildet Früchte, die etwa so groß werden wie meine Hand.

Wenn sie reif ist, entfaltet sich innen das orangefarbene, wunderbar aromatische Fruchtfleisch. Im geschützten Anbau ist das hier gut möglich. Ein weiterer Wunsch von euch war der Lattich. Er wächst eher nach oben, wie ein Römersalat, und ist etwas fester.

Damit wird unsere monatliche Salatplatte richtig bunt und vielfältig. Dazu kommen der rote Spitzkohl – wunderschön anzusehen und lecker als feines Sauerkraut, roh geraspelt im Salat oder auf einem belegten Brötchen – und die gelbe Birnentomate, die wir aus dem Kalender kannten und die so gut ankam. Sie ist ideal für den Kübel auf Balkon oder Terrasse, sehr ertragreich und eine der Lieblingstomaten zum Snacken, besonders für Kinder. Beim Kohlgemüse haben wir etwas ganz Besonderes: grünen Blumenkohl.

Das Lieblingsgemüse meines Mannes in einer neuen Farbe. Habt ihr den auf eurer Wunschliste gehabt? Hier ist er jetzt. Der Tokyo Asia Salat ist etwas heller und milder als andere Asia-Salate und lässt sich wunderbar mit anderen Salaten mischen.

Die russische Gurke ist vor allem zum Einlegen gedacht. Sie ist sehr robust, rankt gut und bringt viel Ertrag. Nicht jedes Früchtchen ist ganz bitterfrei, aber als Süßsauer-, Burger- oder Salzgurke macht das gar nichts aus. Der Mini Basilikum ist einfach total niedlich und passt prima in Töpfe, zum Beispiel am Fuße der Tomate.

Und der rote Eichblattsalat erweitert die Palette unseres Salatsortiments. Er ist schön mild und einfach köstlich. Zum Schluss noch eine Blume: die Strohblume. Sie ist wunderschön bunt und lässt sich ganz hervorragend trocknen.

So habt ihr eine Deko, die viele Jahre hält, für Sträuße, den Erntekranz oder auch in der Küche. Jetzt wisst ihr also, was es Neues gibt. Und ihr wisst auch, warum wir in den Videos oft allgemeine Bezeichnungen wie „Fleischtomate“ verwenden, statt die spezifische Sorte zu nennen. Das hat einen einfachen Grund: Manche Sorten laufen mit der Zeit aus, und es tritt eine sehr ähnliche Sorte mit den gleichen Eigenschaften an ihre Stelle, die nur einen anderen Namen trägt.

Wenn wir in den Videos immer die alten Namen nennen würden, wäre das mit der Zeit verwirrend. Ihr findet die aktuelle Sortenbeschreibung und den Namen deshalb auf der Website, wenn ihr auf das jeweilige Bild klickt. Und auf unseren Samentütchen steht der Name hinten auf dem Aufkleber. Es ist also kein Geheimnis, nur eine strukturelle Entscheidung.

Zwei weitere Sorten haben es jetzt fest ins Sortiment geschafft, die vorher nur über Sonderaktionen erhältlich waren. Da ist zum einen die Snackpaprika. Sie hat kaum Kerne, schmeckt süß wie Obst und ist perfekt für Kinder. Die Ernte war dieses Jahr so gut, dass wir uns entschieden haben, sie fest aufzunehmen.

Man kann sie übrigens prima am Balkon oder auf der Terrasse anbauen. Pflanzt einfach mindestens zwei Pflanzen zusammen, dann habt ihr eine schöne Ernte. Und dann die Wassermelone. Auch sie war vorher nur in Sonderaktionen zu haben.

Jetzt ist sie bei uns im Kürbisgemüse zu finden. Als ich klein war, dachte ich, Paprika und Melonen wachsen irgendwo anders, aber ganz sicher nicht hier. Und jetzt habe ich den Garten voll davon. Es ist wirklich ein schönes Gefühl, euch dazu einzuladen, das auch bei euch zu Hause auszuprobieren.

Zum Thema Haltbarkeit von Saatgut gibt es oft Fragen, und das ist wirklich wichtig. Saatgut ist ein Naturprodukt. In manchen Jahren ist die Ernte besser, dann bleibt das Saatgut generell länger keimfähig. In anderen Jahren ist es etwas weniger.

Außerdem sind manche Kulturen von Natur aus länger haltbar als andere. Erbsen oder Tomaten zum Beispiel können fünf, acht Jahre oder länger keimen. Salate oder Schwarzwurzeln dagegen nicht ganz so lang. Das Wichtigste ist aber die Lagerung.

Die erste Regel ist Konstanz. Es muss nicht besonders kalt oder besonders warm sein, sondern am besten ein gleichmäßiger Mittelwert übers ganze Jahr. Dunkel und trocken sollte es außerdem sein. Wenn ihr diese Bedingungen schafft, holt ihr die längste Keimfähigkeit aus eurem Saatgut heraus.

Und wenn das Saatgut dann ein paar Jahre alt ist? Wird es dann schlecht? Nein, nicht wirklich. Es passiert nur, dass die Keimrate sinkt.

Das heißt, weniger von den Samenkörnern keimen. Dann nehmt ihr einfach ein paar mehr, und ihr habt auf jeden Fall genug Jungpflanzen. Aber schlecht wird es nicht. Übrigens: Der Gesetzgeber verlangt, dass Saatgut eine Keimquote von mindestens 75 Prozent hat, damit es überhaupt in den Handel darf.

Bei uns findet ihr diese Zahl auf jedem Tütchen. Beim roten Spitzkohl zum Beispiel steht da eine 89. Das heißt, wir haben eine Keimquote von 89 Prozent. Und diese Keimproben müssen wir jedes Jahr machen.

So garantieren wir euch eine optimale Qualität. Manchmal, wenn ich morgens aufwache und denke: „Wow, was machen wir eigentlich? “, dann bin ich selbst ein bisschen überwältigt. Unser Gartengemüsekiosk gibt es jetzt seit über zehn Jahren.

Hättet ihr mich damals gefragt, ob ich mir vorstellen kann, dass wir mal einen Biobetrieb mit Saatgutvermehrung und Tieren haben, hätte ich gesagt: „Ja, schöner Traum. “ Aber es hat sich wirklich Stück für Stück erfüllt. Mit harter Arbeit, Durchhaltevermögen und einer Vision, die wir konsequent umgesetzt haben. Es ist anstrengend, keine Frage.

Aber es hat sich alle Male gelohnt. Dafür möchte ich euch von Herzen danken. Mit euren Bestellungen, euren Daumen nach oben und euren Weiterempfehlungen helft ihr uns, diesen Hof wieder zum Blühen zu bringen. Hier darf wieder Leben entstehen, hier darf Qualität wachsen.

Das ist eine wunderschöne Geschichte. Jetzt habe ich noch eine Frage an euch: Ich habe euch die ganzen neuen Sorten vorgestellt. Welche davon wollt ihr ausprobieren? Habt ihr vielleicht eine Sorte, von der ihr sagt: „Die müsst ihr unbedingt mal anbauen“?

Dann schreibt es mir in die Kommentare oder schickt mir eine E-Mail. Und was sind eure Gartenvorsätze fürs nächste Jahr? Habt ihr etwas Besonderes vor? Vielleicht können wir uns gegenseitig inspirieren.

Ich freue mich schon darauf, das Jahr ausklingen zu lassen und die ersten Pläne für ein fabelhaftes neues Jahr zu schmieden. Mögen unsere Gärten uns glücklich machen und uns ein Stück weit selbst versorgen – das ist eine gute Geschichte. Also, macht eure Gärten und eure Saatgutkisten bunt, und bis zum nächsten Mal.

Eure Jen.