„Weißt du, was ich dieses Jahr zum ersten Mal gemacht habe? Ich habe im Januar an drei verschiedenen Orten gleichzeitig ausgesät – in der Anzuchtstation, auf der Fensterbank und im kalten…

„Weißt du, was ich dieses Jahr zum ersten Mal gemacht habe? Ich habe im Januar an drei verschiedenen Orten gleichzeitig ausgesät – in der Anzuchtstation, auf der Fensterbank und im kalten...

Die Anzuchtplatten standen noch nicht lange im unbeheizten Gewächshaus, da begann ich zu überlegen, ob das mit dem Experiment wirklich gutgehen würde. Draußen zeigte das Thermometer gerade mal vier Grad, und ich wusste, dass es nachts hier drinnen frostig werden konnte. Wir hatten drei Standorte vorbereitet: die professionelle Anzuchtstation mit LED-Lampen, das Schlafzimmer an der Südseite und eben dieses kalte Gewächshaus. An jedem Ort standen nun drei Schalen mit denselben Sorten – Roter Eichblattsalat, Gemüsezwiebel und früher Blumenkohl.

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„Ruhig bleiben”, sagte ich mir. Es war erst Januar, und die meisten Gärtner konnten sich noch Zeit lassen. Aber ich wollte genau wissen, was passiert, wenn man dieselbe Aussaat an unterschiedlichen Orten keimen lässt. Welche Probleme treten auf, welche lassen sich lösen, welche nicht?

Und vor allem: Worauf müssen unsere Zuschauer achten, damit ihre eigenen Jungpflanzen genauso kräftig werden wie unsere? Wir hatten uns für diese drei Kulturen entschieden, weil sie sich im Jahreslauf gut bewähren. Der Blumenkohl durfte einfach nicht fehlen, denn er verträgt die frühe Aussaat. Die Gemüsezwiebel stand ebenfalls schon auf dem Plan, schließlich ließen sich daraus wunderbar dicke Zwiebeln ziehen.

Und der rote Eichblattsalat war eine neue Sorte, die wir unbedingt testen wollten. Alle drei wurden in Multitopfplatten und Anzuchtschalen gesät, mit gedämpfter Erde, die wir extra vorbereitet hatten. Bei der Gemüsezwiebel gab ich zwei bis drei Samenkörner pro Töpfchen in eine kleine Vertiefung. Später würden wir sie vereinzeln, sodass jede Pflanze genug Platz hatte, um sich richtig zu entwickeln.

Die Saattiefe betrug ein bis zwei Zentimeter, so stand es auf der Packung. Der Salat kam in eine flache Schale, das feine Saatgut wurde einfach gestreut und nur ganz leicht mit gesiebter Erde bedeckt, denn er ist ein Lichtkeimer und braucht das Licht zum Keimen. Beim Blumenkohl stach ich mit dem Pikierholz einzelne Vertiefungen, damit die später größeren Pflanzen von Anfang an definierte Plätze hatten. Die Temperaturen an den drei Standorten waren unterschiedlich.

In der Anzuchtstation hatten wir tagsüber etwa fünfzehn Grad bei zusätzlicher Beleuchtung. Im Schlafzimmer an der Südseite wurde es je nach Sonne wärmer, etwa achtzehn bis neunzehn Grad, aber das Licht war deutlich schwächer. Im Gewächshaus gab es viel Licht, dafür war es kühl, mit diesen vier Grad. Ich war gespannt, wie sich die Pflanzen verhalten würden.

Die Keimung der Zwiebeln dauert normalerweise zwei bis drei Wochen. Beim Blumenkohl und bei den Zwiebeln sollte das Licht erst angeschaltet werden, wenn sich etwas Grünes zeigte. Beim Salat hingegen war Licht von Anfang an wichtig. Unsere Leuchten in der Anzuchtstation hatten wir auf etwa die Hälfte gedimmt, etwa fünfzig Watt pro Quadratmeter, und sie liefen vierzehn Stunden am Tag.

Danach brauchten die Pflanzen ihre Ruhephase. Für das Experiment brauchten wir ja nicht die ganze Fläche, also dimmten wir die Lampen entsprechend herunter, um Energie zu sparen. Die Schalen wurden beschriftet, denn bei so vielen verschiedenen Sorten verliert man leicht den Überblick. Dann verteilten wir sie: Die erste Gruppe blieb in der Anzuchtstation, die zweite kam ins Schlafzimmer auf die Fensterbank, mit Untersetzer, damit die Erde feucht blieb.

Die dritte Gruppe stellten wir ins kalte Gewächshaus, ebenfalls an die Südseite, ebenfalls mit Untersetzer. Jetzt hieß es abwarten. Ich war ehrlich gesagt unsicher, ob die Pflanzen im Gewächshaus überhaupt keimen würden. Die Samen würden sicherlich nicht kaputtgehen, aber die Keimung könnte sich verzögern.

Vielleicht würden am Ende aber gerade diese Pflanzen besonders vital und kräftig, weil sie von Anfang an härteren Bedingungen ausgesetzt waren. Das wollten wir mit unserem Versuch herausfinden. In den nächsten Wochen würden wir die Platten genau beobachten, Unterschiede festhalten und darüber sprechen. Wir wollten, dass auch unsere Zuschauer am Ende eine bunte, vielfältige Ernte im Körbchen haben.

Deshalb luden wir sie ein, mitzumachen, eigene Erfahrungen zu sammeln und uns Rückmeldung zu geben. Der Gartenkalender, den wir entwickelt hatten, half dabei, die richtigen Zeitpunkte für Aussaat, Pikieren und Pflanzen zu finden – auch in Verbindung mit dem Mond. Als alles an seinem Platz stand, schaute ich noch einmal auf die Schalen im Gewächshaus. Die Erde war feucht, beschriftet und bereit.

Es würde sich zeigen, welche der drei Umgebungen die besten Ergebnisse liefert. Geduld war jetzt gefragt.