Ich setzte mich hin und schrieb ihm einen Brief ins Gefängnis. Neugierig, vielleicht auch etwas nervös. Ich wusste, dass er einen Menschen umgebracht hatte. Aber als seine Antwort kam, fühlte sich…

Ich setzte mich hin und schrieb ihm einen Brief ins Gefängnis. Neugierig, vielleicht auch etwas nervös. Ich wusste, dass er einen Menschen umgebracht hatte. Aber als seine Antwort kam, fühlte sich...

Die junge Frau, die ihm Briefe ins Gefängnis schrieb und ihn schließlich sogar heiratete, war nicht die Einzige. Ein anderer Mann, ein mehrfacher Mörder, zog nach seiner Freilassung mit seiner neuen Frau und deren zwei Söhnen zusammen. Das Verbrechen, das er begangen hatte, war so grausam, dass es die Welt schockierte. Und erst viel später, als es fast zu spät war, erkannten die Menschen, mit wem sie es wirklich zu tun hatten.

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Es begann im Jahr 2000 in einem kleinen Vorort von Kopenhagen. Die 36-jährige Marianne, Betreiberin eines Bordells, lernte einen Mann namens Peter Lundin kennen, der zunächst nur ein Kunde war. Aus flüchtigen Begegnungen wurden Gespräche, aus Gesprächen wurde mehr. Peter wirkte charmant, wortgewandt, und Marianne, die mit ihren beiden Söhnen, dem zehnjährigen Brian und dem jüngeren Dennis, lebte, sah in ihm vielleicht die Chance auf einen Neuanfang, eine Vaterfigur für ihre Kinder.

Nach außen hin schien das Leben harmonisch. Doch die Idylle war trügerisch. Nur wenige Monate später, im Juni 2000, verschwinden Marianne und ihre beiden Jungen spurlos. Niemand hört etwas von ihnen.

Die Kinder erscheinen nicht mehr in der Schule, Marianne ist für niemanden erreichbar. Es ist ihr Halbbruder Martin, der schließlich die Polizei einschaltet, weil sein Gefühl ihm sagt, dass etwas Schreckliches passiert ist. Die Beamten fahren zu Mariannes Haus, wo ihnen Peter öffnet. Er wirkt erstaunlich ruhig, fast zu ruhig.

Auf die Frage nach dem Verbleib seiner Lebensgefährtin und der Kinder hat er sofort eine Antwort parat. Sie sei mit den Jungen ins Ausland gefahren, habe einen Brief hinterlassen, er wisse nicht, wohin. Auch die Veränderungen im Haus erklärt er gelassen: Marianne habe ihn beauftragt, die Wände zu streichen, deshalb seien die Möbel abgedeckt. Alles wirkt geplant, perfekt vorbereitet, aber eben nur im ersten Moment.

Denn je genauer die Ermittler hinschauen, desto mehr Risse bekommt diese Fassade. Sie stoßen auf die Vergangenheit des Mannes: Eine Akte über den Mord an seiner eigenen Mutter, verübt, als er erst neunzehn war. Und dann kommt der Einsatz der Kriminaltechniker, der alles verändert. Sie finden immense Blutspuren, versteckt in der Garage, im Keller, selbst im Auto.

Die Menge des Blutes lässt keine Zweifel mehr offen: Hier muss etwas unfassbar Brutales geschehen sein. Im Haus finden sie zudem grausige Werkzeuge: ein Küchenbeil, eine Axt, Messer, Reinigungsmittel, als hätte jemand versucht, jede Spur zu tilgen. Der Boden der Garage trägt Einschlagspuren, die darauf hindeuten, dass fast hundert Mal mit einer Axt zugeschlagen wurde. Und dann entdecken sie Gegenstände, die nicht hierhergehören: Mariannes Reisepass, eine Kundenkarte, eine ausgeschnittene Unterschrift und Bargeld.

Peter Lundin wird verhaftet, streitet aber alles ab. Die Ermittler durchforsten Müllanlagen und sogar eine Verbrennungsanlage. Sie suchen nach den Leichen, doch sie finden sie nicht. Der Druck auf Peter wächst.

Schließlich, Wochen später, will er mit den Ermittlern sprechen. Er erzählt von der Nacht vom 16. auf den 17. Juni.

Er habe Schreie gehört, sei in den Keller gegangen und habe dort die reglosen Jungen und Marianne mit einem Messer in der Hand gefunden. Sie habe die Kinder unter Drogeneinfluss getötet, sei dann bewusstlos geworden, und er habe aus Notwehr und Wut auf sie eingeschlagen. Er habe Angst gehabt, dass man ihm nicht glauben würde. Das sei der Grund, warum er die Leichen zerstückelt und in Plastiktüten entsorgt habe.

Doch die Wahrheit, die er im Oktober 2000 schließlich gesteht, ist noch viel abgrundtiefer. In jener Nacht habe er mit Marianne schlafen wollen. Ein Anruf von Tina, seiner früheren Frau, hätte ihn abgelenkt. Dann habe Marianne mit einem anderen Mann telefoniert, so süß, so zärtlich.

Das habe in ihm Wut und Eifersucht entfacht. Er habe sie gepackt und ihr das Genick gebrochen. Die beiden Jungen hätten versucht, ihre Mutter zu beschützen. Dennis zog ihn an den Haaren, da brach auch dessen Genick.

Brian schrie nach seiner Mutter und biss ihn in die Hand. Auch er starb. Die Ermittler glauben, dass Peter die Leichen in der Nacht zerteilt hat – erst im Keller, dann in der Garage. Die Orte hätten wie Schlachthäuser ausgesehen.

Die Opfer wurden nie gefunden, aber für die Staatsanwaltschaft war der Fall klar. Der Prozess begann im März 2001. Die Anklage lautete auf dreifachen Mord. Die Gutachter beschrieben ihn als egozentrisch, selbstüberschätzend und ohne Empathie für andere.

Das Urteil war einstimmig, es dauerte nur zehn Minuten: lebenslange Haft. Und dann passiert etwas, das man kaum glauben kann. Nur wenige Jahre später, 2008, heiratet Peter Lundin erneut. Diesmal eine Frau namens Marianne, die einen kleinen Sohn und einen festen Freund hat.

Sie hatte ihm bereits mit fünfzehn Jahren Briefe geschrieben, fasziniert von dem verurteilten Mörder. Jetzt, Jahre später, sucht sie den Kontakt erneut. Sie trifft ihn im Gefängnis, und trotz aller Bedenken, aller Angst vor seinen Händen, die so viel Leid angerichtet haben, heiratet sie ihn. Doch nur elf Tage später will sie die Ehe wieder beenden.

Sie erkennt, in welche Gefahr sie sich begeben hat, und sie wird von Schuld, Scham und den Medien verfolgt. Sie sagt später: „Moralisch werde ich härter verurteilt als ein Krimineller. Jeder kann von einem Psychopathen manipuliert werden. “ In diesem einen Fall ist jedoch nur einer schuldig: Peter Lundin.

Ein Mann, der seine eigene Mutter tötete, Frauen manipulierte, umgarnte und zerstörte. Er brachte unfassbares Leid über die Welt und sitzt nun im Gefängnis, während die Familien seiner Opfer für immer mit dem Verlust leben müssen.