Ich stand barfuß im Schnee und dachte mir: “Das wird ein schöner ruhiger Tag im Garten.” Doch dann sah ich im Gewächshaus, was mit meinen Januar-Aussaaten passiert war. Bei den Gemüsezwiebeln war…

Ich stand barfuß im Schnee und dachte mir: "Das wird ein schöner ruhiger Tag im Garten." Doch dann sah ich im Gewächshaus, was mit meinen Januar-Aussaaten passiert war. Bei den Gemüsezwiebeln war...

Der Winter ist zurückgekehrt. Nach Tagen, die nach Frühling aussahen, hat der Schnee alles unter einer weißen Decke begraben. Die Stille draußen ist so vollkommen, dass man glaubt, die Welt würde den Atem anhalten. Für die Kinder ist das ein Fest.

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Für die Natur ist es ein Segen. Aber für mich als Gärtnerin bedeutet es vor allem eines: mehr Arbeit. Die Tiere müssen versorgt werden. Wasser schleppen, Heu nachlegen, nachsehen, ob alle Vögel etwas zu trinken haben.

Es ist nicht schwer, aber es ist ständig präsent. Und irgendwann kommt der Moment, in dem ich mir die Schuhe schnappe und einfach einmal barfuß durch den Schnee rennen will. Nur kurz. Und dann sofort wieder rein.

Genau das habe ich getan, bevor ich ins große Gewächshaus gehe. Drinnen ist es wärmer, und ich will sehen, was meine frühen Aussaaten machen. Vor ein paar Wochen habe ich hier Gemüsezwiebeln ausgesät. Fast nichts ist zu sehen.

Ein einziges Samenkorn hat gekeimt. Mehr nicht. Ob daraus etwas wird, weiß ich nicht. Aber wir lassen es wachsen, und was gedeiht, wird später gepflanzt.

Daneben habe ich Blumenkohl. Die Keimlinge sind kompakt und kräftig. Sie haben Zeit, sie brauchen noch viel Geduld. Auf der anderen Seite wächst der rote Eichblattsalat, der ebenfalls endlich gekeimt ist.

Es dauert alles viel länger als gedacht, aber es passiert. Ich prüfe das Thermometer, das ich vor einer Woche zurückgesetzt habe. Die höchste Temperatur war 14 Grad, das Maximum im Minusbereich lag bei –1 Grad. Aktuell zeigt es 2 Grad an.

Es ist kalt, aber es funktioniert. In den Seitenbeeten habe ich eine Mischung aus buntem Schnittsalat gestreut, die schon deutlich größer ist als letztes Mal. Bald kann ich sie mit der Schere ernten. Auf der anderen Seite wächst Winterspinat.

Er macht sich gut, auch wenn an ein paar Stellen noch die Löcher von einem Huhn zu sehen sind, das dort gelaufen ist. Es ist kalt, alles braucht seine Zeit, aber ich freue mich auf die erste richtige Ernte. Schließlich ziehe ich meine Schuhe aus und laufe ins Haus. Meine Füße sind erst wieder aufgetaut, als ich in der Jungpflanzenanzuchtstation ankomme.

Hier haben wir inzwischen drei Regalböden aktiviert. Oben, wo es etwas wärmer ist, stehen Zwiebelaussaaten und verschiedene Versuche. Darunter erholen sich die Kohlpflanzen, die wir vor ein paar Tagen pikiert haben. Sie sollen stark werden, bevor sie nach unten in die kühlere Zone wandern.

Dort stehen bereits weitere Kohlpflanzen und Salatpflänzchen. Genau die, die wir gerettet haben. Eigentlich ist es noch viel zu früh für all das, aber wir kriegen das hin. Jetzt ist die beste Zeit, um im Februar mit den Aussaaten für den geschützten Anbau zu beginnen.

Blumenkohl, Wirsing, Spitzkohl, Kohlrabi. Von der Aussaat bis zur Jungpflanze braucht es sechs bis acht Wochen. Wenn ich jetzt Anfang Februar aussäe, kann ich Mitte bis Ende März pflanzen. Deshalb muss die Planung früh beginnen, denn im Gewächshaus sollen irgendwann auch Tomaten und Paprika stehen.

Die müssen die Beete dann übernehmen können. Auch Stangen- und Knollensellerie stehen auf der Liste. Beides sind Lichtkeimer, und der Knollensellerie braucht besonders lange. Wer in den vergangenen Jahren kleine Knollen hatte, sollte einfach früher anfangen.

Beim Stangensellerie ist das nicht so kritisch, weil man schon junge Blätter und Stangen ernten kann. In den letzten Wochen sind viele neue Abonnenten auf unserem Kanal dazugekommen. Das freut mich sehr. Wer bestimmte Themen sucht, kann einfach bei der Lupe im Suchbereich ein Stichwort eingeben und findet direkt passende Videos.

Und wer etwas in der Hand haben möchte, findet in unserem Shop samenfestes, biologisches Saatgut und den Aussaatenkalender. Der ist wie eine Speisekarte der Möglichkeiten. Er zeigt, welche Gemüsekulturen wann ausgesät werden können, welche Keimtemperatur sie brauchen, ob sie drinnen oder draußen gesät werden und wann gepflanzt werden sollte. Dazu gibt es Tipps und Rezepte.

Ich arbeite selbst gern damit. Das Mischkulturposter liegt auch immer dabei. Im Februar kann man noch viel im Bereich der Zwiebelgewächse aussäen. Gemüsezwiebeln zum Beispiel.

Jetzt ist die perfekte Zeit. Nächsten Monat wird es knapp. Dasselbe gilt für Sommerporree. Dazu kommen Lauchzwiebeln und ganz normale Zwiebeln.

Mit einer Leuchte in der Anzuchtstation funktioniert das zuverlässig. Auch Rote Bete wäre möglich. Wenn man sie jetzt aussät, kann man im Mai ernten. Wir machen das gerade nicht, weil unser Lager noch voll ist, aber es ist eine schöne Option.

Dann kommen wir zum Fruchtgemüse. Paprika kann man jetzt gut aussäen. Tomaten dagegen sind erst ab Mitte Februar bis in den März hinein dran. Viele scharren mit den Hufen und wollen sofort Tomaten aussäen, aber es ist überhaupt kein Problem, damit noch zu warten.

Chili dagegen sollte man jetzt aussäen, wenn man es noch nicht getan hat, weil sie länger braucht. Wir haben zwei Sorten im Sortiment: eine Jalapeño, die nicht ganz so scharf ist und aus der wir die schöne Sriracha-Soße gekocht haben, die wir immer noch genießen. Und eine Cayenne-Chili für die, die es schärfer mögen. Physalis und Auberginen dürfen jetzt ebenfalls ausgesät werden.

Aber sie sind manchmal ein bisschen wie Diven, wenn es ums Keimen geht. Sie brauchen mindestens 20 Grad, besser noch 22 bis 24 Grad in der Erde. In unserer Anzuchtstation liegen wir bei 15 bis 17 Grad. Das reicht nicht.

Es gibt einfache Tricks, um das auszugleichen. Man kann eine Wärmematte unter die Schälchen legen, die gibt Wärme von unten. Man kann die Aussaaten mit einer Plexiglasplatte abdecken, dann muss man zwischendurch lüften. Oder man stellt die Schälchen in ein kleines Gewächshaus.

Man muss für sich selbst herausfinden, was am eigenen Standort funktioniert, aber wenn man es einmal weiß, kann man es jedes Jahr wieder so machen. Wer keine Anzuchtstation mit Leuchten hat, kann trotzdem aussäen. Chili und Paprika sind Dunkelkeimer. Man kann die Schälchen auf eine Fußbodenheizung oder auf die Heizung stellen, bis sie keimen.

Schwierig wird es danach, denn sobald die ersten Keimlinge da sind, brauchen sie Licht und sollten kühler stehen. Wenn nur ein Teil gekeimt ist, muss man abwägen. Oder man sät einfach etwas mehr aus. Wer ein helles Südfenster hat, kann das durchaus hinkriegen.

Bei uns funktioniert das nicht, weil wir dicke Fensterrahmen und eine Hecke vor der Südseite haben. Aber ein Dachfenster in der Schräge wäre ideal. Wichtig ist nur, dass die Pflanzen dann nicht zu warm stehen. Eine Besonderheit kommt Ende Februar dazu: die dicke Bohne.

Lass dich vom Namen nicht täuschen, sie hat mit der klassischen Bohne nichts zu tun. Sie gehört eher zu den Erbsen und Wicken. Normale Bohnen sät man erst Ende April bis Mai aus, weil sie Wärme brauchen. Die dicke Bohne dagegen sollte bis Ende Februar in die Erde, dann hat sie einen Vorsprung vor der schwarzen Bohnenlaus.

Wenn die zu spät kommt und die Blüten befällt, wird die Ernte nicht mehr schön. Mit dem Vorsprung bekommen wir eine ordentliche Ernte hin. In unserem Kalender gibt es übrigens ein Rezept mit Paprika und dicker Bohne. Die Erntezeiten sind unterschiedlich, aber beides lässt sich prima einfrieren.

Und zusammen ergeben sie einen wunderbaren Salat. Jetzt säe ich die Paprika aus. Es ist eine Spitzpaprika in Orange, sehr lecker. Ich nehme die Aussaat-Erde, die für den geschlossenen Bereich gedämpft worden ist, und forme etwa einen Zentimeter tiefe Löcher.

Die Samen kommen rein, dann wird das Schälchen vorsichtig geschlossen und angedrückt. Ich vergesse nicht, es zu gießen und zu beschriften. Dann lege ich die Plexiglasplatte darauf und stelle das Ganze erst einmal ins warme Büro. Wenn die anderen Paprikasorten dazukommen, wandert alles in die Anzuchtstation.

Zuerst zieht es aber ins Büro, weil ich für die eine Aussaat keine große Installation aufbauen will. Ich freue mich schon darauf. Paprika habe ich gerade aus dem Gefrierschrank geholt, die wartet in der Küche auf uns. Im Februar ist also noch eine ganze Menge möglich.

Wer im Januar nichts gemacht hat, ist überhaupt nicht zu spät dran. Der Februar reicht für die frühen Aussaaten völlig aus. Interessiert euch eine Kultur davon im Detail? Dann schreibt es mir in die Kommentare.

Wir schauen gern, worauf ihr neugierig seid. Und wer mehr Inspiration rund ums Gemüse will, findet oben auf dem Kanal das Video zu den neuen Sorten. Vielen Dank für eure Unterstützung, für jeden Daumen nach oben und für jeden Besuch im Shop.

Macht eure Gärten schön bunt.