Die 34-jährige Anna hatte elf Jahre lang geschuftet, doppelte Schichten geschoben, Urlaube gestrichen und in heruntergekommenen Wohnungen gelebt, nur um ein Sparkonto von 95. 000 Dollar zu füllen, das ihr endlich ein eigenes Haus ermöglichen sollte. Als sie ihrem Familienkreis bei einem Abendessen stolz von ihrem Vorhaben erzählen wollte, erlebte sie einen bösen Erwachen. Ihr Vater ergriff das Wort mit jener ruhigen, gleichmäßigen Stimme, die Anna von früheren schrecklichen Nachrichten kannte. Er erklärte, dass Renata, ihre ältere Schwester, sich in einer schwierigen finanziellen Lage befände und dass die Familie schließlich zusammenhalten müsse. Ihre gesamten Ersparnisse, so die Botschaft, sollten an Renata gehen. Anna saß still, die Hände schützend über ihren Bauch gelegt, in dem bereits ihr Baby im siebten Monat heranwuchs. Sie…