„Das ist doch die Kresse aus dem Kindergarten!“ Ich grinste, als ich das Samentütchen hochhielt. Draußen war es grau und kalt, aber in meiner Küche duftete es nach Erde und Frühling. Ich wollte…

„Das ist doch die Kresse aus dem Kindergarten!“ Ich grinste, als ich das Samentütchen hochhielt. Draußen war es grau und kalt, aber in meiner Küche duftete es nach Erde und Frühling. Ich wollte...

„Schau mal, das ist die Gartenkresse – die kennst du bestimmt noch vom Kindergartenfensterbrett. “ Ich halte das Samentütchen in die Kamera und lächle. Dezember, Januar, Februar – genau die Monate, in denen wir uns etwas Gutes tun, wenn wir frisches Grün auf den Teller bringen. Die großblättrige Gartenkresse steht in unserem Aussaatskalender für Dezember, und sie wächst wunderbar auf der Fensterbank, im Treppenhaus oder in jedem hellen, nicht zu warmen Raum.

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Doch bevor wir säen, kommt die wichtigste Frage: Welche Erde nehme ich? Ich habe da ein paar Erfahrungen gemacht, die ich gerne teile. Gekaufte Erde ist nicht immer keimfrei – da kann man sich nie hundertprozentig sicher sein. Deshalb dämpfen wir unsere Erde selbst.

Und nein, dafür braucht man keine Chemie. Es ist eine rein biologische Methode: Erde erhitzen, Schädlinge und Keime abtöten, fertig. Damit verhindert man zum Beispiel auch lästige Trauermücken in der Wohnung. Wir haben zwei Geräte im Einsatz: einen Erddämpftopf mit 25 Litern für den Herd oder Kamin – praktisch, wenn man ohnehin ein Lagerfeuer im Schrebergarten macht – und eine Dämpfschubkarre mit 80 Litern, die elektrisch läuft.

Die lohnt sich besonders, wenn man eine Photovoltaikanlage hat und den überschüssigen Strom nutzen kann. Beide Geräte sind nicht gerade billig, aber sie sind ihr Geld wert, weil sie in Deutschland hergestellt werden und man bei Fragen jemanden an der Leitung hat, der einen versteht. Und noch ein Tipp: Man kann seine Aussaaterde ganz leicht selbst herstellen. Einfach die alte Topferde vom Vorjahr nehmen, durch ein grobes Sieb schütteln, damit die groben Bestandteile draußen bleiben, und schon hat man feine, geeignete Erde.

Denn junge Pflanzen wollen feine Erde, damit ihre Wurzeln gut durch sie hindurchfinden. Jetzt schauen wir uns gemeinsam den Sortenkalender an. Wir haben ihn in Kategorien eingeteilt: Blattgemüse, Wurzelgemüse, Zwiebelgemüse und Fruchtgemüse. Im Freiland können wir im Dezember Weizen oder Dinkel aussäen – daraus wird Weizengras oder Dinkelgras, das man ernten und entsaften kann.

Ein wunderbarer grüner Saft, der unserer Gesundheit guttut. Auch Postelein ist jetzt dran. Die Ernte kommt erst im März oder April, aber es ist eine schöne Geschichte, mit den Kindern jetzt die Pflanzen zu setzen und im Frühjahr zu schauen, wie weit sie gewachsen sind. Im geschützten Anbau – also im Gewächshaus, Frühbeet oder Folientunnel – gibt es noch mehr: Asiasalat-Kresse oder die Winterkresse, auch Barbarakraut genannt.

Im Bereich Wurzelgemüse ist die Kerbelrübe dran, die wir euch schon vorgestellt haben. Man muss ein paar Kleinigkeiten beachten, aber wenn man die Kerbelrübe ernten und genießen kann, ist das etwas wirklich Schönes. Bei den Zwiebelgewächsen haben wir die Speisezwiebeln, die mit einem Sternchen markiert sind. Das bedeutet: Wir säen sie eher Ende Dezember aus, drinnen in gedämpfter Erde und mit zusätzlicher Beleuchtung.

Zu diesem Thema haben wir einen ganzen Onlinekurs auf unserem Kanal – der ist komplett kostenlos, genau wie die dazugehörigen PDFs. Auch der Sommer-Porree steht auf der Liste; auch dazu gibt es alle Infos im Kurs. Und dann die Fruchtgemüse: Chillis zum Beispiel. Sie brauchen lange zum Keimen und mögen es warm – zwischen 20 und 26 Grad, am besten 24 bis 25.

Und dann gibt es da noch eine Frucht, die ich über alles liebe, mein Mann aber gar nicht mag: die Pepino. Er sieht sie ein bisschen als Plage im Garten, aber ich mag sie einfach. Dieses Jahr haben wir sie selbst aus Samen gezogen, und sie wurden schöne Pflanzen. Die Ausbeute war zwar nicht riesig – der Sommer war eben nicht der große Sonnenschein – aber ich habe mir eine Pflanze mit einer großen Frucht für die Überwinterung gesichert.

Aus Stecklingen kann man sie übrigens auch leicht vermehren. Die Pepino schmeckt einfach köstlich, wenn sie reif ist. Wir haben auch unseren Aussaatskalender verbessert: neues, komplett ökologisch gedrucktes Papier, Informationen auf der Rückseite, und er ist jedes Jahr nutzbar, weil man alles mit einem weichen Bleistift eintragen und wieder wegwischen kann. Auf der Rückseite gibt es QR-Codes mit vielen Tipps.

Und wenn ihr den Kalender bestellt, bekommt ihr automatisch unser Mixed-Culture-Plakat dazu – ein Nachbarschaftsplakat, das zeigt, welche Pflanzen gerne nebeneinander stehen. Mein Mann und ich haben ein paar Abende damit verbracht, das zu recherchieren und zu überprüfen. Seed production, also die eigene Samengewinnung, ist im Winter ein spannendes Thema. Es gibt viel zu tun: alles ordentlich sortieren, auf Qualität achten, keine Proben verwechseln.

Und dann habe ich hier noch ein Rätsel: Ich habe ein Samentütchen in der Hand, aber ich verrate noch nicht, welche Pflanze es ist. Ihr könnt eine Woche lang in den Kommentaren raten, von welcher Pflanze diese Samen stammen – Gemüse, Blume, Kraut? Unter allen richtigen Antworten verlose ich ein Samentütchen persönlich von mir. Unser Kiosk hat zwar ein paar andere Produkte als nur Samen – der Fokus liegt auf biozertifiziertem, samenfestem Saatgut – aber wir arbeiten gerne mit lokalen Handwerksbetrieben zusammen.

Zum Beispiel mit Heidi, die diese wunderschönen Holzkisten herstellt. Sie hat auch unseren Adventskalender gemacht. Diese Kisten eignen sich perfekt zur Aufbewahrung von Samen oder als Geschenkverpackung – eine echte Schatztruhe, in der man auch Stifte oder USB-Sticks aufbewahren kann. Und noch eine Idee: Schreibt einmal im Monat oder jeden Sonntag auf einen kleinen Zettel, worauf ihr euch freut oder wofür ihr dankbar seid.

Sammelt die Zettel in einer Box oder einem Glas und lest sie am Ende des Jahres gemeinsam durch. Das ist ein Ritual, das wir lieben. Ich hoffe, euch hat das Video heute gefallen. Wenn ihr Fragen zur Pflanzenbeleuchtung habt, schaut in unseren Blogbeitrag, da ist alles verlinkt.

Hinterlasst gerne einen Kommentar, freue mich über jeden Daumen hoch – und einen schönen ersten Advent!