Es ist wieder soweit: Der Februar-Workshop im Gemüsekiosk beginnt, und direkt zu Beginn werfen wir einen Blick auf unsere Pflänzchen. Vor mir in den Schälchen seht ihr den Eichblattsalat – ordentlich grün, wunderbar gekeimt und gewachsen. Daneben gedeiht das Kohlgemüse, darunter der lila Kirabi, und auch die Zwiebeln stehen schon bereit. Im Anzuchtregal in der oberen Etage sind die pikierten Pflänzchen zu sehen.

Die Jalapeño-Chilis und Freilandpaprika haben sich nach ein bis zwei Wochen gut erholt und stehen stabil. Weiter hinten warten viele blaue Aussaatsschälchen mit Blumenkohl, Spitzkohl und den beiden Kirabi-Sorten – die werden heute pikiert. Eine Etage tiefer sehen die Salate in den Upcycling-Schälchen üppig aus, bereit zum Pikieren. Beim Kopfsalat hat wohl entweder das Saatgut in der Mitte gefehlt oder es lag zu viel Erde darauf – da schauen wir später noch mal nach.
Das hier ist übrigens kein Schnittlauch, sondern Sommerporree; er sieht noch zierlich aus, aber Zwiebelgemüse braucht einfach Geduld. Bei den relativ großen Paprikapflanzen handelt es sich um ein Experiment: eine Keimprobe, die wir weitergezogen haben. Ende Februar oder Anfang März werden wir sie sicherlich umtopfen müssen, weil sie einfach zu groß sind. Auf einer weiteren Ebene im Anzuchtregal befinden sich die Gemüsezwiebeln aus dem ersten Workshop vor vier bis fünf Wochen.
Ihre Spitzen knicken kurios ab oder trocknen ein – das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge. Auf die Frage, ob man die Zwiebeln nicht einfach später beim Pflanzen vereinzeln könnte: Theoretisch ja, aber wir ziehen es vor, sie früh zu pikieren, damit jede Pflanze ihren eigenen Bereich hat und wir möglichst große Kugeln ernten können. Die roten und weißen Zwiebeln laufen gerade erst auf, während die Lauchzwiebeln bereits schnell gewachsen sind – ein echter Tipp für Anfänger, denn sie müssen nicht pikiert werden und können später einfach als Gruppe ins Beet. Zur kalten Anzucht gab es einige Fragen.
Unsere Erfahrung zeigt, dass es mehr auf die Sorte und das Handling ankommt als darauf, ob die Pflanzen drinnen oder draußen angezogen wurden. Wichtig ist, die Pflanzen schrittweise an die Kälte zu gewöhnen, wenn sie aus dem Warmen kommen. Kalte Anzuchten eignen sich für Salate, Kohl und Zwiebeln, aber nicht für wärmeliebende Arten wie Paprika und Tomate. Entscheidend ist das Ziel: Will ich später ins Freiland pflanzen, oder möchte ich eine Vorkultur im Gewächshaus?
Beides ist möglich – man muss nur wissen, wofür man die Pflanzen braucht. Jetzt säen wir wärmeliebende Pflanzen aus, zum Beispiel Auberginen. Dafür brauchen wir Aussaatsschälchen und Aussaaterde. Auberginen sollten ein bis zwei Wochen früher ausgesät werden als Paprika.
Wie viele Pflanzen man braucht, hängt vom eigenen Bedarf und vom verfügbaren Platz ab. Bei einem Meterbeet mit einem Pflanzabstand von 40 bis 60 Zentimetern passen gut zwei Pflanzen hinein. Die Aussaattiefe beträgt einen halben bis einen Zentimeter. Neben der klassischen Aubergine haben wir auch neue Sorten wie die Kugel-Aubergine oder eine pinke Variante im Sortiment.
Die Keimtemperatur für Auberginen liegt bei 20 bis 24 Grad Celsius. Nach dem Angießen mit zimmerwarmem Wasser beschriften wir die Schälchen und legen Acrylglasplättchen darauf. Durch die Strahlungswärme in der obersten Etage wird die benötigte Erdtemperatur erreicht. Alternativ kann man auch eine Wärmematte oder eine Fußbodenheizung nutzen.
Auberginen sind Dunkelkeimer – sie brauchen zur Keimung kein Licht, erst nach dem Auflaufen ist Licht wichtig. Danach dürfen sie ein wenig kühler stehen. Weiter geht es mit der Physalis, auch Ananaskirsche genannt. Wie die Auberginen braucht sie viel Zeit, mehr als Paprika und deutlich mehr als Tomaten.
Die Aussaat ist genauso: Schälchen mit Aussaaterde füllen, Löchlein formen, Samen hineinlegen – die Aussaattiefe beträgt maximal einen Zentimeter. Das Saatgut ist sehr fein, daher ist Beschriften besonders wichtig, um nichts zu verwechseln. Auch hier gießen wir mit zimmerwarmem Wasser an und legen die Glasplatten darauf. Zur Frage nach Video-Wünschen: Wir haben zu fast allen Anfragen bereits Videos auf unserem Kanal.
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Jetzt wird pikiert. Zuerst nehmen wir uns den Kirabi vor. Dafür verwenden wir eine Multitopfplatte mit 35er Töpfen – die größeren 24er Platten heben wir uns für Blumenkohl und Kopfkohl auf, die mehr Platz brauchen. Die Platte füllen wir mit Aussaaterde und werden später mit Flüssigdünger unterstützen, alternativ geht auch gedämpfte Komposterde.
Mit dem Pikierstäbchen lockern wir die Pflänzchen vorsichtig aus der Schale. Wir fassen sie am Blattwerk an, nicht am empfindlichen Stiel – eine Beschädigung dort würde die Pflanze nicht überstehen. Die Wurzeln dürfen angefasst werden, und wenn sie zu lang sind, können sie sogar etwas gekürzt werden. Die Pflänzchen setzen wir tief in die Erde, sodass sie stabil stehen, und drücken sie vorsichtig an.
Nach dem Pikieren gießen wir nicht mit Dünger, sondern nur mit dem Gartenbodenaktivator an – das Düngen kommt erst in ein bis zwei Wochen, wenn sich die Pflanzen erholt haben. Dann stellen wir die Platte etwas kühler, bei etwa 15 Grad, denn die Keimtemperatur lag bei 18 bis 20 Grad. Jetzt dürfen sie sich unter dem Licht erholen. Ich hatte ein paar Tütchen übrig, also habe ich noch vier leere Plätze mit den restlichen Kirabi-Körnern aufgefüllt – nächstes Mal mache ich die Löcher in der Aussaatsschale etwas enger und säe ein paar Körner mehr aus.
Auch die hellen Kirabi-Pflänzchen werden in die leeren Töpfchen der anderen Platte gesetzt – man kann sie gut am Blattwerk unterscheiden. Die hellen habe ich etwas dichter gesät, daher bleiben sogar ein paar Pflanzen übrig, die ich weitergeben kann. Als nächstes kommt der Salat an die Reihe. Diesmal zeige ich euch das Pikieren exemplarisch an einer Sorte – die anderen mache ich später.
Wie beim Kirabi fassen wir die zarten Salatpflänzchen am Blatt an und setzen sie vorsichtig ein, aber diesmal nicht zu tief: Das Herz der Pflanze muss über der Erde bleiben. Danach drücken wir sie gefühlvoll an, damit sie beim Wässern nicht wegschwimmen. In der Aussaatsschale waren mehr als genug Pflanzen – die übrigen kann man gut an Freunde oder Nachbarn verschenken, denn Gärtnern ist ansteckend. Auch für die Salate gilt: Sie müssen jetzt kühler stehen und brauchen vor allem Licht.
Wenn die Temperatur stimmt und das Licht ausreichend ist, erholen sie sich schnell. Diese Salate sind für das Gewächshaus gedacht – aber auch sie müssen vorher abgehärtet werden, damit der Ortswechsel kein Schock ist. Später kommt die ganze Platte ins Gewächshaus. Wer Salate fürs Freiland aussäen möchte, kann das ab Ende Februar problemlos ohne Kunstlicht tun – ein helles Südfenster reicht aus.
Nach dem Pikieren werden noch eine zweite Platte und ein paar weitere Salate folgen, und es bleiben immer noch genug Pflanzen zum Weitergeben. Ich finde Sortenvielfalt sehr wichtig – man sieht es schon bei den kleinen Salatpflänzchen: Batavia, Eissalat und Eichblatt sind deutlich unterschiedlich. Man kann auch mehrere Sorten gleichzeitig in Streifen aussäen, je nach Bedarf. Wenn euch das Video gefallen hat, unterstützt uns gerne mit einem Daumen nach oben, schaut in die Links der Infobox oder auf unsere Homepage.
Und nutzt die Suchfunktion auf unserem YouTube-Kanal – da findet ihr alle Workshops rund ums Gartenjahr. Dann wünsche ich euch viel Spaß beim Planen, Säen und Pikieren – und auf eine schöne bunte Ernte!


