Der Frühling ist da, und im Garten gibt es jede Menge zu tun. Heute schauen wir zuerst in unser Iglu-Gewächshaus, den Geodom. Es ist ein richtig angenehmes Klima hier drin, warm und einladend. Der Feldsalat ist weg, die Beete sind frisch bepflanzt und aufgeräumt.

Überall stehen jetzt die Jungpflanzen, die letzte Woche noch in den Multitopfplatten im Gewächshaus waren. Violetter Kohlrabi, verschiedene Salate und direkt vor mir Blumenkohl. Natürlich kommt sofort die Frage nach den Temperaturen. Salat und Kohl sind nicht so empfindlich, und nachts, wenn es draußen minus drei Grad hat, sind es hier drin vielleicht minus ein bis zwei Grad.
Es ist nicht geheizt, aber die Erde wärmt sich tagsüber auf und gibt die Wärme nachts wieder ab. Dieses System funktioniert bei uns schon seit vielen Jahren: Im März pflanzen wir den frühen Kohl, den Kohlrabi und die Salate ins Gewächshaus. Es klappt einfach richtig gut. Im äußeren Beetring steht viel Grün.
Wir testen eine neue Asia-Salatsorte, die richtig gut schmeckt und gute Chancen hat, in den nächsten Biosaatgut-Kalender aufgenommen zu werden. Die anderen Jungpflanzen sind clever angeordnet: Außen wachsen Blumenkohl und Spitzkohl etwas enger zusammen, innen stehen Kohlrabi und Salate, die wir bald als Pflücksalat ernten können. Wenn die abgeerntet sind, ziehen Ende April oder Anfang Mai die wärmeliebenden Pflanzen wie Tomaten und Paprika hier ein. Immer wieder werde ich gefragt, ob wir dieses Gewächshaus selbst gebaut haben.
Nein, das haben wir nicht. Es ist von der Firma Lukama, die uns beim Aufbau geholfen hat. Die Membran ist leicht elastisch, kein Vogel fliegt dagegen, und sie lässt ganz viel Licht durch. Wenn man handwerklich begabt ist, kann man mit diesem Material sogar seine eigenen Ideen umsetzen, zum Beispiel eine individuelle Hochbeet-Haube.
Die Profile und Schienen sind einfach zu handhaben, und im Blogbeitrag findet ihr ein Video dazu. Weiter geht’s in den Garten. Letzte Woche haben wir Spinat, Radieschen und Mairübchen gesät. Noch ist nichts gekeimt, aber die Reihen sind dunkel und angegossen, denn es regnet nicht wirklich.
Wichtig ist, dass die Saat feucht bleibt, sonst keimt sie nicht. Unsere dicken Bohnen sehen dagegen super aus. Frost bis minus fünf Grad hat ihnen überhaupt nichts ausgemacht, sie wachsen prächtig an. Heute wollen wir Steckzwiebeln setzen.
Unsere Beete sind etwa einen Meter breit, und wir haben uns für zwei Reihen pro Beet entschieden. Das macht die Bearbeitung einfacher. In ein Beet kommt eine Reihe weiße Zwiebeln, in das andere eine Reihe rote, jeweils eine Reihe bleibt frei. Danach werden wir dort Möhren säen.
Wer auch Lust hat, kann jetzt noch Steckzwiebeln setzen. Sie kommen gut fünf Zentimeter tief in die Erde, mit dem Spitz nach oben. Die Erde ist noch feucht genug, also gießen wir nicht extra an. Wenn es bei euch trocken ist, solltet ihr aber angießen.
Als Nächstes schauen wir uns die Wintersteckzwiebeln an, die wir letztes Jahr gesetzt haben. Ich bin von Zwiebeln wirklich total begeistert. Wir haben immer noch welche vom eigenen Anbau, die ich täglich in der Küche verwende. Mit ein bisschen Planung kann man sich fast das ganze Jahr selbst mit Zwiebeln versorgen.
Auf dem Ackerstück, das wir dieses Jahr für Gemüse nutzen wollen, sieht man jede Menge Grün. Das ist kein Gras, sondern Winterroggen, eine Gründüngung, die wir per Hand gesät haben und demnächst unterarbeiten werden. Daneben ist noch ein freies Stück, auf das wir jetzt den Frühjahrsknoblauch pflanzen werden. Ich freue mich schon riesig auf den eigenen Knoblauch.
Ofengemüse mit Knoblauch – da komme ich ins Schwärmen. Also, ab an die Arbeit. Nach getaner Arbeit sitze ich auf dem zukünftigen Gemüseacker. Die Pferde Mia und Lotti schauen uns dabei zu.
Mit Lotti habe ich schon ein bisschen geübt, vom Boden fahren bis zum Ziehen eines Reifens. Ich hoffe, wir können dieses Jahr gemeinsam auf dem Acker ein paar Runden drehen. Dann geht es in die Anzuchtstation, unsere Kinderstube. Hier warten die Jungpflanzen auf mich, die jetzt pikiert werden müssen.
Der Stangensellerie wurde vor vier Wochen gesät und ist ein Lichtkeimer. Ich habe eine Multitopfplatte mit großen Förmchen vorbereitet, denn er wird eine Weile darin bleiben. Im alten Garten haben wir Sellerie Ende April gepflanzt, das war zu früh. Er ist in die Blüte gegangen, statt schöne Stangen zu bilden.
Deshalb kommt er hier erst Mitte Mai ins Freie, je nach Wetter. Einen Frostimpuls soll er auf keinen Fall bekommen, sonst war die ganze Mühe umsonst. Ich fülle die Töpfe mit Erde und drücke sie leicht an. Dann pikieren wir die stärksten Pflänzchen einzeln um.
Die Wurzeln dürfen nicht beschädigt werden, das braucht Fingerspitzengefühl. Die Pflanzen setze ich nicht zu tief, nur bis zu den Keimblättern. Danach gieße ich sie mit effektiven Mikroorganismen an, das machen wir beim Pikieren immer. Immer wieder kommen Fragen auf, warum wir mit EM arbeiten.
Wir haben uns mit einem Mikrobiologen zusammengetan, der erklärt, was EM kann und was nicht. Studien, auch unabhängige, zeigen, dass es funktioniert. Wir haben schon über sechs Jahre damit gearbeitet, bevor wir es in unseren Sortiment aufgenommen haben. Es ist eine feste Säule bei uns.
Im Video dazu findet ihr alle Infos verlinkt. Als Nächstes kommt der Knollensellerie an die Reihe, dann topfe ich die Paprika um. Ich setze sie etwas tiefer und entferne die unteren Blätter. Dann wird die Erde aufgefüllt, und die Pflanze hat wieder neuen Platz zum Wachsen.
In der Anzuchtstation wird es langsam richtig voll. Oben in der Wanne stehen die Tomaten, die bald auch pikiert werden müssen. Unten im Regal warten Paprika, Chili, Auberginen und Physalis auf ihre Nährstoffe. Der Brokkoli, den wir zusammen gesät haben, zeigt erste Fortschritte.
Diese Woche haben wir nichts Neues gesät, weil wir schon alles ausgesät haben. Wer noch Möhren säen will, sollte auf die Wetterbedingungen achten und den Trick mit dem Vorkeimen im feuchten Sand nutzen. Ich hoffe, es war wieder viel Inspiration für euch dabei. Habt Spaß bei der Gartenplanung, setzt noch ein paar Steckzwiebeln oder Knoblauch und macht euren Garten schön bunt.
Bis zum nächsten Mal.


