Ich dachte, ich hätte alles im Griff, als ich an diesem Frühlingsmorgen durch meinen Garten ging. Die frostigen Nächte hatten wir überstanden, die ersten Beete füllten sich, und ich wollte nur…

Ich dachte, ich hätte alles im Griff, als ich an diesem Frühlingsmorgen durch meinen Garten ging. Die frostigen Nächte hatten wir überstanden, die ersten Beete füllten sich, und ich wollte nur...

Ich stand da mit einer Schüssel Wasser und einem Bund Sommerlauch in der Hand und fragte mich kurz, ob das wirklich noch gutgehen würde. Der Frost hatte uns im April ein paar Nächte lang ordentlich durchgeschüttelt, aber jetzt, Mitte April, war alles wieder auf Kurs. Die Pflanzen im Gewächshaus waren wohlauf, und ich hatte einen Plan für den heutigen Tag: säen, pikieren und pflanzen – eine bunte Mischung, wie immer. Wir starteten mit den Pastinaken.

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Die kamen direkt ins Freiland, denn die brauchen Zeit. Bis November oder Dezember, je nach Wetterlage, können wir sie ernten. Und das Beste daran: Pastinaken sind winterhart. Sie können den ganzen Winter im Beet bleiben und jederzeit rausgeholt werden.

Ein wunderbares Wintergemüse, das man übrigens auch roh essen kann. Kein Stress also, wenn ihr sie noch nicht gesät habt – bis Juni habt ihr Zeit. Weiter ging es zu den Möhren. Die hatten wir neulich schon ausgesät, direkt neben den Steckzwiebeln – die kleine Mischkultur-Ecke.

Wem die Frage nach guten Nachbarn im Beet unter den Nägeln brennt, dem kann ich unser Poster empfehlen, das haben wir selbst entwickelt. Da sieht man auf einen Blick, wer sich mit wem versteht und wer lieber getrennte Wege geht. Jetzt aber zum eigentlichen Projekt: dem Sommerlauch. Den hatten wir im Januar ausgesät, und jetzt war er bereit, ins Beet zu ziehen.

Ich hielt zwei Büschel in den Händen – die dicken, die A-Sortierung, und die etwas dünneren, die nennen wir mal AB. Die kommen zuerst in die Erde. Was übrig bleibt, schenke ich einer Freundin. Zum Vorbereiten kürzen wir die Spitzen um ein Drittel und die Wurzeln um die Hälfte, dann wird die Pflanze angeregt, richtig durchzustarten.

Kurz ins Wasserbad und dann ab ins Beet. Im Beet machten wir mit einem Pflanzholz Löcher in einem Abstand von zehn bis fünfzehn Zentimetern. Der Lauch wurde bis zu dem Punkt gesetzt, wo das Weiße aufhört – tiefer muss es nicht sein. Angegossen wird nur mit einem dünnen Strahl, und der Rest passiert von alleine.

Die Löcher bleiben tatsächlich offen, das ist richtig so. Der Sommerlauch braucht nicht zugeschoben zu werden, das funktioniert wunderbar. Ab Juni können wir die ersten zarten Stangen ernten, die Haupterntezeit ist aber im Juli und August. Und für alle, die den kompletten Anbau sehen wollen: auf unserer Website findet ihr zu vielen Gemüsesorten kompakte Videos von der Aussaat bis zur Ernte.

Kaum war der Lauch versorgt, dachte ich auch schon an die Kartoffeln. Der Winter ist vorbei, und die nächste Saison beginnt. Zwei Sorten hatten wir vor etwa vier Wochen im Haus vorgekeimt: eine sehr frühe Sorte und die mittelfrühe Agria. Die waren jetzt startklar.

Alle dreißig Zentimeter kam eine Pflanzkartoffel in die Erde, vorher zogen wir eine Furche. Für unsere zehn Meter langen Reihen brauchten wir ungefähr dreißig Kartoffeln pro Reihe. Und der Vorteil: Wir mussten gar nicht angießen, denn die Erde war noch schön feucht – wir hatten die Beete gehackt, und die Feuchtigkeit blieb gut erhalten. Angießen würde ich erst, wenn in einer Woche immer noch kein Regen gefallen ist.

Beim Anbau von Kartoffeln muss man unbedingt darauf achten, dass keine Knollen an der Oberfläche liegen bleiben. Die würden nämlich grün werden und dann giftig sein – nicht gerade das, was man zum Abendessen haben möchte. Sobald das Laub wächst, schütten wir die Pflanzen also ordentlich mit Erde an. Die ersten zwei Reihen waren jedenfalls gesetzt, und es sah richtig gut aus.

Weiter ging es mit der Aussaat der Kürbisgewächse. Mitte April ist die richtige Zeit für Wassermelone und Schlangengurke, denn die brauchen etwas länger. Zucchini und Freilandgurken pflanzen wir erst Ende April, die wollen es richtig warm und brauchen viel Platz. Bei der Aussaat habe ich darauf geachtet, dass jede Pflanze ihr eigenes Pöttchen bekommt, damit wir später nicht pikieren müssen.

Die Saattiefe beträgt ein bis zwei Zentimeter. Licht brauchen sie erst, wenn wir das erste Grün sehen – das vereinfacht die Sache enorm. Wichtig ist auch die Keimtemperatur: Bei der Melone sollten es mindestens zwanzig Grad sein, bei der Schlangengurke sogar dreiundzwanzig. Übrigens: Wassermelonen haben wir sehr wohl im Sortiment, aber nicht unter den normalen Kürbisgewächsen.

Ihr findet sie bei den Sonderaktionen mit einem kleinen Sternchen markiert. Und wer mich fragt: Sie funktionieren sogar im Freiland – auch bei uns weiter nördlich. Nach dem Winter ist vor dem Winter, das dachte ich mir, als ich das Saatgut für die nächste Runde vorbereitete. Dieses Mal ging es um wirklich langsam entwickelndes Wintergemüse.

Rosenkohl, lila Rosenkohl und Winterlauch müssen schon jetzt, Mitte bis Ende April, in die Erde, denn sie brauchen eine lange Entwicklungszeit. Vor allem, wenn der Standort nicht perfekt sonnig ist, sollte man früh anfangen. Für Palmkohl und Grünkohl haben wir bis Mai Zeit – da reicht das locker. Die Aussaat war einfach: blaue Schälchen nehmen, mit einem Stäbchen kleine Löcher vorformen und die Samen hineinlegen.

So ist es später leichter, wenn wir pikieren wollen. Angießen und Beschriften nicht vergessen. Den Rosenkohl stellten wir ins Gewächshaus – das reicht völlig. Den Winterlauch konnte ich einfach breitwürfig ausstreuen, wie Zwiebelsamen, die ja auch ganz fein und schwarz sind.

Eine Saattiefe von ein bis zwei Zentimetern, Erde drüber, andrücken, angießen. Es darf ruhig eng sein, denn später baden wir die Jungpflanzen genauso im Wasser wie beim Sommerlauch und selektieren sie in dicke und dünne. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn Ende Juni die dicken Bohnen abgeerntet sind, ist der Winterlauch genau richtig, um als Folgekultur an derselben Stelle gepflanzt zu werden. Die Pikierrunde stand auch an – aber keine Sorge, wir pikieren nicht alles an einem Tag.

Nur die Cocktailtomaten, die wir zusammen ausgesät hatten. Diese Freilandtomate liebe ich: super robust, sehr ertragreich und zuckersüß – eine tolle Naschtomate. Beim Pikieren löst man die Pflänzchen vorsichtig aus, vereinzelt sie und setzt sie bis zum Ansatz der Keimblätter in die Erde. Anschließend beschriften und angießen.

Danach kommen sie für zwei Tage in die Anzuchtstation, wo sie viel Licht bekommen und sich erholen können. Zu warm sollte es dort mit fünfzehn bis maximal zwanzig Grad auch nicht sein. Ins Gewächshaus dürfen sie erst später, jetzt wäre es ihnen zu kalt. Ein paar von euch hatten noch nach dem Tipp mit dem feuchten Sand gefragt, den wir für die Möhren genutzt hatten.

Kann man den nicht auch bei anderem Wurzelgemüse anwenden? Bei Pastinaken und Schwarzwurzeln funktioniert das nicht so gut, da ist die Samenform eine ganz andere. Aber bei der Wurzelpetersilie klappt es hervorragend. Ich füllte etwas Saatgut in ein Gläschen mit feuchtem Sand und rührte es um.

Das Ganze lässt man nur zwei Tage stehen – nicht länger, sonst keimen die Samen schon. Und durch den Sand kann man die Saat beim Ausbringen viel besser portionieren und verteilen. Es war eine ganze Menge, was wir heute zusammen gemacht haben. Ich hoffe, es war die eine oder andere Inspiration oder Erinnerung dabei.

Über jeden Daumen nach oben bin ich dankbar, und über eure Kommentare freue ich mich auch. Für alle, die noch mehr wissen wollen: Ich verlinke euch unten ein Video zum erfolgreichen Anbau von Freilandtomaten und einen kostenlosen Onlinekurs zum Thema Gurkengemüse. Ich wünsche euch eine gute Zeit in eurem Garten – macht ihn richtig schön bunt und bis zum nächsten Mal!