Ich habe die blutigen Fässer im Keller meines verstorbenen Vaters gefunden, als ich die Garage ausräumte. Erst dachte ich, es sei nur alter Hausrat. Dann öffnete mein Mann eines der Fässer und der…

Ich habe die blutigen Fässer im Keller meines verstorbenen Vaters gefunden, als ich die Garage ausräumte. Erst dachte ich, es sei nur alter Hausrat. Dann öffnete mein Mann eines der Fässer und der...

Der Neffe wusste nicht, was er da entdeckt hatte, als er im hinteren Teil der Lagerhalle aufräumte. Zwischen all den anderen Kisten stand ein unscheinbarer Karton. Doch sein Inhalt sollte die Ermittlungen in einem mysteriösen Vermisstenfall völlig auf den Kopf stellen – und einen 72-jährigen Spielwarenhändler zum möglichen Opfer eines Verbrechens machen. Karl Josef Wirt war im Januar 2019 zum letzten Mal gesehen worden, in Reinberg in Nordrhein-Westfalen.

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Der 72-Jährige führte ein Spielwarengeschäft, lebte mit seiner Frau in Mörs und war fest in seine Familie eingebunden, die über ganz Deutschland verstreut lebte. Als er sich monatelang bei niemandem meldete, wurde sein Bruder misstrauisch und meldete ihn nach sechs Monaten als vermisst. Die Polizei begann zu ermitteln und sprach mit der Familie. Die Verwandten beschrieben Karl Josef als körperlich fit und arbeitsam.

Doch die Ermittlungen förderten ein Problem zutage: Sein Spielwarengeschäft steckte in der Insolvenz. Er hatte es an einen Neffen abgegeben und arbeitete dort nun als Angestellter, immer noch beschäftigt mit der Abwicklung des Konkurses. Die finanziellen Schwierigkeiten machten ihm offenbar große Sorgen. Ein Suizid schien zumindest denkbar.

Die Polizei rekonstruierte die letzten Stunden vor seinem Verschwinden. Seine Frau beschrieb den Tag als völlig normal. Man hatte gemeinsam gefrühstückt, dann packte Karl Josef seine Sachen und ging. Zuletzt wurde er in seinem Geschäft von einer Angehörigen gesehen.

Seine Frau machte sich keine großen Sorgen – bis am späten Abend eine SMS von seinem Handy eintraf: „Macht dir bitte keine Sorgen, mir geht es soweit gut. Ich bin auf dem Weg nach Süddeutschland. Ich brauche etwas Zeit für mich. “

Er wolle für unbestimmte Zeit in ein Haus der Stille gehen, eine Art Kloster.

Einen konkreten Ort nannte er nicht. Der 72-Jährige war gläubig und hatte in der Vergangenheit bereits ähnliche Auszeiten genommen. Auch fehlten in der Wohnung seine Schreibmaschine und Fotos seiner Frau. Aus diesen Gründen verzichtete seine Frau auf eine Vermisstenanzeige.

Die Polizei sah keinen Handlungsbedarf, denn ein Erwachsener darf verschwinden, wenn er will. Ende 2019 ließ die Polizei die Ermittlungen ruhen. Doch es kam kein weiteres Lebenszeichen. Rund vier Jahre später, im Jahr 2023, meldete sich einer der Neffen, die den Spielzeugladen nach der Insolvenz übernommen hatten, bei der Polizei.

Bei Aufräumarbeiten in der Lagerhalle war er auf einen Karton gestoßen, der Gegenstände enthielt, die mit dem Verschwinden von Karl Josef zu tun haben könnten. Die Ermittler nahmen die Lagerhalle in Augenschein. Der Karton stand unauffällig neben anderen Kisten, doch sein Inhalt war brisant. Sie fanden die Schreibmaschine und die Fotos, die Karl Josef angeblich mitgenommen haben sollte.

Dazu kamen mehrere Überweisungsträger mit zahlreichen Unterschriften des Vermissten. Wurde hier seine Schrift geübt, um sich finanziell an ihm zu bereichern? Die Überweisungen wurden nie eingelöst. Dann entdeckten sie zwei Paar Arbeitshandschuhe und einen Arbeitsoverall.

Darauf waren rötliche Verfärbungen zu erkennen, die wie Blutspuren aussahen. Der Verdacht lag nahe, dass Karl Josef Opfer eines Verbrechens geworden war. Eine Mordkommission wurde eingerichtet, Kriminalhauptkommissar Guido Bauersachs übernahm die Leitung. Der Overall und die Handschuhe konnten keiner konkreten Person zugeordnet werden.

Doch die Blutspuren stammten eindeutig von Karl Josef Wirt. Wer hatte Zugang zur Lagerhalle? Auch die beiden Neffen wurden überprüft. Die Ermittlungen ergaben, dass kein Familienangehöriger als Täter ausgeschlossen werden konnte, aber auch keiner dringend tatverdächtig war.

Der Besitzer der Kiste musste auf jeden Fall Zugang zu den Lagerräumlichkeiten gehabt haben. Der Kommissar überprüfte auch die Theorie, dass sich der Vermisste in einem Kloster aufhält. Doch es war auffällig: Weder seine Kontokarte noch sein Personalausweis wurden in den vier Jahren jemals benutzt. Auch in einem Kloster muss man sich ordnungsgemäß anmelden, mit gültigem Personalausweis.

Ein langfristiges Untertauchen in deutschen Klöstern war praktisch unmöglich. Dann stellten sich die Ermittler eine entscheidende Frage: Waren die Chatverläufe, die Karl Josef mit seiner Frau führte, überhaupt von ihm selbst? Ein linguistisches Gutachten verglich die Nachrichten mit seinem früheren Schreibstil. Das Ergebnis war eindeutig: Die Nachrichten, die nach seinem Verschwinden geschrieben wurden, stimmten nicht mit seiner Wortwahl, seinem Stil und seiner Interpunktion überein.

Es stützte die Theorie, dass Karl Josef nicht mehr am Leben ist, sondern dass sein Weiterleben nur vorgetäuscht werden sollte. Ein Detail hätte die Ermittlungen erleichtern können. Kurz nach dem Verschwinden wurde sein Auto auf einem Parkplatz in der Nähe seines Ladens gefunden. In der Annahme, dass Karl Josef zurückkehrt, übergab die Polizei den Wagen den Angehörigen.

Sie verkauften ihn. Heute vermutet der Kommissar, dass sich in dem Opel Hinweise befunden haben könnten. Nach dem Wagen wird weltweit gefahndet. Rund um den Parkplatz wurde mit Leichenspürhunden nach der Leiche gesucht – ohne Erfolg.

Jahre nach dem Verschwinden bleibt völlig offen, was mit Karl Josef Wirt passiert ist. Für Kommissar Bauersachs ist es der mysteriöseste Fall seiner Karriere. Dennoch bleibt er optimistisch, den Fall durch weitere Hinweise aufklären zu können. Für die Familie hofft er, endlich Klarheit zu bekommen.

Ein ganz anderer Fall beschäftigte die Polizei in Freiburg. Im Jahr 2001 wurde im Stadtteil St. Georgen ein 61-jähriger Mann tot in seiner Küche aufgefunden. Josef Walzenbach lebte allein und zurückgezogen, seinen Lebensunterhalt bestritt er mit dem An- und Verkauf von Flohmarktartikeln.

Eine Nachbarin war beunruhigt, weil die Tür zu seiner Wohnung seit mehr als 24 Stunden nur angelehnt war. Gemeinsam mit einer Bekannten betrat sie die Wohnung und fand den toten Mann auf dem Küchenboden. Die Obduktion ergab ein brutales Bild: Zuerst hatte der Täter versucht, Josef Walzenbach mit zwei Gürteln zu erdrosseln. Das gelang nicht.

Dann schlug er sieben Mal mit einem stumpfen Gegenstand auf den Hinterkopf des Opfers, bis der Mann tot war. Die Polizei vermutete zunächst ein Verbrechen aus dem homosexuellen Milieu, fand dafür aber keine Anhaltspunkte. Wahrscheinlicher war ein Raubmord, auch wenn Walzenbach keine größeren Besitztümer hatte. Es fehlten ein paar hundert D-Mark.

Die Soko St. Georgen wurde eingerichtet. In 15 Monaten wurden 1200 Spuren gesichtet und über 1000 Personen kontrolliert. Ein entscheidendes Beweisstück gab es jedoch: An einer Küchenschublade hatte die Kriminaltechnik die DNA einer unbekannten Frau gesichert.

Der Abgleich mit der DNA-Datenbank blieb zunächst erfolglos. Bis zur Ausstrahlung im Fernsehen bei „Aktenzeichen XY“, zusammen mit einem ähnlichen Fall aus Idar-Oberstein, wo eine 63-jährige Rentnerin ebenfalls mit Zeitschriftenwerbern in Verbindung gebracht wurde. Die DNA der unbekannten Frau tauchte plötzlich an über 40 Tatorten in Deutschland, Österreich und Frankreich auf – bis 2009 die große Überraschung kam. Die DNA stammte von einer Mitarbeiterin einer Firma, die die Wattestäbchen für die DNA-Analysen herstellte.

Sie hatte die Stäbchen bei der Produktion kontaminiert. Die Polizei hatte jahrelang einem Phantom nachgejagt. Der Mord an Josef Walzenbach bleibt bis heute ungeklärt, doch für den pensionierten Polizeihauptkommissar Martin Sarau zeigen die trügerischen Spuren, dass kriminaltechnische Fortschritte nur nützlich sind, wenn zuverlässig mit ihnen gearbeitet wird. In Frankfurt am Main erlebte der Rechtsmediziner Professor Marcel Verhoff den wohl ungewöhnlichsten Fall seiner Karriere.

Im Frühjahr 2013 wurde er von der Polizei gerufen, nachdem eine Frau und ihr Mann die Garage ihres kürzlich verstorbenen Vaters entrümpelt hatten. In der Garage standen zwei blaue Fässer. Als der Schwiegersohn eines öffnete, schlug ihm ein bestialischer Geruch entgegen. Im Fass schwammen menschliche Extremitäten.

Die Ermittler ließen die Fässer zunächst mit einem Computertomographen scannen. In einem Fass waren der Rumpf ohne Arme und Beine sowie der Kopf. Im anderen Fass befanden sich beide Beine und der rechte Arm. Im CT waren Nägel und Schrauben zu erkennen – der Täter hatte die Leiche konservieren wollen.

Die Frau war erdrosselt und zerteilt worden, damit sie in die Fässer passte. Über die DNA konnte das Opfer identifiziert werden: Es war die Prostituierte Britta D. , die seit zehn Jahren vermisst wurde. Der Verdacht fiel auf Manfred S.

, den Vater der Frau, der die Garage geerbt hatte. In der Nachbarschaft galt er als netter, unauffälliger Mann, musikalisch begabt, spielte Saxophon und Klarinette. Doch er hatte eine dunkle Seite. Im Keller seines Hauses fanden die Ermittler 32.

000 gewaltverherrlichende Pornos und eine Videokamera. Manfred S. war Stammgast in Bordellen im Frankfurter Bahnhofsviertel, wo extreme Praktiken angeboten wurden. Die Ermittler konnten ihm mehrere ungelöste Fälle zuordnen.

Mindestens fünf Morde gingen auf sein Konto, möglicherweise begann seine Mordserie bereits 1971. Er wählte Prostituierte aus, die hilflos und sozial isoliert waren, damit sie nicht so schnell gesucht wurden. Eine Prostituierte hatte sich sogar bei einer Beratungsstelle über ihn beschwert, weil er sie schwer misshandelt hatte. Manfred S.

blieb zu Lebzeiten unentdeckt. Erst nach seinem Tod verriet ihn seine Trophäe – die in Fässern konservierte Leiche von Britta D. Die Ermittlungen dauern bis heute an. Eine Frage wird sich wohl nie beantworten lassen: Wie viele Frauen Manfred S.

insgesamt auf dem Gewissen hat. In Wien wurde 1986 die 23-jährige Eva H. tot in ihrer Wohnung aufgefunden. Sie war eine ausgesprochen hübsche junge Frau, die von Männern umschwärmt war.

In ihrer Wohnung hatte sie einen Kalender, in dem sie ihre Verabredungen eintrug. Für den 17. Februar war dort ein Mann namens Giovanni eingetragen. Die Beamten suchten nach Giovanni in der italienischen Community Wiens, doch ohne Erfolg.

Das einzige handfeste Beweisstück war ein blutiger Fingerabdruck auf einem Lichtschalter. Der Fall wurde bei „Aktenzeichen XY“ vorgestellt, doch der entscheidende Hinweis blieb aus. Neun Jahre später, 1995, wollte ein Mann in Wien sein abgelaufenes Visum verlängern lassen. Routinemäßig wurden ihm Fingerabdrücke abgenommen.

Die Datenbank zeigte eine Übereinstimmung mit dem Abdruck des Mörders. Der Mann hieß gar nicht Giovanni, sondern Peter S. , ein serbischer Staatsbürger. Unter dem Eindruck des Beweises gestand er.

Er hatte sich als Giovanni ausgegeben, weil er dachte, mit seinem slawischen Namen keine Chance bei Eva zu haben. Während des Streits hatte er immer wieder gerufen: „Ich liebe dich, ich liebe dich. “ Eifersucht war das Motiv. Peter S.

wurde zu 18 Jahren Haft verurteilt. In Berlin verschwand im Juli 2022 der 22-jährige Student Kevin H. spurlos. Er feierte in einer Eckkneipe, gegen 1 Uhr machte er sich auf den Weg zu seinem Studentenwohnheim.

Danach verlor sich seine Spur. Familie und Freunde suchten verzweifelt, doch Kevin blieb verschwunden. Zur gleichen Zeit ermittelte Staatsanwältin Antonia Ernst in einer Raubserie rund um den Treptower Park. Zwei Männer überfielen nachts ihre Opfer, bedrohten sie mit Messern und sogar einem Revolver.

Sie wurden immer brutaler, zwangen ihre Opfer zu Banken und ließen sich Geld abheben. Bei einem Überfall gab es eine Videoaufzeichnung. Ein Polizeibeamter erkannte einen der Täter: Mohammed F. , vorbestraft wegen Drogendelikten.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Ermittler Tatbeute – und ein Stück Papier, das sich als Teil eines Fahndungsplakats für den vermissten Kevin H. entpuppte. Hinter einem Blumentopf lagen Personalausweis und Kreditkarte des Studenten. Mohammed F.

sagte schnell aus: Kevin wurde in der Wohnung seines Freundes festgehalten. Die Polizei stürmte die Wohnung im siebten Stock in Berlin-Pankow und fand den Studenten. Er war fast eine Woche lang in der Wohnung festgehalten worden. Die Täter hatten erfahren, dass Kevin aus einer Erbschaft 13.

000 Euro besaß, und wollten sein Konto leerräumen. Da ein tägliches Abhebungslimit von 1. 000 Euro bestand, beschlossen sie, ihn so lange gefangen zu halten, bis sie das ganze Geld abgehoben hatten. Kevin wurde mit Drogen ruhiggestellt, verhöhnt und gefilmt.

Er hatte keine Hoffnung mehr, das Geschehen zu überleben, und erwog sogar, aus dem Fenster zu springen. Nach seiner Befreiung war er psychisch schwer angeschlagen. Er brach sein Studium in Berlin ab und kehrte nach Bayern zurück. Mohammed F.

wurde zu elf Jahren Haft verurteilt, sein Komplize zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren. In Niedersachsen ging am 19. September 2022 ein Notruf ein. Ein Mann meldete, seine Frau liege blutüberströmt am Boden.

Die Polizei fand die 20-jährige Chan tot in der Wohnung. Sie war erdrosselt worden. Der Ehemann Cem K. gab an, nachts bei seinen Eltern übernachtet zu haben, weil er seinen Schlüssel vergessen hatte und seine Frau nicht auf Klingeln reagierte.

Am Morgen habe er sie dann tot aufgefunden. Doch den Ermittlern fielen Ungereimtheiten auf. Cem K. behauptete, 40.

000 Euro aus dem Tresor fehlten, aber im Auto hatte er selbst über 15. 000 Euro Bargeld und 20. 000 Euro in Münzen. Er wirkte seltsam distanziert, versuchte nicht, seine Frau zu reanimieren.

Die Auswertung seiner Fitness-App brachte den Durchbruch: Sie zeigte, dass er zur Tatzeit in der Wohnung war. Er ging hinein, blieb sechs Minuten und 41 Sekunden und verließ die Wohnung wieder. Die Wohnung des Paares war zwangsverheiratet worden, und Cem K. hatte seit längerem eine Freundin.

Er wurde wegen Totschlags zu neun Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Am 12. September 2017 wurde am Feringersee bei München die verbrannte Leiche einer Frau entdeckt. Staatsanwalt Laurent Lafleur übernahm die Ermittlungen.

Die Obduktion ergab, dass die Frau erdrosselt worden war. Es handelte sich um die 35-jährige Beatrice F. Ihr Lebensgefährte Konstantin V. hatte sie am Morgen als vermisst gemeldet.

Er erzählte, sie sei am Freitag aus einer Dienstreise zurückgekommen, am Samstag seien sie zu Hause gewesen, und am Sonntagabend sei sie noch mit einer Freundin etwas trinken gegangen. Von da an sei sie verschwunden. Die Ermittler fanden in Konstantins Handy einen ausführlichen Chatverkehr mit einer anderen Frau, Margareta R. Er hatte das Wochenende mit seiner Geliebten verbracht, nicht mit Beatrice.

Die 21-jährige Tschechin berichtete, er habe sie am Freitagabend am Restaurant zurückgelassen, angeblich wegen eines Problems mit der Alarmanlage. Er sei zu seinem Haus gelaufen, habe sie dort aber nicht mitgenommen. Er hatte leichte Kratzer im Gesicht, die er mit einer Verletzung durch einen Schraubenzieher erklärte. Die Auswertung seines Handys zeigte Google-Suchen nach dem Feringersee und danach, wie man jemanden umbringen kann, ohne dass es jemand merkt.

In seiner Wohnung wurden mit Luminol Blutspuren festgestellt. Konstantin V. hatte seine Lebensgefährtin am Freitagabend getötet, während seine Geliebte im Restaurant wartete. Am nächsten Tag brachte er die Leiche zum Feringersee und zündete sie an.

Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Das Motiv blieb rätselhaft – er schwieg bis zum Schluss. In Mönchengladbach verschwand im November 2007 die 89-jährige Gertrud K. Ihre Enkelin meldete sie als vermisst.

In ihrer Wohnung traf die Polizei auf Karl M. , der sich als Hausverwalter ausgab. Er behauptete, die Vermisste habe sich zu einem Kuraufenthalt in Bad Oeynhausen begeben. Doch die Polizei fand sie dort nicht.

Kontobewegungen zeigten Überweisungen an Sascha L. , einen Bekannten von Karl M. Im Treppenhaus wurden Blutspuren gefunden, die eindeutig von Gertrud K. stammten.

Die drei Männer Karl M. , Sascha L. und Tobias K. wurden festgenommen.

Sie hatten geplant, sich am Vermögen der wohlhabenden Rentnerin zu bereichern – unter anderem, um einen Coffeeshop zu eröffnen. Tobias K. hatte sich als Wohnungsinteressent ausgegeben, Sascha L. heimlich ins Haus gelassen.

Dann stießen sie Gertrud K. die Treppe hinunter, und als sie den Sturz überlebte, erdrosselte Tobias K. sie mit einer Garotte. Die Leiche wurde in einer Regentonne mit Kalk versteckt.

Als die Polizei auftauchte, brachten sie die Tonne zum Breiler See und versuchten, sie zu versenken. Sie schwamm aber an der Oberfläche und wurde von der Feuerwehr geborgen. Karl M. wurde als Kopf der Bande zu lebenslanger Haft verurteilt, Sascha L.

ebenfalls. Tobias K. erhielt eine Jugendstrafe von acht Jahren und sechs Monaten, weil seine Aussage bei der Aufklärung half. Am 25.

Oktober 2017 wurde unter einer Brücke am Neckar in Neckargemünd die Leiche einer Frau entdeckt. Sie war erdrosselt worden und wies massive Einblutungen an den Augen auf. Zuerst war ihre Identität unklar. Die Polizei veröffentlichte ein Foto der Toten – und tatsächlich meldete sich jemand: Es handelte sich um die 52-jährige Gloria Z.

aus Heilbronn. Am Tag ihres Todes war sie noch auf der Bank gewesen, um Geld abzuheben. Bald führte eine Spur zu ihrem jüngeren Sohn Lorenz Z. , der mit seiner Freundin in ihrer Wohnung lebte.

Er hatte das Auto eines Freundes ausgeliehen, und der Freund hatte sich den Tageskilometerzähler gemerkt: 130 Kilometer wurden gefahren. Das passte genau zur Strecke von der Wohnung zum Neckarufer und zurück. Lorenz Z. gestand.

Er hatte in einem Streit seine Mutter mit einem Elektrokabel erdrosselt. Die Leiche in eine Decke gepackt und mit Kabelbindern fixiert. Seine Freundin, die er an der Tür abgefangen hatte, half ihm, die Leiche ins Auto zu laden. Am Neckarufer angekommen, wollte die überforderte Freundin nicht mehr weiterfahren.

Lorenz zerrte die Leiche ans Ufer und gab ihr einen Tritt, sodass sie ins Wasser rollte. Die DNA des Täters wurde an der Decke, an seinen Fingernägeln und an den Kabelbindern gefunden. Lorenz Z. wurde wegen Totschlags zu zehn Jahren Haft verurteilt.

Seine Freundin erhielt eine Geldstrafe von 4. 500 Euro wegen Strafvereitelung. In Dänemark erschütterte ein brutaler Doppelmord das Land. Im April 2011 wurden das Ehepaar Biane und Heidi, 53 und 50 Jahre alt, auf einem Spaziergang im Wald nahe Odense erschossen.

Der Chirurg und die Finanzdirektorin waren ein ganz normales, angesehenes Paar. Sie hatten noch am selben Tag beschlossen, wie so oft im 1000-Jahres-Wald spazieren zu gehen. Biane, ein begeisterter Amateurfotograf, nahm seine Kamera mit. Von diesem Spaziergang kehrten sie nie zurück.

Ein Passant fand die Leichen. Auf Biane waren 13 oder 14 Schüsse abgegeben worden, auf Heidi 10. Sie waren von hinten und von vorne angeschossen worden, aus verschiedenen Winkeln. Der Schütze war um sie herumgegangen.

Es war ein Overkill – so viele Kugeln brauchte man nicht, um zwei Menschen zu töten. Sie starben an einem öffentlichen Ort zur falschen Zeit. An den Tatorten wurde seltene Leuchtspurmunition gefunden, Kriegsmunition aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Ermittler fanden aber auch heraus, dass Biane zuerst erschossen wurde und Heidi länger lebte.

Sie musste mit ansehen, wie ihr Mann starb. Ein gedankliches Horrorszenario, das die forensische Psychologin Charlotte Kappel bis heute nicht loslässt. Die Ermittler erstellten ein geografisches Profil. Es deutete auf zwei „Pufferzonen“ hin, in denen der Täter wahrscheinlich lebte.

Eine Überwachungskamera zeigte einen Mann mit weißer Mütze und einem unverwechselbaren Gang in Tatortnähe. Mehr als zehn Zeugen erkannten Vincent S. wieder. Er und sein Bruder waren Waffenenthusiasten.

Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fanden die Ermittler Waffen und Munition – aber nicht die Tatwaffe. Die Auswertung von Vincents Handy führte die Taucher zu einem nahegelegenen See. Dort fanden sie ein altes Husqvarna-Maschinengewehr aus Schweden, Kriegsmunition. An der Munition vom Tatort wurde die DNA von Vincent S.

nachgewiesen. Er wurde wegen des Doppelmordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Seinem Bruder konnte keine Beteiligung nachgewiesen werden. Bianes Kamera wurde nie gefunden – vielleicht hatte er den fotografierenden Mann mit dem Gewehr gesehen.

Die Ermittler waren am Ende erleichtert. Ein brutaler Fall, der jeden hätte treffen können, war gelöst. Doch die Frage bleibt: Warum? Vincent S.

schwieg.