Die Sonne brannte auf das Gewächshaus, und ich dachte, alles wäre perfekt. Bis mir auffiel, dass zwei Aussatschalen am Boden standen – halbschattig, versteckt in der Ecke. „Die sind nicht…

Die Sonne brannte auf das Gewächshaus, und ich dachte, alles wäre perfekt. Bis mir auffiel, dass zwei Aussatschalen am Boden standen – halbschattig, versteckt in der Ecke. „Die sind nicht...

Das Kribbeln in den Fingern ist heute Morgen nicht zu übersehen. Die Sonne scheint, und hinter mir im Beet leuchten die Bete in allen Farben – auch wenn sie noch etwas Feuchtigkeit brauchen, bevor wir sie richtig angehen können. Aber heute dreht sich alles um die Jungpflanzen, ums Aussäen und ums Pikieren. Es gibt viele Tipps, also bleibt dran.

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Ich stehe in unserem Gewächshaus, und es fühlt sich an wie ein Wintergarten – hell, warm, fast schon sommerlich. Einige von euch haben gefragt, was das für ein Gewächshaus ist. Es ist ein Modell von Lukama, das in Deutschland gefertigt wird und modular aufgebaut ist. Wir haben es zusammen mit dem Hersteller aufgebaut, und wenn ihr den Link in der Beschreibung findet, könnt ihr euch das genauer ansehen.

Im Gewächshaus ist es üppig. Der Spinat ist erntereif, und die Salatmischungen wachsen kräftig. Aber was mich wirklich freut, sind die vielen jungen Pflanzen auf den Regalen – sie sind vital, gesund und sattgrün. Der Blumenkohl ist in einem perfekten Stadium, um in den Folientunnel gepflanzt zu werden.

Doch dann fällt mir auf: Zwei blaue Schalen stehen da hinten in der Ecke am Boden. Sind sie runtergefallen? Nein – das ist mein Tipp für heute. Bei so viel Wärme und Sonne trocknen die Aussaten schnell aus.

Zwei Stunden in der Sonne, und alles ist vertrocknet. Deshalb stehen die Schalen jetzt halbschattig auf dem Boden, besonders bei Lichtkeimern ist das wichtig. Wenn ihr Kohl gesät habt, habt ein Auge darauf. Die jungen Pflanzen machen einfach Freude.

Die Gemüsezwiebeln, die wir überwintert haben, kommen zurück in die Erde – sie sollen blühen und am Ende Saatgut für euch liefern. Das ist eine knifflige, aber spannende Geschichte. Wir gehen jetzt raus zum Knoblauchbeet. Vier Reihen Herbstknoblauch haben wir gesteckt, und alle sind zuverlässig ausgetrieben – fast keine Lücken.

Im Winter hätte ich nicht gedacht, dass sie so gut werden. Zur Düngung mache ich das so: Ende März, Anfang April, je nach Wetter, gehe ich mit einem Flüssigdünger ran. Wichtig ist, dass die Pflanze gerade ins Wachstum geht und es nicht mehr eiskalt ist – sonst bringt das Düngen nichts. Auf dem Weg zu den dicken Bohnen sehe ich die vielen Blumenzwiebeln, die überall blühen.

Die Bienen sind schon unterwegs. Die dicken Bohnen stehen noch in den Multitopfplatten – sie vertragen leichten Frost und werden in ein paar Wochen ins Beet gepflanzt. Die Kerbelrübe hat ganz unterschiedlich gekeimt; sie braucht Frost über den Winter. Sobald sich die typischen Blätter zeigen, pflanze ich sie in Kübel – denn bei uns lieben die Wühlmäuse ihren Geschmack.

Das ist ein bisschen die Königsdisziplin im Anbau, aber sie schmeckt einfach köstlich. Drinnen in der Anzuchtstation seht ihr die Paprikapflanzen, die wir vor drei Wochen gesät haben. Fast alle sind gekeimt, fast zu hundert Prozent. Die orangene Blockpaprika sieht prächtig aus.

Jetzt müssen sie pikiert werden – und wenn ihr noch Paprika säen wollt, ist März die letzte Gelegenheit. Dann hole ich unseren Bio-Saatgutkalender heraus. Im März säen wir die kleinfruchtigen Tomaten, zum Beispiel die gelbe Birntomate – ein tolles Naschgemüse. Sie ist im Kalender enthalten, und das Saatgut ist hinten drin.

Den Kalender gibt es gerade reduziert im Shop für knapp 25 Euro. Und auf der Rückseite ist immer ein passendes Rezept dabei. Ich nehme meine Aussatschale, drücke die Anzuchterde leicht an und forme mit dem Pikierstab Vertiefungen. Tomaten brauchen eine Keimtemperatur über 20 Grad, aber nicht so warm wie Paprika.

Wichtig ist, dass wir sie später kühler stellen, damit sie kompakt bleiben. Wenn Pflanzen vergeilen – also zu lang und dünn werden – liegt es meist an zu wenig Licht oder zu viel Wärme. Dann sehe ich in den Kalender, was im März noch alles geht: Paprika, Auberginen, Physalis, Salate im geschützten Bereich, Stangensellerie, Spinat im Freiland, früher Kohl wie Blumenkohl und Wirsing, Brokkoli, Möhren, Knollensellerie, die dicke Bohne und Kräuter wie Petersilie und Schnittlauch. Jetzt säe ich Brokkoli aus – eine Keimtemperatur von 15 bis 20 Grad, ein halber bis ein Zentimeter tief.

Und das Wichtigste: unbedingt beschriften! Denn Kohl- und Brokkoli-Jungpflanzen sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Ich stelle die Schale in die Anzuchtstation, die Tomaten wandern ins wärmere Büro. Als Nächstes pikieren wir Paprika.

Ich fülle die Töpfchen, löse die Pflänzchen vorsichtig mit dem Pikierstab, fasse sie an den Blättern und setze sie nicht tiefer als bis zum Ansatz der Keimblätter. Sie brauchen noch eine Woche zum Erholen und bleiben im Haus – Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad sind ideal, unter zehn Grad stellen sie das Wachstum ein. Gepflanzt wird erst nach den Eisheiligen. Am Wochenende werden wir sicher ein neues Regal aufbauen müssen, denn es sind mindestens zehn Wannen Paprika.

Zum Schluss säe ich noch Petersilie und Schnittlauch in einer Multitopfplatte – Saatgut streuen wie Salz, wieder Erde drauf, beschriften und angießen. Aber Achtung: Petersilie verträgt als Jungpflanze keinen Frost. Wenn sie Frost bekommt, geht sie schneller in Blüte, und danach ist sie nicht mehr erntbar. Hinter den Regalen sieht man die ganze Vielfalt: Auberginen, Physalis, Chilis, Jalapeños – und zwei Schälchen Stangensellerie, die als Lichtkeimer unter Acrylglasplatten gekeimt sind.

Ganz hinten stehen noch der Fenchel und eine Platte Ananaskirschen, die gerade richtig Gas geben. Wenn ihr noch Platz habt, könnt ihr jetzt auch noch Steckzwiebeln und Knoblauch setzen – und die Mairübe ist eine tolle neue Sorte. Morgen legen wir die Kartoffeln zum Vorkeimen aus.

Der Garten wird bunt, und ich freue mich auf euch beim nächsten Mal.