Die Paprikapflanzen im Gewächshaus haben schon die ersten Fruchtansätze, und ich zeige meinem Mann gerade stolz die Reihen, als mir auffällt, wie voll die Anzuchtplatten eigentlich sind. Wir haben im Dezember gesät, pikiert, getopft – und jetzt, in der Osterzeit, explodiert hier alles. Die Tomaten fürs geschützte Anbau stehen schon kräftig da, die fürs Freiland haben wir erst letztes Wochenende pikiert. Daneben warten Auberginen, Ananaskirschen, Chili und sogar schon die ersten Blütenansätze bei den Paprika.

„Macht euch bloß nicht verrückt, wenn eure Pflanzen kleiner sind”, sage ich in die Kamera. „Wichtig sind Temperatur und Licht. ”
Ich gehe durch die Reihen, zeige den Koriander, den wir zusammen ausgesät haben, und den Rosenkohl, der sich langsam entwickelt. Dann bleibe ich vor einer Salatmischung stehen, die wir schon im Winter gesät haben – sie ist ein Traum, viel zu viel für uns allein.
Die Oma isst mit, die Hühner picken daran, sogar die Pferde mögen Salat. Bei so einem Sortentest weiß ich sofort: Der kommt in unser Sortiment. Auf der anderen Seite sieht der Schnittkohl dagegen nicht so schön aus – vielleicht war es schon zu warm. Wir warten ab.
Draußen im großen Gemüsegarten füllen sich die Beete langsam. Die Zwiebeln haben wir heute Vormittag sauber gemacht, jetzt stehen sie ohne Konkurrenzdruck in lockerer Erde. Die Möhren zeigen sich ganz langsam. Ich freue mich, als ich sehe, dass wir unser Sortiment erweitert haben: Neben der roten Bete gibt es jetzt auch die gelbe und die weiße Bete – die schmecken süßer und sind perfekt für alle, die den erdigen Geschmack nicht mögen.
Dazu die Ringelbete, die aussieht wie ein kleines Kunstwerk. Wir entscheiden uns, die Reihe mit Ringelbete zu füllen, setzen die Saatkörner etwas enger, weil wir die kleinen Knollen direkt essen wollen. Nach zwölf Wochen kann man mit der ersten Ernte rechnen, und das Laub lässt sich wie Mangold zubereiten. Mein Mann und ich gehen in den Folientunnel, um die Gemüsezwiebeln zu holen.
Die Platten sind voll geworden – Kräuter, Fenchel, Schnittlauch, Blumen, Salate und eben die Zwiebeln, deren Spitzen langsam gelb werden. „Die rufen danach, gepflanzt zu werden”, sage ich. Auch der Sellerie steht hier und akklimatisiert sich, die pikierten Freilandtomaten erholen sich noch, und im Beet daneben sieht man den Unterschied zu letzter Woche bei den Kohlpflanzen. Wir nehmen die Zwiebeln mit und setzen sie mit 25 bis 30 Zentimeter Abstand bodengleich ins Beet.
Ich achte darauf, sie nicht tiefer zu setzen, mache einen Gießrand und gieße sie an. Dabei fällt mir eine Platte auf, bei der ich nicht ordentlich gearbeitet habe: In einem Pöttchen teilen sich zwei Pflänzchen den Platz. Ich drehe die Platte zur Kamera. „Seht ihr den Unterschied?
“, frage ich. Die Zwiebel, die alleine wachsen durfte, ist viel dicker als die beiden, die sich das Pöttchen teilen mussten. Genau deshalb ist es so wichtig, jede Pflanze einzeln zu setzen. Ich pflanze die kleine Zwiebel vorsichtig heraus, setze sie einzeln und gieße sie an.
Dann kommen die Kürbisgewächse an die Reihe. Letzte Woche haben wir schon Melone und Schlangengurke für den geschützten Anbau gesät. Heute widmen wir uns der Zucchini – drei Sorten: die gestreifte, die normale grüne und die gelbe. Dazu die Freilandgurken: die Gewürzgurke, die man wunderbar einlegen kann, und die Salatgurke, die klassisch im Freiland wächst.
Ich staune über die neue Erde, die ich gekauft habe – eine Bioerde ohne Torf. Sie ist sehr grob, mein Mann hat sie versucht durchzusieben. „Für die Anzucht ist feinere Erde eigentlich besser”, sage ich, „aber Kürbisgewächse sind nicht so empfindlich. Wir versuchen es einfach.
” Ich lege pro Pöttchen ein Zucchini-Saatkorn in zwei bis drei Zentimeter Tiefe. Zur Keimung brauchen sie konstant über 20 Grad, und wenn es nachts unter zehn Grad fällt, müssen wir sie schützen. Bei der Gewürzgurke lege ich zwei Saatkörner pro Pöttchen – die wird später als ganze Platte mit beiden Pflanzen gesetzt, das ist kein Problem. Die Salatgurke bekommt nur ein Korn, sie soll sich prächtig entwickeln.
Schon kommen die ersten Fragen, wann wir Bohnen säen. Ich lache: „Die brauchen es richtig warm. Wir fangen Ende April oder im Mai an. ” Wer alle Termine auf einen Blick will, findet den Aussaatkalender in unserem Kios.
Eine Platte haben wir noch vorbereitet – für die Gewürztagetes, die orangegelben Polster, die wir immer zwischen die Gemüsebeete setzen. Sie sind schön anzusehen, locken Bestäuber an und sind sogar essbar. Ich riffele die Erde auf, drücke die Samen an, aber nicht zu tief. Pflanzen werden sie erst nach den Eisheiligen, weil sie es warm mögen.
„Vergesst nicht, Kräuter und essbare Blumen zwischen das Gemüse zu setzen”, sage ich. „Das harmoniert und tut beiden gut. ”
Dann kommen die Kartoffeltonnen dran. Seit Jahren arbeiten wir mit diesen Zylindern, die wir aus den Blechen eines alten Pools gebaut haben.
Sie haben einen Durchmesser von etwa 60 Zentimetern und sind genauso hoch. Unten liegt Pferdemist, darüber Erde – die Tonne ist gut halb voll. Der höchste Ertrag, den wir je aus einer Tonne geholt haben, waren zehn Kilo bei der Sorte Desire. Im Schnitt kann man mit fünf bis zehn Kilo rechnen.
Letztes Jahr haben wir vier Setzkartoffeln pro Tonne gesetzt, und die am Rand haben Frost abbekommen. Dieses Jahr nehmen wir nur drei, mit mehr Abstand zum Rand. Ich lege die vorgekeimten Kartoffeln – die sehen fast ein bisschen außerirdisch aus – in die Tonne und bedecke sie mit Erde. Im Beet, wo wir zusammen Radieschen, Mailrüben und Spinat gesät haben, keimt es viel zu gut.
Ich habe zu eng gesät. „Wir müssen Platz schaffen”, sage ich. Die Radieschen dürfen enger stehen, aber bei den Mailrüben ziehe ich alles raus, bis alle zehn Zentimeter ein Pflänzchen steht. Der Spinat bekommt alle zwei bis drei Zentimeter Platz.
Alles andere rupfe ich heraus – jede Pflanze braucht ihren Raum, sonst wächst sie nicht anständig. Mit einer Kupferschlinge und einer Drahtschlinge geht die Arbeit schnell von der Hand. Das viele Grünzeug, das wir ausgerupft haben, landet bei uns im Bokashi – Kreislaufwirtschaft, damit alles wieder dem Garten zugeführt wird. Ich schaue in die Kamera und lächle.
„Macht eure Gärten bunt, bleibt fleißig – bis zum nächsten Mal. “


