Wir haben die Jungpflanzen ins große Gewächshaus gestellt, aber die Tomaten sind noch nicht dabei. Die stehen im Folientunnel, und wenn man sich hier umschaut, dann gurkt und zuckt es ordentlich. Gurken, Zucchini, Auberginen – alles ist wunderschön gekeimt. Die Zucchini, die wir letztes Mal in diese merkwürdige Erde gesät haben, sehen jetzt so aus.

Man sieht aber auch, dass sie unterschiedlich lange zum Keimen brauchen. Bei dem einen Töpfchen ist noch nichts zu sehen, bei dem anderen kommt gerade die Zucchini raus, und die dritte ist schon viel größer. Da braucht man einfach Geduld. Im unteren Bereich des Gewächshauses ist ein Traum von Salat gewachsen.
Man könnte meinen, wir ernten gar nicht, aber wir sind fleißig dabei. Wir nehmen immer die äußeren Blätter, und bei diesem bunten Salat ist es unglaublich: Man erntet etwas, und zwei Tage später ist er wieder da. Der leere Streifen daneben wartet noch auf Bukashi, danach ziehen dort unsere Paprikapflanzen ein. Im Tunnel ist es voll mit Jungpflanzen.
Der frühe Wirsing wächst an der Seite, und vor allem stehen hier jede Menge Tomaten, die sehen richtig top aus. Auch Physalis und Ananaskirschen sind dabei. Wenn die Nächte mild bleiben, können wir die Tomaten in ein bis zwei Wochen geschützt ins Gewächshaus setzen. Jetzt holen wir aber ein paar Pflanzen nach draußen.
Ich hatte ja erzählt, dass sich Kohl und Brokkoli ähnlichsehen – das hier ist definitiv der Brokkoli. Den bringen wir jetzt in die Erde, raus aus dem Tunnel, rein in den kleinen Gemüsegarten. Der Garten hat ungefähr 300 Quadratmeter Anbaufläche. Wir haben hier den Salat gepflanzt, und normalerweise braucht der kein Vlies, aber die Krähen haben die Pflanzen ständig rausgerupft, weil sie darunter Würmer gesucht haben.
Vielleicht wollten sie uns bei der Schädlingsbekämpfung helfen, aber so viel Ausfall wollen wir nicht. Deshalb haben wir jetzt ein gelb klapperndes Ding mit Reflektoren aufgestellt, dazu einen bunten Drachen. Wir hoffen, dass der Felddrache oben die Krähen fernhält. Beim Brokkoli pflanzen wir mit fast einem Meter Abstand, denn wir wollen Saatgut gewinnen.
Wenn man Brokkoli zum Essen anbaut, reichen 50 bis 60 Zentimeter. Aber für die Saatgutgewinnung werden die Pflanzen viel größer, also brauchen sie von Anfang an mehr Platz. Wir haben drei Platten und suchen nur die schönsten Pflanzen aus. Mein Mann und ich setzen sie jetzt zusammen, diagonal ins Beet.
Bis auf drei Pflanzen, die nicht so schön waren, sind alle top. Ihr fragt euch vielleicht, warum wir so viel Brokkoli pflanzen. Für Saatgut braucht man mehr Pflanzen wegen der Diversität, und wir brauchen auch Ausfallsicherheit. Es könnte ja sein, dass doch noch eine Krähe vorbeikommt oder eine Wühlmaus von unten kommt.
Durch den Wind haben wir hier eigentlich weniger Schädlinge, also brauchen wir normalerweise keine Netze. Aber sobald wir merken, dass jemand den Brokkoli auch gerne essen möchte, spannen wir Netze drüber. Bis dahin hoffen wir auf den Drachen. Im anderen Garten bringen wir ein Gemüse in die Erde, das man als vergessenes Gemüse bezeichnen kann.
Im Supermarkt findet man es selten, aber mit einem eigenen Garten kann man sich diesen Luxus gönnen. Letzte Woche haben wir im Workshop die Gemüsezwiebeln gesetzt, die seht ihr rechts. Daneben kommt jetzt die Haferwurzel. Die hat nichts mit Haferanbau zu tun, sie ist ein Wurzelgemüse.
Viele kennen sie vielleicht nicht, und ich bin gespannt, was ihr in die Kommentare schreibt. Mir geht es damit ähnlich wie bei den Schwarzwurzeln, die schon bekannter sind. Ich bereite sie gerne wie Spargel zu: in der Pfanne mit etwas Zitrone und Wasser dämpfen, bis sie gar sind, dann gutes Olivenöl dazu – fantastisch. Die Haferwurzel kann man Ende April, spätestens im Mai anbauen, so wie Pastinaken.
Wir säen etwa zwei Zentimeter tief, mit einem Reihenabstand von 30 Zentimetern. Der Pflanzabstand sollte später bei 3 bis 7 Zentimetern liegen. Weil die Haferwurzel frosthart ist, kann man sie über den Winter stehen lassen, wenn man keine Probleme mit Nagern hat. Dann einfach dick abmulchen, wie wir es von den Hochbeeten kennen.
Hier müssen wir sie aber vor dem Winter ernten, bevor die Wühlmäuse zuschlagen, und dann einlagern. Im Winter frisches Gemüse zu ernten – ob Rosenkohl, Palmkohl, Winterporree oder dieses Wurzelgemüse – ist ein echtes Fest. Das Saatgut von der Haferwurzel sieht ähnlich aus wie das der Schwarzwurzel. Die Pflanzen bilden schöne Blumen, die zu Pusteblumen werden, und dann sieht das Saatgut so aus.
Wir legen die Körner einfach in die Saatrille und machen sie zu. Wichtig ist, die Aussaat feucht zu halten. Heute tröpfelt es ein bisschen, aber nach dem Säen gehen wir mit der Gießkanne drüber. Unsere Reihe ist zehn Meter lang, die ersten fünf Meter haben wir mit Haferwurzel bestückt, die hinteren mit Schwarzwurzel.
Daneben liegen die Gemüsezwiebeln, und ich wollte noch mal über Zwiebelanbau sprechen. Ich habe aus der Scheune Gemüsekisten geholt, in denen unsere Zwiebeln sind. In unserem Shop gibt es sowohl Saatgut für Zwiebeln als auch Steckzwiebeln. Das hat einen einfachen Grund: Ich bin für beides.
Das hier sind Zwiebeln, die wir aus Steckzwiebeln geerntet haben. Die sind wunderbar, schön groß, schnell erntbar und bis Februar oder März lagerfähig. Im Vergleich dazu sind die Zwiebeln, die wir selbst ausgesät haben, etwas kleiner. Sie fangen jetzt Ende April, im Mai an zu keimen, aber sie lassen sich einfach viel länger lagern.
Wenn ich schnelle, große Zwiebeln haben möchte, nehme ich Steckzwiebeln. Wenn ich mich aber möglichst lange mit eigenen Zwiebeln versorgen will, nehme ich die aus Saatgut. Wir bauen beides an, weil wir schnelle Zwiebeln wollen, aber auch lange etwas von unserer Ernte haben. Im Januar haben wir zusammen Zwiebeln ausgesät, und jetzt haben wir die Jungpflanzen.
Die roten sind nicht ganz so gut aufgelaufen, die weißen richtig super. Wir hätten sie vereinzeln können, alle fünf Zentimeter eine Pflanze. Wir haben uns aber entschieden, sie als Horst zu pflanzen, also drei oder vier Zwiebeln zusammen zu lassen. Dann bleiben sie etwas kleiner, aber das passt für uns.
Insgesamt sind es mehr als genug, da können wir noch welche auf den Acker setzen. Ich freue mich, eigene Zwiebeln das ganze Jahr zu haben. Wir brauchen jeden Tag mindestens ein, zwei Zwiebeln in der Küche, und ich habe sie schon fein gehobelt, mariniert, getrocknet als Snack oder Topping. Jetzt setzen wir sie ins Beet.
Die ersten fünf Meter haben wir mit den roten Zwiebeln bestückt, die hellen kommen in die hinteren fünf Meter. Das war gerade mal die Hälfte, den Rest bringen wir noch auf den Acker. Wenn ich mich umschaue, sehe ich, dass der Flieder anfängt zu blühen. Wenn er richtig duftet und es wärmer wird, dann denke ich an Bohnen.
Nicht an dicke Bohnen, die sind schon im Beet, sondern an die normalen Bohnen. Jetzt können wir daran denken, Bohnen auszusäen. Wir haben mittlerweile eine schöne bunte Bohnenvielfalt. Neben unseren Trockenbohnen haben wir jetzt auch Kidneybohnen, Stangenbohnen in Blau, Feuerbohnen, Buschbohnen in mehreren Farben und die Meterbohne, die es gerne im Gewächshaus mag.
Wenn wir die Bohnen direkt ins Beet säen wollen, warten wir am besten bis Mitte, Ende Mai, dann ist es meist warm genug. Insgesamt können wir bis Ende Juni säen, also haben wir keinen Stress. Vorziehen können wir jetzt schon in Töpfchen, vier bis fünf Bohnenkerne pro Pöttchen. Später pflanzen wir sie als Horst.
Im Hochbeet kann man sie auch schon draußen säen, da ist es wärmer. Ich finde die Trockenbohnen ganz toll, weil sie sich so wunderbar haltbar machen lassen. Man muss sie nur trocknen, dann hat man sie schön im Glas und kann sie einweichen und kochen. Unsere Bohnen stecken jetzt in den Töpfchen in der Gemüsekiste.
Ich gieße sie gleich an. Für die Keimung brauchen sie so 15 bis 20 Grad. Wenn es kälter ist, stellen wir die Kiste einfach ins Gewächshaus. Jetzt kümmern wir uns um die Kräuter.
Dill und Basilikum hatten wir noch nicht ausgesät. Gerade der Basilikum ist wichtig, denn bald kommen die Tomaten ins Beet, und die perfekte Mischkultur zu Tomaten ist Basilikum. Es passt nicht nur in der Küche, sondern auch im Beet zusammen. Basilikum sollte man auf jeden Fall vorziehen.
Er mag nicht so tief in die Erde, er ist ein Lichtkeimer. Wir rauen die Erde auf, bringen das Saatgut hinein und drücken es an. Die Platte stellen wir ins Gewächshaus, denn Basilikum braucht Wärme zum Keimen. Wenn wir ihn vorziehen, haben wir kleine Büschelchen, die wir überall bei den Tomaten, beim Kohl oder anderswo verteilen können.
Ich säe hier zwei Sorten aus, Basilikum in Grün und in Rot. Die Vielfalt ist richtig schön. Die Platte stellen wir gleich ins Gewächshaus, dann geht es mit dem Dill weiter. Dill können wir direkt aussäen.
Er passt super zu Tomaten, Kartoffeln oder Gurken. Unsere Gurken stehen schon in der Voranzucht und keimen wunderbar. Wir wissen schon, wo sie hinkommen. Das Beet ist vorbereitet, dort säen wir jetzt den Dill.
Hier haben wir unsere Bögen aus Betonmatten. Wenn man sie etwas stabilisiert, kann man sie immer wieder verwenden. Unten im äußeren Bereich säen wir den Dill. Wir machen einen Kreis, rauen die Erde auf, säen und gießen an.
Später pflanzen wir hier die Freilandgurken, die auch Salatgurken für draußen sind. Den Dill säen wir versetzt aus, denn wir wollen ihn zwei, drei, vier Mal ernten, dann geht er in Blüte. Die Blüte brauchen wir auch fürs Gurken einlegen. In einem anderen Beet kommen die Gewürzgurken hin, dort säen wir auch wieder Dill.
Nach dem Säen hacke ich den Dill mit den Fingern ein und gieße ihn an. Wichtig ist, dass wir ihn regelmäßig von Beikräutern fernhalten. Er braucht erstmal Platz zum Wachsen, dann wird er richtig schön groß. Am Anfang habe ich von einem neuen Familienmitglied erzählt.
Jetzt sind wir bei den Pferden. Ihr kennt ja Mia, und unser neues Familienmitglied hat eine andere Farbe und ist eine ganz andere Rasse. Das ist unsere kleine Belle. Mia will schon wieder das Stativ anfuttern.
Komm her, Mia, oder geh essen. Unsere kleine Belle steht hier vor uns. Es gibt zwei Gründe, warum wir uns für ein drittes Pony entschieden haben. Zum einen für die leichteren Arbeiten und die kleineren Bereiche, und natürlich für die Erweiterung der Herde.
Zwei Pferde sind super, aber drei sind richtig schön. Belle ist schon 15 Jahre alt und sehr erfahren. Sie bringt Ruhe in die Gruppe. Mia will gerade kuscheln, das Stativ wackelt schon wieder.
Die beiden haben sich schnell zusammengefunden und verstehen sich gut. Wenn ihr mehr über die Pferde wissen möchtet, schreibt mir in die Kommentare. Ich habe überlegt, ob das eine schöne Hofgeschichte wäre, wie sich hier alles entwickelt hat. Wenn ihr konkrete Fragen habt, schreibt sie mir, dann mache ich im Sommer vielleicht eine Hofgeschichte zu den Pferden.
Wir waren mit der Lotti schon auf dem Acker, die ersten Ackerspuren haben wir gezogen. Das hat richtig Spaß gemacht. Ich habe noch ein paar gesundheitliche Themen, die wir erstmal in den Griff kriegen müssen, aber dann geht es in Richtung Zug und Acker. Stück für Stück, langsam, auf Vertrauen und Team zu setzen, das ist eine ganz tolle Geschichte.
Ich freue mich auf eure Kommentare und Rückmeldungen.


