Sie lag nackt auf dem Boden, eine Getriebewelle in der Nähe. Mitten in der Nacht hörte ich einen Schrei aus der Werkstatt neben dem Bordell. Dann sagte er zu mir: „Jetzt muss das Opfer…

Sie lag nackt auf dem Boden, eine Getriebewelle in der Nähe. Mitten in der Nacht hörte ich einen Schrei aus der Werkstatt neben dem Bordell. Dann sagte er zu mir: „Jetzt muss das Opfer...

Die Blutspur führte von den Bahngleisen direkt zurück zu seinem Bordell. Am 13. März 1986 fanden Arbeiter die Leiche von Elfriede H. auf den Gleisen der Westbahn bei Linz.

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Die Prostituierte lag in Bauchlage, Jeans und Strumpfhose waren heruntergezogen. Offenbar sollte ein Sexualverbrechen vorgetäuscht werden. Doch die Ermittler folgten einer Blutspur, die bis in die Nähe des Bunny Clubs führte, einem Bordell in der Götestraße. Der Betreiber des Clubs war Tibor Foko, ein gefeierter Motorrad-Europameister, verheiratet mit einer Volksschullehrerin.

Er hatte zwei Gesichter. In der Öffentlichkeit die bürgerliche Fassade, im Privaten einen Hang zur Brutalität. Er zwang Frauen, für ihn zu arbeiten, und hatte ein Bordell und eine Motorradwerkstatt. Elfriede H.

wollte nicht für ihn anschaffen. Am Tag nach dem Fund wurde Foko festgenommen. Zuerst hielten mehrere Frauen zusammen. Seine Frau und die Prostituierten gaben ihm ein Alibi für die Tatnacht.

Doch die Fassade bröckelte schnell. Bei einer weiteren Vernehmung korrigierte zuerst seine Frau ihre Aussage. Sie habe erst gegen 3 Uhr morgens mit ihm gesprochen, zwei Stunden nach dem Verbrechen. Foko habe ihr erzählt, es sei ein Deal geplatzt, es habe einen Streit gegeben, und das Opfer sei erschossen worden.

Dann änderte auch Regina U. , Fokos Geliebte und Prostituierte, ihre Aussage. Sie berichtete, in der Tatnacht gegen 0:45 Uhr einen Schrei aus der Werkstatt gehört zu haben. Sie habe gesehen, wie Foko Elfriede mit einer Getriebewelle schwer verletzte.

Dann habe er gesagt: „Jetzt muss das Opfer weggeschafft werden. “ Sie hätten den Mantel über die Frau gestülpt, um sie wie eine Betrunkene aussehen zu lassen, sie zu den Gleisen gebracht und dort abgelegt. Dann hätte Foko den tödlichen Schuss abgefeuert. Doch auch diese Aussage änderte Regina U.

kurz darauf. Nein, nicht Foko habe geschossen. Er habe sie gezwungen, sich niederzuknien, ihr den Revolver in die Hand gedrückt, ihren Finger auf den Abzug gelegt und mit ihrem Finger abgedrückt. Später nannte sie noch einen weiteren Mittäter: den Lederhändler Peter L.

Der Prozess begann im Februar 1987 vor dem Linzer Landesgericht. 73 Zeugen wurden vernommen. Die Geschworenen besichtigten den Tatort an den Gleisen. Am 31.

März 1987 fiel das Urteil: Tibor Foko wurde wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt, Peter L. zu 18 Jahren. Regina U. wurde freigesprochen, weil sie unter Notstand gehandelt hatte – sie hatte mitgemacht, um ihr eigenes Leben zu retten.

Doch der Fall war nicht abgeschlossen. Die Geschworenen kritisierten den Richter, sie fühlten sich zu wenig informiert. Es gab Zweifel: Das Blut und Sperma an der Leiche stammten angeblich nicht von Foko. Einer der Polizeiermittler heiratete sogar Fokos geschiedene Frau.

Aus dem Gefängnis startete Foko eine PR-Kampagne und gab Interviews, in denen er seine Unschuld beteuerte. Er studierte Jura, um seine Unschuld zu beweisen. Sechs Jahre nach dem Urteil der nächste Paukenschlag: Regina U. widerrief ihre Aussage erneut und behauptete, von der Polizei zu den belastenden Aussagen gezwungen worden zu sein.

Peter L. erreichte eine Wiederaufnahme seines Verfahrens und wurde freigesprochen. Er erhielt eine Haftentschädigung von 236. 000 Euro.

Am 27. April 1995 gelang Foko die Flucht. In Begleitung von zwei Justizbeamten besuchte er eine Jura-Vorlesung an der Uni Linz. Helferinnen hatten ihm auf der Toilette einen Schlüssel für ein Motorrad hinterlegt.

Mit diesem Motorrad verschwand er. Zwei Jahre später hob ein Gericht das Urteil in seiner Abwesenheit auf, der internationale Haftbefehl wurde zurückgezogen. Foko wurde sicheres Geleit zugesagt, wenn er sich stellte – er tat es nicht. Im April 2000 erhob die Staatsanwaltschaft eine neue Mordanklage.

Neue Spurenauswertungen hatten Schmauchspuren auf Fokos Jacke, Nagellackspuren des Opfers und ein Haar von Fokos Hund auf der Kleidung der Toten gefunden. Der Tatverdacht war verfestigt, doch ohne Foko kein Prozess. Er ist bis heute verschwunden. Über all die Jahre muss er Helfer gehabt haben.

Eine Frau namens Trudy Truth veröffentlichte ein Buch über eine angebliche Beziehung zu ihm. Foko ist einer der meistgesuchten Verbrecher Österreichs. Das Bundeskriminalamt hat Altersbilder anfertigen lassen. Ob er noch lebt, ist unklar.

Er leidet an Morbus Boeck, einer schweren Lungenerkrankung – ein Grund anzunehmen, dass er weiterhin auf fremde Hilfe angewiesen ist. Die Behörden suchen ihn noch immer, auch mit ungewöhnlichen Methoden wie einer digitalen Weihnachtskarte, die ihn zur Rückkehr animieren soll. Ein anderer Fall, der nie zur Routine werden darf: Aschermittwoch 1992. Ein Ehepaar geht im Steinbruch von Nußloch spazieren und findet eine nackte Frauenleiche, bekleidet nur mit Schuhen und Strümpfen.

Die 27-jährige Krankenschwester Birgit H. wurde erschlagen. Sie war sehr beliebt, hatte aber wenige soziale Kontakte, keinen festen Freund. Zwei Zeuginnen meldeten sich und berichteten, sie hätten an dem Tag laute Hilferufe gehört und sogar gesehen, wie sich eine nackte Person im Wald bewegte.

Sie sprachen einen Jogger an, der jedoch sagte: „Okay, Fastnachtsdienstag, das sind spielende Kinder, die einen Fastnachtscherz machen. “ Alle drei liefen weiter. Birgit H. hätte vielleicht überlebt, wenn sie anders reagiert hätten.

Der Ermittler Ludwig Hilger stellte eine Anfrage an die nahegelegene forensische Klinik. Zwei Freigänger kamen in Frage. Einer von ihnen, Joachim W. , war auffällig.

Die Ermittler untersuchten seine Kleidung und sein Fahrrad. Am Sattel fanden sie Blut. Joachim W. leugnete zunächst, doch Hilger hatte eine Strategie.

Er zeigte Verständnis, nahm ihn in den Arm. Dann gestand Joachim W. Er hatte Birgit beim Drachensteigen beobachtet, sie angesprochen und Sex gefordert. Sie zog sich aus Angst aus.

Als Spaziergängerinnen kamen, schrie sie um Hilfe. Er würgte sie, dann schlug er sie mit einem Ast tot. Er führte die Ermittler zu einem Fuchsbau, wo er ihre Kleidung versteckt hatte. Joachim W.

wurde zu 13 Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt. Im Gefängnis schrieb er ein Buch, in dem er sich als Opfer darstellte – Hilger ist darüber noch heute empört. In Berlin wurde im Februar 2008 eine Frau in ihrer Wohnung getötet und die Leiche angezündet. Karina J.

, 2007 aus dem Ausland nach Deutschland gekommen, um Deutsch zu lernen und zu studieren. Die Kommissare Katrin Müller und Rüdiger From fanden heraus: Sie hatte mehrere Hammerschläge auf den Kopf erlitten, wurde gewürgt und dann mit Brandbeschleunigern angezündet. Zeugen hatten verdächtige Geräusche aus der Wohnung gehört, sie aber für Streitigkeiten der Vormieter gehalten. In der Todesnacht erhielt ihr Freund in England eine SMS: „Liebes, ich habe ein Problem, weil mich ein Typ versucht betrunken zu machen, damit ich mit ihm schlafe.

“ Er rief zurück, redete ihr gut zu, sie solle ein Taxi nehmen. Er hörte, wie eine Autotür klappte. Er ging davon aus, dass sie ins Taxi gestiegen war. Die Ermittler fanden heraus, dass Karina in der Nacht mit einem jungen Mann in einem Bistro gewesen war.

Am Tatort fanden sie einen Schlüsselbund mit einem Anhänger, auf dem „Kösener Straße“ stand. Sie probierten den Schlüssel an jeder Tür im Haus. Am Ende passte er. Eine ältere Dame und ihr Untermieter Carlos G.

wohnten dort. In Carlos‘ Zimmer fanden die Kommissare Karinas Slip und ihre Fotokamera. Unter den Fingernägeln des Opfers fanden sie seine DNA. Carlos G.

wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Warum er Karina tötete, blieb ungeklärt. Kassel, 4. Juni 1982.

Anita G. , 33 Jahre alt, wird tot in ihrer Wohnung gefunden. Ein Elektrokabel einer Schreibmaschine ist um ihren Hals gewickelt, ein Messer steckt in ihrer Brust. Der Fall ist jahrzehntelang ungelöst, bis DNA-Experte Harald Schneider vom LKA Hessen sich ihm annimmt.

Er hat über 500 Morde gelöst. Die entscheidenden Spuren waren vernichtet worden. Doch Schneider untersuchte das rote T-Shirt des Opfers und eine alte Fingernagelprobe. Er fand Mischspuren und unter den Fingernägeln eindeutige DNA.

Der Abgleich ergab einen Treffer: Walter G. , der Versicherungsvertreter, der damals schon verdächtig war, aber ein wasserdichtes Alibi gehabt hatte. Seine Frau und seine Eltern hatten ausgesagt, sie hätten zusammen Kaffee getrunken. Walter G.

gab zu, das Opfer gekannt zu haben. Er habe sie kurz „betüttelt“, aber es sei einvernehmlich gewesen. Doch die Spuren am T-Shirt erzählten eine andere Geschichte. Über 40 Spermaspuren, verteilt über das gesamte Kleidungsstück.

Das passte zu einer Kampfhandlung, nicht zu einem einvernehmlichen Kontakt. Auch die Ehefrau widerrief jetzt ihr Alibi. Sie erinnerte sich, dass ihr Mann in der Tatnacht Kratzspuren an der Brust hatte. Er habe behauptet, in eine Hecke gestürzt zu sein.

Walter G. wurde 27 Jahre nach der Tat zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte Anita G. gewürgt, bis sie bewusstlos war, und ihr dann das Messer in die Brust gerammt, um den sexuellen Übergriff zu vertuschen.

Am 21. Juli 2022 wird in Dobel in Baden-Württemberg die 68-jährige Jutta K. in ihrer Wohnung aufgefunden – mit durchgeschnittener Kehle. Sie lag in ihrem eigenen Blut.

Der Tatort war dynamisch: Blutspritzer an der Wand, Möbel verrückt. Eine Sonderkommission mit 34 Beamten wurde eingesetzt. Jutta K. lebte zurückgezogen, war Geschäftsführerin einer Firma, in der ihre Tochter und ihr Schwiegersohn arbeiteten.

Sie wollten, dass sie die Leitung abgibt, sie konnte nicht loslassen. Fünf Kameras im Haus zeichneten rund um die Uhr auf. Auf den Aufnahmen war ein Mann zu sehen, der am Vorabend das Grundstück betrat und sieben Minuten später wieder verließ. Vier Wochen vor der Tat war der Zaun bereits einmal umgedrückt worden – die gleiche Person war auf älteren Aufnahmen zu sehen.

Zwei Zeugen meldeten sich. Sie hatten jemanden gesehen, der durch die Büsche zu einem Parkplatz in der Nähe des Tatorts lief. Eine Beamtin fand dort in der Vegetation unauffällige Latexhandschuhe. Außen Blut von Jutta K.

, innen fremde DNA. Ein Praktikant sichtete nach über einer Woche Videomaterial und ordnete dem Verdächtigen ein Fahrzeug zu: einen grauen Suzuki Ignis. Der Halter war eine Frau – Katharina A. , Prokuristin der Firma von Jutta K.

Sie lebte zusammen mit ihrem Lebensgefährten O. , einer dunkelhäutigen Person. Das Video zeigte eine Ähnlichkeit. Die DNA von den Handschuhen passte zu O.

Er wurde festgenommen. In der Wohnung fand man einen Chatverlauf, der bewies, dass Katharina A. ihm die Information gegeben hatte, dass Jutta K. zu Hause sei.

Beide hatten den Mord gemeinsam geplant. Ihrem Motiv: Geld und berufliches Fortkommen. Am 27. April 2023 wurden beide wegen gemeinschaftlichen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der letzte Fall: das Foto von Kirsten, 52 Jahre alt, Sekretärin in Hadersleben, Dänemark. Sie war auf einer Betriebsfeier, verabredete sich mit ihrem Ehemann Ole, der sie abholen sollte. Sie kam nie zum Treffpunkt. Zuerst keine große Sorge, doch Stunde um Stunde verging.

Die Suche wurde intensiviert, mit Helikoptern und Hunden. Niemand konnte erklären, was passiert war. Kirsten wurde entführt. Ein Mann brachte sie gegen ihren Willen auf sein Boot.

Für sie begann eine Tortur, die über 30 Stunden dauerte. Sie wurde vergewaltigt, gefesselt, geknebelt. Am Morgen band er sie los, vergewaltigte sie erneut und fesselte sie wieder. Er bot ihr Alkohol an und spielte mit ihr ein Würfelspiel.

Dann vergewaltigte er sie wieder. Wie eine Katze, die mit einer Maus spielt. Im Hafen fanden Suchtrupps in einem Müllcontainer eine Tasche mit ihren Kleidern und Papieren. Dann meldete eine Mutter ihren Sohn John als vermisst.

John besaß ein Motorboot in Hadersleben. Er hatte zahlreiche Frauengeschichten, war sexuell sehr aktiv. Die Polizei fand heraus, dass er Jahre zuvor ein Mädchen vergewaltigt hatte. Auf seinem Boot fanden die Ermittler Spuren – und Videos.

Er hatte seine Verbrechen gefilmt: wie er Kirsten vergewaltigte und wie er sie tötete. Er erstickte sie mit zwei Plastiktüten. Ihre Leiche fanden Taucher auf dem Grund des Fjords. Er hatte sie mit einem Stein beschwert, ihre Füße daran gebunden.

Ihr Körper stand aufrecht unter Wasser. John K. wurde Wochen später in Spanien festgenommen. Für den Mord an Kirsten wurde er zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der forensische Psychologe erklärte: Er hatte von Anfang an geplant, sie zu töten. Er hat mit ihr darüber gesprochen, ob er sie töten oder leben lassen sollte. Solche Täter treiben Ermittler wie Bent Nielsen an, die Jagd auf sie niemals einzustellen.