Ich bin im Folientunnel und halte gerade eine kleine Kugelaubergine in der Hand, die ich eben geerntet habe. Sie ist erst seit Kurzem Teil unseres Sortiments und eine wunderbare Abwechslung zu den üblichen langen, violetten Früchten. Man kann sie in Scheiben schneiden und sie schmeckt richtig gut. Viele fragen sich, warum bei Auberginen die Blüten abfallen.

Mein Tipp ist: Pflanzen Sie immer mehrere Pflanzen zusammen, egal ob im Kübel oder im Beet. Bei uns waren früher bis zu sechs Pflanzen an einem Standort, dann klappt die Bestäubung einfach besser – vor allem im Gewächshaus, wo Insekten schwer reinkommen. Diese Kugelaubergine lässt sich im Tunnel, im Gewächshaus oder geschützt an der Hauswand anbauen. Ein wichtiger Punkt: Wenn sie richtig reif ist, ist sie ungenießbar, weil sich die Samen ausbilden.
Also erntet man sie unreif – so ähnlich wie bei Gurken. Und da fällt mir direkt die nächste Sorte ein: mexikanische Minigurken. Die esse ich auch am liebsten unreif. Sie schmecken ein bisschen nach Gurke und Limette – perfekt für Salate, zum Einlegen oder einfach als Snack für unterwegs.
Sie wachsen übrigens auch sehr gut auf dem Balkon, brauchen aber eine Rankhilfe. Im Geodom sieht man sie kaum noch, weil sie alles überwuchert haben. Pflegeleicht sind sie wirklich, und sie wachsen auch im Freien – geschützt gedeihen sie aber noch besser. Im Geodom wächst auch meine eigene Tomatenzüchtung, die ich vor einigen Jahren gekreuzt habe: Jens Gold.
Ich habe sie über Jahre immer wieder kultiviert und selektiert. Sie sieht der Cleota ähnlich, schmeckt aber fruchtiger und ist eine eigene Sorte. Ich schneide sie auf, und sie ist einfach traumhaft. Sie hat keine Sortenprüfung durchlaufen, also dürfte ich sie offiziell nur als Ziersaat verkaufen.
Aber vielleicht biete ich sie mal als Sonderaktion im Shop an – sagt mir in den Kommentaren, ob ihr sie probieren wollt. An der Hauswand haben wir noch eine besondere Tomate: eine Flaumtomate, die erst grün ist und dann mit der Sonne dunkler wird. Wenn sie reif ist, fühlt sie sich weich an. Ich schneide sie auf, um das Innere zu zeigen.
Sie ist robust, ertragreich und hat diesen typischen würzigen Geschmack dunkler Tomaten – süß, fruchtig und kräftig. Man kann sie wunderbar im Salat essen oder mit in den Ofen geben. Eine wirklich vielseitige Sorte. Für die Aussaat ist es jetzt viel zu spät, aber die Planung für nächstes Jahr beginnt.
Wer noch aussäen möchte, findet unter dem Video unser August- und September-Set. Die nächste Besonderheit wartet schon im großen Gewächshaus im Gemüsegarten auf uns: die Schlangengurke. Letztes Jahr haben wir sie im Freiland angebaut, dort wird sie nicht so groß. Hier im Geschützten ist sie riesig – und das bei nur zwei Pflanzen.
Wir ernten alle ein bis zwei Tage den ganzen Eimer voll, so viel, dass wir sie sogar mit den Pferden teilen. Die Gurke hat Stacheln, und meine Mama schält die Schale meistens ab. Ich rubbel sie einfach ab und beiße rein. Sie hat kaum Kerne, schmeckt überhaupt nicht bitter, sondern eher süßlich.
Wir sind ganz begeistert. Jetzt geht es weiter zum Gemüseacker. Dort blüht vor mir eine wunderschöne, essbare Blume: die Schafgarbe. Normalerweise kennt man sie weiß, aber bei uns wächst gerade eine bunte Mischung in vielen Farbschattierungen – von Weiß über Pastell, Aprikot, Rosa, Lila bis hin zu richtigem Bärenpink.
Sie ist ein klassisches Heilkraut, wirkt entzündungshemmend und verdauungsfördernd. Man sollte sie also auf jeden Fall trocknen und in den Vorrat legen. Sogar unsere Pferde mögen sie gerne. Auf dem Acker gibt es noch mehr.
Auf einem Beet wachsen Schalotten – aber ganz besondere. Im Frühjahr steckt man üblicherweise Steckzwiebeln, aber diese hier wird im Januar oder Februar ausgesät und wird trotzdem richtig schön groß. Vom Geschmack her ist sie eine echte Delikatesse, wenn man Zwiebeln mag. Ich denke, wir nehmen sie nächstes Jahr mit ins Sortiment.
Noch mehr gibt es mit dem Mais zu entdecken. Am Rand des Acker haben wir neben dem Zuckermais, den man in der Milchreife süß erntet, jetzt auch Speisemais stehen. Der wird nicht unreif geerntet, sondern reift weiter, bis die Körner wirklich hart sind. Daraus macht man später Polenta, Mehl oder Schrot.
Die Vielfalt ist es, die den Garten so bunt macht. Und dann wächst hier noch jede Menge Palmkohl – eine wunderbare Alternative zum Grünkohl. Er ist winterhart und kann sogar jetzt schon roh geerntet und gegessen werden. Man kann ihn auch haltbar machen oder einfach bis in den Winter stehen lassen.
Vielleicht ist er euch als Schwarzkohl bekannt. Wir schätzen ihn seit langem, ob als Rosenkohl-Ersatz, in der Pasta oder als Auflauf. Aber habt ihr schon einmal das Saatgut des Palmkohls gesehen? Das schauen wir uns jetzt zusammen an.
In der Scheune haben wir einen Ort, an dem das Saatgut nachtrocknen kann. Die Bedingungen sind dort perfekt. Hier seht ihr die Schoten, in denen die kleinen schwarzen Samen sitzen – man bekommt einen guten Eindruck davon, wie viel Arbeit und Herzblut in der lokalen, kleinen Saatgutvermehrung steckt. Das, was bei euch am Ende im Tütchen landet, ist regional angepasst und mit viel Mühe produziert.
Diese kleinen Tütchen für sechzig Cent so herzustellen, ist nur möglich, weil wir ganz klein sind und auf euch angewiesen sind. Ich freue mich, wenn ihr das wertschätzen könnt. Hier sind die Schoten, darin das Saatgut. Dann wird das Ganze gedroschen, mit einem Stück Holz und viel Handarbeit, bis am Ende die vielen kleinen schwarzen Körner übrig bleiben.
Wenn sie die Keimprobe bestehen, landen sie in eurem Tütchen vom Gartengemüsekiosk. Es steckt wirklich viel Arbeit und Liebe in jeder einzelnen Bestellung. Vielen Dank dafür. Es sind noch viele weitere Sorten da, deshalb machen wir auf jeden Fall noch einen dritten Teil.
Über jeden Daumen nach oben freuen wir uns sehr – damit helft ihr uns auch. In der Videobeschreibung findet ihr die Links zu den Sets, mit denen ihr euren Garten weiterhin bunt gestalten könnt. Auch den ersten Teil haben wir für euch verlinkt, falls ihr ihn noch nicht gesehen habt. Palmkohl und Grünkohl sind tolle Wintergemüse, aber für die Aussaat ist es nun zu spät.
Jetzt kann man noch Feldsalat säen – und wie der angebaut wird, seht ihr gleich. Wenn ihr noch nicht abonniert habt, lasst gern ein Abo da. Bis zum nächsten Mal. Macht eure Gärten richtig bunt.
Eure Jan.


