Vor unserem Regal stand ich und konnte gar nicht glauben, wie viel Auswahl wir da eigentlich haben. Sieben Sorten Zwiebeln führen wir im festen Sortiment, und dazu kommen noch zwei weitere, die ich unbedingt ausprobieren wollte. Wer sich das ganze Jahr über selbst versorgen will, braucht genau diese Vielfalt – und das Wissen, wann man was steckt oder sät. Die einfachste Zwiebel ist für mich die Lauchzwiebel.

Die steht bei uns aktuell noch im Beet und ist wirklich unkompliziert. Man kann sie von Januar bis Juli anbauen, im Winter eben mit Kunstlicht, ab März direkt draußen. Sie braucht nicht viel Platz, passt überall dazwischen, und in milden Gegenden ist sie sogar winterhart. Richtig lagerfähig ist sie nicht, aber wenn sie erst mal im Beet steht, schiebt sie immer wieder nach und man erntet reichlich.
Bevor ich zu den anderen Sorten komme, muss ich noch etwas sagen, denn eure Reaktionen auf unser letztes Video haben uns wirklich umgehauen. So viele Kommentare, so viel Wertschätzung. Wir haben sie alle gelesen, auch wenn wir noch nicht alles beantwortet haben. Vielen, vielen Dank dafür.
Man konnte da ganz verschiedene Lebenssituationen herauslesen. Von „das kann ich mir nicht leisten“ bis „ich würde sogar mehr bezahlen“. Ich verstehe jeden einzelnen davon. Ein Saatgutkalender ist ein schöner Begleiter, aber natürlich nicht nötig.
Wir verkaufen ja auch einzelne Tütchen, und man kann sein eigenes Saatgut immer ergänzen. Einige haben gefragt, warum wir keine Werbung machen. Das wollen wir einfach nicht. Wir möchten werbefrei bleiben, auch für die Kinder, die zuschauen.
Und Spenden anzunehmen, das haben wir mit unserem Steuerberater besprochen. Herausgekommen ist ein Supporter-Button ab fünf Euro – ein kleiner Magnet mit einer lachenden Zwiebel für den Kühlschrank. Wer uns unterstützen möchte, kann den einfach mitbestellen. Auch Firmen haben angefragt.
Wer den Kalender verschenken möchte, ab zehn Stück können wir ein Paket mit Sonderpreis schnüren. Einfach eine E-Mail schreiben, das ist unser bestes Kommunikationsmittel. Warum wir das alles so offen ansprechen? Wir haben vom letzten Jahr noch einen Restposten des Kalenders.
Und bei der neuen Auflage haben die Verkaufszahlen im Oktober und November nur die Hälfte vom Vorjahr erreicht. Das geht gerade vielen kleinen Betrieben so. Deshalb diese Transparenz, und noch einmal: Danke für eure Unterstützung. Jetzt aber zu den Zwiebeln.
Die Wintersteckzwiebel steckt man im Oktober oder November in die Erde. Ab Mai kann man junge frische Zwiebeln ernten, im Juni oder Juli dann die ausgereiften Kugeln. Wichtig ist, das Beet immer frei von Beikraut zu halten. Der Nachteil: Sie ist nur begrenzt lagerfähig, bis in den Winter.
Wenn sie weich wird und nachgibt, muss sie in die Küche. Deshalb wandert sie bei uns als eine der ersten in die Pfanne. Dann haben wir die weiße und die rote Steckzwiebel. Die kommen im März oder April in die Erde, werden gepflegt, und ab Juni kann man die ersten frischen Zwiebeln ernten.
Im Juli oder August sind dann die Kugeln reif zum Einlagern. Sie mögen es nicht zu trocken, aber auch nicht zu nass. Lagern lassen sie sich gut, aber eher bis ins Frühjahr. Für die lange Lagerung gibt es bessere Sorten.
Die nächsten beiden sind die Saatzwiebeln, auch in Weiß und Rot. Ihr großer Vorteil: Sie sind schossresistent. Bei Steckzwiebeln kann es passieren, dass sie in Blüte gehen, wenn bei der Lagerung der kleinen Steckzwiebeln etwas schiefgelaufen ist. Bei den Saatzwiebeln ist mir das noch nie passiert.
Und sie lagern problemlos bis in den nächsten Sommer. Ich hatte sogar schon frische Zwiebeln aus dem neuen Jahr, während aus dem Lager noch welche vom Vorjahr da waren. Man kann Saatzwiebeln früh im Januar oder Februar mit Kunstlicht vorziehen, dann erntet man im Juli oder August zum Lagern. Oder man sät im März in Multitopfplatten, dann wird die Ernte etwas später.
Wer direkt im April ins Beet sät, muss aufpassen, denn die jungen Pflanzen sind zart und klein, und gerade im Biogarten ist der Beikrautdruck hoch. Ich pflanze sie gerne in Gruppen, im Horst. Drei bis fünf Jungpflanzen bleiben zusammen, die Abstände zwischen den Gruppen werden einfach größer. Das ist weniger mühsam und funktioniert prima.
Dann haben wir noch eine ganz besondere Zwiebel: die Gemüsezwiebel. Die ist nicht so scharf, aber super aromatisch – sehr beliebt bei Kindern, ob im Salat, auf Pizza oder als Ofengemüse. Vom Anbau her ist sie ein bisschen tricky. Wir ziehen sie im Januar oder Februar mit Kunstlicht vor, und sie braucht von Anfang an ihren eigenen Platz, damit sie zu diesen dicken Brummern von über einem Kilo heranwächst.
Die Ernte ist dann nicht im Juli, sondern eher Ende Juli bis August oder sogar September. Lagern können wir sie bis Januar oder Februar, dann wird sie weich. Zur Saatgutgewinnung suchen wir uns die schönsten, größten und lagerfähigsten Zwiebeln aus, pflanzen sie wieder ein, und im zweiten Jahr bilden sie wunderschöne Blüten. Wichtig ist, dass in der Nähe keine andere Zwiebel oder Schnittlauch blüht, sonst wird das Saatgut nicht rein.
Die Gemüsezwiebel ist einer meiner persönlichen Lieblinge, aber da gibt es noch mehr. Kennt ihr Charlotten? Diese länglichen Zwiebeln sind sehr, sehr köstlich. Sie haben ihren eigenen Geschmack, sind aromatisch und sehen in der Küche charmant aus.
Roh oder erhitzt – beides möglich. Anbauen kann man sie im Horst, aussäen im Januar oder Februar mit Kunstlicht, oder ab März ohne. Wer sie einlagern will, kann bis ins nächste Frühjahr rechnen. Sie sind aber so lecker, dass man vielleicht gar nicht so viel zum Einlagern übrig hat.
Die Charlotten haben wir noch nicht im Sortiment, wir hoffen aber, sie bald anbieten zu können. Dann gibt es noch die Steckschalotten. Die Steckzwiebeln sind hier etwas größer und runder. Man steckt eine, sie braucht etwas mehr Platz, und dann teilt sie sich und bildet an der Stelle mehrere.
Auch die lagern bis ins Frühjahr. Zuletzt möchte ich euch noch eine Zwiebel zeigen, die wir leider noch nicht im Sortiment haben, aber vielleicht bald. Für solche Neuigkeiten lohnt sich unser kostenloser Newsletter, da erfahrt ihr es als Erste. Es ist eine italienische Zwiebel, die wirklich aus dem Rahmen fällt.
Sie ist nicht scharf, sondern bringt eine Süße mit. Zum Verkochen ist sie eigentlich zu schade, perfekt ist sie roh – für das Tomatenbrot, den Salat oder einfach zum Snacken. Mein Mann isst sie zwischendurch wie einen Apfel. Ein Nachteil: Die Wühlmaus geht an sie ran, weil sie eben nicht so scharf ist.
Da muss man aufpassen oder im Hochbeet anbauen. Im Februar sät man sie mit Kunstlicht aus, im März kann man darauf verzichten, und ab August beginnt die Ernte. Wenn man sie in der Gruppe anbaut, werden die Zwiebeln unterschiedlich groß. Wer gleichmäßige, große Zwiebeln will, setzt sie einzeln – das ist dann aber mehr Aufwand.
Bis ins nächste Frühjahr lassen sie sich lagern, wenn sie nicht vorher aufgegessen sind. Bei uns gibt es übrigens täglich Zwiebeln in verschiedenen Variationen, erhitzt und roh. Diese leichte Schärfe steckt voller gesunder Stoffe, die unser Immunsystem fördern, gerade in den kalten Monaten. Ich wüsste kaum ein Gericht, in das bei uns keine Zwiebel kommt.
Und noch etwas Wichtiges: Zwiebeln brauchen Platz und eine gute Fruchtfolge. Nach Zwiebeln sollten an derselben Stelle mindestens vier Jahre lang keine Zwiebelgewächse mehr wachsen – auch kein Knoblauch, Schnittlauch oder Porree. Sonst können die Pflanzen krank werden, etwa mit Rostpilz, diesen orangeroten Pünktchen. Wer einen kleinen Garten hat, muss eben eine Auswahl treffen.
Und auch die Nachbarschaft im Beet zählt: Zwiebeln neben Knoblauch oder Porree ist keine gute Kombination. Besser sind Salate, Möhren oder Tomaten als Mischkulturpartner, mit genug Abstand. Wer sich an die richtigen Sorten und Termine hält, der kann sich das ganze Jahr über selbst mit Zwiebeln versorgen – in bester Qualität und wunderbarer Vielfalt.


