Ich habe mich riesig gefreut, als ich die Kartoffeltonne aufgemacht habe – und dann hörte ich meine Mutter am Telefon sagen: „Du kannst doch nicht alles einfrieren, das schmeckt doch gar nicht…

Ich habe mich riesig gefreut, als ich die Kartoffeltonne aufgemacht habe – und dann hörte ich meine Mutter am Telefon sagen: „Du kannst doch nicht alles einfrieren, das schmeckt doch gar nicht...

„Hier drin steckt eine rote Bete”, sage ich und buddle mit den Händen in der Erde der Kartoffeltonne. Der Winter steht vor der Tür, aber die Selbstversorgung macht keine Pause. Überall im Garten liegt noch Grün, und in unseren Hochbeeten lagern wir Gemüse direkt in der Erde ein. Rote Bete, Sellerie, Möhren – alles bleibt schön feucht, knackig und frisch, solange genug Erde drumherum ist und der Frost keine Chance hat.

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Doch der wichtigste Tipp in Sachen Lagern und Haltbarmachen ist für mich ein ganz anderer: Es macht nur Sinn, das anzubauen und einzulagern, was die Familie auch wirklich isst. Wenn wir Beete lieber frisch geraspelt als Salat essen statt eingekocht, dann lagern wir sie eben ein und holen sie bei Bedarf raus. Man muss nicht alles einkochen, nur weil es viele so machen. In der Scheune stehen unsere Gemüsekisten.

Da sind Ringelbete und Sellerie drin, bewusst noch mit etwas Erde dran. Das ist Absicht, denn so halten sie sich deutlich länger. Werden sie mal weich, lege ich sie für 24 Stunden in Wasser – danach sind sie wieder knackig und frisch. Hinter der Scheune stapeln sich die Kartoffelkisten, nach Sorten sortiert.

Kartoffeln sind ein Super-Selbstversorger-Gemüse, und wir essen sie unheimlich gern. Frost mögen sie nicht, Licht auch nicht, und gewaschen werden sie vor dem Einlagern nie. Also lagern sie dunkel, luftig und mit etwas Erde dran bei vier bis acht Grad. Beim Ernten sortieren wir alle Kartoffeln mit Druckstellen oder Schnitten direkt für den baldigen Verzehr aus, der Rest wandert in die Lagerkisten.

Und dann lüfte ich ein Geheimnis: Wir haben eigenes Korn geerntet. In einer Metalltonne lagert unser Winterroggen, den wir im Oktober als Gründünger gesät und jetzt als Backroggen ernten konnten. Die Metalltonne ist wichtig, denn da kommt kein Nagetier ran. Ein einziger Schädling im Vorrat und alles ist verdorben.

Im Frühjahr wollen wir als Nächstes Hafer anbauen – für unsere Pferde, aber auch für unser Müsli. Und dann probieren wir Emmer, ein uraltes Getreide, eine tolle Alternative zu Weizen. Weiter geht es in die Tenne. Hier ist es kühl, aber frostfrei, perfekt für unsere Vorräte.

In den Regalen liegen große Gemüsezwiebeln, die schönsten heben wir für neues Saatgut auf. Die dürfen überwintern und werden im Frühjahr wieder eingepflanzt. Dazu kommt eine ganze Kiste Knoblauch. Dieses Jahr habe ich es nicht geschafft, Zöpfe zu flechten, also liegen die Knollen schön abgetrocknet in der Kiste.

Auch die Herzwiebel, die mein Mann gern als „Apfel” isst, weil sie so mild ist, lagert hier. Einmal pro Woche gehe ich alles durch. Ich schaue nach weichen Stellen, nach Fäulnis, nach Gläsern, die nicht mehr dicht sind. Wer krank ist, fliegt sofort raus, bevor es die anderen ansteckt.

Das gilt für Zwiebeln genauso wie für Äpfel. Einige Äpfel haben wir geschenkt bekommen – herzlichen Dank dafür – und ich habe schon ein paar Mal Apfelmus gekocht. Auch da muss man regelmäßig sortieren, denn ein fauler Apfel verdirbt schnell die ganze Kiste. In der Ecke stehen ein paar übergroße Zucchini, fast wie Kürbisse.

Die sind zu groß für unsere Küche, aber perfekt für die Weihnachtsparty der Hühner. Ich schneide sie auf, und die Hühner zerlegen sie mit Begeisterung. Jetzt zu den Kürbissen. Sie lieben es trocken und bei 15 bis 20 Grad, deshalb müssen wir sie bald wieder umräumen.

Im Januar werden hier die ersten Aussaaten für das neue Gartenjahr vorbereitet. Ich zeige euch einen Kürbis mit einer kleinen Macke. Der ist nicht schlecht, der wandert morgen in die Küche. Ich schneide die Stelle großzügig weg und der Rest wird Suppe oder Ofengemüse.

Kürbis schmeckt übrigens auch hervorragend zum Backen, weil er seine eigene Süße mitbringt. Unter dem Kürbisregal lagert der Butternut, der praktischerweise keine Kerne hat, und der kleine Knödelkürbis, der an einen Gugelhupf erinnert. Mit etwas Thymian und einem guten Öl wird daraus ein Festmahl. Eine wichtige Säule in unserer Selbstversorgung ist der Froster.

Ja, wir haben auch eine Waschmaschine und einen Eismaschine – man muss nicht alles romantisieren. Bei einem Stromausfall hält der Froster locker 24 Stunden durch, und in den letzten zehn Jahren hatten wir keinen längeren Ausfall. Ich friere vieles ein, direkt küchenfertig. Blumenkohl in Stücken fürs Curry, Bohnen, Paprika – alles liegt bereit.

Mit dem Vakuumierer spare ich Platz, und jede Packung wird beschriftet, damit ich weiß, was drin ist. Tomatensoße friere ich auch ein – das ist praktisch, wenn die Gläser leer sind oder die Regale voll. Und dann hole ich mir einfach, was ich brauche, direkt aus dem Froster. Willkommen im Erntesalon der Zukunft – er ist noch eine Baustelle.

Ich habe überlegt, ob ich ihn euch überhaupt zeige, aber das ist real, so ist es halt. Die Regale sind noch nicht fertig, die Türen fehlen, und ich decke die Gläser mit Tüchern ab, damit es schön dunkel bleibt. In meinem Kopf sehe ich schon das fertige Bild: Regale bis zur Decke, alles einheitlich beschriftet. Wichtig ist, dass die Gläser sortiert und beschriftet sind – dann findet man alles.

Hier lagert die Tomatensoße, immer mit der Sorte beschriftet und mit „pur” für püriert oder „pas” für passiert. Meine Küchenmaschine ist dabei ein Segen. Ich sammle Gläser, alte und neue, und der Einkocher hat auch seinen Platz gefunden. Dazu kommen Konfitüren und Marmeladen.

Die Kirschkonfitüre ist etwas Besonderes: Der Kirschbaum steht bei den Pferden am Stall, und seine Früchte schmecken so unglaublich gut. Im Erntesalon lagern auch Kräuter. Lindenblüten, Holunderblüten, Thymian – wir trocknen sie und füllen sie in große Schraubgläser um. Immer wieder schneiden wir die Kräuter zu den richtigen Zeitpunkten, rebbeln sie und packen sie ab.

Für die Küche haben wir kleinere Gläser zum Nachfüllen. Aus Tomatenresten, die beim Passieren übrig bleiben, mache ich Würzpulver. Die Häute werden abgekratzt, getrocknet und im Mixer pulverisiert. Das Ergebnis ist ein wunderbares Würzpulver, das sich perfekt als Geschenk eignet.

Überhaupt: Selbst gemachte Geschenke sind etwas ganz Besonderes, weil so viel Liebe und Herzblut drin stecken – im Anbauen, im Herstellen, in den Etiketten. Und dann die Fermentation. Fermentierter Blumenkohl mit frischem Kurkuma – das habe ich mal gekauft, und es war so teuer, dass ich beschlossen habe, es selbst zu machen. Es klappt hervorragend.

Oben im Regal steht Rotkohl-Sauerkraut, und dann haben wir unsere Salzgurken, die wir „Ogurki” nennen. Der weiße Belag darauf sieht komisch aus, ist aber ganz normal und gehört dazu. Der Vorteil dieser Gurken: kein Zucker drin. Perfekt zum Snacken oder in den Kartoffelsalat.

Zwetschgen kann man übrigens auch ohne Zucker einkochen. Dazu kommen süß-sauer eingelegte Gurken mit Zwiebeln, Burgergurken in Scheiben – die schmecken fantastisch – und Schgurken, die meine Schwiegermutter eingekocht hat. Bei Gurken geht eine ganze Menge. Auch Rote Bete haben wir vielfältig verarbeitet: eingelagert, eingekocht, sogar getrocknet.

Manchmal löst sich ein Deckel. Ein Glas, das nicht mehr fest verschlossen ist, muss sofort raus und verbraucht werden. Deshalb kontrolliere ich den Erntesalon regelmäßig. Man kann sogar Kartoffeln einkochen – mit den richtigen Einkochzeiten hat man dann schnelles Fast Food aus dem eigenen Vorrat.

Aus länger eingekochter Tomatensoße wird Tomatenmark, und Paprika lässt sich auch wunderbar einkochen. Wenn ich alles gegenrechne, spare ich bares Geld. Nicht im Vergleich zum Discounter, sondern zu hochwertigem Biogemüse aus dem Hofladen oder Biomarkt. Die Qualität aus unserem Garten ist genauso gut – und oft sogar besser.

Wer noch ein paar Kübel oder ein bisschen Grün hat, kann einen Gemüsegarten daraus machen. Probiert es aus, schaut, was ihr gerne esst, und lagert genau das so ein, wie ihr es braucht. Haltbarmachen ist keine Wissenschaft, sondern Übung und ein bisschen Planung.

Und es macht den Garten nicht nur bunt, sondern auch die Vorratskammer.