Was trieb vier jugendliche Mädchen zu DIESER UNBEGREIFLICHEN GRAUSAMKEIT an der 12-jährigen Shanda – und welches verstörende Motiv schockiert bis heute?

Was trieb vier jugendliche Mädchen zu DIESER UNBEGREIFLICHEN GRAUSAMKEIT an der 12-jährigen Shanda – und welches verstörende Motiv schockiert bis heute?

Die 12-jährige Shanda Sharer wurde in der Nacht zum 11. Januar 1992 von vier Jugendlichen entführt, stundenlang gefoltert und schließlich bei lebendigem Leib verbrannt. Der Fall erschüttert die USA bis heute und gilt als einer der grausamsten Jugendmorde der Kriminalgeschichte.

Es ist der 11. Januar 1992, 20 Uhr abends, als zwei aufgelöste Familien die Polizeidirektion von Jeffersonville betreten. Die Beamten sind überrascht, denn in dem verschlafenen Städtchen ist normalerweise nicht viel los.

Doch an diesem Tag erzählen die beiden Elternpaare mit ihren Töchtern den Polizisten etwas Unglaubliches: Ihre 15-jährigen Töchter Hope und Toni sind gekommen, um sich zu stellen. Sie haben etwas Schreckliches getan – sie haben einen Mord begangen.

Die Fahndungsfotos, die die Polizei an diesem Abend von Hope und Toni anfertigt, gehen in die Kriminalgeschichte ein. Denn beide lächeln darauf breit, nur wenige Stunden nachdem sie Shanda Sharer mit zwei weiteren Freundinnen entführt, gequält und ermordet haben. Ihr Opfer war gerade einmal 12 Jahre alt.

Shanda Sharer wird am 6. Juni 1979 in Kentucky geboren. Ihre Eltern Jacki und Steven lassen sich scheiden, ihre Mutter heiratet neu und zieht von Pinewood nach Louisville.

Auch die zweite Ehe von Jacki geht in die Brüche, also ziehen sie und Shanda 1991 nach New Albany. Zu diesem Zeitpunkt ist Shanda 12 Jahre alt – nur wenige Monate später wird sie tot sein.

Die Situation ist für Shanda nicht einfach: erst die Scheidung der Eltern, dann die Trennung von ihrer Mutter und dem Stiefvater, die Umzüge. Dazu kommt der normale Stress einer Jugendlichen. Doch Shanda meistert die Situation gut – bis sie an ihrer neuen Middle School Albany in einen Konflikt gerät.

Niemand kann ahnen, wie sehr dieser Streit in den nächsten Monaten eskalieren wird.

Alles fängt an, als die 12-jährige Shanda einen Streit mit einem zwei Jahre älteren Mädchen bekommt. Die Mitschülerin heißt Amanda und ist 14. Zuvor soll Shanda einen Konflikt mit deren Cousine gehabt haben, daraufhin entbrennt ein Streit zwischen Shanda und Amanda.

Diese Auseinandersetzung ist so heftig, dass die beiden gemeinsam nachsitzen müssen. Während des Nachsitzens wendet sich das Blatt: Die Mädchen vertragen sich nicht nur, sie freunden sich sogar an.

Shandas Mutter Jacki ist skeptisch. Während des Streits soll Amanda sogar geschlagen haben, und das Mädchen ist zwei Jahre älter – in dem Entwicklungsstadium der beiden Kinder macht das einen großen Unterschied. Doch Shanda beruhigt ihre Mutter: Amanda sei eigentlich total nett.

Die beiden schreiben einander viele Briefe, in denen Amanda die 12-Jährige unter anderem fragt, ob sie auf Mädchen steht, und sie mit Komplimenten überhäuft. Tatsächlich beginnen die beiden eine romantische Beziehung.

Genau dieser Umstand ruft eine dritte Person auf den Plan: die 16-jährige Melinda Loveless. Sie ist schwer eifersüchtig auf Shanda, denn eigentlich ist Melinda mit Amanda zusammen. Die beiden haben eine On-Off-Beziehung, immer wieder trennen sie sich, nur um wieder zusammenzukommen.

Schon bald wechselt Shanda die Schule, sie geht nun auf eine katholische Schule, aber die Freundschaft zu Amanda bleibt bestehen.

Im Oktober 1991 besuchen sie gemeinsam einen Schulball. Als Amanda und Shanda gemeinsam auftauchen, ist Melinda wütend, denn eigentlich wollte sie mit Amanda zum Ball gehen. Vor allen Anwesenden bedroht sie die 12-jährige Shanda massiv und jagt sie über die Veranstaltung.

Es dauert nicht lange, bis Amanda und Melinda sich wieder vertragen. Melindas Eifersucht gegenüber Shanda bleibt jedoch groß. Immer wieder schreibt sie Amanda wütende Briefe, in denen sie die 14-Jährige auffordert, sich von Shanda fernzuhalten.

Zur Erinnerung: Shanda ist hier erst 12 Jahre alt, während sie sich ausprobiert und erste Erfahrungen sammelt. Amanda und Melinda sind mit 14 und 16 Jahren in einer anderen Entwicklungsphase. Als Amandas Vater in ihrem Zimmer Briefe von Melinda findet, ist er entsetzt über die expliziten sexuellen Details.

Er gibt die Briefe an die Polizei und beantragt eine einstweilige Verfügung gegen Melinda. Zu diesem Zeitpunkt kriselt es bei Amanda und Melinda wieder heftig.

Shandas Mutter Jacki macht einen ähnlichen Fund: In ihrem Zimmer liegen Briefe von Amanda an Shanda, ebenfalls mit sexuell expliziten Szenarien. Jacki spricht Shanda direkt darauf an, doch die streitet eine sexuelle Beziehung zu Amanda ab. Da sich Shandas Verhalten stark ändert und ihre Noten schlechter werden, schickt Jacki sie auf die katholische Schule.

Ihre Mutter möchte sie von Amanda und Melinda fernhalten. Sie sagt Jahre später: „Wenn sie lesbisch war, war es mir egal. Das Problem war, dass sie von dieser älteren Person unter Druck gesetzt wurde, Dinge zu tun.

Shanda war 12, sie war ein Baby. “

Doch der Briefverkehr geht weiter. Nicht nur von Amanda erhält Shanda Briefe, auch Melinda schreibt ihr – regelmäßig Drohungen. In einem Brief an Amanda schreibt Melinda, sie wünschte, Shanda wäre tot.

Rückblickend wird immer wieder gefragt, ob Amanda damals ahnen konnte, wie ernst Melinda diese Aussage meinte. Ende November 1991 kommt es zu einem weiteren Zwischenfall. Amanda lädt Shanda zu einem Schulball ein.

Als ehemalige Schülerin wird Shanda am Eingang abgewiesen. In diesem Moment trifft auch Melinda ein, drängt Amanda dazu, Shanda zu sagen, dass sie keine Gefühle für sie habe. Amanda folgt dieser Aufforderung.

Abschließend droht Melinda Shanda: Sollte sie sich noch einmal Amanda nähern, würde sie sie umbringen.

Ab diesem Zeitpunkt kühlt das Verhältnis zwischen Shanda und Amanda ab. Shanda verbringt mehr Zeit mit einem Jungen aus ihrer katholischen Schule. Amanda erfährt davon, schreibt einen Trennungsbrief und beendet die Beziehung offiziell.

Die Geschichte hätte hier enden können. Doch es kommt anders. Der 10.

Januar 1992 markiert den Beginn eines Verbrechens, das bis heute fassungslos macht.

Seit dem Zwischenfall beim Schulball sind etwa anderthalb Monate vergangen. Melindas Wut ist offenbar noch nicht verflogen. An diesem Tag trifft sie sich mit drei Mädchen: ihrer Freundin Laurie, 17 Jahre alt, und deren Freundinnen Hope und Toni, beide 15.

Alle drei stammen aus problembelasteten Familien. Die Gruppe trifft sich in dieser Konstellation zum ersten Mal. Melinda erzählt von den Beziehungswirren mit Amanda und Shanda und zeigt ihnen ein Messer – damit wolle sie Shanda einen Schrecken einjagen.

Die drei Mädchen halten das für einen guten Plan, obwohl sie Shanda gar nicht kennen.

Sie fahren nach Jeffersonville, wo Shandas Vater wohnt. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen sie das Haus. Hope und Toni klingeln und geben vor, Freundinnen zu sein.

Sie sagen Shanda, dass Amanda an einem Treffpunkt auf sie warte. Der Plan geht auf: Die 12-Jährige ist völlig ahnungslos, bittet die Mädchen jedoch, nach Mitternacht wiederzukommen, da ihr Vater noch wach sei. Die Gruppe vertreibt sich die Zeit bei einem Punkkonzert und in einem Skatepark.

Gegen Mitternacht kehren sie zurück. Melindas Stimmung ist gekippt: Statt Shanda nur einen Schrecken einzujagen, spricht sie nun davon, sie umzubringen.

Keines der Mädchen interveniert. Stattdessen versteckt sich Melinda auf dem Rücksitz des Autos unter einer Decke. Shanda öffnet die Tür, zögert zunächst wegen der späten Stunde, lässt sich aber von der Aussicht, Amanda wiederzusehen, überzeugen.

Als sie sich auf den Rücksitz setzt, schnappt Melinda zu: Sie packt Shanda an den Haaren, hält ihr das Messer an den Hals und fragt sie in drängendem Ton nach ihrer Beziehung zu Amanda aus. Laurie startet das Auto. Der teuflische Plan beginnt.

Die Mädchen fahren zu einem verlassenen Ort namens Witches Castle, einer Ruine in der Nähe von Utica. Dort zwingen sie Shanda, ihre Ringe und Armbanduhr abzugeben. Sie fesseln die 12-Jährige mit einem Seil aus Loris Kofferraum.

Shandas Armbanduhr, ein Mickey-Mouse-Modell, spielt eine Melodie ab, zu der Hope tanzt. Melinda verteilt die Ringe an die anderen Mädchen und droht, Shanda die Haare abzuschneiden. Laurie zündet ein T-Shirt vor Shandas Augen an, um ihr Angst zu machen.

Aus Sorge, das Feuer könnte Autofahrer aufmerksam machen, packen sie Shanda und fahren weiter.

Unterwegs bittet Shanda die Mädchen mehrfach, sie nach Hause zu bringen. Doch statt nachzugeben, stacheln sie sich gegenseitig an. Melinda zwingt Shanda, ihren BH auszuziehen, und reicht ihn an Hope weiter, die versucht, das Auto zu lenken, während sie den BH überzieht.

Die Gruppe verfährt sich, hält an einer Tankstelle. Laurie geht hinein, um nach dem Weg zu fragen, während Toni in einer Telefonzelle einen Freund anruft – ohne ihm zu sagen, was gerade passiert. An einer weiteren Tankstelle sprechen sie mit Jungs, die ihnen den Weg nach Madison beschreiben, wo es ein Waldgebiet gibt.

Im Wald bringen Laurie und Melinda Shanda dazu, sich bis auf die Unterwäsche auszuziehen. Die Temperaturen in einer Januar-Nacht liegen in Madison bei knapp über null Grad – es muss eisig kalt gewesen sein. Melinda schlägt mit den Fäusten auf Shanda ein, rammt ihr Gesicht immer wieder auf ihr Knie.

Dabei wird Shanda schwer im Mund verletzt, ihre Zahnspange bohrt sich durch die Schläge in ihr Zahnfleisch. Zwischen den Schlägen fleht Shanda Melinda an aufzuhören, verspricht, sich künftig von Amanda fernzuhalten. Doch das reicht Melinda nicht.

Sie zieht das Messer und versucht, Shanda eine Schnittwunde am Hals zuzufügen – das Messer ist nicht scharf genug.

Hope kommt dazu und hält Shanda fest, während Melinda und Laurie abwechselnd mit dem Messer auf Shanda einstechen. Sie drosseln Shanda mit einem Seil, bis sie bewusstlos wird. Dann packen Laurie und Melinda Shanda und legen sie in den Kofferraum.

Doch die Geschichte endet hier noch nicht. Die vier Mädchen fahren zu Loris Haus, waschen sich das Blut ab und trinken gemeinsam Limonade. Niemand, der sie so sieht, würde glauben, dass sie nur Minuten zuvor ein Mädchen grausam gequält haben.

Plötzlich hören sie Schreie aus dem Kofferraum. Laurie nimmt ein Küchenmesser, geht nach draußen, öffnet den Kofferraum und sticht weitere Male auf Shanda ein. Wenige Minuten später kommt sie blutverschmiert zurück.

Gemeinsam führen die Mädchen ein Wahrsageritual mit Edelsteinen durch. Es ist 2:30 Uhr morgens am 11. Januar – der letzte Tag in Shandas jungem Leben.

Keines der Mädchen scheint Schwierigkeiten zu haben, die Tat zu verarbeiten. Laurie und Melinda beschließen, noch ein wenig herumzufahren. Aus dem Kofferraum kommen weiterhin Geräusche – Shanda gurgelt und weint.

Laurie stoppt das Auto. Als sie den Kofferraum öffnen, setzt sich die blutüberströmte Shanda auf. Sie kann nicht mehr sprechen, ist kurz davor, das Bewusstsein zu verlieren, aber trotz der zahlreichen Messerstiche lebt sie noch.

Laurie greift zu einem im Auto liegenden Montierhebel und schlägt damit immer wieder auf Shanda ein, bis sie keine Geräusche mehr von sich gibt. Fasziniert erzählt sie Melinda, sie habe gespürt, wie Shandas Schädeldecke unter den Schlägen nachgegeben habe. Die Misshandlungen mit dem Hebel ziehen sich über mehrere Stopps in den kommenden Stunden hin.

Erst kurz vor Sonnenaufgang kehren Melinda und Laurie zu Loris Haus zurück. Als Toni und Hope nach Shanda fragen, erklärt Laurie ihnen lachend, wie sie und Melinda Shanda zusammengeschlagen haben. Weder Hope noch Toni hatten Shanda zuvor gekannt – sie kannten sie nur aus Melindas Erzählungen.

Das Gelächter der Mädchen macht Loris Mutter aufmerksam, die ihre Tochter zur Rede stellt. Laurie verspricht, die Mädchen nach Hause zu fahren. Doch stattdessen fahren sie zu einem abgelegenen Parkplatz.

Dort steigen Laurie, Melinda und Hope aus, während Toni im Auto sitzt. Hope besprüht Shanda mit Reinigungsmittel und sagt spöttisch: „Jetzt siehst du nicht mehr so heiß aus. “

Die Mädchen fahren weiter, kaufen an einer Tankstelle eine Flasche Pepsi. Laurie schüttet den Inhalt aus und füllt die Flasche mit Benzin. Hope schlägt vor, zu einem abgelegenen Ort an einer Schnellstraße nördlich von Madison zu fahren.

Dort heben Melinda, Laurie und Hope Shanda aus dem Kofferraum – trotz der stundenlangen Misshandlungen lebt sie noch immer. Sie wickeln die 12-Jährige in eine Decke, tragen sie auf eine Wiese. Laurie bringt Hope dazu, das Benzin aus der Pepsi-Flasche über Shanda auszuschütten.

Dann zünden sie das Mädchen an. Sie machen sich auf den Weg zum Auto, als Melinda bedenkt, Shanda könnte vielleicht noch leben. Also gehen sie zurück und gießen auch das restliche Benzin auf den brennenden Körper.

Laurie, Melinda, Hope und Toni lassen Shanda dort zurück. Gegen 9 Uhr frühstücken sie gemeinsam bei McDonald’s, als wäre nichts geschehen. Sie sollen sich darüber lustig gemacht haben, dass Shandas verbrannter Körper wie eines der Würstchen auf ihrem Teller ausgesehen habe.

Nach dem Frühstück setzt Laurie Hope und Toni zu Hause ab. Melinda ruft Amanda an und fragt, ob sie sich später treffen wollen. Dieses Treffen findet statt.

Laurie und Melinda fahren zu Melinda nach Hause, erzählen einer Freundin von dem Mord. Die Freundin glaubt ihnen nicht. Sie zeigen ihr sogar den Kofferraum mit blutigen Handabdrücken, doch die Freundin hält die Geschichte für eine von Melindas üblichen Lügen.

Dennoch bittet Melinda Amanda, niemandem davon zu erzählen – Amanda willigt ein.

Während all das passiert, entdecken zwei Brüder aus Canaan auf einer Autofahrt Shandas Leichnam auf einem Feld. Sie denken zunächst, es handele sich um eine verbrannte Puppe. Erst als sie aussteigen, erkennen sie den verbrannten Körper eines Kindes.

Um 10:55 Uhr alarmieren sie die Polizei. Die Beamten können die Identität des Kindes zunächst nicht feststellen – Gesicht und Hände sind unkenntlich. Die Polizei vermutet, dass diese Körperteile absichtlich stärker verbrannt wurden, um die Identifikation zu erschweren.

Shandas Unterwäsche ist heruntergezogen, die Beine sind in einer bestimmten Position ausgerichtet. Zunächst glaubt die Polizei, das Opfer sei Zeuge eines Drogendeals geworden.

Zur selben Zeit bemerkt Shandas Vater Steven, dass seine Tochter nicht zu Hause ist. Er ruft Freunde, Nachbarn und Shandas Mutter an – niemand hat etwas von der 12-Jährigen gesehen oder gehört. Am Mittag geben die Eltern eine Vermisstenanzeige auf.

Sie ahnen nicht, welche Qualen ihre Tochter in der Nacht erlitten hat. Um 20:20 Uhr betreten Hope und Toni mit ihren Eltern die Polizeidirektion von Jeffersonville. Erst 20 Minuten zuvor hatte die Dienststelle einen merkwürdigen Anruf erhalten: Eine junge Frau behauptete, Teenager hätten sich in einem Bowlingcenter über einen Mord unterhalten.

Nun stehen die verzweifelten Eltern von Hope vor den Polizisten, ihre Töchter im Schlepptau. Sie erzählen, ihre Töchter seien in den Mord an einem Mädchen namens Shanda verwickelt.

Bereitwillig schildern die beiden 15-Jährigen, was passiert ist. Dabei entstehen die berüchtigten Fahndungsfotos, auf denen beide lächeln. Hope erklärt später, der Polizeifotograf habe Witze gemacht, um sie aufzuheitern, weil sie so heftig geweint hätten.

Sonst hätten sie niemals so gelacht. Schnell stellt sich heraus, dass es sich bei der vermissten Shanda um das Mädchen handelt, von dem Hope und Toni sprechen. Noch am selben Abend wird die verbrannte Kinderleiche als Shanda identifiziert.

Durch die Aussagen von Hope und Toni werden auch Laurie und Melinda innerhalb weniger Stunden festgenommen.

Der Zustand von Shandas Leiche lässt erahnen, wie schlimm ihre letzten Stunden waren. An ihren Handgelenken sind noch die Einstiche der Fesseln sichtbar. Im Rektalbereich hat sie tiefe Verletzungen, vermutlich durch die Vergewaltigung mit dem Montierhebel.

Die Autopsie belegt, dass sie tatsächlich noch gelebt hat, als sie angezündet wurde – in ihren Atemwegen finden sich Rauchrückstände. Als offizielle Todesursache werden Rauchvergiftung und schwere Verbrennungen festgestellt. Doch diese Beschreibung wird nicht ansatzweise dem gerecht, was Melinda, Laurie, Hope und Toni dem 12-jährigen Mädchen angetan haben.

Das Entsetzen über das Verbrechen ist riesig. Die Anklage möchte, dass zumindest Laurie und Melinda nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden. Am 15.

März werden sie wegen Mordes, Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe, schwerer Körperverletzung, Freiheitsberaubung, Einschüchterung, Kindesmissbrauch und Brandstiftung angeklagt. Beide werden zu jeweils 60 Jahren Haft verurteilt. Auch Hope wird zu 60 Jahren verurteilt, wegen strafmildernder Umstände werden ihr zehn Jahre abgezogen.

In einem Revisionsverfahren wird ihre Strafe auf 35 Jahre reduziert. Auf die Todesstrafe wird verzichtet, da die Mädchen sich in den wesentlichen Anklagepunkten schuldig bekennen.

Toni bekennt sich der Freiheitsberaubung schuldig. Sie kooperiert mit den Ermittlern und trägt wesentlich zur Aufklärung des Tathergangs bei. Aufgrund dessen erhält sie nur 20 Jahre Haft.

Während der Haft versucht sie, sich das Leben zu nehmen, macht später einen Abschluss und wird im Dezember 2000 entlassen – effektiv hat sie nur acht Jahre abgesessen. Auch Hopes Strafe wird reduziert, sie wird 2006 entlassen. Seit 2011 ist ihre Bewährung abgelaufen.

Shandas Vater Steven stirbt im Mai 2005 an den Folgen langjährigen Alkoholmissbrauchs. Er hat den Tod seiner Tochter nie verkraftet und sich Zeit seines Lebens die Schuld für die Entführung gegeben. In einem Interview sagt Shandas Mutter: „Er hat alles getan, was er tun konnte, um sich umzubringen – außer sich eine Waffe an den Kopf zu halten.

Nach ihrer Entlassung versucht Melinda, eine vorzeitige Entlassung zu erwirken, ihr Gesuch wird abgelehnt. Im Gefängnis beginnt sie, im Rahmen eines Rehabilitationsprogramms Servicehunde für Menschen mit Behinderung auszubilden. 2012 entschließt sich Shandas Mutter Jacki zu einem ungewöhnlichen Schritt: Sie spendet einen Hund namens Angel an Melindas Programm.

Shandas Mutter sagt: „Es ist meine Entscheidung, die ich treffen muss. Sie ist mein Kind. Wenn man nicht zulässt, dass aus schlechten Dingen gute Dinge entstehen, wird nichts besser.

Und ich weiß, was mein Kind wollen würde – mein Kind würde das wollen. “

26 Jahre nach dem Mord wird Laurie 2018 entlassen, 2019 auch Melinda. Heute leben alle vier Täterinnen wieder in Freiheit. Aufgrund mildernder Umstände kamen alle früher aus dem Gefängnis.

Alle vier Täterinnen hatten schwierige Hintergründe. Toni wurde im Alter von neun Jahren von einem Familienmitglied sexuell missbraucht, ein weiterer Missbrauch folgte mit 14. Als Achtklässlerin versuchte sie zum ersten Mal, sich das Leben zu nehmen.

Hope zeigte Auffälligkeiten und verletzte sich regelmäßig selbst. Laurie wurde im Alter von fünf und zwölf Jahren missbraucht und litt unter der streng christlichen Erziehung ihrer Mutter, die sogar versuchte, sie zu „exorzieren“, als sie eine Jeans statt eines Kleides trug. Nach einer Borderline-Diagnose war sie längere Zeit in der Psychiatrie.

Melinda erlebte mehrfach, wie ihr Vater ihre Mutter physisch und sexuell missbrauchte; ihre Mutter unternahm mehrere Suizidversuche. Melindas Vater wird später wegen Vergewaltigung, Sodomie und sexueller Nötigung angeklagt.

Amanda, deren Beziehung zu Shanda Melindas Wut ausgelöst hatte, wird in diesem Fall oft kritisiert. Juristisch wurde sie nicht belangt. Sie behauptet, die Briefe mit den Mordfantasien von Melinda ihrem Vater gezeigt zu haben, der sie an die Jugendstaatsanwaltschaft weitergeleitet habe – dafür gibt es keine Belege.

Shandas Mutter Jacki glaubt ihr nicht. 30 Jahre nach der Tat wird eine Sondersendung ausgestrahlt, in der Hope Shandas Mutter direkt gegenübersitzt. Jacki kritisiert Amanda und macht sie für Shandas Tod mitverantwortlich.

Sie ist empört, dass die 14-jährige Amanda sich überhaupt mit einer 12-Jährigen eingelassen hat – in dieser Entwicklungsphase mache der Altersunterschied einen großen Unterschied, insbesondere in Bezug auf sexuelle Handlungen.

Der Fall Shanda Sharer macht bis heute fassungslos. Melinda war als 16-Jährige so eifersüchtig auf ein 12-jähriges Mädchen, dass sie sich entschloss, sie zu ermorden – nur weil sie ihrer 14-jährigen Freundin nahestand. Lori, Hope und Toni beteiligten sich an der Entführung, obwohl sie Shanda nie zuvor getroffen hatten.

Toni kannte Melinda nicht einmal vor der Tat. Trotzdem machten alle drei mit und intervenierten nicht, als die Situation endgültig aus dem Ruder lief. Jedes der Mädchen hätte zwischendurch Gelegenheit gehabt, sich zu entziehen.

Toni telefonierte sogar mit einem Freund und hätte ihn um Hilfe rufen können. Doch stattdessen nahmen sie den Mord an Shanda stillschweigend in Kauf.

Bis heute tritt Shandas Mutter Jacki regelmäßig in den Medien auf und engagiert sich gegen Kindesmissbrauch. In der traumatisierenden Vergangenheit der Täterinnen sieht sie Teilgründe für die Tat, auch wenn das Trauma von Melinda, Laurie, Hope und Toni die Folter und den Mord an Shanda niemals erklären oder rechtfertigen wird. Der Mord an Shanda Sharer bleibt einer der grausamsten Jugendmorde der Geschichte – ein Fall, der die Frage aufwirft, wie weit Eifersucht, Gruppendynamik und unverarbeitete Traumata führen können.

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