Die ersten neuen Bäume standen schon bereit, als wir uns auf den Weg in den unteren Hofbereich machten. Drei Obstbäume waren in den letzten Jahren eingegangen, und die wollten wir ersetzen. Dazu kamen ein Zierapfel mit rosa Blüten, eine Felsenbirne und ein Feldahorn. Wir hatten uns gegenseitig zum Weihnachtsfest neue Bäume geschenkt, und jetzt sollten sie endlich in die Erde.

Die Hochstämme kamen nach unten, dorthin, wo es am schwierigsten war. Ich suchte den Pinova und den Jonagold heraus. „Boah, sind die groß“, sagte ich und stellte sie vorsichtig ab. Hier unten hatte der Rehbiss ganze Arbeit geleistet, und auch die Wühlmäuse hatten von unten zugeschlagen.
Ein junger Baum war trotz Schutz komplett abgeknabbert worden. Andere hatten es geschafft – einer stand sogar prächtig da, ein Vogel hatte darin genistet. Wir hatten dazugelernt. Diesmal machten wir es aufwendiger: ein engmaschiges Gitter, das wir 75 Zentimeter tief in die Erde ließen, damit die Wühlmäuse nicht von unten rankamen.
Die oberen 25 Zentimeter klappten wir nach innen um, damit kein Nager von oben hineinkrabbeln konnte. Dazu kamen drei Pfosten, Querstreben und ein breites Band, mit dem wir den Stamm festbanden. Danach gossen wir ordentlich an, legten eine Baumscheibe aus Schafwolle aus und befestigten sie mit Metallhaken. Um den Stamm kam eine schwarze, gerollte Röhre als Verfegschutz.
„Das war bisher das Effektivste“, sagte ich. Zehn Bäume sollten wir so pflanzen. Die ersten zeigten wir mit der Kamera, den Rest machten wir ohne – das wäre sonst zu aufwendig gewesen. Wir hatten uns vorher über die Abstände informiert: vier Meter zwischen den Bäumen, genug Abstand zur Nachbarsgrenze, damit später niemand einen Baum wieder umsetzen muss.
Danach gingen wir über den Hof und schauten uns an, was in den letzten Jahren schon gewachsen war. Eine Korkenzieherweide auf der Pferdeweide war schön groß geworden, geschützt durch eine Umzäunung, die nicht nur die Pferde fernhielt, sondern auch das Wild. Ein Apfelbaum namens Vanessa hatte in diesem Jahr sogar schon einen Apfel getragen. An einer Seite hatten wir eine Wildobsthecke gepflanzt: Esskastanie, Weißdorn, Weide, Hasel und Rosen.
Hier gab es ein paar Ausfälle, ein Reh kam regelmäßig vorbei. Der geschützte Streifen am Zaun war dagegen deutlich besser angewachsen – eine bunte Mischung aus Rose, Weide, Hasel, Pfaffenhütchen, Holunder, Kornelkirsche und Esskastanie. Man sah den Unterschied auf den ersten Blick. Vor unserer Haustür standen zwei Marillenbäume.
Einer war gut angewachsen, der andere nicht, den hatten wir schon ersetzt. „Drückt uns die Daumen“, sagte ich. Die ersten Früchte waren schon dran gewesen, obwohl Marillen im Norden nicht selbstverständlich sind. Im oberen Hofbereich hatten wir vor drei Jahren zehn Apfelbäume als Halbstämme gepflanzt.
Die Anbindungen waren inzwischen brüchig geworden, die mussten wir erneuern. Die Verfegschutzhüllen waren noch original und hatten sich bewährt. Die ersten Äpfel hatten wir schon probieren können – es war nicht viel, aber die Sorten schmeckten. An der Hofzufahrt standen Kugelrobinien, die sowieso nicht lange leben, jedes Jahr geschnitten werden müssen und für Pferde giftig sind.
Deshalb hatten wir dazwischen gleich Apfelbäume gepflanzt, Buschbäume, die inzwischen prächtig angewachsen sind. Auch hier hatten wir schon die ersten Ernten eingefahren. Wir waren bei 80 Obstbäumen, dazu über 100 Wildsträucher und Wildobstpflanzen. Was eingegangen war, hatten wir ersetzt.
Und dann zeigte ich auf einen Birnenbaum, den wir kürzen mussten, weil er innen hohl war. Er trieb wieder aus. „Der Baum gibt nicht auf“, sagte ich. „Das begeistert mich immer wieder an der Natur.
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Auf alten Bildern hatte der Hof früher auch voller Obstbäume gestanden, hier wurde Obst verkauft. Jetzt pflanzten wir wieder, Jahr für Jahr, und ich freute mich darauf, zu sehen, wie es hier in fünf oder zehn Jahren aussieht.


