„Im November haben wir einen ganzen Tag damit verbracht, unser Gewächshaus neu zu bepflanzen – und dann stand die Nachbarin am Zaun und fragte, ob wir nicht längst hätten aufgeben sollen.“ Dabei…

„Im November haben wir einen ganzen Tag damit verbracht, unser Gewächshaus neu zu bepflanzen – und dann stand die Nachbarin am Zaun und fragte, ob wir nicht längst hätten aufgeben sollen.“ Dabei...

Draußen ist es nass und grau, aber die Saison ist noch nicht vorbei. Wir stehen im großen Gewächshaus und schauen auf die Pflanzen, die noch immer hier stehen – und genau das ist der Grund, warum wir im Winter keinen Salat kaufen. Wir ziehen unser eigenes Gemüse, im geschützten Bereich, im Gewächshaus oder eben im Geodom. Und wenn man sich hier umschaut, sieht man sofort, warum wir mit dem Umpflanzen so spät dran sind.

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Neben mir stehen die Fleischtomaten, und die sehen einfach fantastisch aus. Die ganze Pflanze ist noch grün und gesund, und solange kein Frost kommt, lassen wir sie stehen. Die fast reifen Früchte nehmen wir für ein paar Tage einfach mit ins Haus, wo sie nachreifen können. Ein Apfel dazu, und schon geht das wunderbar.

Es wäre wirklich verrückt, diese Pflanzen jetzt herauszureißen. Auch auf der anderen Seite steht noch alles voll. Die Jalapenos hängen reichlich an den Sträuchern, und die können wir trocknen, einkochen oder einlegen. Es gibt so viele Möglichkeiten, und die Pflanzen wachsen immer noch so schön.

Deswegen bleibt auch diese Seite erst einmal so stehen. Dafür ziehen wir weiter in den Geodom, unsere geodätische Kuppel, von der wir schon im September gesät und pikiert haben. Die Salatjungpflanzen stehen hier in den Anzuchtplatten und sehen prächtig aus. Dazu kommen noch Barbara-Kraut, also Winterkresse, und der Postelein, der längst in die Erde gewollt hätte.

Es läuft bei uns eben nicht immer alles perfekt. Vor uns steht auch noch der Asiasalat, wunderschön gewachsen in Rot, Lila und Grün. Alles nehmen wir mit in den Geodom und dann wird gepflanzt. Im Geodom sieht man jetzt, wie viel Arbeit vor uns liegt.

Bevor wir die neuen Pflanzen setzen, muss erst einmal aufgeräumt werden. Vor uns liegt ein Haufen Chili-Pflanzen, die sortieren wir durch, denn da sind noch viele schöne Schoten dabei, die man trocknen kann. Es war ein sehr ertragreiches Jahr, nicht nur bei Tomaten, sondern auch bei Chili. Natürlich wird nicht nur gepflanzt, wir säen auch.

Ich habe mir meinen Saatgutkalender mitgenommen, und im November ist die Schnittsalatmischung dran. Die habe ich lieben gelernt, denn sie ergibt eine wunderbare bunte Mischung, die man einfach mit der Schere beernten kann. Schon in kurzer Zeit sieht es hier richtig schön bunt aus. Ich öffne die Tüte und zeige das feine Saatgut in meiner Hand.

Wir haben im Kreis eine Rille gezogen, mit einem Abstand von ungefähr fünfzehn Zentimetern. Jetzt säe ich dünn und verteile die Samen gleichmäßig, nicht zu viel auf eine Stelle. Bis der Schnittsalat groß ist, haben wir Zeit, denn geerntet wird erst im März. Deshalb setzen wir die jungen Pflanzen in die hinteren Felder, damit sie Platz zum Wachsen haben.

Wenn die abgeerntet sind, ist der vordere Schnittsalat groß genug. Nach dem Säen kommen die Jungpflanzen an die Reihe. In den Platten haben wir Batavia-Salat, den ich sehr gerne mag, und Wintersalat, der als Gruppe gesät wurde und sich prima mit der Schere ernten lässt, weil er immer wieder nachwächst. Der Wintersalat ist winterhart, dem machen die kalten Temperaturen nichts aus.

Der Batavia hat da schon eher Probleme, aber genau dafür haben wir die Vielfalt. Daneben steht der Asiasalat Mitsuna und sein roter Kumpan Mutag Rouge, wunderschön gefiedert. Bei hartem Frost wären sie zwar weg, aber so schnell kommt der nicht, und vorher haben wir längst geerntet. Außerdem haben wir eine Platte mit einem Sortenversuch.

Da probieren wir eine neue Sorte aus. Wenn ihr Wünsche habt, welche Sorten ihr gerne bei uns sehen würdet, schreibt uns das gerne als Kommentar oder E-Mail. In der letzten Platte stehen die Blattränder, die so schön rund sind, das ist noch einmal Wintersalat, aber als einzelne Pflanze gesät, sodass er richtig schöne Köpfe bilden kann. Unsere Entscheidung ist gefallen.

Wir säen einmal ringsherum und setzen die Jungpflanzen in die einzelnen Beetbereiche. Das wird später wie ein großer Snackteller aussehen. Genug geredet, jetzt geht es los. Der Salat kommt in die Erde.

Die ersten Jungpflanzen sind drin, außen herum in den verschiedenen Feldern. Danach werden sie ordentlich angegossen, denn der Boden ist heute wirklich trocken. In der Mitte, wo schon der Feldsalat steht, setzen wir noch die Winterkresse und den Postelein. Jetzt ist der Geodom neu bepflanzt, und das macht richtig Freude.

Und wenn man jetzt keine jungen Pflanzen hat, kann man trotzdem noch einiges aussäen. Ich habe meinen Aussaatkalender in der Hand. Im geschützten Bereich kann man noch Asiasalat, Winterkresse oder Salatrauke aussäen. Auch Postelein geht jetzt noch, sogar draußen.

Und wenn man mag, kann man sogar noch Möhren aussäen. Im November ist es überhaupt nicht zu spät, um noch Knoblauch in die Erde zu setzen. Den gibt es bei uns sogar noch vom Herbstpflanzknoblauch. Wenn ihr noch ein Hochbeet mit Platz habt, könnt ihr den Knoblauch sogar bis in den Dezember stecken, solange eben noch kein Frost da ist.

Jetzt geht es ans Gießen und Düngen. Die Frage ist, ob Dünger immer nötig ist. Das kann man nicht pauschal sagen. Wir schauen uns die Situation an.

In diesem Boden standen diese Saison viele Pflanzen, die richtig viel Hunger hatten, Tomaten und Chilis sind Starkzehrer. Deshalb können wir davon ausgehen, dass nicht mehr viel im Boden ist. Deshalb düngen wir auf, aber nicht so massiv, denn Salate haben nicht so einen großen Hunger. Wenn die Pflanzen leicht gelblich und blass werden, kann man davon ausgehen, dass sie Nahrung brauchen.

Wir verwenden hier nicht den Bodenaktivator, das sind nur die effektiven Mikroorganismen, sondern einen Flüssigdünger. Flüssigdünger ist immer total super, weil er schnell verfügbar ist. Wenn man Streudünger nehmen würde, der sich erst zersetzen muss, würde das bei diesen Temperaturen viel zu lange dauern. Der Tomaten-Gemüsedünger ist eine Weiterentwicklung des Mikrodüngers, speziell für Gemüsepflanzen, und enthält auch die effektiven Mikroorganismen.

Deshalb brauchen wir den Bodenaktivator nicht zusätzlich. Ich mische den Dünger ins Gießwasser. Auf der Flasche steht die aktuelle Dosierung, ich nehme etwa zehn bis fünfzehn Milliliter auf meine Gießkanne. Jetzt wird fleißig gegossen, alle Pflanzen bekommen ordentlich Wasser.

Unsere Salatbar ist bestückt. Ab wann kann man ernten? Das kommt ein bisschen auf das Wetter an. Die letzten Tage waren nass und unaselig, aber nicht richtig kalt, und demnächst soll es wieder etwas wärmer werden.

Wir gehen davon aus, dass wir zu Nikolaus frischen Salat essen können. Spätestens zu Weihnachten. Die Schnittsalate pflückt man immer hier und da ein bisschen ab, über die ganze Fläche verteilt, und das geht bis in den März und April hinein. Wenn man dann mit Schüssel und Schere durchgeht und schön schnibbelt, macht das richtig Spaß, vor allem weil es so schön bunt ist.

Der wichtigste Tipp, damit es wirklich gut klappt: Ich habe die Tür unten zugemacht, damit keine Tiere hereinkommen, keine Rehe, Katzen oder Kaninchen. Aber der obere Teil bleibt offen, denn die Luftzirkulation ist total wichtig. Wenn man das Gewächshaus schön dicht macht und zu muckelig, dann entsteht Feuchtigkeit und Fäulnis. Das wäre schade um alle Pflanzen.

Also immer schön offen lassen und für genug Luftzug sorgen. Erst wenn es richtig kalt wird, etwa unter minus fünf Grad, dann machen wir oben für eine Weile zu. Sonst bleibt es offen, damit die Salate nicht gammelig werden. Habt ihr vielleicht noch Inspiration oder macht ihr das schon lange so?

Schreibt es gerne in die Kommentare. Alle Sorten und den Dünger, den ich euch vorgestellt habe, findet ihr verlinkt unter dem Video. Wenn ihr euch fragt, was das für ein UFO-förmiges Gewächshaus ist, dann schaut euch das Video dazu an.

Viel Spaß im Garten, macht alles schön bunt und bis zum nächsten Mal.