„Das werden wir nie wieder kaufen“, sagte ich zu meinem Mann, als wir Ende Januar unsere ersten Jungpflanzen aussäten. Wochen später standen wir in unserer geodätischen Kuppel, bereit zum Pflanzen…

„Das werden wir nie wieder kaufen“, sagte ich zu meinem Mann, als wir Ende Januar unsere ersten Jungpflanzen aussäten. Wochen später standen wir in unserer geodätischen Kuppel, bereit zum Pflanzen...

Wir stehen im großen Gewächshaus, und alles ist grün, frisch und üppig. Seit Anfang März versorgen wir uns hier komplett selbst mit Salat aus unserer Schnittsalatmischung und mit Spinat – frisches Grünzeug als Ergänzung zu dem, was wir fermentiert, eingefroren und eingelagert haben. In der heutigen Zeit, wo man bei Lebensmitteln nicht genau weiß, was drin ist oder wann was verfügbar ist, ist Selbstversorgung so wertvoll. Einfach selber machen ist und war immer die beste Lösung.

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Und das möchten wir euch vereinfachen, denn es ist gar nicht so kompliziert. Man muss nur ein paar Dinge wissen. Deshalb nehmen wir euch in diesen Videos mit – heute geht es um den geschützten Anbau, um das optimale Ganzjahresnutzen von Gewächshaus, Geodom oder Folientunnel. Jetzt packen wir unsere ersten Jungpflanzen zusammen und gehen in unsere geodätische Kuppel.

Hier haben wir den Spitzkohl, der ist sehr früh und sehr schnell. Je nach Wetter können wir den schon im Mai ernten. Daneben steht der Kohlrabi, der ist noch ein bisschen schneller – der wird voraussichtlich Ende April erntereif sein, sowohl der violette als auch der grüne. Ausgesät haben wir alles Ende Januar, Anfang Februar.

Weiter geht es mit Blumenkohl, den wir früh gesetzt haben. Die Ernte wird etwas später sein, je nach Wetter Ende Mai, Anfang Juni. Und hier, an den gewellten Blättern erkennt man ihn schon, haben wir den frühen Wirsing. Der ist mit dem klassischen Wirsing überhaupt nicht zu vergleichen – der ist offen, gewellt, hat viel Struktur und Biss und schmeckt auch roh genial.

Die nehmen wir jetzt mit. Aber es kommt noch mehr dazu, ein paar Salate, die fruchtfolgeneutral sind, und daraus bauen wir uns ein schönes buntes Potpourri. In der Kuppel ist schon alles vorbereitet. Mein Mann war fleißig und hat abgeräumt und den abgelagerten Pferdemist eingearbeitet.

Den ganzen Winter über hatten wir hier ständig frisches Grünzeug – Feldsalat, Postelein, Wintersalat – und konnten durchgehend ernten. Das war eine so große Freude. Und jetzt geht es wieder von vorne los. Was wir hier in der geodätischen Kuppel pflanzen, kann man genauso gut in einem Gewächshaus, Folientunnel oder selbstgebauten Gewächshaus umsetzen.

Erst holen wir die Pflanzen und verteilen sie, dann pflanzen wir sie ein. Im Außenring haben wir den Blumenkohl gesetzt. Auch wenn die Pflanze jetzt noch klein ist, der Blumenkohl braucht viel Platz – 40, 50, 60 Zentimeter Abstand, denn wir wollen ja die schöne Blütenknospe ernten. Dazwischen haben wir immer Kohlrabi gesetzt.

Der Trick ist: Der Blumenkohl braucht länger, der Kohlrabi ist viel schneller. Wenn wir den Kohlrabi abgeerntet haben, hat der Blumenkohl noch Zeit zu wachsen. So nutzen wir die Lücken clever aus. Dazu kommt eine bunte, abwechslungsreiche Gestaltung, fast wie in einem Mandala-Garten.

Das Auge isst mit, und auch im Garten tut das einfach gut. Im inneren Ring, wo vorher der Schnittsalat stand, haben wir jetzt den Spitzkohl und den frühen Wirsing gesetzt, auch im Wechsel mit Kohlrabi. In der Mitte steht noch unser Schnittlauch, den haben wir stehen gelassen. Und wo ist der Salat?

Der steht noch im Folientunnel, den holen wir jetzt. Wir haben eine schöne Auswahl zusammengestellt: roter Lollo, Batavia, Lattig von unseren neuen Sorten, heller Lollo, grüner Eichblatt, roter Eichblatt – der ist nur größer, weil er schon etwas älter ist – und dazu unsere Kopfsalate. Die verteilen wir jetzt zwischen den Kohlpflanzen und buddeln sie ein. Unsere Pflanzen sind jetzt in der Erde, und dazu gibt es direkt die erste Info: Wir haben sie unterschiedlich gesetzt.

Blumenkohl, Spitzkohl und früher Wirsing werden etwas tiefer gesetzt, bis zum Ansatz, wo sich die Blätter teilen. Die Salate werden nur zur Hälfte in die Erde gesetzt, damit die Blätter nicht auf dem Boden liegen und faulen – die kommen nie ganz rein. Beim Kohlrabi steht er bodengleich, sogar ein kleines bisschen über der Erde, denn er soll ja eine Knolle bilden, die nicht von unten wegfault. Dann haben wir angegossen – aber keine Sorge, das ist kein Leitungswasser.

Wir haben Regenwasser in schwarzen IBC-Containern mit einer Pumpe, das lieben die Pflanzen. Mit dem Angießen arbeiten wir mit effektiven Mikroorganismen, die haben wir über eine Dosiereinheit am Schlauch direkt mit eingearbeitet. Was ist mit dem Mulch? In den Gewächshäusern kommt kein Regen von oben, deshalb müssen wir genau auf die Wasserversorgung achten.

Wenn der erste Rasenschnitt da ist, kann man damit auch mulchen. Die ersten Ernten erwarten wir dann ab April, Mai, und es zieht sich bis in den Juni. Im Juni wollen wir dann den zweiten Teil drehen, wo wir die nächste Bepflanzung zeigen. Wenn wir hier durchgeerntet haben, kommen die Wärmeliebenden in den Geodom: Paprika, Tomaten, Chilis.

Die sind schon ausgesät und werden fleißig pickiert. Die kommen dann in der nächsten Welle hierher. Und wenn ihr jetzt auch noch Kohlrabi und Spitzkohl haben wollt: Die könnt ihr jederzeit noch aussäen, auch für die Pflanzung im Freiland. Das Saatgut findet ihr wie gewohnt bei uns im Kiosk.

Ich hoffe, ich habe euch Lust gemacht, eure Gewächshäuser zu optimieren und durchzuplanen. Das Ziel ist eine schöne, bunte Vielfalt, die wir so lange wie möglich auf den Teller bringen können. Über jeden Daumen nach oben freuen wir uns sehr.

Bis zum nächsten Mal, macht eure Gärten und Gewächshäuser richtig schön bunt.