Ich war so stolz auf meine Anzuchtplatten. „Die sind doch fürs Gemüsebeet rausgelegt“, sagte ich zu meinem Mann. Da schaute ich genauer hin: Statt kräftiger Zwiebelkeimlinge nur ein paar dürre…

Ich war so stolz auf meine Anzuchtplatten. „Die sind doch fürs Gemüsebeet rausgelegt“, sagte ich zu meinem Mann. Da schaute ich genauer hin: Statt kräftiger Zwiebelkeimlinge nur ein paar dürre...

„Jetzt im März können wir eine ganze Menge aussäen“, sage ich und hebe die erste Anzuchtplatte hoch. Draußen wird es wärmer, die ersten Sonnenstrahlen kitzeln die Fenster unseres Gartengemüsekios. Wir wollen Gemüse anbauen, und die Anzuchtstation ist rappelvoll mit jungen Pflanzen. Doch bevor wir loslegen, ein wichtiger Tipp.

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Wer gerade pikiert hat, sollte Geduld mitbringen. Frisch pikiert? Dann bloß nicht sofort nach draußen zum Abhärten. Die Pflanzen brauchen etwa eine Woche, um sich zu akklimatisieren, sich aufzurichten und wieder kräftig auszusehen.

Erst danach kann man sie je nach Wetter langsam rausstellen. Wer das überspringt, riskiert, dass alles schiefgeht. Ich schiebe ein paar Platten zur Seite. Da sind sie wieder, die vielen Salate und Kohlpflanzen.

Und dann hole ich eine kleine Schale hervor und mache ein bisschen Rätsel daraus. „Was könnte das wohl sein? Ein strenger Lichtkeimer. “

Ich halte die Schale tiefer, damit die Kamera es einfangen kann.

Ganz feine, zarte Keimlinge. Es ist Stangensellerie. Super gesund, prima zum Entsaften und ein tolles Gemüse für die Küche. Man kann ihn sogar im Kübel auf der Terrasse anbauen.

Also, Stangensellerie kann ich nur empfehlen. Ausgesät wird er direkt im Licht. Ein paar Reihen weiter wartet die nächste Überraschung. Auch ein Fruchtgemüse, das eine Weile braucht, bis man es ernten kann.

Kinder lieben es. Die Physalis. Sie sieht schon richtig gut aus, noch ein bisschen wachsen lassen, dann wird auch sie pikiert. Zwischen den Platten entdecke ich die Aussatschale mit dem Porree.

Der wächst langsam – so langsam, dass ab und zu Nachrichten reinkommen: „Mein Porree wächst nicht weiter. “ Das ist gar nicht schlimm. Der braucht einfach lange. Unserer sieht noch genauso aus wie vor Wochen.

Bald aber kommt er nach draußen und legt so richtig los. Wir sind absolut gut in der Zeit, gepflanzt wird im April. Und da ist noch ein ganzer Stapel Salat. Wer hätte es gedacht – ganz viel Grün.

Dazu die Gemüsezwiebeln, die sich wirklich sehen lassen können, und pikierten Kohl. Kein Grund zur Sorge, alles wächst prächtig. Doch das war längst nicht alles. Die großen Jungpflanzen sind schon ins Gewächshaus draußen umgezogen.

Aber erst sprechen wir über das, was jetzt noch ausgesät werden kann. Ich hole unseren Aussaatskalender hervor und beginne mit dem Blattgemüse. Salate kann man jetzt jeden Monat aussäen, immer schön bunt gemischt. Dazu kommen Stangensellerie und neu: der Fenchel.

Fenchel früh, so heißt er bei uns im Sortiment. Den kann man im Haus vorziehen – in der Anzuchtstation ist das eine gute Idee. Wer schon draußen etwas aussäen will, sollte beim Spinat früh zugreifen. Aber vielleicht noch ein paar Tage warten, bis die Sonne den Boden gut erwärmt hat.

Spinat keimt am besten bei 15 bis 20 Grad – und gemeint ist damit die Bodentemperatur, nicht die Lufttemperatur. Die kann ich prüfen. Vielleicht warte ich noch ein bisschen, dann passt es sicher. Bei der zweiten Kategorie, dem Kohlgemüse, hat sich etwas geändert: Der Brokkoli ist neu dabei.

Blumenkohl, Spitzkohl, Wirsing früh, Kohlrabi – alles wird noch geschützt angezogen. Bei der Pflanzung geht es dann ins Freiland, oder man lässt sie weiter im geschützten Bereich. Aber Achtung: Wer auch Tomaten im Gewächshaus pflanzen möchte, braucht Platz. Da wird es schnell eng.

Möglich ist beides, man muss nur schauen, wie man es haben will. Weiter zum Zwiebelgemüse. Auch im März kann man noch einiges aussäen: Lauchzwiebeln, Sommerporree und die klassische Zwiebel. Draußen vorziehen heißt übrigens nicht Direktsaat – ich kann genauso gut Multitopfplatten nehmen und einfach draußen arbeiten.

Die Pflanzung erfolgt dann sowieso im Freiland. Gemüsezwiebeln dagegen besser im geschützten Bereich aussäen. Und was lange angekündigt war, ist endlich da: die Steckzwiebeln. Rote und weiße Zwiebeln und die Schalotten.

Aber Achtung, da gibt es einen Unterschied: Aus einer Steckschalotte in der Erde werden mehrere. Aus einer Steckzwiebel wird eine größere Zwiebel. Dazu kommt der Pflanzknoblauch fürs Frühjahr. Wer also will, kann jetzt sein Pflanzgut direkt sichern.

Und auch der Blick auf die Lagerung lohnt sich: Selbst ausgesäte Zwiebeln halten sich deutlich länger, oft bis März, April, manchmal bis Mai. Steckzwiebeln nicht ganz so lange. Aber wenn man die Lagerung über den Winter ein wenig organisiert, funktioniert das gut. Ich möchte auf keine der beiden Seiten verzichten.

Bevor ich es vergesse – die Frage kam oft: Warum habt ihr eigentlich keine Kartoffeln? Sie kommen noch, Mitte März erwarte ich sie in den Regalen. Wir haben drei schöne Sorten ausgesucht. Alle, die unseren Newsletter abonniert haben, wissen schon mehr.

Wer gern Kartoffeln mit Knoblauch oder Steckzwiebeln zusammen bestellen möchte, braucht sich nicht zu stressen. Wartet einfach, bis die Kartoffeln da sind – erfahrungsgemäß gibt es genug Zwiebeln und Knoblauch, dann kann man zusammen bestellen und sogar Porto sparen. Beim Wurzelgemüse sind Knollensellerie und Wurzelpetersilie dabei. Beide im geschützten Bereich aussäen, Lichtkeimer nicht vergessen.

Wurzelpetersilie kann ich schön vorziehen, gepflanzt wird später im Freiland. Und was man jetzt direkt draußen als Direktsaat machen kann: Radieschen und Möhren. Der Boden ist hier noch ein bisschen feucht, wir warten ab. Bei uns wird es Mitte bis Ende März so weit sein.

Aber je nach Region ist das unterschiedlich. Fast alles vom Fruchtgemüse haben wir schon ausgesät: Paprika, Aubergine, Physalis. Was jetzt noch ansteht: die Tomaten. Endlich!

Zuerst kommen die Tomaten für den geschützten Bereich in die Aussaat, später folgen die Freilandtomaten. Es gibt so viele wunderbare Sorten, und wir müssen gar kein Gewächshaus haben. Freilandgurken, Freilandtomaten, Freilandpaprika – das alles funktioniert auch draußen. Dann die Hülsenfrüchte.

Vor ein paar Tagen haben wir zusammen die dicken Bohnen ausgesät. Theoretisch kann man sie direkt in die Erde setzen, aber unsere Erfahrung zeigt: Vorziehen lohnt sich. Sie keimen schneller und der Wuchs passt besser. Jetzt ist die Zeit, sie in die Erde zu stecken.

Und im März starten wir auch mit der Aussaat von Kräutern in 54er Multitopfplatten. Das Schöne daran: Wir haben jede Menge kleine Jungpflanzen, die wir super ins Gemüse setzen können, auch zwischen die Beete oder in Kästen. Früh anfangen ist wichtig, gerade bei Petersilie oder Oregano. Schnittlauch, Thymian, Dill und Bohnenkraut – alles kann jetzt.

Darum kümmern wir uns im nächsten Video ausführlich, also unbedingt einschalten. Gezogen wird in Multitopfplatten im geschützten Bereich, nicht draußen. Damit haben wir seit Jahren die besten Erfahrungen gemacht. Dann ist es Zeit, nach draußen zu gehen.

Die großen Jungpflanzen, die vorhin noch drinnen standen, sind schon weg. Sie warten im Gewächshaus. Es ist bereits Abend geworden, die Vögel zwitschern, und es wird langsam dunkel. Drinnen im Gewächshaus ist es richtig voll – unzählige Multitopfplatten mit Jungpflanzen zum Abhärten.

Der wichtigste Tipp dabei: Bloß nicht alle Pflanzen am ersten sonnigen, heißen Tag hinausstellen. Stück für Stück, pö abö. Wir haben sie schon vor ein paar Tagen rausgestellt, als es milder wurde und die Sonne noch nicht so stark schien. Deshalb ist es jetzt kein Problem, wenn die Sonne richtig rauskommt.

Alternativ kann man die Pflanzen auch beschatten oder mit Vlies abdecken. Harte Übergänge schaden der Gesundheit der Pflanzen. Ich hole ein Töpfchen von der Seite herunter. Die dicken Bohnen, die wir letztens ausgesät haben.

Sobald etwas herausschaut, müssen sie ans Licht. Jetzt stehen sie hier und wachsen fröhlich weiter. In der Multitopfplatte davor sehe ich ein paar grüne Halme – die Gemüsezwiebeln. Die Keimrate ist wirklich nicht besonders gut.

Es liegt nicht am Saatgut, das haben wir bei den anderen Platten gesehen, die gleichzeitig ausgesät wurden und richtig gut aussehen. Hier kommt nur zögerlich eine nach der anderen. Uns ist das zu langsam. Vielleicht ist es für den einen oder anderen Gartenfreund trotzdem eine gute Idee.

Für uns als Experiment ist es spannend, die Unterschiede zu beobachten. Wir lassen die Platte stehen und schauen einfach weiter. Daneben steht die Aussatschale mit dem roten Eichblattsalat – bald startklar zum Pikieren. Man braucht zwar mehr Geduld, aber es ist durchaus möglich.

Und dann noch der Blumenkohl. Es gibt zwei verschiedene. Oben auf der Platte ist er schon pflanzbereit, der hatte andere Bedingungen und kann früh geerntet werden. Die Pflänzchen in der Aussatschale dagegen sehen nicht so vital aus.

Aber wir sind neugierig und werden das weiter verfolgen. Auf dem Regal stehen weitere Platten, alles Zwiebelgemüse: rote Zwiebeln, weiße Zwiebeln, Lauchzwiebeln – und ein paar Sorten, von denen ich noch nichts erzähle. Das bleibt spannend, das probieren wir aus. Faszinierend, wie aus so einem dünnen Halm später eine dicke, schöne Zwiebel wird.

Auf der anderen Seite entdecke ich eine ganz besondere Pflanze. Die haben wir schon im Herbst letzten Jahres gesät, bislang sah es eher nach wenig aus. Nur ein paar Keimlinge waren zu sehen. Aber die letzte Woche war so mild – plötzlich sind alle aufgegangen.

Die Kerbelrübe. Wer eine Herausforderung sucht, der ist hier richtig. Wenn es gelingt und man sie später auf dem Teller hat, ist sie absolut köstlich. Im März oder April setzen wir sie in Kübel, weil wir hier ein Wühlmausproblem haben.

Die Wühlmaus würde sie sonst wegsnacken. Dann das Gewächshaus im Gewächshaus. Zwischendurch mussten wir die Haube abnehmen, weil es hier drin so warm wurde, zeitweise über 30 Grad. Die Schalen stehen noch keine Woche hier – erst vor kurzem haben wir Aubergine, Snackpaprika und Freilandpaprika ausgesät.

Wir warten ab, wie sie sich entwickeln. Unter den Regalen ist der frühe Blumenkohl für die Pflanzung im geschützten Bereich – wichtig für die frühe Ernte. Dahinter noch mal roter Eichblattsalat, diesmal schon pikiert und schön angewachsen. Dazu Wintersalat.

Wunderschön. Und dann die Beete im Gewächshaus. Der Winterspinat ist so schnell gewachsen, dass wir jetzt schon ernten können. Als Baby-Leaf-Variante im Salat, auf dem Brot oder in einem milden, frischen grünen Smoothie.

Perfekt. Die Reihe an der Außenwand, wo es kühler ist, sieht nicht ganz so erfolgreich aus, die braucht noch etwas länger. Aber die im Innenbereich ist schon weit fortgeschritten. Mitte bis Ende März wird es hier überall groß und zugewuchert sein – dann ist Haupterntezeit.

Daneben leuchtet es bunt: der Schnittsalat. Der kommt jetzt richtig gut, auch hier ist das Ernten nicht mehr lange hin. Ich gehe am liebsten mit der Schere rein, dann wächst er nach. Wer sich die Sorten sichern will – den Schnittsalat oder den Winterspinat – findet sie nicht regulär im Sortiment, sondern im Bio-Saatgutkalender 2026.

Ein paar Exemplare gibt es noch, der Link steht in der Videobeschreibung. Die Sonne neigt sich, das Video geht zu Ende. Die Finger jucken, und ich kann das gut verstehen. Bei mir ist es genauso.

Alle Videos von Februar haben wir in einer Playlist zusammengefasst, die man sich speichern kann – vielleicht fürs nächste Jahr, wenn man wieder in die Stimmung kommen möchte. Es gibt einiges zu pikieren, die Pikierparty steht groß an. Und die Aussaaten für den März stehen vor der Tür. Wer noch neue Sorten sucht oder seine Aussaat-Liste erweitern möchte, schaut gerne bei uns im Kios vorbei.

Und dann heißt es: Gärten bunt machen, Anzuchtschalen füllen, Saatgutkisten bestücken.