April, die Sonne scheint, und im Garten gibt es wieder jede Menge zu tun. Hinter mir im Gewächshaus stehen die jungen Pflanzen dicht an dicht, und draußen im großen Gemüsegarten warten die Beete auf ihre Bewohner. Heute nehmen wir euch mit – es wird gepflanzt, gesät und geerntet. Die dicken Bohnen, die wir als Jungpflanzen gesetzt haben, stehen wunderbar.

Daneben haben unsere Gemüsezwiebeln nach der Überwinterung kräftig ausgetrieben, sie gehen richtig gut ab. Und Spinat und Radieschen haben wir auch schon ausgesät, man kann sogar schon etwas sehen. Jetzt ist der Mangold dran, unser bunter und roter Mangold. Früher haben wir ihn oft vorgezogen, aber da muss man bei den Jungpflanzen wirklich aufpassen, dass sie keinen Frost abbekommen, sonst schießen sie in die Höhe.
Das wollen wir nicht. Deshalb säen wir den Mangold hier direkt ins Beet aus. Das funktioniert genauso gut und hat sich bei uns bewährt. Das Gleiche gilt auch für die rote Bete, die sind sich da sehr ähnlich.
Wir haben das Beet neben den Radieschen vorbereitet und ziehen zwei Rillen. In die eine kommt der bunte Mangold, und eine gute Nachbarschaft ist die Wurzelpetersilie, die kommt aber später, die muss erstmal ein bisschen im feuchten Sand vorkeimen, so wie die Möhre. Der bunte Mangold sieht nicht nur toll aus, der schmeckt nicht nur in der Küche, der ist auch beim Malen auf Pinsel und Papier wunderschön. Wir ziehen jetzt die Rille und säen die Körner aus.
Und dann kommt der Trick vom Gärtner: Nach dem Angießen legen wir einen Faden über die Reihe. Der hat einen Sinn. Normalerweise zieht man den Faden ja, um eine Rille zu bekommen. Wir machen das hinterher, als Markierung.
Wenn wir nämlich zwischendurch hacken oder gießen wollen, ist es nach einer Weile schwer zu erkennen, wo genau der Mangold ausgesät wurde und wo er auflaufen wird. Je nach Wetter kann das eine Woche dauern oder auch zwei bis drei. Der Faden zeigt uns einfach, wo wir hingucken müssen. Das Schöne am Mangold ist, dass wir ihn in jedem Stadium ernten können, sogar als kleines Babyblatt.
Wir haben ihn deshalb ein bisschen enger gesät. So können wir von Anfang an die kleinen Blätter pflücken und lassen zwischendurch welche stehen, die größer werden, sodass wir auch im Sommer und Herbst noch ernten können. Wer Lust auf frischen jungen Mangold hat oder Saatgut, das schon lange in der Kiste liegt, der kann ihn einfach enger säen, dann passt das. Weiter geht es mit den Zwiebeln.
Wir sind ja Freunde von sowohl als auch: Wir säen aus und wir stecken Zwiebeln. Vor Kurzem haben wir die Steckzwiebeln gesetzt, und jetzt kommen die Zwiebeljungpflanzen aus der Saat in die Erde. Die sind aus unserer Lagerhaltung und immer noch knackefest – wunderbar. Jeden Tag kommen bei uns Zwiebeln mit in die Küche.
Bevor wir pflanzen, schauen wir kurz auf unser Mischkultur-Poster, ob die Nachbarn passen. Nebenan steht der Salat, und bei Zwiebeln in Kombination mit Salat sehen wir grüne Punkte – das heißt: wunderbare Nachbarschaft. Die beiden mögen sich also. Die Jungpflanzen pflanzen wir nicht einzeln, sondern im Horst, also in der Gruppe.
Eine Pflanze aus dem Töpfchen teilen wir in drei bis fünf Pflanzen, und diese Gruppe setzen wir an eine Stelle. Von Pflanzstelle zu Pflanzstelle lassen wir dann einen größeren Abstand von etwa 20 bis 30 Zentimetern, denn je mehr Platz die Zwiebel hat, desto größer kann sie werden. Wie beim Mangold können wir auch die Zwiebeln in jedem Stadium ernten, aber wir wollen sie ausreifen lassen, damit wir sie lagern können. Es ist schon etwas Schönes, sich selbst mit Zwiebeln versorgen zu können.
Mit dem Rillenzieher markieren wir die Abstände, buddeln in der lockeren Erde, setzen die Gruppe zusammen, drücken sie vorsichtig an, damit sie Stand hat, und mit zwei Fingern wühlen wir einen Gießrand drumherum, damit das Wasser nicht wegläuft, sondern bei der Pflanze landet. Natürlich gießen wir wieder mit unserem Bodenhilfsstoff, dem Gartenbodenaktivator mit EM. Und schon sind die Zwiebelbabys eingepflanzt. Als Nächstes wird ausgesät – und das sind Pflanzen, bei denen ich als Kind nicht geglaubt hätte, dass sie hier bei uns wachsen.
Aber sie tun es, sogar erstaunlich gut im Freiland: Melonen. In der Hand halte ich die Zuckermelone und die Wassermelone. Für die Zuckermelone empfiehlt sich ein Gewächshaus oder ein Folientunnel, also ein geschützter Raum. Bei der Wassermelone geht beides.
Wir haben sie im Freiland, und das funktioniert richtig gut. Man kann sie auch im Gewächshaus anbauen, dann ist sie ein bisschen ertragreicher, aber wer kein Gewächshaus hat, muss nicht auf Wassermelonen verzichten – im Freiland klappt es auch. Bei der Aussaat sollten wir nicht zu spät dran sein. Anders als bei Gurken und Kürbissen, wo wir noch warten können, sollten wir mit den Melonen jetzt Mitte April starten, denn sie brauchen ein bisschen länger.
Vor mir steht schon eine vorbereitete Aussaatschale mit kleinen Töpfchen von neun mal neun Zentimetern. Die Töpfchen füllen wir zu zwei Dritteln mit lockerer Erde, und pro Töpfchen kommen zwei Saatkörner hinein. Wir wollen ja selektieren und wirklich die besten Pflanzen behalten, deshalb stecken wir zwei Körner direkt hinein und füllen die Erde nicht bis obenhin. So haben wir wie bei der Gurke die Option, später noch Erde aufzufüllen.
Die Wassermelonen sind jetzt ausgesät, und die Zuckermelonen werden auf die gleiche Art und Weise gesät. Bei den Gurken warten wir noch ein bis zwei Wochen, das hat noch Zeit. Jetzt stellt sich die Frage: Wohin mit der Aussaatschale? Man könnte meinen, ins Gewächshaus, aber bei uns ist es dort jetzt noch zu kalt.
Deshalb stellen wir die Schale in unsere Anzuchtstation, wo die Jungpflanzen stehen. Dort herrscht eine Keimtemperatur von mindestens 20 Grad, gerne auch 20 bis 25 Grad. Licht brauchen die Samen jetzt eigentlich noch nicht – das brauchen sie erst, wenn sie gekeimt sind, denn Melonen sind Dunkelkeimer. Wer ein passendes Südfenster hat, kann die Schale aber auch einfach dorthin stellen, das funktioniert auch.
Hat es euch gefallen, heute mit uns im Garten zu arbeiten? Wenn ja, dann freuen wir uns über einen Daumen nach oben und eure Kommentare und Beiträge. Wer Lust auf eine kleine Zeitreise hat: Wassermelonen bauen wir nicht erst seit letztem oder vorletztem Jahr an, sondern schon recht lange, und da gab es schon die eine oder andere Challenge dazu.
Macht euren Garten auch dieses Jahr so richtig schön bunt, und bis zum nächsten Mal!


