Es ist ein ganz gewöhnlicher Dienstagabend im Januar. Patrick Clancy fährt los, um Essen zu holen und ein Medikament für seine Tochter zu besorgen. Als er nach Hause zurückkehrt, ist nichts mehr, wie es war. Draußen findet er seine Frau schwer verletzt, und von den Kindern fehlt jede Spur.

Nur Minuten später findet er sie im Keller – alle drei mit einem Widerstandsband um den Hals. Das ist die Geschichte der Familie Clancy aus Duxbury, Massachusetts. Eine scheinbar perfekte Familie: die 32-jährige Lindsay, ihr Mann Patrick und ihre drei Kinder – die fünfjährige Cora, der dreijährige Dawson und der acht Monate alte Ken. Nach außen hin wirken sie glücklich, doch hinter der Fassade kämpft Lindsay mit etwas, das niemand so richtig erkennt.
Am 24. Januar 2023 beginnt der Tag wie jeder andere. Lindsay geht mit Cora zum Kinderarzt, danach spielt sie mit den beiden älteren Kindern im Schnee. Sie bauen einen Schneemann.
Sie schickt Fotos an ihre Mutter und an Patrick. Am späten Nachmittag schreibt sie ihm: „Hast du Lust, bei 3V etwas zu holen? Ich habe nichts gekocht. Es war ein langer Tag.
“
Patrick stimmt zu. Er fährt los, besorgt das Medikament bei der CVS-Apotheke und holt das Essen ab. Um kurz nach 18 Uhr kommt er zurück. Das Haus ist ungewöhnlich still.
Kein Lachen, kein Weinen. Er ruft nach seiner Familie, bekommt keine Antwort. Er geht nach oben ins Schlafzimmer – die Tür ist verschlossen. Als er sie öffnet, sieht er überall Blut.
Das Fenster steht offen. Er rennt in den Garten. Dort liegt Lindsay auf dem Rücken, schwer verletzt, aber bei Bewusstsein. Sie hat Schnittverletzungen an den Handgelenken und am Hals.
Sie sagt, sie habe versucht, sich das Leben zu nehmen und sei aus dem Fenster gesprungen. Als er fragt, wo die Kinder sind, antwortet sie nur: „Im Keller. “
Patrick wählt den Notruf. Im Keller findet er seine Kinder: Cora, Dawson und Ken, alle mit einem Widerstandsband um den Hals.
Keines reagiert. In seiner Verzweiflung schreit er in den Notruf: „Sie hat die fucking Kinder getötet. “
Für Cora und Dawson kommt jede Hilfe zu spät. Sie werden noch am selben Abend für tot erklärt.
Ken kämpft drei Tage um sein Leben, stirbt dann aber auch. Innerhalb von drei Tagen verliert die Familie alle drei Kinder. Lindsay überlebt. Sie erleidet einen Herzstillstand, wird wiederbelebt und ist ab der Hüfte gelähmt.
Die Ermittler finden im Schlafzimmer ein blutverschmiertes Küchenmesser und Notizbücher. In den Tagen danach wird die Vorgeschichte immer deutlicher. Lindsay litt nach der Geburt von Ken unter schweren Angstzuständen und Depressionen. Sie nahm mehrere Medikamente, suchte Hilfe bei Psychiatern und ließ sich Anfang Januar sogar freiwillig in eine psychiatrische Klinik einweisen.
Sie hatte Suizidgedanken, sprach aber auch davon, dass sie das Gefühl habe, ihren Kindern könnte etwas zustoßen. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen dreifachen Mordes. Lindsay plädiert auf „nicht schuldig“. Ihr Anwalt sagt, sie habe die Tat begangen, aber in einem psychotischen Zustand.
Sie habe Stimmen gehört, die ihr befahlen, die Kinder zu töten. Die Staatsanwaltschaft argumentiert dagegen, dass Lindsay genau gewusst habe, was sie tat. Im Prozess sagen viele Menschen aus. Die Nanny beschreibt Lindsay als wunderbare Mutter.
Patricks Vater erzählt, dass er angeboten habe, die Kinder für eine Nacht zu nehmen, doch Patrick habe abgelehnt. Eine enge Freundin sagt aus, dass Lindsay noch einen Tag vor der Tat über Medikamente und Schlafprobleme geklagt habe. Der Prozess dauert an, und währenddessen kursieren im Internet zahlreiche Theorien – über Patricks Alibi, seine neue Ehefrau, fehlende Fingerabdrücke und die Frage, warum die Teller der Kinder auf den Tüten des Abendessens standen. Am Ende bleibt eine Frage, die niemand abschließend beantworten kann: Was genau ist an diesem Dienstagabend im Haus der Familie Clancy passiert?
Lindsay hat die Tat nie bestritten. Aber ob sie wusste, was sie tat, ob sie wirklich unter einer Psychose litt oder ob etwas anderes geschah – das ist bis heute offen.


