Die Hölzer sind falsch. Alles falsch. Die Maße stimmen nicht, der Schnitt sitzt daneben, und ich ziehe Teil um Teil durch – fünf von sechzehn sind schon wieder Ausschuss. Ich will die Kamera…

Die Hölzer sind falsch. Alles falsch. Die Maße stimmen nicht, der Schnitt sitzt daneben, und ich ziehe Teil um Teil durch – fünf von sechzehn sind schon wieder Ausschuss. Ich will die Kamera...

Die Hölzer sind falsch. Alles falsch. Die Maße stimmen vorne und hinten nicht, der Görschnitt sitzt daneben, und bei Zeile sechs auf sechs vierzehn ist auch nichts richtig. Ich ziehe die nächsten Teile durch, M vierzehn, M fünfzehn, wieder daneben.

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Fünf Stück bei sechzehn, dreißig schon. Einfach zum Kotzen. Ich atme einmal tief durch und lasse den Blick durch die Halle wandern. Es hilft nichts, sich jetzt reinzusteigern.

Ich brauche eine Lösung für das Kamera-Problem, bevor ich anfange, die Teile neu zu schneiden. Die Dinger hängen sonst irgendwo in der Ecke und sehen nichts. Eigentlich will ich die Kamera hier an die Wand machen, direkt über der Pritsche. Aber dafür brauche ich eine Steckdose, und die ist weiter weg.

Vielleicht reicht ja ein USB-C-Kabel, wenn ich die Stromversorgung über die Verteilerdose ziehe. Die braucht nicht viel, nur genug, damit das Ding überhaupt Feuer bekommt. Das eigentliche Problem ist der Blick. Ich will nicht irgendwo filmen, ich will die ganze Platte sehen, oder zumindest die Hälfte von oben.

Die Halle ist mit sechzehn Ampere abgesichert, das reicht locker. Mehr brauche ich nicht. Kein großes Gebastel, keine neuen Leitungen. Nur irgendwie die Kamera an die Decke oder an die Wand kriegen.

„Du kannst die auf die Kausche machen”, sagt er. „Die Dinger, die an der Wand sind. Die Steckdosen sind da doch schon. ”

Ja, stimmt schon.

Wenn die Kamera da hängt, kann ich runterfetzen und das Material einfangen. Oder ich nehme die Prickpresse direkt. Aber wenn ich sie an die Decke hänge, fange ich das Ganze viel besser ab, weil sie dann genau über dem Feld schwebt. Der Punkt ist nur: Wie befestige ich das Ding sicher?

Wenn sie runterfällt und in der Presse landet, habe ich den Salat. „Ich habe den Chogo aufgehoben”, sage ich. „Wenn ich sie da hinmache, dass sie nicht in die Presse kracht, falls sie abrauscht, passt das. ”

„Aber du kannst sie doch trotzdem vorne auf die Ecke setzen.

Ich schüttle den Kopf. „Ich wollte sie eigentlich an den Ball da drüben hängen. Da sehe ich alles. ”

„Ja, aber dann liegt der Ball im Weg.

Du kannst nicht rollen. ”

Genau das habe ich befürchtet. Der Platz ist einfach beschissen gewählt. „Oder wir machen eine Querstange”, schlägt er vor.

„Daran hängst du dann die Kamera. ”

Das wäre eine Möglichkeit. Aber ich bin mir nicht sicher, wie sich das verhält, wenn im Winter geheizt wird. Die Hitze steigt nach oben, und die Kamera hängt direkt darüber.

Gut, wir heizen hier so gut wie nie, das muss man fairerweise sagen. Im Zweifel schaltet sie sich von selbst ab, wenn es zu warm wird. „Moment”, sage ich. „Wenn ich sie hier neben die Heizung hänge, kann ich das ganze Feld abdecken.

Von da aus in die Mitte. “

„Genau. Und wenn du eine schwenkbare nimmst, kannst du zusätzlich die andere Seite mitnehmen. ”

Eine schwenkbare Kamera.

Der Gedanke gefällt mir. Dann kann ich das komplette Geschehen einfangen, ohne dass ich ständig hinlaufen und umstecken muss. Das Kabel ist vielleicht zwei Meter lang, das passt. Die Kamera strahlt direkt hierher, und wenn etwas läuft, sehe ich alles.

Eigentlich weiß ich, warum die Leute zugucken. Wenn die Prickpresse arbeitet, sammeln sich vorne immer zehn, fünfzehn Zuschauer. Keine Ahnung, warum das so ist, aber es hat irgendwas. Ich stehe dann selber da und gucke zu, wie die Teile durchlaufen, obwohl ich es schon hundertmal gesehen habe.

Es gibt einfach ein bestimmtes Gefühl dabei. Dasselbe passiert, wenn das Gerät frisst. Sofort stehen Leute da. Und genau deshalb will ich die Kamera so ausrichten, dass man es gut sieht.

Von hinten sieht man nämlich nichts, wenn ich die Teile rüberbinde. Aber von hier, wenn eine zweite Kamera auch von dieser Seite kommt, dann kann man es richtig einfangen. Das Bild wird erst dann wirklich gut. „Wenn du die Kamera hier vorne machst, stehst du aber im Weg”, merkt er an.

Er hat recht. Wenn ich sie direkt vor der Walze positioniere, sieht man zwar, was dort passiert, aber der Blick auf die Walze selbst ist schlecht. Sie ist vorne, und der Blickwinkel wird dann zu flach. Man sieht nicht richtig, wie das Material aufläuft.

Ich überlege noch einmal. Die Lösung liegt vielleicht irgendwo dazwischen. Eine Kamera von oben, eine von der Seite, und wenn es sein muss, verlege ich einfach ein längeres Kabel. Hauptsache, am Ende sehe ich die Presse komplett, ohne dass mir jemand im Bild steht.

Letztendlich ist es ein ständiges Abwägen. Die Halle ist wie sie ist, die Wände sind wie sie sind, und die Steckdosen hängen da, wo sie hängen. Ich kann nicht viel ändern, aber ich kann die Kamera so aufstellen, dass sie das Beste aus dem macht, was da ist. Vielleicht probiere ich es erstmal mit der schwenkbaren Halterung an der Kausche.

Wenn das nicht funktioniert, geht der Querbalken. Und wenn das auch nicht klappt, suche ich mir einen anderen Platz und schaue, was dabei rauskommt. Immerhin habe ich einen Plan.

Und das ist mehr, als ich vor einer Stunde hatte.