Die Wanne mit den Tomatenjungpflanzen duftet schon von Weitem. Ich halte sie im Arm und weiß genau, was jetzt passieren muss: Die kommen in die Erde, und zwar heute, mit einem mobilen Gerüst, das wir uns selbst gebaut haben. Die Gurken hängen bereits an den festen Gerüsten im Hintergrund, aber für die Tomaten haben wir etwas anderes geplant. Wir bauen die mobilen Gerüste auf.

Seit Jahren nutzen wir diese Technik, einfach und effektiv. Die Pfosten sind viereinhalb Jahre alt, zweieinhalb Meter hoch. Ein Teil verschwindet in der Erde, deshalb haben wir das untere Ende mit Leinöl behandelt. Nach der Saison graben wir sie aus, lagern sie trocken in der Scheune und behandeln sie vor dem nächsten Einsatz erneut.
So halten sie jahrelang. Dann kommen die Metallstangen. Zwölf Millimeter Durchmesser, und vorne sind extra starke Magneten aufgesetzt. Der Trick ist verblüffend simpel: Im oberen Bereich jedes Pfostens haben wir ein Loch gebohrt.
Stange trifft auf Stange, der Magnet in der Mitte hält sie zusammen. Fertig. Schwupp, haben wir ein mobiles Gerüst, das wir jedes Jahr an einen anderen Ort stellen können. Bei uns im großen Gemüsegarten rotiert alles, und dieses Gerüst rotiert mit.
Dieses Jahr pflanzen wir Flaschentomaten daran. Letztes Jahr haben wir sie flach auf dem Boden wachsen lassen – in Italien ist das üblich, aber hier bei uns funktioniert es nur bedingt. Ein bisschen Ernte gab es, aber es geht besser. Deshalb wachsen sie jetzt am Gerüst hoch, und ich freue mich schon auf ganz viel Tomatensoße zum Einkochen.
Ein Stück weiter, auf dem Gemüseacker, wartet die nächste Aufgabe. Vor mir stehen wunderbare Kürbispflanzen, ausgesät Mitte bis Ende April. Die wollen jetzt in die Erde. Der Boden ist schon grob durchgehackt, aber die Beikräuter müssen noch raus.
Wir haben über zwanzig Pflanzen und fünf Reihen. Der Trick ist einfach: Wir pflanzen die Kürbisse an den Rand, direkt neben eine Wiese, die wir schon abgemäht haben. Eine Kürbispflanze braucht ihren Platz, ungefähr einen Quadratmeter. Aber sie rankt ja auch.
Deshalb dürfen die Ranken auf den Rasen hinaus, und wir müssen zwischendurch nur ein bisschen lenken. Dafür müssen wir dort nicht mehr mähen. Das ist ein schöner Beschattungseffekt, und der Kürbis wird sich richtig breit machen. Die Löcher sind vorbereitet, die Pflanzen verteilt, der Abstand beträgt einen guten Schritt.
Es sind Okaidokürbisse. Wir setzen sie tiefer, bis zu den Keimblättern, aber wir drücken sie nicht fest an. Sie kommen locker in die Erde, dann gibt es einen ordentlichen Gießring – größer als bei den Tomaten. Die Pflanze wird richtig schön eingeschlemmt, dann darf sie anwachsen.
Wenn sie Ranken bildet, ist es unsere Aufgabe, sie in die Richtung auf die Wiese zu lenken. Vorsichtig nehme ich die nächste Pflanze aus dem Topf. Sie fällt mir fast entgegen. Ich setze sie ins Loch, nicht andrücken, einen großen Gießring drumherum.
Et voilà. Und das machen wir jetzt mit allen. Nach der Pflanzaktion wird der Garten bunt. Wir wollen nicht nur Gemüse, sondern auch Farben und Blüten überall dazwischen.
Es ist wichtig für die Mischkultur und noch besser für die Insekten. Zwischen den Gurkenpflanzen ist noch Platz, und genau da setzen wir essbare Blümchen rein: Schmuckkörbchen, Kosmeen, in Weiß, Rosa und Pink. Bei Tomaten geizen wir aus, damit sie hoch und schlank wachsen. Aber hier mache ich das Gegenteil.
Ich nehme die Pflanze und kappe beherzt die Triebspitze, damit sie buschig wird. Das mache ich bei allen, dann setzen wir sie ein, mit einem halben Meter Abstand, etwas tiefer, damit sie stabil stehen. Natürlich gibt es auch hier einen Gießring und ordentlich Wasser. Wenn ihr uns im Abo habt, seht ihr, wie sich die Kosmeen in ein, zwei Monaten entwickeln.
Ich freue mich schon auf die zarten, filigranen Blütenköpfe. So viele Blüten im Garten, ein Überangebot für Bienen und Hummeln. Und im Sommer genehmige ich mir ab und zu einen Blumenstrauß fürs Haus. Das ist Idylle für die Seele.
Wenn ihr noch keine Blumen im Garten habt, lässt sich jetzt noch viel säen. Sonnenblumen können wir sogar bis August setzen, und Ende Mai auch die Cosmea. Wer mehr wissen will, findet in unserem Sortiment und im Aussaatkalender eine ganze Übersicht. Jetzt geht es ans Edamame-Projekt.
Ich sitze neben zwei Multitopfplatten voller Hülsenfrüchte – unsere Edamame. Die Keimrate ist hervorragend, pro Töpfchen haben wir vier Bohnen gesteckt, und sie sind alle wunderbar gekeimt. Aber warum ziehen wir Jungpflanzen, wenn hinter uns ein ganzes Feld Edamame in der Erde liegt? Die Erklärung ist einfach: Die ersten direkten Aussaten haben die Tauben entdeckt.
Sie sind hergeflogen, haben die Keimlinge rausgezupft und dann liegengelassen, wahrscheinlich gemerkt, dass es doch keine Würmer sind. Aber die Pflanzen waren hin. Also haben wir in einer Familienaktion Netze aufgebracht, nicht gegen Kälte oder Wärme, sondern als Schutz vor Vogelfraß. Jetzt sind die Pflanzen groß genug, sie haben grüne Blätter, und die Tauben sollten erkennen, dass das keine Würmer sind.
Wir nehmen jetzt gemeinsam die Netze ab und sehen, wie viele Lücken entstanden sind. Die füllen wir mit unseren aufgezogenen Jungen Pflanzen. Ich bin ehrlich berührt, wie gut ihr unser Projekt angenommen habt. Ich bin gespannt, wie die Ergebnisse Ende des Jahres aussehen.
Die Netze sind abgenommen. Die Pflanzen sind größer, aber ein paar Lücken gibt es trotzdem. Mal sehen, wie viel wir schließen können. Wir haben reichlich Beikraut wie Melde und Quecke im Beet, die müssen wir jetzt raushacken.
Dann heißt es: nachsetzen und hoffen, dass die Reihen wieder dicht werden. Wie ist es bei euch gelaufen? Seid ihr zufrieden mit der Keimrate? Wenn euch das Video Freude gemacht hat, lasst gerne einen Daumen oben da und teilt es mit Gartenfreunden.
Wir haben auch eine Playlist mit kurzen Videos zum Thema Gemüseanbau, und unten wartet ein weiteres Gartenvideo. Bis zum nächsten Mal, und macht eure Gärten richtig schön bunt.


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