Es war Anfang Mai, Pflanzzeit, und ich stand zwischen Tomaten und Paprika, die Hände voller feuchter Erde, als mein Bruder sagte: „Du pflanzt hier Gemüse, als hätte dein Leben noch irgendeinen…

Es war Anfang Mai, Pflanzzeit, und ich stand zwischen Tomaten und Paprika, die Hände voller feuchter Erde, als mein Bruder sagte: „Du pflanzt hier Gemüse, als hätte dein Leben noch irgendeinen...

Es ist Mai, es ist Pflanzzeit. Endlich. Die Eisheiligen sind vorbei, die Nächte sind mild geblieben, und überall in unserem Garten stehen Jungpflanzen, die nur noch eines wollen: raus in die Erde. Tomaten, Paprika, Auberginen, Gurken, Zucchini – sie alle sind bereit.

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Und wir auch. Immer wieder bekommen wir übrigens Nachfragen, wie es sein kann, dass bei uns auf einmal so viele Pflanzen so groß sind. Ganz einfach: Wir bauen über zweihundert Sorten an. Wenn wir filmen, zeigen wir das, was gerade anfällt, was an diesem Tag los ist.

Alles mit der Kamera begleiten könnten wir nur mit einem eigenen Kamerateam. Aber wer etwas Bestimmtes sucht, findet auf unserem Kanal jede Menge Videos dazu. Heute ist so ein richtiger Pflanztag. Freilandpaprika müssen in die Erde, Tomaten in den Kübel, und der Knollensellerie, der schon so lange wartet, darf endlich ins Beet.

Ich wünsche uns allen viel Spaß. Ich beginne mit den Tomaten im Kübel. Vor mir steht ein großer Kübel, neunzig Zentimeter lang, und wartet auf eine Pflaumentomate, kleinfruchtig und ideal für einen Sortenversuch. Drei Pflanzen werden hier locker Platz finden.

Die Erde ist nicht neu, das muss sie auch nicht sein. Ich habe sie nur aufbereitet, mit kompostiertem Pferdemist aufgewertet. Mehr braucht es nicht. Vorsichtig nehme ich die unteren Keimblätter ab.

Bei einer Tomate, die so schön kompakt gewachsen ist wie diese hier, reicht das völlig. Die Blätter, die später bis auf den Boden reichen würden, kommen ohnehin noch weg. Denn Feuchtigkeit von unten, Spritzwasser, das ist genau das, was eine Tomate nicht will. Später, wenn die Pflanze an den Schnüren nach oben wächst, entfernen wir die unteren Blätter nach und nach, damit die Luft zirkulieren kann.

Die Pflänzchen sinken in die vorbereitete Erde, ich drücke sie sanft an und gieße ordentlich an. Kein Leitungswasser, sondern Regenwasser, das wir umgeleitet haben. Dazu kommt eine Dosiereinheit am Schlauch, die effektive Mikroorganismen direkt ins Gießwasser gibt. Ein kleiner Trick, der den Start erleichtert.

Die Tomaten stehen, ich kann die Ernte schon fast schmecken. Während ich noch damit beschäftigt bin, spüre ich ein vertrautes Gewicht an meinem Arm. Neller. Unser besonderes Haushuhn, das es irgendwie immer wieder schafft, auszubüchsen.

Sie steht neben mir, den Kopf schief gelegt, und beäugt die frisch umgegrabene Erde mit größtem Interesse. Natürlich. Wo wir buddeln, könnte es Würmer geben. Und Würmchen sind das Beste, was ein Huhn sich vorstellen kann.

Ich sehe schon, wie sie unruhig mit den Beinchen scharrt und den Schnabel neugierig in die frische Erde steckt. So geht das nicht. Nicht hier, wo die jungen Tomaten gerade ihre Wurzeln ausstrecken wollen. Also hebe ich sie hoch und trage sie in eine ruhige Ecke, wo sie buddeln darf, so viel sie will.

Sie protestiert nicht lange. Kaum steht sie auf weichem Boden, fängt sie an zu scharren, als hätte sie nie etwas anderes getan. Kurz darauf fallen ihr schon fast die Augen zu. Die Sonne, die frische Erde, die Ruhe.

Ein zufriedenes Huhn. Weiter geht es in den Gemüsegarten. Hier wartet der Knollensellerie auf seinen großen Auftritt. Die kleinen Pflanzen stehen bereit, aber das Beet sieht nicht aus wie ein Beet.

Vogelmiere, Taubnessel, alles Mögliche hat sich breitgemacht. Erst einmal klar Schiff machen. Die groben Beikräuter mit der Hand rausziehen, dann geht es ans Werk. Mit dem richtigen Werkzeug und zu zweit sind wir in nicht einmal fünf Minuten fertig.

Wer fragt, wie wir das alles schaffen? Ehrlich gesagt frage ich mich das manchmal selbst. Aber wenn das Beet sauber ist und die Reihen stehen, weiß ich wieder, warum. Der Sellerie ist eine Pflanze mit eigenen Vorlieben.

Anfang März haben wir ihn gesät, und jetzt, im Mai, darf er endlich raus. Aber nur, weil es warm genug ist. Wer Sellerie zu früh setzt, wenn es noch kalt ist, riskiert, dass er in die Blüte schießt. Dann bildet er keine Knolle aus, sondern schießt nach oben und macht viel Grün.

Das Grün wäre essbar, ja. Aber auf die Knolle hätten wir dann vergeblich gewartet. Also warten wir geduldig, bis die Zeit reif ist. Zwischen den Pflanzen rechnen wir mit etwa dreißig Zentimetern Abstand, zwischen den Reihen gut vierzig bis fünfundvierzig.

Und dann kommt ein Detail, das für die einen Unsinn ist und für die anderen das Geheimnis eines guten Selleries: eine Prise Salz ins Pflanzloch. Ich habe es schon in einer Schale vorbereitet. Sellerie kommt vom Meer, er erinnert sich gerne an die salzhaltige Luft und das Wasser. Also bekommt er eine Prise Salz zu Füßen.

Wichtig ist auch: nicht zu tief pflanzen. Bodengleich muss er sitzen, ganz anders als die Tomaten. Und die zukünftige Knolle muss frei bleiben, damit sie sich richtig entwickeln kann. Keine Erde darüber, kein Mulch, nichts, was sie verdeckt.

Wenn wir später hacken oder jäten, achten wir genau darauf. Ich setze die erste Pflanze ein und merke es sofort: Die Prise Salz. Schon wieder vergessen. Gut aufgepasst.

Also hole ich nach, drücke die Pflanze leicht an und ziehe einen kleinen Gießrand um sie herum. Eine schmale Rille, die dafür sorgt, dass das Wasser genau dort bleibt, wo es gebraucht wird. Bei jeder Pflanze, die wir in die Erde setzen, machen wir das. So einfach und so wichtig.

Ohne diesen Rand läuft das Wasser davon, und die Pflanze steht trocken da. Nach dem Angießen mit Regenwasser und effektiven Mikroorganismen sind die Selleriepflanzen versorgt. Jetzt kommt die Frage, die uns oft gestellt wird: Wie oft muss man gießen? Unsere Antwort überrascht viele.

Das Beet haben wir schon im Herbst vorbereitet, mit Gründünger und Pferdemist. Düngen müssen wir also nicht. Und gießen? Nein, auch nicht.

Die Selleriepflanzen bekommen jetzt ihr Angießwasser, und dann sind sie auf sich gestellt. Wenn es eine richtige Dürre gäbe, einen langen trockenen Sommer, dann würden wir mal Wasser geben. Aber ansonsten kommen die Pflanzen hier gut zurecht. Auch die Tomaten im Freiland, einmal gesetzt und angegossen, bekommen kein zusätzliches Wasser.

Nur die Gurken, wenn sie wirklich schlapp in der Sonne hängen, kriegen mal einen ordentlichen Schluck. Aber ansonsten: Vertrauen in die Natur. Jetzt zu den Freilandpaprika. Auf dem Gemüseacker ist das Beet schon vorbereitet, sauber gehackt, etwa einen Meter breit.

Und hier stehen sie, unsere Freilandpaprika. Ich bin jedes Jahr aufs Neue fasziniert, wie viel Ertrag die im Freien bringen. Letztes Jahr hatten wir drei richtig volle Erntedurchgänge. Drei!

Solche großen, roten, fruchtigen, köstlichen Paprika. Ich freue mich jetzt schon darauf. Bei den Paprika gibt es einen Trick. Wir setzen sie nicht so tief wie Tomaten, aber ein kleines bisschen tiefer, als sie im Topf gestanden haben.

Bis zu den ersten Blättern. So stehen sie stabiler. Und dann kommt der eigentliche Clou: Wir setzen die Paprika als Pärchen. Zwei Pflanzen, eng beieinander, in ein Pflanzloch.

Sie wachsen ineinander, stützen sich gegenseitig. Wie in einer guten Partnerschaft, in der jeder den anderen hält. Und die Bestäubung funktioniert so auch besser, weil die Blüten dichter beieinander sind. Die Ernte wird größer.

Wir haben das jetzt seit Jahren so gemacht, und es funktioniert einfach. Ein Tipp, den ich gerne weitergebe. Also setzen wir Pärchen um Pärchen in die Erde. Am Ende stehen etwa vierzig Pärchen auf dem Acker, jedes mit seinem eigenen Gießrand.

Die kleine Rille hat sich einfach bewährt. Ich freue mich schon jetzt auf die Ernte. Und falls ihr Freilandpaprika noch nicht ausprobiert habt: Sie lohnen sich wirklich. Der Mai ist noch nicht vorbei, und bis Ende des Monats werden wir noch viele weitere Beete füllen.

Es gibt so viel, was jetzt in die Erde will. Das Wetter ist perfekt, die Zeit ist gekommen. Jetzt heißt es: pflanzen, pflanzen, pflanzen. Alles andere kann warten.

Und wenn ihr Lust habt, eure eigenen Pflänzchen rauszusetzen, dann ist jetzt der richtige Moment. Die Erde ist warm, die Pflanzen sind bereit, und der Sommer wartet. Bei uns kommen neben dem Gemüse noch Kräuter und Blümchen in die Beete. Der Garten wird bunt, und das soll auch so sein.

Also raus in die Erde mit den Pflanzen, und dann schauen wir zu, wie alles wächst.