Es war ein ganz normaler Morgen auf unserem Hof, die Bagger standen schon bereit, als ich den Anruf bekam: „Der Gutachter sagt, die Erdwärme kann nicht angeschlossen werden, wenn wir den alten…

Es war ein ganz normaler Morgen auf unserem Hof, die Bagger standen schon bereit, als ich den Anruf bekam: „Der Gutachter sagt, die Erdwärme kann nicht angeschlossen werden, wenn wir den alten...

Die Bagger werden kleiner, die Löcher verschwinden langsam, und trotzdem ist hier noch lange keine Ruhe eingekehrt. Wir stehen auf dem Hof, umgeben von Sandhaufen, Lehmbergen und Maschinen, und irgendwo zwischen all dem Chaos passiert gerade etwas Großes: Die Erdwärme ist fast fertig. Wenn die Prüfung durch ist und alles funktioniert, wird alles zugebuddelt, und wir haben endlich eine ebene Fläche. Aber bis dahin ist noch einiges zu tun.

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Der alte Stall, den wir die Remise nennen, war früher ein echter Tierstall. Das sieht man noch an den alten Steinen, an den Futterkrippen, an der ganzen Struktur. Ob da Schweine oder Kühe standen, wissen wir nicht mehr genau. Aber jetzt haben wir ihn aufwendig saniert: Neue Fugen, reparierte Steine, ein fließender Übergang statt einer Stufe, damit man mit der Schubkarre durchkommt.

Und vor allem: ein großer, heller, luftiger Bereich, in dem sich die Pferde später wohlfühlen sollen. Die sollen sich nämlich selbst aussuchen können, ob sie drinnen oder draußen stehen wollen. Dafür bekommt der Durchgang eine Schiebetür, wie eine Boxentür. Und auf der anderen Seite entstehen Räume fürs Putzen und für all das Zubehör, das man mit Pferden eben braucht.

Ich träume sogar davon, hier irgendwann eine Kutsche zu haben. Die Pferde sollen nicht nur auf dem Acker arbeiten, sondern auch mal vor einer Kutsche laufen. Aber das ist noch Zukunftsmusik. Gerade stehen hier noch der Einachser und sämtliche Gartenanbaugeräte, die hier erstmal Platz finden müssen, bis sie später ausziehen.

Stück für Stück, nach und nach. Wir drücken die Daumen, dass hier bald wieder Leben einkehrt. Auf dem Innenhof sieht es noch wüst aus: Kisten, Haufen von Sand und Lehm, Maschinen überall. Aber der große Schutthaufen, der hier lag, ist endlich weg.

Und langsam, ganz langsam, kommt der Platz wieder zur Geltung. Und da stellt sich die Frage: Was würdet ihr hier machen? Ein Gewächshaus? Ein Pavillon?

Parkplätze? Wir sind gespannt auf eure Ideen – schreibt sie uns gerne in die Kommentare. Man muss hier gerade aufpassen, die Schwalben sind überall, draußen, drinnen, fliegen einem fast um den Kopf. Also ab ins Haus, zur Baustelle.

Der Technikraum sieht noch chaotisch aus, vollgestellt mit Warmwasserspeicher, Erdwärme-Technik und der Steuerung für die Photovoltaikanlage. Alles ist im Werden, aber ich hoffe, dass wir beim nächsten Update hier schon ein ordentliches Bild in Funktion zeigen können. Weiter geht es in den ehemaligen Garten-Gemüsekiosk, der jetzt als Büro und Arbeitsraum dienen soll. Der steht gerade auf Standby: Materiallager, hinten stehen noch die Anzuchtstationen, die uns dieses Jahr so gute Dienste geleistet haben.

Hier geht es erst später weiter. Kein Problem. Dafür hat sich in der Wohnung nebenan, in die meine Mutter einziehen wird, so viel getan, dass man es kaum glauben kann. Der Lehmputz ist drauf, der Oberputz kommt bald, die Decke ist zu und wird noch verspachtelt.

Die Kochnische mit Inselküche hat schon ihren Fliesenspiegel, der Boden ist gefliest, sauber und schön. Die Fenster sind drin, sogar das Terrassenfenster, das so spannend war, ist jetzt montiert. Nicht ganz perfekt, aber okay. Und das Badezimmer?

Auch da ist der Fliesenspiegel fertig. Ich muss wirklich sagen: Unser Fliesenleger hat großartige Arbeit geleistet, super sauber, super präzise. Da können wir uns nur bedanken. Was jetzt noch fehlt, ist der Oberputz, der Boden, und dann kommt ein schönes Holzpaket rein, damit sich die Oma richtig wohlfühlt.

Hell, schön, ländlich-soll es werden. Sie soll sich hier richtig zu Hause fühlen. Im Wohnzimmer sieht es noch nach Baustelle aus. Der Pakett ist drin geblieben, aber wir haben im Zug der Erdwärme-Sanierung eine Wandheizung mit eingebaut und mit Lehmputz verputzt.

Jetzt fehlt nach der Grundierung noch die Farbe. Die Räume streichen wir alle in Eigenleistung, auch die Bordüren und der Stuck kommen von uns. Aber für uns war der Garten wichtiger, deswegen steht das Wohnzimmer noch auf Warteposition. Ein Garten wartet eben nicht, der muss erst bearbeitet werden.

Das hier kommt dann hinterher. Im Schlafzimmer haben wir uns ein bisschen in Stuck verliebt. Mein Mann, der Gärtner, der auch die Videos schneidet, hat sich da reingefuchst und mit viel Liebe zum Detail, Disziplin und Durchhaltevermögen die Decke verziert: Stuckleisten, eine Rosette um die Leuchte herum. Für mich wäre das nichts gewesen, muss ich zugeben.

Aber das Endergebnis ist ein Traum. Auf dem Boden liegt jetzt ein Pakett, für das wir lange überlegt haben, aber wir haben das Thema des Hauses wieder aufgenommen und einen Pakettleger gefunden, der wirklich qualitativ hochwertig arbeitet. Was fehlt, sind die Fußleisten, die Schalterund natürlich die Wandfarbe. Alle Zimmer bekommen natürliche, gedeckte Farbtöne und Bordüren, die ich dann an die Wände male, in verschiedenen Farben.

Im Arbeitszimmer, dem Büro von meinem Mann, sieht man schon, wie es einmal aussehen wird. Der Stuck ist dran, der Kronleuchter hängt schon,die Büromöbel sind eingezogen, und der Boden besteht aus Natursteinfliesen, die schon vorher im Haus verbaut waren. Hier haben wir eine Fußbodenheizung reingemacht und uns dann entschlossen, diese alten Fliesen wiederzuverwenden. Sie sind hochwertig, robust, pflegeleicht–und vielleicht gerade deswegen wieder modern.

Unser Fliesenleger meinte, die Art, sie zu verlegen, sei eher altbacken, aber sie sind einfach schön und praktisch für den Alltag. Was mich persönlich sehr freut, ist, dass wir alte Elemente erhalten können, wie diese Tür hier mit ihren alten Beschlägen und Scharnieren. Die werden irgendwann mal aufgearbeitet, aber das hat noch Zeit. Ein Hof ist eben auch ein Abenteuerspielplatz–da gehen die Ideen nie aus.

Die Wand hier haben wir mit Kreidefarbe gestrichen, eine Naturfarbe, warm und schön. Und oben sieht man schon einen Teil der Bordüre, die ich gemalt habe–sie setzt sich bei allen Zimmern als Thema fort. Die Bordüre ändert sich, die Farbe ändert sich, aber der Stil bleibt gleich. Das gefällt uns sehr gut.

Draußen wollen wir euch noch mal die vielen Fenster zeigen. Wir hatten uns vorgenommen, dass der Hof von außen wieder aus einem Guss wirken soll, dass alles zusammenpasst und dem Hof das Gesicht gibt, das der Architekt damals geplant hatte. Wir haben einen alten, instabilen Anbau weggenommen und die Fenster neu gestaltet, mit Stichbögen, wie sie früher schon mal da waren. Und ich finde, es funktioniert.

Beide Seiten wirken jetzt zusammengehörig. Es ist noch viel zu tun, aber wir kommen voran. Stück für Stück. Und wenn alles fertig ist, wird der Hof hoffentlich wieder so einladend sein, wie er einmal war–nur besser, effizienter und schöner.

Wir freuen uns auf eure Ideen, eure Ratschläge, eure Tipps und Tricks. Und wir sehen uns bestimmt in ein paar Monaten wieder, zum nächsten Baustellenupdate. Bis dahin: Viel Spaß auf eurer Baustelle, in eurem Garten.