Heute nehmen wir euch mit in unseren Gemüsekiosk, denn wir starten endlich mit den Workshops, die ihr euch so oft gewünscht habt. Dieses Jahr zeigen wir euch nicht nur, was man aussäen kann, sondern wie wir es wirklich machen – Schritt für Schritt, direkt aus der Praxis. Und weil wir wissen, dass ihr Zeit braucht, um euch mit Saatgut einzudecken, sind die Videos immer etwa zwei Wochen im Voraus aufgenommen. Kein Stress, ihr kommt entspannt mit.

. Vor uns stehen die Multitopfplatten, bereit für die Gemüsezwiebel. Die soll später ein Prachtexemplar werden, so groß und fest wie die, die ich euch gerade zeige. Dafür muss sie früh ran, am besten schon jetzt im Januar.
Wir drücken die Erde in die größeren Platten und setzen pro Pöttchen ein bis zwei Samenkörner. Denn wenn mal eines nicht aufgeht, haben wir keine Lücken. Die Saattiefe beträgt ein bis zwei Zentimeter, und nach dem Andrücken mit dem Glas kommt das Angießen. Aber das Wichtigste bei den Zwiebeln ist die Beschriftung – die jungen Triebe sehen sich alle zum Verwechseln ähnlich, ob rot, weiß oder Lauch.
Also: Stäbchen rein, Namen drauf, dann kann nichts schiefgehen. Bei 17 Grad Raumtemperatur keimen sie zuverlässig, zwischen 15 und 20 Grad liegt ihr Optimum. Eine Wärmematte brauchen wir dafür nicht. Aber sobald die ersten grünen Zipfel sich zeigen, brauchen sie sofort Licht, sonst vergeilen sie und legen sich hin.
Die zweite Platte ist auch fertig, und weiter geht’s mit dem Sommerporree. Der darf diesmal in die flachen Upcycling-Schälchen, die wir das ganze Jahr über sammeln. Da kommt das Saatgut einfach draufgestreut, wie Salz. Dann Erde drüber, andrücken, angießen, beschriften – und ab zu den Zwiebeln.
Die Keimtemperatur ist ähnlich, also passt das hier bei unseren 17 Grad. Wie wir düngen und weiter verfahren, das zeigen wir euch in den nächsten Teilen. Jetzt kommt das Fruchtgemüse dran: Chili, Jalapeño und die Melonenbirne. Die Papino zeigt sich als gelbe Frucht mit lila Streifen, eine Marmorierung, die fast zu schade zum Anschneiden ist.
Ich habe sie im Haus nachreifen lassen, an der überwinternden Pflanze am Südfenster. Sie hat kaum Kerne, aber die wenigen, die sie hat, säen wir jetzt aus. Mit dem Pikierstäbchen drücke ich vorher ein Muster in die Erde, denn das erleichtert später das Vereinzeln. Die Samen sind fein wie die der Physalis, also nur ganz wenig Erde drüber.
Bei der Chili sind es ein halber bis ein Zentimeter Tiefe, mehr nicht. Licht brauchen sie zum Keimen noch nicht, aber Wärme: 20 bis26 Grad stehen auf dem Päckchen. Und hier zählt nicht die Raumtemperatur, sondern die Bodentemperatur. Deshalb holen wir die Wärmematten raus, die von unten heizen.
Dazu stellen wir die Schälchen in ein kleines Gewächshaus aus dem Kinderzimmer-Bereich, das wir schon seit Jahren nutzen. Die Keimung dauert beim Fruchtgemüse etwa zwei Wochen, aber es ist normal, wenn ein Teil erst nach drei oder vier Wochen kommt. Solange die Bedingungen stimmen und das Saatgut von guter Qualität ist, wie wir es garantieren, kommt da was Schönes raus. Und jetzt, zum Abschluss, noch eine Runde Pikieren.
Diese Salat-Jungpflanzen stammen aus unseren Keimproben, vom Wintersalat. Die sind im Herbst entstanden, als die Paprika und Tomaten auf den Kompost wanderten. Ein Experiment: Wir pikieren sie jetzt in eine Multitopfplatte, lassen sie eine Woche im Haus unter Licht, und dann gehen sie raus ins Gewächshaus. Im Aussaatkalender steht für Blattsalate eigentlich erst Ende Januar, aber wir wollen sehen, wie gut der Wintersalat mit der Kälte klarkommt.
Vorsichtig packe ich die Pflänzchen am Blatt, lockere die Wurzeln und setze sie einzeln in die Töpfchen. Nur die allerschönsten erwähle ich, und am Ende sind es genau zwei Minifänzchen zu viel. Die müssen sich jetzt erstmal erholen – das Pikieren ist Stress für die Pflanzen. Aber mit etwas Geduld und einer Woche Regeneration wachsen sie kräftig weiter.
Dazu gießen wir sie mit einer Prise Garten-und Bodenaktivator an, damit das Bodenleben angeregt wird. Dann wandert die Platte unters Licht und später ins Gewächshaus. Die Keimdauer ist je nach Gemüse unterschiedlich: Salate und Kohl brauchen ein bis zwei Wochen, Zwiebeln zwei bis drei, Sommerporree dauert oft länger. Und wenn nach vier bis sechs Wochen noch nichts kommt, dann hat was nicht funktioniert.
Aber bei guten Bedingungen und hochwertigem Saatgut klappt das zuverlässig. Zum Schluss noch ein Hinweis für alle, die bei uns bestellt haben: Wir hatten über die Feiertage eine kleine Auszeit, aber jetzt arbeiten wir alle Bestellungen auf Hochtouren ab. Die neuen Sorten, fast 50 im Ergänzungsset, gehen nach und nach raus, nur der Speisemais braucht noch zwei Wochen Geduld. Und wer sich fragt, warum die Sortennamen nicht mehr direkt in der Shop-Ansicht stehen: Einfach auf das Foto klicken, dann erscheint die ganze Beschreibung mit Namen, Aussatinfos und Saatgutmenen.
Die sind jetzt übrigens deutlich größer geworden, zum gleichen Preis. Wir freuen uns, wenn ihr uns durchs Gartenjahr begleitet, und wir sehen uns beim nächsten Workshop.


