„Unser Saatgut wird nicht teurer – aber es steckt künftig deutlich mehr davon in den Tütchen. Bei gleichem Preis, teilweise bis zu fünfzig oder sogar hundert Prozent mehr Inhalt. Wir haben hier auf dem Hof genug Fläche, wir können mehr ernten – und das geben wir gern an euch weiter. “
Das war die erste gute Nachricht, die ich unserem Publikum im GartenGemüseKiosk verkünden wollte.

Das Jahr neigte sich dem Ende zu, und ich stand vor der Kamera, um nicht nur einen Rückblick zu geben, sondern auch einen Ausblick auf das nächste Jahr – und der sollte vor allem eines sein: bunt. Es war ein hochfrequentes Jahr gewesen. Der Geodom war gebaut worden, eine riesige Aktion. Die Pferde waren eingezogen, hatten sich eingelebt.
Vieles war passiert, vielleicht zu viel auf einmal. Jetzt, über Weihnachten, kamen wir endlich zur Ruhe. Doch die Sorge blieb: Das Geld wird knapper, wir alle stecken in einer Krise, und auch wir bleiben davon nicht verschont. Wir hatten lange überlegt, wie wir reagieren sollten.
Die Entscheidung stand: Die Preise von 2024 nehmen wir mit ins Jahr 2025 – und wir werden versuchen, sie so lange zu halten, wie es irgendwie geht. Aber es blieb nicht bei den Preisen. Wir hatten unser gesamtes Sortiment überarbeitet. Fast alle Tütchen enthielten jetzt mehr Saatgut.
Wer sich in den letzten Tagen eingedeckt hatte, brauchte sich keine Sorgen zu machen – die größeren Mengen waren schon seit September und Oktober Schritt für Schritt eingeführt worden. Auch im Onlineshop war alles angepasst. Doch nicht nur der Inhalt hatte sich verändert. Auch die Verpackung war dran gewesen – allerdings nur von hinten.
Die Vorderseite blieb bei unserem bewährten, schlichten Stempeldesign, das wir von Hand in Deutschland drucken. Wir hatten überlegt, auf aufwendig illustrierte Tütchen umzusteigen, wie es viele andere Anbieter tun. Aber am Ende landet das Tütchen doch im Müll – und die Kosten dafür wären enorm gewesen. Stattdessen steckt jetzt einfach mehr Saatgut drin.
Die eigentliche Initialzündung für die Umstellung kam von der EU: Wer Saatgut in Verkehr bringt, muss auf jedem Tütchen einen Pflanzenpass ausweisen. Dahinter steckt eine Menge Bürokratie. Wir hatten ohnehin darüber nachgedacht, unsere Tütchen einfacher und schneller erfassbar zu machen: weniger Text, dafür Piktogramme und Icons, die auf einen Blick zeigen, was wichtig ist – Keimtemperatur, Aussaattiefe, Standort. Bei allen neuen Sorten war das bereits umgesetzt, die anderen folgten nach und nach, so schnell ich es eben schaffe.
Denn es gab viel zu tun. Dieses Jahr hatten wir über fünfzig neue Sorten ausprobiert. Manche hatten wir entdeckt, andere waren auf Wunsch unserer Community dazugekommen – immer wieder hatte jemand gefragt: „Probiert doch mal dieses Gemüse aus! “ Und so fanden sich in den unterschiedlichen Kategorien zahlreiche neue Sorten.
Beginnen wir mit dem Blattgemüse. Da wäre zum Beispiel der Stielmus – auch „Stielmus“ oder „Stielmus“ genannt, je nachdem, wie man es ausspricht. Bei dieser Sorte musste ich immer an den Reif denken, einen langjährigen Garten-YouTuber, der für viele von uns eine große Inspiration war. Auch seine Haselnüsse waren angekommen und schon eingepflanzt – ein lieber Gruß an ihn und seine Frau Michaela.
Dazu gesellten sich der Zuckerhut, den wir gern als Salat essen, und die rote Gartenmelde, äußerst dekorativ und prima zuzubereiten. Bei vielen Gemüsesorten hatten wir zudem die Einteilung in „früh“ und „spät“ eingeführt – so auch beim Fenchel, der jetzt in beiden Varianten erhältlich war. Im Bereich Fruchtgemüse freute ich mich besonders über die orangene Blockpaprika – faszinierend, dass wir sie sogar ohne Gewächshaus anbauen konnten. Dazu kamen die Spitzpaprika in Orange, die uns geschmacklich begeisterte, sowie die Bratpaprika, die Pimientos, die es nun als festen Bestandteil ins Sortiment schafften.
Die Tigertomate in Pink war eine wunderbare Snacktomate, und auch zwei Auberginen-Varianten waren neu: eine in Pink und eine kugelrunde. Wer Auberginen liebt, konnte sich nun über mehr Vielfalt freuen. Zwei weitere spannende Sorten, die erst ab Mitte Januar lieferbar sein würden – bestellbar jetzt schon –, waren der Speisemais und der Popcornmais. Letzterer eignet sich perfekt für gemütliche Abende, und aus Speisemais lässt sich wunderbar Polenta herstellen.
Dann gab es Neues bei den essbaren Blüten: goldgelbe Hornveilchen, blauer Lein mit seiner wunderschönen Farbe, eine Zinnien-Mischung, die von Insekten stark besucht wird und sich auch für Blütenbutter eignet, bunter Flachs mit langer Blütendauer in Rosé- und Weißtönen, Schafgarbe nicht nur in Weiß, sondern auch in zarten Rosatönen, die fest ins Programm aufgenommene Cosmea in Orange und die hübsche Bartnelke. Auf dem Teller wurde es nicht nur bunt, sondern auch sehr dekorativ. Auch im Kohlgemüse war Platz für Neues: Der Kohlrabi in Lila ist eine Augenweide und schmeckt dazu noch großartig. Und ein echtes Highlight war der Rosenkohl in Lila – wunderschön anzusehen, sei es beim Fotografieren, Malen oder einfach beim Ernten und Zubereiten.
Sein Geschmack war köstlich. Beim Wurzelgemüse konnte ich meine Freude kaum verbergen: Gelbe Bete, weiße Möhren, die von vielen gewünschte Mairübe, Ringelbete, die innen schöne weiße und rote Ringe zeigt, gelbe Möhren und auch – etwas schärfer – der schwarze Rettig, den ich in der Erkältungszeit gern verwendet hatte. Bei den Hülsenfrüchten hielten wir eine Wintererbse bereit, die im Herbst gesät wird und früh geerntet werden kann – eine spannende Geschichte. Dazu die Kidneybohne als Trockenbohne, die sich prima lagern und bei Bedarf zubereiten lässt.
Und dann war da noch die ganz besondere Metabohne: eine seltene Bohne, die man sogar roh verzehren kann. Sie wächst gern geschützt – wer also eine windgeschützte Ecke oder ein Gewächshaus hat, sollte sie unbedingt einmal ausprobieren. Bei den Kürbisgewächsen erweiterten wir unser Angebot um Minigurken, die sogar im Kübel gut wachsen und wunderbar zum Snacken geeignet sind, um einen Knödelkürbis mit lustigem Namen und hervorragendem Geschmack sowie um eine gestreifte Zucchini. Zusammen mit der grünen, der gelben und der gestreiften Sorte ließ sich etwa ein Zucchinisalat oder Spirelli-Salat wunderbar bunt gestalten.
Auch bei den Kräutern wurde das Sortiment bunter: Salbei, der auch im Kübel gedeiht und gerade zur Weihnachtszeit ein wichtiges Kraut ist, Majoran, Koriander – von manchen geliebt, von anderen gemieden –, Sauerampfer, aus dem sich eine köstliche Suppe kochen lässt, und Baldrian als ganz besonderes Gewächs. Doch es gab noch eine weitere Kategorie, die mit einem Sternchen gekennzeichnet ist: unsere Sonderaktionen. Das sind Sorten, von denen wir nur kleine Mengen haben. Dazu gehörte die orangene Snackpaprika – sie ist unbeschreiblich köstlich, hat kaum Kerne und wächst wunderbar.
Auch von der Ananaskirsche hatten wir nur eine kleine Menge, nachdem eine Charge die Keimquote nicht erreicht hatte und entsorgt worden war. Wir hatten die verbliebene Charge überprüft und sie war einwandfrei. Ich hoffte, dass die Sorten beim Erscheinen des Videos noch vorrätig sein würden – am Tag zuvor war unser Newsletter herausgegangen, und wer den kostenlosen Newsletter abonniert hatte, konnte sich das Saatgut bereits früher sichern. Im letzten Teil ging es um das Wichtigste überhaupt: den Boden.
Wer Gemüse anbaut, ob im Garten, auf dem Acker oder im Kleingarten, der muss den Boden pflegen, Humus aufbauen und ihn gesund halten. Wir sprachen über Gründüngung. Bekannt waren Buchweizen, Zottelwicke, Inkarnatklee und Phacelia. Neu dazu kamen ein Winterstaudenroggen, eine Sonnenblumenmischung und eine Ringelblumenmischung – auch sie eignen sich hervorragend als Gründüngung.
Und eine Wintererbse in einer anderen Sorte, die ebenfalls dem Boden guttut. Für alle, die sich ärgerten, weil sie sich kürzlich eine komplette Box mit all unseren Sorten zugelegt hatten oder eine unterm Weihnachtsbaum lag, gab es eine Lösung: Wir hatten alle neuen Sorten in einem Ergänzungsset zusammengefasst. Das war versandkostenfrei und ließ sich leicht mit der bestehenden Box kombinieren. Nach dem Rundgang konnte ich nur noch ein kleines Scherzchen machen – wie ich mich als Teleshopping-Queen geschlagen hatte –, aber im Ernst: Es ging nicht nur um den Verkauf.
Bildung, Wissen, Erfahrung – unsere Onlinekurse, Aussaattipps und Playlists – das alles sollte kostenlos bleiben. Abseits von YouTube, wo wir bewusst keine Werbung schalten wollten, um unabhängig zu bleiben, mussten wir uns dennoch finanzieren. Von Luft und Liebe allein konnte man nicht leben. Unser Geschäftsmodell war ein Kreislauf: Wir verkaufen Saatgut, unsere Kundinnen und Kunden kaufen es, und dafür bekamen wir die Wertschätzung zurück, die wir so schätzten.
Das Jahr 2024, meine Lieblingszahl, war anstrengend, aber erfüllend gewesen. Die Folientunnel standen, der Geodom war aufgebaut, die Pferde hatten sich eingelebt. Es war ein großer Traum von mir gewesen, und alles hatte länger gedauert als gedacht – bei Pferden und Kindern galt: lieber Schritt für Schritt, mit Geduld und dem Aufbau einer vertrauensvollen Bindung. Ja, Tiere am Haus zu haben, sei eine große Verantwortung, aber auch eine wunderschöne Geschichte.
Der größte Batzen auf der Baustelle war geschafft, und es war endlich warm im Haus. Es gab noch einiges zu tun, aber langweilig würde es nicht werden. Jetzt, im Winter, war es draußen noch kalt und ungemütlich, doch das Licht kehrte zurück, die Tage wurden länger, und die ersten Aussaaten begannen bereits: Chilipflanzen waren da, und in dem Anzuchtschälchen spross schon Salat. Es gibt ja nicht umsonst den Spruch „Du bist, was du isst“ – unser eigenes Gemüse schmeckte einfach viel besser als das übliche Supermarktgemüse.
Ob das nicht auch ein Videothema wäre? Ich ließ die Frage offen. Wir freuten uns darauf, die Menschen auch im nächsten Jahr zu begleiten und zu motivieren. Es gab neue Videoideen und ab 2025 ein neues Format, das schon in der kommenden Woche starten würde.
Doch bis dahin galt: Macht eure Gärten bunt, plant eure Saison gut – und bis zum nächsten Mal.


