Wir stehen im Gewächshaus, und im großen Gemüsegarten sind die Anzuchtregale bereits gut gefüllt. Viele der Pflanzen, die wir vor ein paar Wochen ausgesät haben, sind hier eingezogen, um sich an das kältere Wetter zu gewöhnen. Die Salate und Kohlpflanzen stehen schon bereit – Rotkohl, Grünkohl, Blumenkohl, Spitzkohl und Wirsing. Ich lege meine Hand auf die Blätter; sie sind fest und stabil.

Die Pflänzchen sehen vital aus und können sich hier prima umgewöhnen. Voraussichtlich Mitte März wandern sie in die Erde, allerdings nicht alle ins Gewächshaus – ein Teil wird später in den Folientunnel gesetzt. Im Beet daneben wächst der Spinat, den wir direkt ausgesät haben. Er hat jetzt das Baby-Leaf-Stadium erreicht, das man roh wegsnacken kann – aufs Brot oder als Salat.
Anfang März freue ich mich sehr darüber. Auch die bunte Salatmischung gefällt mir richtig gut, sie wächst stetig weiter. Daneben stehen noch Asiasalat, Wintersalate und verschiedene Petersilien. Im hinteren Bereich der Regale stehen Platten mit grünen Halmen – das sind die Gemüsezwiebeln, die wir vor kurzem vereinzelt haben.
Sie dürfen sich jetzt an die Temperaturen gewöhnen, ebenso wie die Lauchzwiebeln daneben. Ich habe einen wichtigen Tipp: Wenn es jetzt frühlingshafter wird und die Sonne scheint, müssen wir im Gewächshaus die Fenster und Türen öffnen, damit Luft durchzieht und die Feuchtigkeit abtransportiert wird. Sonst bekommen die Pflanzen eine Sauna, und das mögen sie nicht. In den hinteren Gemüsekisten stehen viele kleine Pflänzchen, die mich ein bisschen an Hasen erinnern – passend zur bevorstehenden Osterzeit.
Aktuell haben wir im Gewächshaus 13 bis 14 Grad. Wenn es abends kalt wird, kann es auf 0 bis -1 Grad fallen, das verkraften die Pflanzen gut. Sollte es aber längere Zeit wärmer werden, stellen wir sie lieber raus – und bei angekündigten stärkeren Frösten wieder rein. Die Pflege der Jungpflanzen ist immer ein Blick auf Licht und Temperatur.
Jetzt wird ausgesät. Es kommen die Salate – die dicken Bohnen haben ja schon den Anfang gemacht, jetzt geht es mit den Sorten weiter, die keine Beleuchtung mehr brauchen. Salate, Kohlpflanzen und Zwiebelgewächse können jetzt im geschützten Bereich gesät werden, im Gewächshaus, im Tunnel oder im Hochbeet mit Abdeckung. Ich habe mir den Batavia und den Lollo Rossa vorgenommen.
Die Keimtemperatur liegt bei 10 bis 16 Grad – selbst wenn es nachts kälter wird, kein Problem. Wichtig ist nur, morgens und abends nach den Schalen zu schauen, damit sie nicht austrocknen, denn Salat ist fast ein Lichtkeimer und wird nur mit ein bisschen Erde berieselt. Ich streue das Saatgut vorsichtig wie Salz und versuche, genügend Abstände zu halten. Wer Eisbergsalat mag, wird Batavia lieben – der hat richtig Geschmack und ist knackig.
Danach geht es ins Haus zur Anzuchtstation. Die ersten Pflanzen sind schon pickiert – eine Physalis, eine Melonenbirne, eine Pepino. Jetzt pickieren wir die Auberginen, wir haben mehrere Sorten. Immer schön der Reihe nach.
Hinter mir ist es schon leerer geworden, aber das muss auch so sein, denn wir brauchen Platz für Neues. Die Auberginen, die wir heute pickieren, sind zusammen mit der Kugelaubergine und der pinken Aubergine ausgesät worden. Wer mehr Vielfalt möchte, sollte jetzt im März noch Auberginen aussäen – bis Ende März ist das gut möglich, danach wird es langsam zu spät. Beim Picken gehe ich mit dem Pikierstäbchen in die Anzuchtschale, lockere die Erde vorsichtig, packe die Pflanze am Blattwerk und hole sie heraus.
Ich setze sie tiefer in die Erde, bis zu dem Punkt, wo die Keimblätter anfangen. Ich suche mir zuerst die schönsten und größten Pflänzchen heraus. Was übrig bleibt, kommt in den Kompost, oder wenn noch Schöne dabei sind, gebe ich sie weiter. Und natürlich nicht vergessen: beschriften!
Die Auberginen habe ich mit etwas Gartenbodenaktivator angegossen, in halber Dosis, und die Töpfchen wandern jetzt ins Anzuchtregal. Sie brauchen Licht, und bis sie rauskommen, dauert es noch – je nach Wetter Ende März oder April. Dann gewöhnen sie sich im Gewächshaus ans Draußen. Aber Achtung: Unter 15 Grad mögen sie es überhaupt nicht.
Erst nach den Eisheiligen dürfen sie raus, zum Beispiel zu zweit im Kübel auf der Terrasse. Als Nächstes nehme ich mir den Fenchel vor. Dafür benutze ich eine Multitopfplatte mit 35er-Töpfen. Ich mache pro Pflanzloch drei Löcher und lege in jedes ein Saatkorn.
Den Fenchel muss ich nicht pikieren – ich kann ihn bei der Pflanzung einfach vereinzeln. Wenn alle drei auflaufen, nehme ich sie später auseinander und setze sie ins Beet. So kann ich mehr Pflanzen auf einer Fläche ziehen. Auf dem Tütchen steht: vier Wochen von der Aussaat bis zur Pflanzung.
Wenn es sechs Wochen werden, ist das auch okay. Man muss flexibel bleiben und die Pflanze im Blick haben. Und wichtig: Fenchel nicht zu spät ernten – jung und mild schmeckt er am besten, auch roh. Die Multitopfplatte wandert gleich nach ganz oben ins Anzuchtregal, denn die Keimtemperatur liegt bei 18 bis 22 Grad, die Saattiefe bei eineinhalb bis zwei Zentimetern.
Diese Platte kommt erst im April ins Gewächshaus und später ins Freiland. Bei uns gibt es zwei Fenchelvarianten: Fenchel früh und Fenchel spät – der späte ist für den Herbstanbau. Jetzt freue ich mich besonders: Es ist Zeit, die Tomaten auszusäen. Wir sind Ende Februar, bald ist März.
Ich differenziere da ein bisschen: Zuerst kommen die großfruchtigen Sorten für das Gewächshaus, zum Beispiel die Prinzentomate, Fleischtomate, Ananastomate oder die Ochsenherz. Mit der Sonnenherztomate fange ich heute an. Die Saattiefe liegt bei einem halben bis zu einem Zentimeter, die Keimtemperatur bei 22 bis 24 Grad – etwas wärmer darf es sein. Deshalb wandern diese Schalen nicht in die Regale hier, sondern mit ins Büro, wo auch die Paprika steht.
Die kleinfruchtigeren Tomaten für das Freiland oder die Hauswand sind schneller, die würde ich etwas später aussäen, damit man es aufteilen kann. Bei Tomaten fällt es mir schwer, mich bei der Vielfalt zu begrenzen – es werden dann doch immer wieder endlos viele Sorten. Aber ich freue mich auf die bunte Tomatenernte. Ich habe größere Abstände gewählt bei der Sonnenherztomate, denn sie wird wie alle Tomaten pikieren.
Da ist es einfacher und für die Wurzeln schonender. Schauen wir uns die Anzuchtstation an. Hier unten seht ihr Salatpflänzchen, die gerade mal vor einer halben Woche pickiert wurden – sie sehen noch ein bisschen müde aus, aber am Wochenende können sie raus ins Gewächshaus. In den Gemüsekisten darunter haben wir uns einen einfachen Trick zunutze gemacht: Die Platten stehen höher, also näher am Licht, damit die später ausgesäten Pflanzen aufholen können.
Eine Etage darüber ist es noch recht leer, das ändert sich bald, wenn alles pickiert ist. Oben haben wir den Fenchel. Im unteren Bereich stehen Chili und Paprika, die sich prächtig entwickeln. Die Paprika stehen im Büro, wo es wärmer ist.
Wenn man auf die Bodentemperatur achtet, funktioniert das gut – wir haben fast eine hundertprozentige Keimquote. Eine Etage darüber stehen die Zwiebeln, die gelben und die roten. Sie haben sich etwas Zeit gelassen, deshalb stehen sie höher, näher am Licht, damit sie schneller wachsen. Auch unsere Riesenpaprika sind hier, sie stehen in 9×9-Töpfen und werden demnächst in 12er-Töpfe umgesetzt.
Ganz oben ist es bunt und voll: Physalis, verschiedene Auberginen und der Blumenkohl für die Saatgutvermehrung – davon braucht man einfach ein paar mehr. Dazu kommen noch Knollensellerie und Stangensellerie. Der Sellerie wurde letzte Woche ausgesät, und wenn man genau hinschaut, sieht man ganz viele kleine Keimlinge. Es braucht Geduld, aber es funktioniert.
Ich freue mich, wenn euch der Workshop gefallen hat, über einen Daumen nach oben. Und ich bin gespannt, was ihr gerade ausgesät habt – erzählt es mir in den Kommentaren.


