„Seht euch das an – das ist die Pracht, die heute noch in die Erde kommt. “
Ich stand mit meinem Mann im großen Gemüsegarten und zeigte auf die Reihen mit Jungpflanzen. Der Salat und der Kohl standen nicht mehr im Gewächshaus – dort wäre es ihnen inzwischen viel zu warm geworden. Bei dreißig Grad wären sie nicht gewachsen, sondern hätten geblüht.

Also standen sie jetzt draußen in den Multitopfplatten, bereit fürs Freiland. Wir hatten lange auf Regen gewartet. Wochenlang war alles staubtrocken gewesen, und dann kam das Wasser auf einmal in Strömen – fünfzehn Liter pro Quadratmeter. Wir waren dankbar, aber mein Mann zeigte mir einen alten Trick: Man hackt die Beete einmal durch, sobald der Regen vorbei ist.
Links hatte er es gemacht – die Oberfläche war hell und trocken. Rechts ließ er einen Streifen unbearbeitet, der noch dunkel und feucht aussah. „Siehst du den Unterschied? “, fragte er.
„Durch das Hacken unterbrechen wir die Kapillare. Die Feuchtigkeit bleibt unten in der Erde, statt nach oben zu verdunsten. “
Ich grub ein Stück um – darunter war die Erde schön dunkel und feucht. Die lockere, trockene Schicht darüber wirkte wie ein Mulch.
Ein einfacher Trick, aber ein guter. Danach kümmerte ich mich um die Möhren. Wir hatten vier Sorten im Sortiment: die zarte Möhre, die dicke Möhre, und neu dazu die gelbe und die weiße. Zehn Meter Beet, fünf Meter pro Sorte.
Bevor wir aussäten, holte ich ein Glas mit feuchtem Sand aus der Kindersandkiste. Ein Teelöffel Sand, vermischt mit dem Saatgut, nur für etwa zwei Tage – so quillt das Saatgut leicht auf und keimt besser. Ein alter Trick meines Opas, der seit Jahren funktioniert. Mein Mann und ich verteilten die vier Sorten Reihe für Reihe.
Danach hieß es: feucht halten, jeden Morgen prüfen, bis die ersten Keimlinge durchkommen. Im April kann man noch mehr Wurzelgemüse säen – Pastinaken, Haferwurzeln, Rote Bete, Gelbe Bete, Weiße Bete und Ringelbete. Aber wir warteten noch ein paar Tage, bis es wärmer wird. Dann gab es da noch unser Experiment.
Schon seit Jahren stehen bei uns die Kartoffeltonnen – Blechzylinder mit Gitter am Boden, gefüllt mit Pferdemist und Erde. Normalerweise ernten wir im Frühsommer ab. Diesmal hatten wir die Kartoffeln unten drin gelassen, oben eine Nachpflanzung mit Salaten gesetzt und das Ganze über den Winter stehen lassen. Nun buddelten wir die restlichen Knollen aus.
„Schau mal, die hier haben schon Keime“, sagte mein Mann. Einige Kartoffeln waren wirklich groß und erstaunlich fest. Aber am Rand, wo nichts isoliert war, hatten die Fröste zugeschlagen – die waren matschig und unbrauchbar. Und bei den Kartoffeln, die wir bis in den Winter geerntet hatten, hatten wir einen Nachteil bemerkt: Nach einem Frost schmeckten sie nach dem Kochen leicht süßlich.
Unser Fazit: Man kann die Kartoffeln bis etwa Dezember in den Tonnen lassen und oben eine Herbstsalat-Kultur anbauen. Aber wenn im Januar und Februar der Boden richtig durchfriert, wird es schwierig. „Dieses Jahr probieren wir was Neues“, sagte ich. „Statt vier Kartoffeln setzen wir nur noch zwei, mittig.
Vielleicht wachsen sie dann weniger zum Rand und vertragen die Kälte besser. “
Die Erde aus den Tonnen verwendeten wir allerdings wieder – zum dritten Mal in Folge. Eigentlich ist das bei Kartoffeln ein No-Go, aber wir arbeiteten mit effektiven Mikroorganismen, gossen mit Gabo an und aktivierten so das Bodenleben. Bisher funktionierte es gut.
Nach dem Gang durch den Garten ging es in die Anzuchtstation. Ich blätterte kurz durch unseren Aussaatkalender für den April: Salat, Kohl, Zwiebeln – bei den Zwiebeln war es fast die letzte Möglichkeit. Brokkoli, Weißkohl und Rotkohl konnten Anfang April raus, Blumenkohl auch noch. Und an das Wintergemüse mussten wir denken: Rosenkohl, Grünkohl und Palmkohl mussten im April oder spätestens Mai gesät werden, damit wir im Winter ernten konnten.
Dann stand noch das Pikieren an. Brokkoli – wir nahmen die 24er-Multitopfplatte mit den größeren Fächern, damit sich die Kohlpflanzen gut entwickeln konnten. Ich füllte sie mit unserer eigenen, gedämpften Anzuchterde. Mit einem Pikierstäbchen löste ich vorsichtig eine Pflanze nach der anderen aus der alten Platte und setzte sie bis zu den Keimblättern tief in die neue Erde.
„Nicht vergessen: angießen und beschriften“, sagte ich. „Kohlrabi und Brokkoli sehen sich nämlich zum Verwechseln ähnlich. “
Die Platte blieb noch ein bis zwei Tage in der Anzuchtstation, um sich vom Stress zu erholen, dann wanderte sie ins Gewächshaus. Danach kam die Aussaat der Freilandtomaten.
Aus unserem Sortiment eigneten sich besonders die Cocktailtomate – klein, süß, perfekt als Snack –, die Wildtomaten in Gelb und Rot, die nicht ausgegeizt werden mussten, und die klassische Freilandtomate, eine Salattomate, die als Stabtomate gezogen wird. Ich entschied mich für die Cocktailtomate. In der Anzuchtstation war es nicht warm genug, die Keimtemperatur sollte bei zwanzig Grad liegen. Also füllte ich meine blaue Aussaatsschale mit Erde, verteilte die Samen und stellte sie ins Büro, wo es schön warm ist.
Wer will, kann das auch noch Anfang April machen. Zwischendurch musste ich an etwas anderes denken. Immer wieder erreichten uns Nachrichten mit der Frage nach einem Hofführungs- oder Baustellenupdate. Ich zögerte, darüber zu sprechen, aber ich wollte ehrlich sein: Es war nicht viel passiert – wir steckten mitten in einer wirtschaftlichen Krise, und auch wir waren davon betroffen.
Alles, was wir selbst machen konnten, machten wir: zwölf bis sechzehn Stunden am Tag im Garten. Aber für die Baustelle brauchten wir Handwerker, und die wollten für ihre Arbeit selbstverständlich bezahlt werden – das konnten wir uns im Moment einfach nicht leisten. Also war das Bauprojekt auf Pause gedrückt. Ich hoffte, dass wir im Herbst weitermachen können, wenn das Wetter besser wird und ein bisschen mehr Grün auf dem Hof ist.
Dann widmete ich mich wieder dem, was mir Freude machte: den Anzuchtregalen. Sie waren leerer geworden, einiges stand schon im Gewächshaus. Bei den Auberginen waren die Keimblätter etwas blass – kein Problem, solange die neuen Blätter schön grün herauskommen. Die Freilandpaprika, die wir Mitte Februar gesät hatten, standen bereit, um bald ins Gewächshaus zu wandern.
Auch die Korianderplatte sollte demnächst umziehen. Und dann zeigte ich etwas, das nicht perfekt gelaufen war: das Bodenkraut. Es war gekeimt, wunderbar sogar, aber es war zu schnell nach oben geschossen und hatte viel zu lange Stängel bekommen. „Dem war es einfach zu warm“, sagte ich.
„Den sehen wir einfach noch mal neu aus. “
So ist es eben im Garten – nicht immer klappt alles. Der März war fast vorbei, der April stand vor der Tür. Auf die Jungpflanzenarbeit konnten wir stolz zurückblicken, bis auf das Bodenkraut.
Ich freute mich über jeden Daumen nach oben und jeden Besuch im Kiosk. Zum Schluss verwies ich auf die Playlist zum Kartoffelanbau in Tonnen und auf die Workshop-Playlist zum Durchgehen der Arbeiten vom März. Dann verabschiedete ich mich: „Macht eure Gärten bereit, habt Spaß bei der Planung und den Aussaaten – und bis zum nächsten Mal.
“

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