Jetzt im Juli ist die Hitze da, und viele denken, die Aussaat-Saison sei vorbei. Doch genau jetzt können wir unsere Gärten noch einmal richtig bunt und unsere Erntekörbchen gefüllt halten. Keine Sorge, wir zeigen euch, was jetzt noch geht. Beginnen wir mit dem Blattgemüse.

Salate wie Batavia, Eissalat oder Rauke lassen sich jetzt noch wunderbar aussäen, sogar als bunte Mischung. Aber Achtung: Diese Salate haben eine Keimtemperatur von nur 10 bis 16 Grad. Bei der aktuellen Wärme keimen sie in der prallen Sonne nicht. Der Trick ist, ein schattiges Plätzchen zu suchen, zum Beispiel die Nordseite des Gartens.
Und beim Angießen nehmen wir kaltes Wasser. So klappt die Sommeranzucht zuverlässig. Auch Fenchel können wir noch aussäen. Wir unterscheiden zwischen Früh- und Spätfenchel.
Für den Juli ist die Sorte Spätfenchel optimal, sie kommt mit der Jahreszeit gut zurecht. In unserem Aussaatkalender haben wir das alles notiert. Der Kalender ist ohne Saatgut, aber jedes Jahr neu verwendbar, und auf der Rückseite gibt es viele Tipps. Viele von euch nutzen ihn bereits.
Dann haben wir die Asiasalate, zum Beispiel Mizuna oder Muzar. Die Keimtemperatur liegt hier bei 10 bis 20 Grad. Vom Geschmack her sind sie etwas pikanter als normaler Salat. Man kann sie roh essen oder in der Pfanne zubereiten.
Eine tolle Erweiterung für das Gemüseangebot. Mangold können wir jetzt auch noch säen, aber es ist wirklich die letzte Gelegenheit. Ob bunt oder rot, er ist ein wunderschöner Farbtupfer im Garten. Und dann kommen die Herbstsalate: Radicchio und Endiviensalat.
Sie schmecken etwas bitter, aber das ist eine Sache der Gewohnheit und der Zubereitung. Früher mochte ich sie gar nicht, inzwischen liebe ich sie. Diese Salate brauchen Keimtemperaturen über 20 Grad. Wenn wir darauf achten, haben wir bald wunderbare Herbstsalate stehen – roh im Salat oder erhitzt, beides ist möglich.
Speziell der Zuckerhut ist auch noch dabei. Den säen wir gleich gemeinsam aus. In unserem Biosaatgutkalender, den es jedes Jahr gibt, sind 12 Saaten enthalten. Wenn ich einen Monat zurückschaue, war der violette Basilikum dabei.
Den könnt ihr jetzt im Juli auch noch aussäen. Es gibt noch ein paar Restbestände des Kalenders reduziert im Kiosk. So bekommt ihr günstig 12 Saatguttütchen in bester Qualität. Im August seht ihr dort die Puntarelle.
Sie ist ein absoluter Herbstsalat, eine Delikatesse. Als einzelne Sorte haben wir sie noch nicht, aber im Kalender ist sie enthalten. Auf der Rückseite gibt es immer ein passendes Rezept, zum Beispiel für gebackenen Zuckerhut. Wenn man den Kalender halbiert und auf A5 verkleinert, hat man eine schöne Rezeptkarte.
Jetzt säen wir den Zuckerhut gemeinsam aus. Er ist ein Mittelzehrer und steht gerne neben Bohnen, Fenchel oder Lauch. Die Saattiefe beträgt 1 bis 2 Zentimeter. Wir füllen eine Anzuchtschale mit Erde, säen aus, drücken an, gießen an und beschriften.
Und dann stellen wir die Schale auf die Nordseite. Schattig, mit der richtigen Temperatur, aber nicht in der vollen Sonne. In der Sonne würden die Schalen viel zu schnell austrocknen. Für eine optimale Keimung braucht das beste Saatgut die richtige Behandlung.
Wenn die Pflanzen größer sind, pikieren wir sie in eine 35er Multitopfplatte. Der Zuckerhut heißt übrigens nicht wegen seines Geschmacks so, sondern wegen seiner Form, aber er ist ein wunderbarer Salat, den man auch gebacken genießen kann. Bei den normalen Blattsalaten wie Batavia oder Eichblatt bedecken wir die Saat nur ganz leicht mit feiner Erde und gießen an. Bei den Herbstsalaten wird die Saat etwas tiefer gesetzt.
Da sollte man nicht durcheinanderkommen. Zum Blattgemüse kommt noch der Spätspinat, den wir Ende Juli säen können. Es ist also einiges los. Weiter geht es mit dem Zwiebelgemüse: Lauchzwiebeln sind ein schönes, einfaches Gemüse für viele Gerichte.
Beim Kohl haben wir Spitzkohl, Wirsing, Kohlrabi, Brokkoli, Chinakohl und natürlich Blumenkohl. Für den Blumenkohl Spät nehmen wir wieder ein Anzuchtschälchen, füllen Anzuchterde ein und formen die Löcher mit einem Pikierstäbchen vor. So ist das spätere Pikieren einfacher. Blumenkohl ist vielfältig zuzubereiten, zum Beispiel fermentiert oder im Backofen.
Auch diese Schale wandert auf die Nordseite. Aber sobald die Pflanzen gekeimt sind und Keimblätter haben, räumen wir sie wieder in die Sonne, damit sie sich optimal entwickeln können. Um euch das Ganze zu vereinfachen, haben wir Sets zusammengestellt. Es gibt eine Herbstsaatbox mit allen Aussaten, die für den Herbst geeignet sind und geerntet werden können.
Die findet ihr im Kiosk und im Blogbeitrag verlinkt. Oder ihr nehmt die Juli-Box. Die könnt ihr komplett mit einer wunderschönen Box bekommen, die Heidi von Hand fertigt. Diese Box kann man danach weiterverwenden, zum Beispiel für Stifte oder USB-Sticks.
Eine tolle Geschenkidee für Gartenfreunde. Den Inhalt gibt es aber auch ohne Box als Set. Unter dem Video in der Videobeschreibung findet ihr die Links. Vielen Dank, wenn ihr bei uns einkauft, denn mit jedem Einkauf unterstützt ihr unsere Arbeit und unsere werbefreien Videos.
Unsere Saaten sind aus Überzeugung biologisch und samenfest. Nun zum Wurzelgemüse. Auch das können wir jetzt noch aussäen, auch wenn es die letzte Gelegenheit ist. Möhren zum Beispiel säen wir direkt ins Beet.
Ein Trick ist das Vorquellen in feuchtem Sand. Wir haben nicht nur orangene Möhren im Sortiment, sondern auch weiße und gelbe. Bei den Beten gibt es Rote Bete, Rote Ringelbete, Gelbe Bete und Weiße Bete. Die säen wir ebenfalls direkt.
Auch die Steckrübe können wir aussäen. Direktsaat kann funktionieren, muss aber nicht. Wir empfehlen, sie vorzuziehen. Bei den Hülsenfrüchten können wir Zuckererbsen und Markerbsen noch einmal aussäen, um das Erntefenster zu strecken.
Die Blüten der Zuckererbsen kann man übrigens essen und sehen dekorativ aus. Auch die Dicke Bohne bauen wir zweimal im Jahr an, also können wir sie jetzt noch einmal säen. Und nicht zu vergessen: die Buschbohnen. Im Gegensatz zu Stangenbohnen sind sie viel schneller.
Für Stangenbohnen wäre es jetzt zu spät, aber Buschbohnen sind der richtige Zeitpunkt. Wir haben sie auch in verschiedenen Farben. So macht ihr eure Gärten bunt. An Kräutern haben wir auch noch einiges.
Basilikum in Grün pflanzen wir jetzt noch aus, denn wir können noch mehr gebrauchen. Dazu kommen Rotvioletter Basilikum, Oregano, Dill als Direktsaat – der wächst übrigens gerne mit Gurken zusammen – oder Thymian, der mehrjährig ist. Auch Koriander, Petersilie oder Majoran sind noch Kandidaten. Bei schönem Wetter gehe ich gerne durch den Garten und schneide die Kräuter herunter, damit sie buschiger werden.
Dann trockne ich sie und habe sie über den Winter. Basilikum ist ein Lichtkeimer, den wir jetzt aussäen. Er wandert auf die Nordseite, und wir müssen morgens und abends gießen, damit er schön keimt. Sobald er gekeimt ist, kommt er ans Licht und an die Sonne.
Wenn ihr bei der Gartenplanung für die zweite Jahreshälfte schon Flächen freihabt, die ihr nicht mehr braucht, dann pflegt den Boden, denn der Boden ist die Basis für unseren Gemüseanbau. Eine gute Methode ist die Gründüngung. Wir haben ein Gründünger-Set mit verschiedenen Sorten für verschiedene Zwecke. Roggen kann man als Gründünger anbauen, ebenso Phacelia, die fruchtfolgeneutral ist.
Auch Buchweizen fruchtfolgeneutral. Die Sonnenblume ist perfekt, wenn ihr nächstes Jahr Wurzelgemüse anbauen wollt, denn sie wurzelt tief und lockert die Erde auf. Ringelblumen kann man zum Beispiel nach den frühen Kartoffeln säen, sie sind ein super Mischkulturpartner gegen Drahtwürmer. Dann haben wir Wintererbsen, Zottelwicke und Kanalklee, also Leguminosen.
Nach Kohl angebaut, reichern sie den Boden mit Stickstoff an. Mit Gründüngung pflegen wir den Garten nachhaltig. Und wenn ihr etwas von der Saat übrig habt, könnt ihr sie im nächsten Frühjahr aussäen und habt wunderbare Blütenmeere, die toll für Insekten sind. Sie duften fantastisch, und Fliegen mögen sie nicht.
Der Garten macht also auch jetzt im Juli noch richtig Spaß. Wir bauen unser Gemüse nicht nur wegen des Geschmacks an, obwohl selbst angebaut einfach besser schmeckt. Viele Sorten können gar nicht in den Handel kommen, weil sie nicht lagerfähig sind und es sich nicht lohnen würde. Der eigene Anbau ist hochwertig, besonders bei den Inhaltsstoffen.
Wenn wir unseren Boden und unser Gemüse pflegen, tun wir uns selbst gut. Es heißt ja nicht umsonst: Du bist, was du isst, oder: Lass deine Nahrung deine Medizin sein. Ihr bekommt bei uns nicht nur das Saatgut, sondern auch viele Videos, die zeigen, wie ihr effektiv und erfolgreich anbaut. Oben verlinkt ist die Playlist mit den kompakten Anbauvideos, unten die Playlist zum Thema Haltbarmachen.
Denn jetzt ist große Erntezeit und da sind viele Inspirationen dabei. Wenn ihr es noch nicht gemacht habt, probiert unbedingt das Fermentieren aus. Schaut in die Videobeschreibung, schaut in unseren Shop, macht eure Gärten bunt und bis zum nächsten Mal.


