Ich stand mit dem Spaten im Beet, als der Agrarberater mir den Spaten aus der Hand nahm und sagte: „Wenn du mit einem rostigen Spaten arbeitest, verfälschst du deine gesamte Bodenprobe. Du misst…

Ich stand mit dem Spaten im Beet, als der Agrarberater mir den Spaten aus der Hand nahm und sagte: „Wenn du mit einem rostigen Spaten arbeitest, verfälschst du deine gesamte Bodenprobe. Du misst...

„Du hast gesagt, wir sollen die Spaten rausholen. Jetzt stehen wir hier mit zwei verschiedenen – welchen nehmen wir denn? “

David, der Agrarberater, grinste. „Den hier mit der Rundung vorne.

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Wenn ich die Wahl habe, greife ich immer zu diesem. Mit dem geraden geht es auch, aber für eine Bodenprobe aus der Mitte ist die runde Form einfach besser. “

Ich warf einen Blick auf sein professionelles Gerät – einen Bohrstock mit scharfkantiger Rille und Skala. „Das hat doch niemand zu Hause“, sagte ich lachend.

„Nein“, gab er zu. „Das ist was für die professionelle Beratung. Wir improvisieren heute mit dem Spaten. “

Wir standen in meinem Garten, mitten im Sommer.

Der Boden war hart, aber machbar. Bevor wir loslegten, hatte David noch eine wichtige Sache zu klären: das Material des Spatens. „Nimm keinen rostigen oder einfachen Stahlspaten“, erklärte er. „Der kann die Probe verfälschen.

Wenn wir später den Eisengehalt im Boden messen, will ich nur das messen, was wirklich im Boden steckt – nicht das, was vom Spaten abgebröckelt ist. Edelstahl ist inert, der reagiert nicht mit der Erde. “

Also Edelstahl. Merkte ich mir.

Dann ging es los. „Zuerst muss die Fläche frei sein“, sagte David. „Keine Vegetation, keine Ernte-Reste. Wir haben hier noch eine Zwiebel im Beet – die kommt weg.

Ich machte die Stelle frei und setzte den Spaten an. „In einem gewissen Winkel einstechen“, wies er mich an, „dann wieder raus, leicht rütteln, und die Breite des Spatenblatts abtrennen. “

Ich stach schräg hinein, dann von der anderen Seite, sodass die Einstiche unten zusammenliefen. Als ich den Spaten anhob, kam ein dreieckiges Stück Erde hoch — ein V-Ziegel, wie David es nannte.

„Aber das ist noch nicht die Bodenprobe“, sagte er. „Das legst du zur Seite. Das kommt später wieder zurück. “

Ich legte das Stück vorsichtig an den Rand des Beetes und säuberte die Grube.

„Jetzt sammle ich das lockere Zeug hier raus. Wie tief bin ich? “

„Etwa 20 Zentimeter“, sagte David. „Genau richtig.

Dann kam der eigentliche Probenziegel: eine etwa drei Zentimeter dicke Scheibe Erde, die ich parallel zu meinem ersten Einstich herausstach. „Zügig einstechen“, mahnte David. „Wenn du langsam stichst, bröckelt der Ziegel auseinander. Und wir wollen das Filetstück, nicht die ganze Scholle.

Ich stach zu, hielt den Ziegel fest und holte ein Messer. „Damit schneiden wir die Seiten ab“, erklärte David. „Wir wollen nur den inneren Bereich — das simulieren wir jetzt mit dem professionellen Bohrstock, der nur eine kleine Säule entnimmt. “

Ich schnitt die Ränder ab, entfernte einen Stein, und der saubere Kern wanderte in den Eimer.

„Das ist eine Probe“, sagte David. „Davon brauchst du mindestens sieben, bei größeren Flächen bis zu zehn. Und am Ende mischst du alles zu einer homogenen Mischprobe. “

„Hängt die Anzahl nicht auch von der Gartengröße ab?

„Genau. Unter 100 Quadratmeter Netto-Gartenfläche solltest du sieben bis acht nehmen. Wenn du mehr hast, dann zehn. Je mehr Proben du mischst, desto repräsentativer ist das Ergebnis.

Also weiter buddeln. Die nächste Fläche war bewachsen – so, wie es in einem neuen Garten sein könnte, wo es noch keine Beete gibt. „Muss ich da erst den Rasen abtragen? “, fragte ich.

„Nein, geht auch so“, sagte David. „Das trennen wir gleich ab. “

Der Boden war hier härter, im Sommer und durch die Grasnarbe. „Deshalb probt man ja auch lieber im Herbst oder im frühen Frühjahr“, sagte David schmunzelnd.

„Aber es geht auch so. “

Ich stach wieder im Winkel ein, diesmal mit mehr Kraft. Der V-Ziegel kam hoch, ich säuberte die Grube und stach den drei Zentimeter dicken Probenziegel heraus. Oben drauf war noch Vegetation — die trennte ich einfach ab.

Ein Regenwurm kam zum Vorschein. „Der darf wieder rein“, sagte ich. „Ja, die sind hier die besten Mitarbeiter“, lachte David. „Die haben noch Arbeit vor sich.

Ich legte den Ziegel zurück, als wäre nichts gewesen, und der saubere Kern wanderte in den Eimer. Nach ein paar weiteren Proben kam eine wichtige Frage auf: „Kann ich die Probe aus dem Beet mit der von der Wiese einfach mischen? “

David schüttelte den Kopf. „Eigentlich solltest du das nicht tun.

Wir beproben immer homogene Flächen — gleiche Bereiche gehören zusammen. Grünland oder Rasen ist etwas anderes als ein Gemüsebeet. Auch ein Gewächshaus mit geschütztem Anbau gehört nicht zu einer Freilandfläche. Wenn du das Gefühl hast, ‚das passt hier nicht zusammen‘, dann mach zwei getrennte Proben.

„Und wie oft mache ich das Ganze? “, fragte ich. „Es ist ja auch Kosten und Aufwand. “

„Alle drei Jahre etwa“, sagte David.

„Der Boden ist ein träges System. Wenn du nicht radikal umbaust, kannst du mit dem Ergebnis gut drei Jahre arbeiten. Im Herbst oder im frühen Frühjahr — das ist die beste Zeit. “

Wir stachen weiter: Bohnenbeet, Gemüsefläche, immer dasselbe Prinzip — 20 Zentimeter tief, drei Zentimeter dicker Ziegel, die Außenkanten abgeschnitten, nur das Innere in den Eimer.

Die Ziegel mussten möglichst gleich groß und gleich hoch sein, sonst stimmte das Mischungsverhältnis am Ende nicht. Nach zehn Proben hatten wir einen ordentlichen Eimer voller Erde. David wechselte den Behälter — es wurde Zeit, alles gründlich zu mischen. „Da sind überall noch Wurzeln und Grasreste drin“, sagte ich.

„Die sortieren wir gleich raus“, sagte David. „Erst mischen, dann abwiegen, dann die grobe Organik entfernen. Das ist effektiver. “

Wir kneteten die Erde mit den Händen durch — eine schöne Aufgabe, bei der sogar die Kinder helfen können.

Dann stellte David den Eimer auf die Waage, die er auf null gestellt hatte. „Wir brauchen etwa ein Kilo“, sagte er. „Das ist die Menge, die für die Analyse reicht. “

Wir füllten die Erde in einen Beutel, schüttelten sie ein letztes Mal durch und sortierten die größeren Wurzelstücke heraus.

Die ganz kleinen Teile mussten nicht mit der Pinzette entfernt werden — nur das Gröbste sollte raus. Dann öffneten wir den Probenbeutel, kippten die Erde hinein und verschlossen ihn. David hielt ihn hoch. „Fertig.

Und der geht jetzt einfach in die Post. Alles Weitere liegt dem bei. “

Ich wischte mir die Hände an der Hose ab und sah auf den vollen Beutel. Eine Mischprobe, die analysiert werden würde — um zu wissen, was mein Boden wirklich braucht.

„Wenn man das einmal gemacht hat“, sagte David, „dann weiß man in drei Jahren wieder genau, wie es funktioniert. Learning by doing. “

Der Boden ist die Basis.

Gesunder Boden, gesunde Pflanzen, gesunde Nahrung — für gesunde Menschen.