„Zwei Dinge sind wichtig, wenn wir den Sellerie jetzt setzen: eine Prise Salz ins Loch und bloß nicht zu tief.“ Ich wollte es ihm kaum glauben, doch dann bemerkte ich, dass unsere Jungpflanze…

„Zwei Dinge sind wichtig, wenn wir den Sellerie jetzt setzen: eine Prise Salz ins Loch und bloß nicht zu tief.“ Ich wollte es ihm kaum glauben, doch dann bemerkte ich, dass unsere Jungpflanze...

„Wenn wir den jetzt nicht raussetzen, schießt er und wir haben nichts davon”, sagte mein Mann und zeigte auf die blassen Jungpflanzen. Der Knollensellerie stand viel zu lange im Anzuchttopf, die Wurzeln quollen schon heraus. Aber die Nächte waren eiskalt gewesen, die Kartoffeln hatten es uns gezeigt. Frost hätte den Sellerie zum Schießen gebracht, dann wäre die Ernte hin gewesen.

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Jetzt, im Mai, wagten wir es endlich. Unser Garten steckt voller Arbeit, aber genau das lieben wir. Im Gemüsegarten reiht sich ein Beet ans andere, überall wartet Jungpflanzen auf ihren Platz im Boden. Der Sellerie sollte heute in die Erde kommen, doch vorher gab es noch ein paar andere Dinge zu erledigen.

Wir started den Tag bei den Jungpflanzen, dem Gemüsekindergarten. Hier stand alles dicht an dicht: Knollensellerie, Winterporree, Salate, die immer wieder nachgepflanzt werden, lilaner Rosenkohl, Rotkohl, Weißkohl und Brokkoli. Ich liebe es, wenn wir überall im Garten ein paar Kräuter und Blumen verteilen können, das machen wir schon seit Jahren. In den Kisten stapelten sich die Hülsenfrüchte: Buschbohnen, Stangenbohnen, Trockenbohnen, Kidneybohnen.

Der Zuckermais, den wir zusammen ausgesät hatten, keimte schon kräftig. Alles wartete darauf, in die Erde zu kommen. Im Folientunnel wurde es warm, kaum windig. Die Tomatenpflanzen, die erst vor Kurzem eingezogen waren, mussten sich noch erholen.

Daneben standen Auberginen und Paprika, am Rand sollten später noch Gurken hin. In den Kisten warteten Tomaten, Paprika, Chili und Ananaskirschen auf ihren Einsatz. Ich musste mich zurückhalten beim frühen Wirsing, denn die schönsten Köpfe werden selektiert und dürfen nicht in meine Küche. Aber ich freute mich schon auf die ersten.

Wir begannen mit den Tomaten. Sie sollten in Kübeln an der Hauswand stehen, etwas geschützt unter dem Überstand. Der häufigste Fehler ist, zu kleine Gefäße zu wählen. Je größer die Frucht, desto größer der Kübel.

Wir hatten vier verschiedene Sorten: eine Tigeromate, eine pinke, eine dunkle, eine Pflaumentomate, eine kleine rote und eine Salattomate. Zwei Pflanzen jeder Sorte kamen in einen Kübel. Die alte Erde vom letzten Jahr konnten wir wiederverwenden, wir werteten sie einfach mit Bokashi auf. In der Mitte legten wir ein Bokashi-Depot an, an den Seiten kamen die Tomaten rein.

Mit verdünntem Bokashi-Saft gossen wir an, damit die Nährstoffe sofort verfügbar waren. An der Hauswand hing ein Vogelhäuschen namens Villa Manuela, das war den ganzen Tag gut besucht. Meisen und viele andere Vögel hatten sich angesiedelt, das freute mich riesig. Danach kümmerte ich mich um die Aussaat.

Im Mai kann man noch so einiges in die Erde bringen. Weitere Salate, Fenchel, Mangold, verschiedene Kohlsorten wie Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl, Palmkohl, Brokkoli und Winterwirsing. Beim Zwiebelgemüse ging noch Winterporree, beim Wurzelgemüse Pastinaken, Möhren, Schwarzwurzeln, Haferwurzeln, Steckrüben und Wurzelpetersilie. Zuckermais keimte bei uns schon, man konnte ihn aber auch jetzt noch aussäen.

Erbsen, Zuckererbsen, Buschbohnen, Stangenbohnen und Kürbisgewächse waren ebenfalls möglich. Und Kräuter sollte man nicht sparen, die konnte man später überall im Garten verteilen. Wir hatten den Winterwirsing bisher völlig vergessen. Das holten wir jetzt nach.

Im Winter ist es herrlich, wenn es kalt ist und es ein schönes Mittagessen mit Kartoffeln und Wirsing gibt, so wie meine Mutter es oft macht. Wir säten ihn aus, gossen mit einer wunderschönen, geschenkten Gießkanne an, einem richtigen Schmuckstück. Wichtig war, dass er nicht in die volle Sonne kam, sondern halbschattig stand, damit er gut keimen konnte und nicht austrocknete. Dann ging es in den großen Gemüsegarten.

Es war richtig schön grün geworden. Hier stand die Wurzelpetersilie. Aber das Beikraut war über Nacht zu einem Teppich geworden. Prokrastination, das Aufschieben, rächte sich jetzt.

Mein Mann hatte gestern Abend schon angefangen, es war eine Fummelarbeit. Bei Direktsaat muss man einfach dranbleiben. Wir knieten uns also auf alle viere und legten die Wurzelpetersilie frei. Als wir fertig waren, sah alles wunderbar sauber aus.

Wir hatten sogar Spaß dabei, quatschten ein bisschen, das Wetter war warm. Normalerweise gießt man nicht, aber wir machten es trotzdem, damit die Keimlinge besseren Bodenschluss bekamen. Das Unkraut lag daneben zum Trocknen. In der nächsten Beetparzelle war fast alles voll, aber eine Sache fehlte noch: der Knollensellerie.

Wir setzten ihn jetzt in die Erde. In das Pflanzloch gaben wir eine Prise Salz, man sagt, er kommt vom Meer. Und wir setzten ihn nicht tiefer, als er im Topf stand. Wenn wir später jäten, müssen wir darauf achten, die Knolle freizulegen, damit sie genug Platz, Licht und Luft hat.

Als gute Nachbarschaft hatten wir direkt daneben die Zwiebeln. Der Pflanzabstand betrug 40 Zentimeter, auch zwischen den Reihen. Der Sellerie war schon ganz blass und hatte viele Wurzeln, es war wirklich höchste Zeit. Die kalten Nächte und der Frost hatten uns gezwungen zu warten.

Jetzt konnte er endlich in die Erde, und im Spätsommer oder Frühherbst würden wir dann die schönen Knollen ernten. Sellerie schmeckt wunderbar in jeder Suppe, auch in Kürbissuppe. Die nächsten Monate mussten wir das Beikraut weghalten und den Knollenansatz freilegen, auf keinen Fall anhäufeln. Sobald stärkere Fröste kamen, holten wir ihn vom Beet und sandeten ihn ein.

Auf der anderen Seite stand unser Fenchel, der schon angewachsen war und ebenfalls Pflege brauchte, das Beikraut musste weg. Es ist immer etwas zu tun, überall. Aber das ist auch das Schöne daran. Jeder Kübel zählt, ein bisschen Gemüse ist besser als gar keins.

Es kommt nicht auf die riesige Größe an. Ein paar Tomaten auf der Terrasse, ein bisschen Salat im Blumenkasten, das ist schon wunderbar.