„Kann ich jetzt noch Knoblauch stecken?“ Diese Frage erreichte mich gestern Abend zum gefühlt hundertsten Mal – und plötzlich stand ich in der kalten Scheune und merkte, wie sehr mich diese Frage…

„Kann ich jetzt noch Knoblauch stecken?“ Diese Frage erreichte mich gestern Abend zum gefühlt hundertsten Mal – und plötzlich stand ich in der kalten Scheune und merkte, wie sehr mich diese Frage...

„Kann ich jetzt noch Knoblauch stecken? “ Diese Frage haben wir in letzter Zeit wirklich oft bekommen. Und die Antwort ist: Ja und nein. Es kommt einfach auf das Wetter und die Region an.

Thumbnail

Wenn bei euch gerade eine frostfreie, milde Phase ist, könnt ihr durchaus noch Knoblauch in die Erde bringen. Die Ernte fällt dann vielleicht etwas später aus, aber sie ist auf jeden Fall noch drin. Wir stehen in unserer Scheune, um uns um die Aussaat für die kommenden Monate zu kümmern. Diesmal habe ich etwas ganz Besonderes mitgebracht: die Kerbelrübe.

Sie ist ein echtes Schätzchen, das man kaum im Handel bekommt und wenn, dann nur zu einem stolzen Preis. Ihr Geschmack erinnert mich ein wenig an Kartoffeln, aber eben mit einer eigenen, feinen Note. Die Kerbelrübe steht in unserem Biosaatgutkalender für den Dezember. Jetzt, im November und Dezember, ist die beste Zeit, sie auszusäen.

Wichtig ist, dass das Saatgut immer frisch ist, denn es ist nicht lange haltbar. Wir haben einiges ausprobiert: Die direkte Aussaat ins Beet war schwierig, weil die zarten Pflänzchen kaum von Unkraut zu unterscheiden sind und schnell von Schnecken gefressen werden. Deshalb ziehen wir sie jetzt in Multitopfplatten vor. Ich verteile die Aussaaterde gleichmäßig in der Platte, drücke sie leicht an und lockere jedes einzelne Töpfchen mit dem Pikierstäbchen auf.

Dann kommen fünf bis sieben Samenkörner hinein, werden zugedeckt, angedrückt und angegossen. Die Platte stellen wir nicht ins Freie, sondern ins kalte Gewächshaus. Das bedeutet, dass es dort bei Frost ebenfalls durchfriert, aber die Pflanzen sind vor zu viel Nässe von oben geschützt. Wir müssen nur gelegentlich gießen, damit sie nicht austrocknen.

Aus Erfahrung wissen wir, dass wir die ersten Keimlinge im März sehen können. Kommt im April noch nichts, wird es wohl nichts mehr. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir im März etwas sehen werden. Danach geht es an die Vorbereitung des Gewächshauses für das nächste Jahr.

Die Sommerernte ist vorbei, die Jalapenos und Fleischtomaten sind abgeerntet. Damit der Boden wieder genug Nährstoffe für die nächsten hungrigen Pflanzen hat, arbeiten wir Bokashi ein. Das ist fermentierter Dünger, den wir selbst herstellen. Dabei werden Gartenabfälle klein gemacht und mit Effektiven Mikroorganismen versetzt.

Wichtig ist, dass dabei kein Sauerstoff rankommt, ähnlich wie bei Sauerkraut. Deshalb lag das Ganze mit einem Gewicht und einem Deckel beschwert. Was hier in der Tonne entstanden ist, riecht tatsächlich wie Sauerkraut. Faszinierend, oder?

Im Gegensatz zu Kompost bleiben beim Bokashi alle Nährstoffe erhalten, weil keine Hitze entsteht, bei der ein Teil in die Atmosphäre entweicht. Wir graben eine Furche, verteilen den Bokashi darin und decken ihn wieder mit Erde zu. Das Beet wird schön glatt und feinkrümelig gemacht. Keine Sorge, der Bokashi wird erst freigesetzt, wenn es wärmer wird und die Bodenlebewesen aktiv werden.

Für Spinat und Salat, die wir jetzt aussäen, ist das kein Problem. Zu dieser Jahreszeit wird es früh dunkel. Wir holen uns eine Lampe, denn wir haben das Late-Night-Gardening für uns entdeckt – es hat seinen eigenen Reiz. Bei gutem Licht säen wir den Winterspinat aus, eine besondere Sorte, die im Kalender steht.

Seine Samen sehen anders aus als normale Spinatsamen, fast wie kleine Sterne. Sie werden etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde gelegt. Schon im März können wir dann mit der Ernte beginnen, die bis Mai dauert. Danach kommen wieder Paprika und Tomaten ins Beet.

Übrigens: Spinat und Radieschen sind tolle Beetnachbarn, sie vertragen sich sehr gut. Auf der anderen Seite soll eine bunte Schnittsalatmischung hin. Leider haben wir kein Saatgut mehr davon. Da muss ich wohl auf der Seite des Gartengemüsekios nachschauen, ob es dort noch etwas gibt.

Ich meine, ich hätte den passenden Kalender gesehen, vielleicht sogar im Angebot. Jetzt geht es aber erst einmal in den Geodom. Die Pflanzen dort haben die erste Frostperiode hinter sich. Nachts hatten wir Temperaturen um die minus drei Grad, tagsüber war es wieder im Plusbereich.

Die Tür stand offen. Und wisst ihr was? Es ist eine absolute Freude, wie schön es dort aussieht. Die Salatpflanzen sind prächtig.

Ein paar Köpfe haben Mäuse oder ein Drahtwurm erwischt, aber das ist bei Weitem kein Beinbruch. Beim Ernten gehen wir nach der Frostempfindlichkeit vor. Der hellgrüne, leicht krauselige Batavia ist am empfindlichsten und wird zuerst geerntet. Der Wintersalat daneben ist frostresistent und kann noch stehen bleiben.

Wichtig ist: Wenn alles eingefroren und hart ist, sollten wir die Pflanzen nicht anfassen, sonst nehmen sie Schaden. Der Asiasalat und der Feldsalat kommen später dran. Feldsalat lässt sich übrigens wunderbar mit der Schere ernten, dann wächst er buschig nach. Unser kreisrunder Bereich mit dem Schnittsalat ist bereits schön gekeimt.

Kaum zu glauben, bei diesen Bedingungen. Die Erde dort fängt an, trocken zu werden. In den nächsten frostfreien Tagen werden wir ordentlich wässern, damit die Pflanzen weiterwachsen können. Zum Schluss machen wir noch einen kleinen Abstecher zum beleuchteten Kalthaus.

Es funkelt und leuchtet wunderschön in der Dunkelheit. Ein Gruß geht an Mike und Kai, wir sehen uns bald wieder. Und zum Thema Knoblauch: Wer noch ein freies Beet oder Platz im Hochbeet hat, kann jetzt bei milder Witterung noch stecken. Bei uns im Shop gibt es noch Restbestände von hochwertigem Knoblauch, solange der Vorrat reicht.

Wenn ihr euren Saatgut-Adventskalender habt, dann lasst euch überraschen: Morgen steckt eine ganz besondere Sorte im ersten Türchen, die wir gar nicht im regulären Sortiment haben. Nutzt die dunkle Zeit, um einen Blick in eure Saatgutkisten zu werfen. Überlegt, was ihr nächstes Jahr anbauen möchtet und was vielleicht noch fehlt. Es ist eine schöne Zeit, um Pläne zu schmieden.

Ich wünsche euch einen wunderschönen, fröhlichen ersten Advent.