Im September 1991 verschwindet der 27-jährige Peter G. aus Völklingen im Saarland. Als er nicht nach Hause kommt, meldet seine Frau ihn bei der Polizei als vermisst. Sie beschreibt ihn als schlank, 1,76 Meter groß, mit Tätowierungen an Armen und Rücken.

In keinem Krankenhaus wurde ein Mann aufgenommen, auf den die Beschreibung passt. Die Ermittler halten es für unwahrscheinlich, dass er aus freien Stücken verschwunden ist. Er lebte mit seiner Frau und einem Kleinkind, war arbeitslos und hatte an dem Morgen nur 50 D-Mark in der Tasche. Er konnte sich kein längeres Verschwinden leisten.
Die Polizei geht schnell von einem Verbrechen aus. Das Umfeld wird befragt. Auch Ralf W. , ein enger Freund und Trauzeuge von Peter G.
, gibt an, ihn am Tag seines Verschwindens an einer Abfahrt bei Völklingen aus dem Auto gelassen zu haben. Es ist das letzte Mal, dass Peter G. gesehen wird. Jahre später melden die französischen Behörden einen Schädelfund im grenznahen Frankreich.
Doch eine Gesichtsrekonstruktion ergibt keine Ähnlichkeit mit dem Verschwundenen. Der Fall bleibt offen, bis im Jahr 2000 ein anonymer Hinweis eingeht: Peter G. soll Kontakte in die Rockerszene gehabt haben. Zwei Namen werden genannt.
Die Polizei überwacht Telefone, verhört viele Zeugen, doch die Spur verläuft ins Leere. Zehn Jahre nach seinem Verschwinden wird Peter G. auf Antrag seiner Frau für tot erklärt. Im Jahr 2020 meldet sich dann ein Zeuge bei der Polizei.
Er behauptet, zu wissen, wer für das Verschwinden verantwortlich ist: Ralf W. und zwei weitere Männer, Dietmar M. und Axel K. , sollen Peter G.
in einem Waldstück bei Völklingen umgebracht haben. Die Ermittler werden hellhörig – der Name Ralf W. tauchte bereits früh in der Akte auf. Hintergrund der Anzeige sind persönliche Differenzen.
Die Frau von Ralf W. hatte den Zeugen verlassen und sich unter der Treppe seiner Wohnung das Leben genommen. Aus Rache geht er zur Polizei. Ralf W.
soll ihm mehrmals von der Tat erzählt haben, auch in Gegenwart anderer. Der Zeuge behauptet, die drei Männer hätten Peter G. unter dem Vorwand eines günstigen Kokaingeschäfts in den Wald gelockt. Dort hätten sie ihn von hinten mit einem Stock niedergeschlagen, verprügelt und getötet.
Auch die damalige Lebensgefährtin von Dietmar M. sagt aus, er habe sie in das Waldstück gebracht und ihr vom Tathergang erzählt. Die drei Beschuldigten werden festgenommen, schweigen jedoch zu den Vorwürfen. Die Polizei startet eine groß angelegte Suchaktion.
Das Gelände wird gerodet, mit Erdradargeräten und Drohnen untersucht. Leichenspürhunde werden eingesetzt, sie können noch nach 30 Jahren Verwesungsgeruch wahrnehmen. Doch weder Knochen noch Kleidungsstücke werden gefunden. Der Fall bekommt eine grausame Wendung, als bekannt wird, dass Dietmar M.
die Leiche umgebettet haben soll. Aus Angst vor Bauarbeiten habe er die sterblichen Überreste ausgegraben. Peter G. hatte ein Metallimplantat im Bein mit einer Seriennummer, wodurch er hätte identifiziert werden können.
Wo Dietmar M. die Leiche hingebracht hat, wird nie geklärt. Das Motiv bleibt ebenfalls unklar. Dietmar M.
war kurz vor der Tat von Peter G. zusammengeschlagen worden und hegte Rachegelüste. Ralf W. fürchtete, Peter G.
könnte ihm seine Freundin ausspannen. Warum sich Axel K. anschloss, lässt sich nicht rekonstruieren. 2021 erhebt der Oberstaatsanwalt Anklage wegen Mordes gegen alle drei.
Doch Dietmar M. bringt sich unmittelbar vor Prozessbeginn in der JVA um. In seinem Abschiedsbrief schreibt er, allein Ralf W. sei der Mörder, er selbst und Axel K.
hätten nichts damit zu tun. Der Oberstaatsanwalt ist überzeugt, dass Dietmar M. mit diesem Brief nur seinen Freund entlasten wollte. Die beiden verbliebenen Angeklagten schweigen bis zum Schluss.
Die Verteidigung behauptet, Ralf W. habe nur mit Geschichten über den Mord angegeben, sei aber nicht verantwortlich. Auch der in Frankreich gefundene Schädel wird erneut geprüft – ohne Erfolg. Dem Verschwundenen fehlten zwei Vorderzähne, das Gebiss des Schädels war vollständig.
Nach zehn Monaten Prozessdauer wird das Urteil gesprochen: lebenslange Freiheitsstrafen für beide Angeklagten – ohne Leiche. Der Oberstaatsanwalt geht kurz darauf in Pension. Er sagt, der Fall mit der verschwundenen Leiche und den 30 Jahren Abstand sei ihm besonders in Erinnerung geblieben. Bis heute bleibt ungeklärt, ob und wo die Leiche von Peter G.
verscharrt wurde. Der einzige, der die Antwort hätte geben können, hat sein Leben in der JVA beendet und das Geheimnis mit ins Grab genommen. Auf einer Farm in Dänemark lebt Jimmy Lillelund, ein 42-jähriger zweifacher Vater, getrennt von seiner Partnerin Maria. Jimmy ist ein besonderer Mensch: Er vertraut keiner Bank, glaubt nur an Bargeld und bezahlt alles in bar.
Er lebt eher am Rand. Die Farm, auf der Jimmy wohnt, ist keine normale Farm. Es ist eine riesige Anlage, auf der viele Menschen in einer Art Kommune zusammenleben. Maria, die Mutter eines gemeinsamen Kindes mit Jimmy, ist oft zu Gast.
Sie beschreibt das Zusammenleben als großes Kollektiv, bei dem man täglich gemeinsam isst, auf dem Hof hilft und samstags umsonst arbeitet. Für Jimmy ist das ungewöhnlich. Er hat ein spezielles Verhältnis zu Geld. Sein Schwager Jan, der Mann seiner Schwester, ist Mitglied der Bandidos, einer in Dänemark als kriminell bekannten Motorradgang.
Bevor Jimmy verschwindet, erzählt er Maria, dass er die Farm verlassen möchte. Es geht um Geld. Die Leute auf der Farm hätten sich Geld von ihm geliehen, das er zurückhaben will. Er schreibt Textnachrichten an Familienmitglieder, dass er weggehen wird.
Seine Schwester Tina, die ebenfalls auf der Farm lebt, hat umgerechnet rund 40. 000 Euro Schulden bei ihrem Bruder. Am 4. April 2020 ist Jimmy plötzlich wie vom Erdboden verschluckt.
Maria, die ihn nicht mehr erreichen kann, verständigt die Polizei. Die Beamten leiten sofort Ermittlungen ein und gehen schon nach wenigen Tagen von einem möglichen Mordfall aus. Kurz darauf wird Jimmys Auto in Ishøj, südlich von Kopenhagen, gefunden. In dem Auto liegen zwei Millionen dänische Kronen in bar.
Maria ist sicher, dass es mit Geld zu tun hat. Die Polizei konzentriert sich auf die Farm. Besonders Jimmys Schwager Jan und seine Schwester Tina stehen im Fokus. Es werden Hunde und Flugzeuge eingesetzt, sogar Maschinen auf dem Bauernhof – aber nichts wird gefunden.
Vier Jahre lang bleibt Jimmy verschwunden. Maria kämpft unermüdlich, ruft die Polizei, fragt Freunde und Bekannte, ob jemand etwas gesehen oder gehört hat. Im Jahr 2024 entschließen sich die dänischen Ermittler, Jimmys Schwager, seine Schwester und seinen Neffen festzunehmen. Alle leben gemeinsam auf der Farm.
Daraufhin meldet sich ein bislang unbekannter Zeuge. Er sagt aus, dass ihm Jan N. im Mai aufgetragen habe, Aschereste eines Feuers auf der Pferdekoppel zu vergraben. Die Kriminaltechniker beginnen dort zu graben – und stoßen auf menschliche Knochenreste und Asche.
Vier Jahre lang lagen Jimmys Überreste auf der Farm. Seine Schwester und sein Schwager machen nun eine Aussage: Sie seien mit Jimmy zu einem Ort nicht weit von der Farm gefahren, hätten ihn dort erschossen und seine Leiche zurück zur Farm gebracht. Dort verbrannten sie den Körper und vergruben die Asche und die Knochen auf der Pferdekoppel. Die Polizei hatte genau dort nie gegraben.
Alle drei, Jimmys Schwester, Schwager und Neffe, werden wegen Mordes angeklagt. Das Motiv: Habgier. Doch die beiden Männer nehmen die komplette Schuld auf sich, sodass die Schwester am Ende des Prozesses freigesprochen wird. Maria will das nicht hinnehmen und will für umfassende Gerechtigkeit sorgen.
Die Staatsanwaltschaft legt Berufung ein, der Fall soll neu verhandelt werden. Am 20. August 1994 streifen zwei Pilzsammler durch ein Waldstück auf einem Standortübungsplatz der Bundeswehr in Hannover-Bothfeld. Sie beobachten zwei junge Frauen, die in einem Loch in der Erde graben, sprechen sie aber nicht an.
Als sie später an der Stelle nachsehen, ziehen sie an einem blauen Sack – und Knochen fallen heraus. Die Polizei findet das komplette Skelett einer menschlichen Person, etwa 70 Zentimeter tief vergraben. Der vermeintliche Müllsack ist ein blaues T-Shirt, das die Person vor ihrem Tod getragen hat. Die Ermittler gehen sofort von einem Gewaltverbrechen aus.
Die beiden jungen Frauen, die beim Graben beobachtet wurden, entpuppen sich als Geologiestudentinnen mit offizieller Genehmigung der Bundeswehr. Sie haben mit dem Verbrechen nichts zu tun. Die Obduktion ergibt: Es handelt sich um eine Frau, etwa 1,70 Meter groß, zierlich, mit rötlich-braunem Haar. Die Todeszeit lässt sich nur grob zwischen 1989 und 1994 eingrenzen.
Die Frau trägt ein blaues T-Shirt mit dem Aufdruck „Little Italy New York“, ein Adidas-Sweatshirt aus dem Jahr 1989 und eine Goldkette. Das auffällige T-Shirt – ein Mitbringsel aus den USA – gibt Hoffnung auf Hinweise. Doch niemand erkennt die Frau. Auch der Abgleich mit Vermisstendaten bleibt ohne Ergebnis.
Neben den Knochen finden die Ermittler Handschellen von minderer Qualität, die man eher im Karnevalsbedarf kauft. Der Täter ist offenbar kein Profi. Im Kiefer der Toten steckt der Stift einer Zahnbehandlung, aber auch ein Fachblatt-Aufruf bringt keine Erinnerung. Jahrzehntelang bleibt die Frau unbekannt.
2000 gelingt es, ein DNA-Profil zu erstellen, aber es gibt keinen Treffer. 2014 bringt eine Isotopenanalyse keine klare Herkunft. Erst die internationale Kampagne „Identify Me“ des Bundeskriminalamts rollt den Fall neu auf. Ein Parkplatz in der Nähe des Fundorts rückt in den Fokus – er ist bekannt als Treffpunkt für anonymen Sex.
Die Ermittler vermuten, die Frau könnte dort in das Fahrzeug ihres späteren Mörders gestiegen sein. Im November 2024 geht die Polizei mit dem Fall zu „Aktenzeichen XY ungelöst“. Mehr als 30 Hinweise gehen ein, doch keiner führt zum Ziel. Die Kommissarin, die den Fall seit 1996 bearbeitet, hofft weiterhin, der unbekannten Frau endlich ihre Identität zurückzugeben und den Mörder zu finden.
Mord verjährt nie. Am 9. Mai 2018 wird in einem Park in Frankfurt am Main die Leiche einer jungen Frau entdeckt. Sie liegt nur wenige Meter vom Gehweg auf einer Wiese.
Die Einsatzkräfte sehen sofort, dass hier ein Verbrechen stattgefunden hat: Das Opfer ist stark blutverschmiert, hat tiefe Schnittwunden im Gesicht und an den Armen. Eine Tatwaffe fehlt. Ausweispapiere sind nicht vorhanden. Aber neben einer Parkbank finden die Beamten Blutstropfen.
Ein Blutspurensachverständiger stellt fest: Da hat jemand gestanden und blutend getropft. Die Blutspuren passen nicht zum Kampfgeschehen. Das Opfer hat ungewöhnlicherweise keine Schuhe an – sie werden verstreut im Gras gefunden. Auch das wirft Fragen auf.
Bei der Obduktion entdecken die Rechtsmediziner Brustimplantate. Über die eingestanzte Seriennummer führt die Spur zum Arzt und schließlich zur Identität der Toten: Es ist die 29-jährige Irina A. , Mutter von zwei Kindern und ein bekanntes Gesicht in der Frankfurter Gastro- und Clubszene. Irina A.
hatte durch eine inszenierte PR-Kampagne Berühmtheit erlangt. Sie hatte angeblich sexualisierte Gewalt durch Männer mit migrantischem Hintergrund erlitten, doch das stellte sich als erfunden heraus. Es war ein Mittel, um ihre Bar bekannter zu machen. Diese Bar betrieb sie gemeinsam mit dem erfolgreichen Szenegastronomen Jan M.
– einem Lebemann mit schönen Reisen, Autos, Harley und vielen Frauen. Das Verhältnis zwischen Irina A. und Jan M. war gut, bis sie zufällig mit anhört, dass jemand auf den Kauf „ihrer“ Bar anstößt.
Jan M. hat die Bar ohne ihr Wissen verkauft. Die Ermittler prüfen die Geschäfte von Jan M. und machen eine erstaunliche Entdeckung: Er ist ein Betrüger.
Er hat Geschäfte erfunden, um Investoren anzulocken. Er hat eine Krebserkrankung vorgetäuscht, um ein Darlehen zu erhalten. Auch Irina A. investierte 230.
000 Euro in eine Geschäftspartnerschaft, die nur auf Lügen basierte. Sie wollte ihr Geld zurück und aus dem Vertrag raus. Jan M. wird mehrmals vernommen, bestreitet aber jede Verbindung zur Tat.
Er habe sich mit Irina geeinigt, sagt er. Die Ermittler werten Handydaten aus und erstellen Bewegungsprofile. So können sie beweisen, dass sich Jan M. und Irina A.
am Abend ihres Todes im Frankfurter Niddapark getroffen haben. Die Blutstropfen an der Parkbank stammen von Jan M. An den Socken des Opfers finden sich Blutspuren – mutmaßlich die Fingerabdrücke des Täters, als er sie an den Füßen in das hohe Gras zog. Dabei fielen ihr die Schuhe ab.
Jan M. wird festgenommen. Er gibt zu, Irina A. getroffen zu haben, bestreitet aber ihre Tötung.
Er sei mit einem Motorrad zum Park gekommen, um dort mit ihr einen unbekannten Geldgeber zu treffen. Die Ermittler vermuten jedoch, dass dies nur ein Vorwand war. Genau wissen kann das niemand, aber die Spuren sprechen eine klare Sprache: Jan M. hat ein Messer benutzt und mehr als zwanzigmal auf Irina A.
eingestochen. Bei dem Kampf hat er sich selbst an der Hand verletzt, es aber in der Panik nicht bemerkt. Nach der Tat zog er das Opfer ins hohe Gras, fuhr mit dem Motorrad nach Hause und ging am Abend mit seiner Freundin essen. Das Landgericht Frankfurt verurteilt Jan M.
zu lebenslanger Haft wegen Mordes. Für die Staatsanwältin ist der Fall besonders: ein Mord aus Habgier, ein Schuldner, der seine Gläubigerin beseitigen wollte. Keiner aus Jan M. s Umfeld hätte ihm eine solche Tat zugetraut.
Im Jahr 2001 geht bei der Polizei in Bozen in Südtirol eine Vermisstenmeldung ein. Die 33-jährige Michaela D. wird von ihrem Bruder gesucht. Sie hat in der Wintersaison am Kronplatz gearbeitet und wollte im März nach Hause kommen, noch eine Freundin in Bozen besuchen – dann verliert sich ihre Spur.
Erst im Mai meldet ihr Bruder sie als vermisst. Für die Medien wird der Fall interessant, als bekannt wird, dass die Vermisste am Abend zuvor mit Freunden unterwegs war und dann verschwand. Auffällig ist: Niemand aus ihrer Begleitung hat sich Sorgen gemacht oder die Behörden informiert. Nur der Bruder sucht sie.
Die Polizei rekonstruiert den letzten Abend: Michaela besucht eine Jugendfreundin, die in Bozen einen Sexshop eröffnet hat. Gemeinsam mit drei Männern und dieser Freundin feiert sie die Nacht durch, trinkt Bier, isst eine Pizza. Dann trennen sich ihre Wege. Das Problem: Die Aussagen der Beteiligten widersprechen sich erheblich.
Einer behauptet, sie hätten zwei Nächte gefeiert, ein anderer sagt nur eine. Die Gesellschaft der Freundin besteht aus Kleinkriminellen mit Vorstrafen wegen Hehlerei, Diebstahl und Betrug. Auch Michaelas Gepäck ist bei der Freundin zurückgeblieben, weil sie dort übernachten wollte. Doch die Freundin meldet sich nicht, sucht nicht, wundert sich nicht.
Erst als die Polizei bei ihr auftaucht, erzählt sie ihre Version. Besonders verdächtig ist einer der Männer, Manfred M. , ein Stallbursche mit einschlägiger Vorgeschichte: Er hat in Österreich ein Mädchen entführt, in der Schweiz eine Frau von hinten überfallen und mit einer Kette am Hals gewürgt. Er wurde mehrfach wegen ähnlicher Gewalttaten verurteilt, die immer mit dem Hals zu tun hatten.
Manfred M. gibt an, Michaela habe sich in der Nacht verabschiedet, er habe sie nicht mehr gesehen. Der er arbeitet als Stallbursche in einem Verband, der Kühe verkauft, und wohnt in einem heruntergekommenen Wohnhaus auf dem Stallgelände. Die Ermittler versuchen, ihn mit verschiedenen Maßnahmen zu Fall zu bringen: Hausdurchsuchung, Telefonüberwachung, sogar ein inszeniertes Treffen im Wartezimmer der Carabinieri mit einem anderen Zeugen – doch nichts führt zu einem Ergebnis.
Nach 24 Stunden intensiven Drucks bricht Manfred M. schließlich zusammen und erzählt, dass Michaela tot in seiner Wohnung lag. Er habe sie im Misthaufen begraben, der sich direkt hinter seiner Wohnung befindet. Die Kriminaltechniker beginnen sofort, den Misthaufen freizulegen.
Es ist eine schwere Arbeit: Die Hitze flimmert, Insekten schwirren, der Geruch ist stechend. Schließlich kommt eine skelettierte Leiche zum Vorschein. Ein paar Monate später wäre nichts mehr davon übrig gewesen. Weil die Gerichtsmediziner kaum noch Hinweise auf die Todesursache finden, wird Manfred M.
wegen Leichenbeseitigung angeklagt und zu über sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Doch nach dem Urteil meldet sich ein Zeuge – einer der Männer von dem Abend. Er sagt aus, dass Manfred M. ihm erzählt hat, er habe Michaela erwürgt.
Damit kann die Staatsanwaltschaft einen neuen Prozess wegen Mordes anstrengen. Das Motiv: Michaela wollte keinen Sex mit Manfred M. Er wird zu 18 Jahren Gefängnis verurteilt. Dank der Arbeit der Ermittler wurde nicht nur der Mörder überführt, sondern auch das Opfer in einem menschenwürdigen Grab bestattet.
Im August 1996 verschwinden eine 37-jährige Mutter und ihre dreieinhalb Jahre alte Tochter spurlos. Gabriele K. und ihre kleine Franziska machen sich am Nachmittag zu einem Spaziergang zum nahegelegenen Grenzberg in Thüringen auf – von diesem Spaziergang kehren sie nicht zurück. 44 Stunden später finden die Suchkräfte die Leiche von Gabriele K.
in einem Busch. Sie ist unbekleidet, eine goldfarbene Kordel ist um ihren Hals und um einen Baum gebunden. Von der kleinen Franziska fehlt jede Spur. Ungefähr 60 Meter entfernt finden die Ermittler den leeren Kinderwagen des Mädchens.
Die Suche wird intensiviert. Sämtliche Gärten, Wasserbehälter, Teiche und Gebüsche in der Umgebung werden durchsucht – das Kind bleibt verschwunden. Der zuständige Kommissar Emil Brockmann muss den Eltern der Toten die schreckliche Nachricht überbringen. Die Mutter schreit, macht sich bittere Vorwürfe, selbst mitgegangen zu sein.
Die Hoffnung, das Kind noch lebend zu finden, besteht weiter. Franziska trug an ihrem Verschwindenstag eine weiße Strickjacke, lila Sandalen, rote Strumpfhosen und einen roten Rock. Auch ihr Schnuller wird gefunden – sonst nichts. Die Rechtsmedizin stellt fest: Es gab keine Abwehrverletzungen, kein Sexualdelikt.
Die Todesursache ist eindeutig Erdrosseln. Die goldene Kordel stammt vom Täter. Das Umfeld von Gabriele K. ist unauffällig.
Sie gilt als fürsorgliche Mutter, die ihre Tochter über alles liebt. Der Leumund der Familie ist einwandfrei. Dann führt eine Spur zum Kindsvater, Emil R. – der zunächst nicht mal zugibt, die Frau zu kennen.
Doch er ist in Wirklichkeit Bernt R. , lebt mit Frau und Kind bei Kassel und hatte seit Jahren heimlich eine Beziehung zu Gabriele K. Bei einer Hausdurchsuchung wird eine goldene Kordel gefunden, die exakt mit der Mördermordschnur identisch ist. Bernt R.
wird festgenommen, verweigert aber jede Aussage. Die Ermittler vermuten: Er wollte verhindern, dass die Beziehung und seine Vaterschaft auffliegen, um keinen Unterhalt zahlen zu müssen. Bernt R. wird wegen Mordes zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
Inzwischen hat er seine Strafe abgesessen und ist wieder auf freiem Fuß. Doch das Schicksal von der kleinen Franziska bleibt bis heute ungeklärt. Für Emil Brockmann hängt der Fall bis heute nach.
Er hofft, dass sich nach all den Jahren noch ein Zeuge meldet, um zu sagen, was damals mit dem Kind passiert ist.


