Welches düstere Geheimnis verbarg der eigene Sohn hinter verschlossenen Türen? EINE UNVORSTELLBARE GRAUSAMKEIT schockiert die Ermittler

Welches düstere Geheimnis verbarg der eigene Sohn hinter verschlossenen Türen? EINE UNVORSTELLBARE GRAUSAMKEIT schockiert die Ermittler

Die Hitze war unerträglich, der Gestank durchdringend. Als die Polizisten Stephen Ballard und Jeremy McCord am 28. November 2016 das Haus der Familie Guy in Knoxville, Tennessee betraten, wussten sie sofort, dass etwas Schreckliches geschehen sein musste.

Der Ofen lief auf Hochtouren, auf dem Herd stand ein großer Topf mit einer brodelnden Flüssigkeit. Was sich darin befand, sollte die Ermittler für immer verfolgen.

Es war der abgetrennte Kopf von Lisa Guy, der Mutter des mutmaßlichen Täters Joel Guy Junior. Ihr Gesicht hatte sich bereits vom Schädel gelöst und trieb an der Wasseroberfläche. Zwei Tage lang hatte der 28-jährige Sohn den Kopf seiner Mutter in dem Topf gekocht, während die Leichen seiner Eltern in Säure zerfielen.

Die Beamten waren zu einer routinemäßigen Wohlfahrtskontrolle ausgerückt. Lisas Chefin hatte sich Sorgen gemacht, weil die Buchhalterin unentschuldigt gefehlt hatte. Was sie im Haus in der ruhigen Golden Valley Lane vorfanden, übertraf ihre schlimmsten Albträume.

Bereits in der Garage schlug den Polizisten ein beißender Chemikaliengeruch entgegen. Die Hitze im Haus war erdrückend, die Fenster waren abgedunkelt. Im Flur lagen die unberührten Einkäufe der Familie, daneben ein Vorschlaghammer und mehrere Langwaffen.

Überall lagen Laken, Tücher und Kanister mit Bleichmittel.

Die Ermittler folgten der Blutspur ins Obergeschoss. An der Wand entdeckten sie verschmiertes Blut, auf den Treppenstufen einzelne Tropfen. Der Hund der Familie war seit zwei Tagen ohne Nahrung und Wasser im Putzraum eingesperrt und bellte ununterbrochen.

Im ersten Stock fanden sie die abgetrennten Hände von Joel Guy Senior. Dann betraten sie das Badezimmer. In zwei großen blauen Plastikwannen lagen die zerstückelten Leichen von Lisa und Joel Guy Senior.

Der Täter hatte versucht, sie in Säure aufzulösen. Der Boden war mit Plastikfolie ausgelegt, daneben standen Müllbeutel und Bleiche.

Die Obduktion ergab, dass Joel Guy Senior mindestens 42 Mal und Lisa Guy mindestens 31 Mal erstochen worden waren. Beide hatten versucht, ihren Angreifer abzuwehren. Der Täter hatte seinen Vater zunächst im Fitnessraum attackiert, während Lisa einkaufen war.

Als sie nach Hause kam, wurde sie im ersten Stock überfallen und brutal ermordet.

In einem offenen Koffer fanden die Ermittler ein Notizbuch mit einem detaillierten Plan. Joel Guy Junior hatte akribisch aufgeschrieben, wie er seine Eltern töten und ihre Leichen beseitigen wollte. Die Liste war erschreckend präzise: Tangiermesser und Tötungsmesser besorgen, leise und mehrere kleine Stücke machen, Vorschlaghammer besorgen, Knochen-Fleischwolf mitbringen, Fleisch zerkleinern, Bleichmittel besorgen, Proteine denaturieren, Plastikeimer für den Zersetzungsprozess besorgen.

Er hatte sogar eine Strategie entwickelt, um forensische Beweise zu vernichten. Die Heizung sollte auf höchster Stufe laufen, um die Zersetzung zu beschleunigen. Bleiche sollte die Spuren von Luminol-Reaktionen verwischen.

Der Herd diente nicht dazu, das Haus anzuzünden, sondern die Körper in der Säure schneller zerfallen zu lassen.

Joel Guy Junior plante ursprünglich, den Mord seinem Vater anzuhängen. Er wollte es so aussehen lassen, als hätte der Vater seine Frau getötet und sich dann selbst umgebracht. Doch der Plan scheiterte, als Joel Junior selbst Schnittwunden an den Händen erlitt.

Sein Vater hatte offenbar kurz das Messer abwehren können.

Am 26. November wurde Joel Junior um 15 Uhr in einem Walmart gesehen, wo er Verbände, Salbe und Chemikalien kaufte. Am nächsten Morgen fuhr er zurück nach Baton Rouge, um seine Wunden in der Studentenklinik versorgen zu lassen.

Die Polizei durchkreuzte seinen Plan, als sie am 28. November das Haus betrat.

Die Überwachungskameras hatten Joel Guy Junior bereits Tage vor der Tat belastet. Am 7. November kaufte er bei Ace Hardware Salzsäure und Wasserstoffperoxid.

Am 18. November wurde er bei Home Depot gefilmt, wo er Bleichmittel, ein Sprühgerät, ein Verlängerungskabel und eine Zeitschaltuhr kaufte. Einen Tag später sah man ihn, wie er ein großes Messer erwarb.

Am 21. November kaufte er in einem Walmart die blauen Plastikwannen.

Das FBI observierte Joel Guy Junior mehrere Tage und sammelte Beweise. In seinem Auto entdeckten die Ermittler einen Fleischwolf, in seiner Wohnung weitere belastende Gegenstände. Die Lebensversicherung seiner Eltern über eine halbe Million US-Dollar war das offensichtliche Motiv.

Joel Guy Junior plädierte auf unschuldig, beantragte aber die Todesstrafe für den Fall einer Verurteilung. Seine Anwälte konnten keine ausreichenden Beweise für seine Unschuld liefern. Der Angeklagte selbst gab an, sich von seinen Eltern nicht ausreichend wertgeschätzt und unterstützt gefühlt zu haben.

Die Familie Guy aus Tennessee galt als harmonisch. Joel Guy Senior arbeitete als Konstrukteur im Rohrleitungsbau, seine Frau Lisa als Buchhalterin. Joel Junior war das gemeinsame Kind der beiden, geboren 1988.

Seine Halbschwestern Shondes, Michelle und Angela brachte Lisa aus erster Ehe mit in die Beziehung.

Joel Junior zeigte bereits früh auffälliges Verhalten. Er bemühte sich nicht um Freundschaften oder Beziehungen, sein Verhältnis zu Familienmitgliedern war kühl und distanziert. Dennoch liebte Lisa ihren Sohn abgöttisch.

Sie bezahlte sein gesamtes Studium, sein Essen und später seine Wohnung in Louisiana. Sie hatte ihm ein Auto gekauft und zahlte jede Rechnung, die er ihr vorlegte. Ihr gesamtes Gehalt aus ihrem Buchhalterjob gab sie für ihren Sohn aus.

Dankbar zeigte sich Joel dafür nicht. Seit er in Louisiana wohnte, lebte er noch zurückgezogener als zuvor. Außer seinen Eltern hatte er niemandem seine Adresse genannt, nicht einmal seinen Halbschwestern.

Er hasste Besuch und hatte keine Freunde. Den ganzen Tag verbrachte er am PC oder damit, Filme zu gucken. Sein Studium nutzte er nur, um seinen Eltern etwas vorweisen zu können, er bemühte sich nicht um Prüfungen und besuchte kaum Vorlesungen.

Am 24. November 2016 feierte die Familie Thanksgiving. Lisa verkündete, dass sie und ihr Mann in Rente gehen und nach Louisiana ziehen wollten.

Joel Junior schien die Entscheidung seiner Eltern fröhlich zu stimmen. Er alberte mit seinen Halbschwestern herum, spielte mit Michelles kleinen Kindern und schenkte ihnen Spielzeug aus seiner eigenen Kindheit.

Michelle bemerkte später, dass ihr Bruder sich noch sonderbarer als sonst verhielt. Statt eines Koffers hatte er nur Plastiktüten dabei, in denen er seine Habseligkeiten hatte. Er schien sie regelrecht zu verfolgen.

Manchmal drehte sie sich um und er stand einfach hinter ihr. Dennoch kippte die gute Stimmung nicht, die Familie verbrachte einen schönen Abend zusammen.

Am nächsten Tag verabschiedeten sich die drei Töchter und ihre Familien. Joel Junior beschloss, noch ein paar Tage länger zu bleiben. Am 27.

November hatte Shondes Geburtstag. Zu ihrer Überraschung gratulierten ihr ihre Eltern nicht. Am nächsten Tag erzählte sie ihren Schwestern davon und fragte, ob sie etwas falsch gemacht hätte.

Michelle kündigte an, am Abend bei ihren Eltern vorbeizufahren. Doch die Polizei kam ihr zuvor. Lisas Chefin hatte sich über deren Abwesenheit gewundert und die Behörden alarmiert.

Nach nur vier Tagen Verhandlung wurde Joel Guy Junior für schuldig befunden. Wegen Mordes und Missbrauchs einer Leiche wurde er zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die von ihm gewünschte Todesstrafe wird er vermutlich nicht bekommen.

Der Fall erschüttert bis heute. Die Aufnahmen aus dem Haus und das Bild von dem Topf, in dem Lisas Kopf kochte, werden die Ermittler nie vergessen. Es ist kaum vorstellbar, wie man es fertigbringen kann, seine eigenen Eltern zu töten.

Joels Aussage, seine Eltern hätten ihn nicht ausreichend unterstützt, wirkt angesichts der bedingungslosen Liebe und finanziellen Unterstützung seiner Mutter zynisch.

Bei dem Mord war Joel 28 Jahre alt und hatte noch nie selbst Geld verdienen müssen. Seine Mutter liebte ihn bedingungslos, akzeptierte seine unfreundliche und zurückgezogene Art und gab ihm ihr ganzes Leben lang ihr gesamtes Geld. Die Behauptung, seine Eltern hätten ihn nicht unterstützt, erscheint völlig haltlos.