Berliner Politiker tötet ehemaligen Mitarbeiter und begeht Suizid: Der Fall Gerwald Claus-Brunner erschüttert die Hauptstadt
Es ist der 27. Juni 2016, ein angenehmer Sommertag in Berlin, bis um 23 Grad die Sonne scheint. Doch Jan Mcoel kann sich an diesem Nachmittag nicht am schönen Wetter erfreuen.
Der 29-Jährige wagt heute einen Schritt, der ihn viel Mut kosten dürfte. Er sitzt auf der Polizeiwache 52 in Kreuzberg, einem Beamten gegenüber. Damit der Polizist seine Anzeige aufnehmen kann, muss Jan Mcoel alles so genau erzählen wie möglich, auch wenn ihm das sicherlich nicht leicht fällt, denn er ist hier, um eine Anzeige wegen Nachstellung, also Stalking, zu erstatten.
Der Mann, den Jan Mcoel anzeigt, stand erst vor vier Tagen hinter dem Podium des Berliner Abgeordnetenhauses und hat seine Rede dort mit unheilvollen Worten beendet. „Das werde ich euch so sagen und ihr werdet auch in der laufenden Legislatur für mich am Anfang irgendeiner Plenarsitzung mal aufstehen dürfen und eine Minute stillstehen. Vielen Dank.
Das war‘s. “ Diese Worte sollten sich als Vorbote einer Tragödie erweisen, die die Hauptstadt in ihren Grundfesten erschüttern würde.
Jan Mcoel hat die Schule abgebrochen, ebenso wie eine anschließende Berufsausbildung. Das hat die Jobsuche natürlich schwer gemacht und eine richtige Anstellung hat sich für ihn lange nicht ergeben. Darum ist er heilfroh, als er 2011 einen richtig coolen Job bekommt.
Als persönlicher Mitarbeiter eines Politikers im Berliner Abgeordnetenhaus in Steglitz-Zehlendorf. Jan Mcoel ist nicht nur der Angestellte des Politikers, die beiden freunden sich mit der Zeit auch an. Gemeinsame Erledigungen, Unternehmungen, sogar in den Urlaub – das volle Programm.
Bis die Sache schließlich kippt. 2014 schmeißt Jan Mcoel seinen Job hin. Beinahe zwei Jahre später, am 27.
Juni 2016, sitzt er auf der Polizeiwache 52 und zeigt seinen ehemaligen Chef an. Der Grund: Mit dem Arbeitsverhältnis endete der Kontakt zwischen den beiden nicht. Schon während seiner Anstellung fühlte sich Jan Mcoel oft unwohl.
Sein Chef wollte eindeutig mehr von ihm als nur Freundschaft. Der 29-Jährige steht aber gar nicht auf Männer. Dementsprechend hat er seinen 15 Jahre älteren Boss abblitzen lassen und dieser reagierte insbesondere nach der Kündigung des Jobs krankhaft.
Denn seit nunmehr anderthalb Jahren wird Jan Mcoel mit Nachrichten und Anrufen bombardiert. Sein ehemaliger Chef hat sogar ein Facebook-Profil in Jan Mcoels Namen erstellt und so seine Freunde und Familie kontaktiert, um Infos über ihn zu sammeln. Er soll Freunden Geld geboten haben, damit sie Jan Mcoel für ihn ausspionieren.
Ein paar Mal hatte er ihm sogar vor seiner Haustür aufgelauert, ein anderes Mal am Bahnhof. Doch als der 29-Jährige ihn gebeten hat, ihn endlich in Ruhe zu lassen, hat der Täter nur gedroht, er werde jetzt richtig Terror machen. Der Mann, den Jan Mcoel an diesem Sommertag in Berlin anzeigt, heißt Gerwald Claus-Brunner.
Tatsächlich ist Gerwald Claus-Brunner Jan Mcoel zuvorgekommen. Schon zwei Wochen zuvor, am 1. Juni, hat Claus-Brunner ihn nämlich angezeigt wegen Verleumdung.
Jan Mcoel würde immer wieder falsche Verdächtigungen gegen ihn machen, hat Claus-Brunner der Polizei erzählt. Weiter wird in der Anzeige sogar zitiert: „Er Mcoel sollte ob dieser paranoiden Wahnvorstellung einen Facharzt aufsuchen, da hier offensichtlich eine schwere Persönlichkeitsstörung vorliegt. “ Offenbar war Gerwald Claus-Brunner schon am 1.
Juni klar, dass Jan Mcoel sich bald gegen ihn wehren würde.
In Berlin ist der 44 Jahre alte Claus-Brunner ein bekanntes Gesicht. Er ist Politiker der Berliner Piratenpartei und sitzt im Berliner Abgeordnetenhaus. Er ist eine ziemlich eindrückliche Erscheinung: etwa zwei Meter groß, gut 130 Kilogramm schwer und immer in einer Latzhose und mit einem Partytuch unterwegs, manchmal mit einer Davidsternkette.
Diese Montur trägt er auch, wenn er für sein politisches Amt aktiv ist. Wie er in der Talkshow von Markus Lanz erklärt, sei dieses Outfit einfach sein Markenzeichen und er wolle sich nicht hinter vermeintlich seriöser Kleidung verstecken. Durch sein auffälliges Äußeres und seine nüchterne pragmatische Art wird Claus-Brunner schnell zu einem beliebten Gast in TV-Sendungen und zu einem der bekanntesten Politiker der Piraten.
Zuletzt läuft es für ihn in der Partei allerdings eher mäßig. Mit seinen schroffen Aussagen eckt er des Öfteren an. Allein wegen Postings auf Twitter wurde er von seiner eigenen Fraktion mehrfach gerügt.
Zudem soll die Arbeit mit ihm nicht einfach gewesen sein. Der 44-Jährige ist zwar intelligent, heißt es, aber er sei trotzdem nicht in der Lage, seine Anträge normgerecht zu formulieren. Hilfe dabei würde er allerdings auch ablehnen.
Stattdessen würde er seine Anträge oft ganz ohne Absprache mit seinen Kollegen einreichen. Nach und nach sei er von allen wichtigen Ausschüssen abgezogen worden. Von ihm gestellte Anträge werden abgelehnt.
Wenn er mal für einen neuen Posten kandidiert, gibt es meist nur ein paar einzelne Stimmen für ihn.
Anfang 2016 beantragen außerdem acht der 15 Piraten-Abgeordneten, Claus-Brunner aus der Fraktion auszuschließen. Bei der anschließenden Abstimmung sind drei Abgeordnete dagegen, drei enthalten sich und neun sind dafür. Für einen erfolgreichen Ausschluss hätte es aber zehn Stimmen gebraucht.
Dementsprechend bleibt Claus-Brunner also Mitglied der bröckelnden Piratenfraktion. Im September 2016 steht wieder die Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses an und die Umfragen sehen ziemlich mies aus. Niemand rechnet damit, dass die Piraten ihren Überraschungserfolg aus dem Wahljahr 2011 auch nur annähernd wiederholen können.
Vor allem Claus-Brunner nicht, der auf der Landesliste nur auf Platz 27 steht. Auch er wird sich ausrechnen können, dass seine Zeit als Abgeordneter im September 2016 zu Ende gehen wird und damit auch sein Gehalt von 7000 Euro brutto. Im Sommer 2016 soll er deshalb immer wieder nachts weinend bei Freunden anrufen und klagen, dass er Angst vor der Zukunft habe und davor, in seinen alten Beruf zurückzumüssen, zu dem er körperlich mittlerweile gar nicht mehr in der Lage sei.
Inwiefern Gerwald Claus-Brunner etwas für die sinkenden Umfragewerte seiner Partei kann, sei dahingestellt. Seine eigenen Probleme mit Fraktionskollegen sind allerdings hausgemacht. Es heißt, der Politiker würde einzelne Mitarbeiter immer wieder schikanieren, sogar mobben oder falsche Gerüchte über sie verbreiten, um ihnen zu schaden.
Wie der Vorsitzende der Berliner Piraten später erklären wird, fühlt sich Claus-Brunner in der Fraktion isoliert und leidet zudem unter persönlichen Problemen.
Die persönlichen Probleme findet man in der Biografie von Claus-Brunner. Schon als Kind soll er auffällig gewesen sein, etwa indem er Tiere quälte. Ein Mädchen, in das er verknallt war und das ihn abblitzen ließ, stellte er nach.
Später zu seiner Bundeswehrzeit soll er sich in einen Unteroffizier verliebt haben. Als auch der seine Gefühle nicht erwiderte, habe Claus-Brunner zugeschlagen, heißt es. Deshalb soll er dort fristlos entlassen worden sein.
Anfang 20 habe er sich vor seinen Eltern geoutet und ihnen erzählt, der Mann, in den er verliebt war, sei bei einem Autounfall gestorben. Anstelle von Mitgefühl und Support gab es aber einen heftigen Streit. Seine Eltern wollten seine sexuelle Orientierung nicht akzeptieren und es kam zum Kontaktabbruch.
Die Eltern von Gerwald Claus-Brunner sind zudem bekennende Rechtsradikale, die an antisemitische Verschwörungstheorien und anderes entsprechendes Gedankengut glauben. Sie gehören einer Organisation an, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Sowohl Gerwald als auch seine Geschwister wurden nach diesem Weltbild erzogen und indoktriniert und zum Bund heimatreuer Jugend geschickt.
Heute heißt dieser Verband Freibund und wird den Neuen Rechten zugeordnet. Die Eltern waren wegen ihrer Gesinnung sogar der Polizei bekannt und es hat immer wieder Hausdurchsuchungen gegeben. Claus-Brunner hat den Absprung aus der rechtsextremen Szene dann nach seiner Ausbildung zum Fernmeldetechniker bei der Telekom geschafft.
Der Bruch mit seinen Eltern hat das Ganze besiegelt. 1997 ist er nach Berlin gezogen, wo er begann, sich jenseits von rechts politisch zu engagieren. 2009 trat er der Piratenpartei bei.
2011 schaffte er es dann ins Berliner Abgeordnetenhaus und lernte Jan Mcoel kennen, den er damals als Mitarbeiter in seinem Büro anstellte.
Wie eben schon erzählt, hat sich schnell eine Freundschaft zwischen den beiden entwickelt, bis Jan Mcoel nach einigen Jahren einmal etwas gesehen hat, was er lieber nicht gesehen hätte. Als Claus-Brunner einmal im Krankenhaus lag, hatte Jan Mcoel sich bereit erklärt, ein paar Sachen aus seiner Wohnung zu holen und ihm vorbeizubringen. Als er die Wohnung seines damaligen Chefs betrat, war sein Computer noch an und darauf war ein Ordner mit Fotos aufgerufen.
Fotos, die verschiedenste Leute aus dem persönlichen Umfeld von Claus-Brunner zeigten und zwar beim Toilettengang. Offenbar hatte Claus-Brunner Gäste in seiner Wohnung heimlich aufgenommen. Das war der Punkt, der Jan Mcoel dazu veranlasst hat, seinen Job bei Gerwald Claus-Brunner zu kündigen.
Anderweitig gemeldet hatte er die Sache nicht, um seinem Chef und seiner Partei nicht zu schaden. Auch bei seiner Anzeige im Juni 2016 wird er diesen Sachverhalt nicht angeben. Man weiß überhaupt nur davon, weil sich Jan Mcoel seiner Mutter anvertraut hat.
Er hat ihr auch anvertraut, dass er eine Kamera in seinem Duschkopf gefunden hat und dass er glaubt, dass Claus-Brunner bei ihm eingebrochen ist und die Kamera dort installiert hat, um ihn heimlich zu filmen. Sie ist es, die der Polizei später davon erzählt, nicht ihr Sohn, denn er ist zu diesem Zeitpunkt bereits nicht mehr am Leben.
Der 15. September 2016 beginnt eigentlich als ein schöner Tag. Dass Jan Mcoel sich auf dem Revier den Fragen des Polizisten gestellt hat, ist fast drei Monate her.
Im August hatte er auf einem Festival in Magdeburg eine Frau kennengelernt. Zwischen den beiden hat es schnell gefunkt und an diesem 15. September wachen Anne und Jan Mcoel gemeinsam in dessen Wohnung im Berliner Wedding auf.
Es ist ein ruhiger Donnerstagmorgen, einer der letzten Sommertage. Jan Mcoel macht sich früh auf den Weg zu einer befreundeten Familie. Die Familie ist aus Afghanistan geflohen und er passte immer mal wieder auf die Kinder auf.
So auch an diesem Vormittag. Seitdem er nicht mehr für Gerwald Claus-Brunner arbeitet, ist der 29-Jährige auf Hartz 4 angewiesen. Neben der Kinderbetreuung für die befreundete Familie pflegt er auch noch seine Großmutter.
Ansonsten verbringt er seine Zeit gerne in einem Meditationszentrum oder mit seinem liebsten Hobby Brettspiele und er versucht, Gerwald Claus-Brunner so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Am Mittag des 15. September kommt Jan Mcoel aber erstmal gut gelaunt vom Babysitten bei der befreundeten Familie zurück.
Er und seine Freundin Anne beschließen, erst den Abend wieder gemeinsam zu verbringen. Auch Anne hat eine Unterkunft in Berlin. Ob die beiden sich bei ihr treffen wollen oder wieder in der Wohnung von Jan, ist noch nicht ganz klar.
Jan Mcoel macht sich gegen 14 Uhr erstmal auf den Weg zu einer Verabredung zum Tischtennisspielen. Anne selbst geht um etwa 17 Uhr aus dem Haus.
Auch beim Tischtennisspielen mit seinem Kumpel wirkt Jan Mcoel bestens gelaunt. Der Freund spricht ihn sogar noch mal darauf an, was denn jetzt mit dem Stalking durch seinen ehemaligen Chef Claus-Brunner sei. Daraufhin soll Jan Mcoel erwidert haben, die Sache sei nicht so wild.
Auf eine SMS, die Anne ihm um 21:30 Uhr schickt, wird er schon nicht mehr antworten. Auch Gerwald Claus-Brunner ist an diesem Tag in Berlin unterwegs. Am Wochenende steht die Wahl des Berliner Abgeordnetenhauses an.
Also ist er am Nachmittag noch mal an seinem Wahlkampfstand in Steglitz und versucht ein paar letzte Stimmen abzufangen. Und kurz nach 18 Uhr wird er von der Überwachungskamera eines Kiosks in Steglitz gefilmt. Der Lokalpolitiker scheint ganz entspannt und hat sogar Zeit für einen kurzen Plausch mit dem Kioskbesitzer.
Bei den Groschenromanen sucht er sich ein Science-Fiction-Heft aus. Danach wird ein Lottoschein abgegeben. Wenig später sieht eine Bekannte den Politiker in der S1 Richtung Frohnau.
Mit knapp zwei Metern Körpergröße ist Claus-Brunner eh schon kaum zu übersehen. An diesem Tag fällt der Bekannten aber vor allem sein Gepäck auf: eine ziemlich wuchtige Sackkarre und darauf ist ein Koffer geschnallt, der von der Größe her locker mit einem Kühlschrank mithalten kann. Auch der Kioskbesitzer hat ihn schon darauf angesprochen.
Auf die Frage, was er damit vorhabe, soll Claus-Brunner nur geantwortet haben: „Altkleider. “ An der Station Berlin Gesundbrunnen verlässt er die Bahn und zieht die Sackkarre hinter sich her die Straße entlang und dort geht er in Richtung Koloniestraße.
Am späten Abend des 15. September scrollt eine Mitarbeiterin der Piraten durch Twitter. Dort sieht sie einen Post von Gerwald Claus-Brunner: „Mein Herzmensch wurde heute in Berlin totgeschlagen.
“ Nach kurzer Zeit ist der Tweet wieder gelöscht. Einen Tag später, am 16. September, twittert Gerwald Claus-Brunner: „Echter Kacktag heute, übertrifft sämtliche schlechte Tage, die ich je erlebt hatte bisher.
Hoffe, das Wochenende macht‘s besser. “ Bekannten soll er an diesem Tag zudem erzählen, er plane, sich in eine Psychiatrie einweisen zu lassen. Doch dazu kommt es nicht mehr.
Später folgt ein weiteres letztes Posting. Es ist ein Foto von Jan Mcoel, aufgenommen in einer Berliner Bar. Dazu hat der Politiker geschrieben: „Meine Liebe, mein Leben für dich, lieber Wuschelkopf, für immer und ewig.
“ Als die Piratenpartei am 18. September hochkant aus dem Abgeordnetenhaus fliegt, meldet sich Gerwald Claus-Brunner nicht zu Wort. Während des Wahlkampfes war er trotz des miesen Listenplatzes das Aushängeschild seiner Partei gewesen.
Erst in der Woche vor der Wahl gab es einen Auftritt an einer Schule in Steglitz-Zehlendorf, um mit Jugendlichen über Politik zu diskutieren. In ganz Berlin hängen noch Plakate mit seinem Gesicht. Dazu das Versprechen: „Echte Opposition ohne Filz und Klüngel.
“ Statt der echten Opposition gibt es mit gerade einmal 1,7 Prozent ein verheerendes Wahlergebnis. Die Abgeordneten der Piratenfraktion werden ihre Büros räumen und für die neuen Abgeordneten Platz machen müssen. Doch bevor das passieren kann, geht schon am Montag nach der Wahlniederlage ein Brief im Berliner Büro der Piratenpartei ein.
Darin steht: „Wenn ihr das hier lest, bin ich tot. Bitte informiert die Polizei und gebt ihr den Wohnungsschlüssel, den ich beigelegt habe. “ Der Absender ist Gerwald Claus-Brunner.
Wie in dem Brief gefordert, verständigt man vom Parteibüro aus umgehend die Polizei. Es ist etwa 13:50 Uhr, als die Einsatzkräfte über den Abschiedsbrief informiert werden. Der beigelegte Schlüssel gehört zu einer Wohnung im zweiten Stock eines gepflegten Neubaus in der Schönhauser Straße in Berlin-Steglitz.
Der Mieter dieser Wohnung ist Gerwald Claus-Brunner. Die Wohnung macht einen etwas verwahrlosten Eindruck. Es ist nicht gerade sauber und in den Ecken liegen Müll, Kleidung und herumliegendes Spielzeug.
Schon im Flur sehen die Polizisten eine Spur, die wie Blut aussieht. Dort steht auch ein Müllsack, der mit Kleidung und zerschnittenen Kabelbindern gefüllt ist. Im Wohnzimmer ist das Licht noch an, die Fenster sind auf Kipp.
Trotzdem ist der Verwesungsgeruch in der Wohnung nicht zu leugnen. Wie in dem Schreiben angekündigt, findet man in der Wohnung den leblosen Körper des Politikers. Er liegt bauchlings und unbekleidet auf dem Bett in seinem Schlafzimmer.
Seine Handgelenke hat er mit Kupferkabel gebunden, die zu einer Steckdose führen. Offenbar hat er sich selbst einen Stromschlag zugefügt, an dem er verstorben ist. Der Schutzschalter, der so etwas eigentlich verhindern sollte, wurde manipuliert, wie die Ermittler später feststellen werden.
Durch seine Berufsausbildung als Elektroniker wird Claus-Brunner gewusst haben, wie er den Schalter manipulieren kann. Allerdings ist der Piratenpolitiker nicht der einzige Tote in der Wohnung. Auf einer Matratze im Wohnzimmer findet man auch den Leichnam eines jüngeren Mannes, den man zunächst nicht identifizieren kann.
Bei ihm ist die Verwesung weiter fortgeschritten. Er scheint schon ein paar Tage länger tot zu sein. Er liegt unbekleidet in Embryonalstellung unter einem Laken.
Unter seinem Kopf liegt ein Handtuch. In der linken Hand hält der Tote ein Bild der Mutter Meera, einer indischen Heiligen. Die Umstände des Ganzen sind erst einmal unklar.
Als Claus-Brunner und ein weiterer Mann tot in seiner Wohnung gefunden wurden, hat zunächst offenbar kaum jemand ein Verbrechen im Sinn. Angesichts der Wahlniederlage gehen Medien und Parteikollegen vielmehr schnell von einem doppelten Freitod aus. Infolgedessen erscheinen schnell viele wohlwollende Nachrufe auf „Faxe“, wie Claus-Brunner von Freunden und Kollegen genannt wurde.
In ihnen wird Gerwald Claus-Brunner als sanfter Riese beschrieben, als Typ, der aneckte, aber das Herz am rechten Fleck hatte. Obwohl die Identität des zweiten Toten zunächst unklar ist, haben Parteikollegen offenbar eine Ahnung, dass es sich um Jan Mcoel handeln könnte. Viele andere Piraten kennen ihn als Claus-Brunners ehemaligen Mitarbeiter.
Einigen soll der 44-Jährige zu Lebzeiten erzählt haben, er habe Jan Mcoel an eine ominöse Sekte verloren und würde darum kämpfen, ihn da rauszuholen. Eine Parteikollegin twittert: „Jedem Freund ist klar gewesen, dass sein Wuschelkopf für Faxe die große Liebe seines Lebens ist. “ Das Narrativ des tragischen Doppelfreitods wird sich aber schnell drehen.
Viele der Nachrufe werden kommentarlos wieder gelöscht werden, denn am 21. September meldet sich ein Ex-Freund von Gerwald Claus-Brunner bei der Polizei. Er hat ein Päckchen von dem Toten erhalten, das ungeöffnet der Polizei übergeben wird.
Darin liegen persönliche Gegenstände von Claus-Brunner, etwas Bargeld, ein Testament sowie ein schriftliches Geständnis. Darin heißt es: „Ich habe am 15. September um circa 22 Uhr Mcoel im Affekt getötet.
Ich kann ohne ihn nicht leben und folge ihm. “ In der Rechtsmedizin entscheidet man sich, beide Leichen parallel zu obduzieren, auf zwei nebeneinander liegenden Tischen. So hoffen die Experten, ein kongruentes Bild von dem zu bekommen, was sich da in der Mietwohnung der Schönhauser Straße abgespielt hat.
Die Obduktion findet übrigens unter der Leitung von Michael Tsokos statt, der hier in Deutschland wahrscheinlich der bekannteste seines Fachs ist.
An den Handgelenken und Knöcheln von Jan Mcoel findet man Fesselungsspuren. Vermutlich rühren sie von Kabelbindern her, die die Polizei im Flur gefunden hat. An den Oberarmen befinden sich weiterhin Einblutungen, die Spuren von einem kräftigen Griff sein können.
An den Händen und Fingern finden sich Abwehrspuren, abgebrochene und eingerissene Fingernägel. Zudem wurden ihm neun Rippen gebrochen. Man vermutet, dass Claus-Brunner ihn erdrückt hat, während er auf seinem Brustkorb kniete.
Dafür sprechen Einblutungen an den Halsweichteilen genau wie Brüche am Kehlkopf. Wenn Claus-Brunner mehr als 120 Kilogramm wog, brachte der schmächtige Jan Mcoel gerade mal die Hälfte auf die Waage. Er hatte schlichtweg keine Chance, sich körperlich gegen den 2-Meter-Mann zu behaupten.
Wahrscheinlich passierte das in der Wohnung von Jan Mcoel am Abend des 15. September. Hinweise auf einen Missbrauch sollen bei der Obduktion nicht gefunden worden sein, obwohl dieses Gerücht in der Boulevardpresse trotzdem die Runde macht.
Ein Nachbar will an diesem Abend zweimal im Treppenhaus Lärm gehört haben. Einmal um 21 Uhr, dann noch mal um 23 Uhr. Es habe nach einem Kampf geklungen, aber niemand habe geschrien.
Die Polizei soll vermuten, dass Claus-Brunner Jan Mcoel sofort mit Schlägen gegen den Kopf überwältigte, als er seinem ehemaligen Chef die Tür öffnete. Dann soll Claus-Brunner Jan Mcoel in seine eigene Wohnung ins 15 Kilometer entfernte Berlin-Steglitz gebracht haben. Wahrscheinlich mit der Sackkarre, die er am 15.
bei sich gehabt hat. Auf dem Rückweg soll er allerdings nicht die Bahn genommen, sondern die Karre wie einen Anhänger ans Fahrrad befestigt haben. Ob Jan Mcoel da noch gelebt hat oder schon tot im Koffer auf der Sackkarre lag, ließ sich nicht mehr klären.
Erst im Laufe des Wochenendes soll sich Claus-Brunner dann das Leben genommen haben, etwa drei Tage nachdem Jan Mcoel schon tot war.
Claus-Brunner hat Parteikollegen erzählt, er würde an einer schweren, unheilbaren Krankheit leiden, die zu Organversagen führen würde. Doch bei der Obduktion finden die Gerichtsmediziner keinerlei Anhaltspunkte für diese Behauptung. Offenbar hatte Claus-Brunner bezüglich einer schweren Krankheit gelogen.
Stattdessen starb er durch den selbst herbeigeführten Stromschlag. Das Bild des sanften Riesen Gerwald Claus-Brunner ist endgültig hinfällig. Wenige Tage nach der Tat gibt der Bruder von Gerwald Claus-Brunner dem Stern ein Interview.
Aus diesem Interview kommen viele der Informationen zum Werdegang von Claus-Brunner und auch zu den Warnzeichen, die es schon früh gegeben hat. Es ist das einzige Gespräch, das der Bruder des Täters mit Journalisten führt. Denn wie er im Gespräch mit dem Stern selbst sagt: „Mein Bruder hat einen jungen Mann umgebracht, ein Mann, der noch ein ganzes Leben vor sich hatte.
Eigentlich müsste er und nicht mein Bruder im Mittelpunkt stehen. Alle Welt redet über Gerwald. Ich denke an die Familie von Jan Mcoel.
Es tut mir sehr leid. “ Als er von der Tat seines Bruders hört, reist er umgehend nach Berlin, um dort das Gespräch mit anderen Piratenmitgliedern zu suchen. Insbesondere auch mit solchen, die Claus-Brunner zu Lebzeiten bedrängt oder gemobbt haben soll.
Im Übrigen dementiert sein Bruder Dietwald Claus einige Punkte, die Gerwald Claus-Brunner zu Lebzeiten vor Kollegen und den Medien als Fakten dargestellt hatte. Zum Beispiel, dass er auf der Heimreise aus einem Urlaub auf der Autobahn in Schleswig-Holstein geboren worden sei. Das sei genauso unwahr wie die Behauptung, dass sein Vater ihn mit 14 aus dem Haus geprügelt habe oder seine angebliche tödliche Krankheit, wegen der er schon 2011 behauptet hatte, nur noch ein Jahr zu leben.
Doch den Fokus möchte Dietwald Claus nicht auf seinen Bruder legen, sondern darauf, aus seinem Verbrechen etwas zu lernen und Konsequenzen für die Zukunft zu ziehen. Er zweifelt an, ob die Polizei Jan Mcoel im Vorfeld ernst genommen hat. Er appelliert, dass sowohl die Polizei als auch die Piratenpartei den Fall gründlich aufarbeiten sollten und erinnert Eltern daran, ihre Kinder so anzunehmen, wie sie sind und sich nicht wie seine eigenen Eltern wegen Aspekten wie der Sexualität mit den eigenen Kindern zu überwerfen, so wie es bei Gerwald Claus-Brunner und seinen Eltern gewesen ist.
Offenbar sieht der Bruder hier einen wichtigen biografischen Bruch. Dennoch betont er abschließend: „Aber noch mal, mein Mitgefühl und auch das meiner Familie gilt in allererster Linie der Familie des Opfers. Denn selbst wenn die Gesetze jetzt geändert werden und die Polizei Fehler einräumt, für Jan Mcoel ist es zu spät.
Er ist tot. Ermordet von meinem Bruder, durch mein Fleisch und Blut, und das ist sehr, sehr traurig. “ Dietwald Claus macht hier auf etwas Wichtiges aufmerksam.
Jan Mcoel hatte Mut gefasst, gegen seinen Stalker Anzeige zu erstatten. Dennoch ist er nur Wochen später durch seine Hand gestorben.
Tatsächlich ist es so, dass mit der Erstattung der Anzeige noch nicht direkt ermittelt wurde. Erst einmal wurde die Anzeige nämlich an die zuständige Stelle weitergeleitet. Von dort schickte man Jan Mcoel etwa drei Wochen nach seinem Termin in Kreuzberg einen Fragebogen.
Klingt komisch, aber auf diesem Fragebogen sollte er noch mal ausführlich schildern, was los ist und ob er überhaupt einen Strafantrag stellen möchte, denn die Staatsanwaltschaft verfolgt Nachstellung als Delikt erst, wenn die betroffene Person das ausdrücklich verlangt. Ausnahme ist eine sogenannte Gefährderansprache, die die Polizei proaktiv machen kann, nachdem eine Anzeige wegen Nachstellung gemacht wurde. Dabei geht die Polizei auf den Täter zu und spricht mit ihm über sein Verhalten.
Das ist hier allerdings nicht geschehen. Gerwald Claus-Brunner hatte nichts von der Polizei gehört. Zudem soll es laut dem Spiegel noch eine weitere Hürde gegeben haben.
Bevor man überhaupt ein Verfahren hätte eröffnen können, hätte die Staatsanwaltschaft erst einmal die Aufhebung der Immunität beantragen müssen, die Claus-Brunner als Abgeordneter innehatte. Denn als Mitglied des Abgeordnetenhauses hat Claus-Brunner einen speziellen Schutz vor Strafverfolgung genossen. Allerdings ist Jan Mcoels Anzeige ja gar nicht erst zur Staatsanwaltschaft vorgedrungen.
Eigentlich wäre es ja logisch, dass die betroffene Person direkt bei der Erstattung der Anzeige gefragt wird, ob sie eine strafrechtliche Verfolgung wünscht. Es ist sogar üblich. Im Fall Jan Mcoel ist das laut Medienberichten allerdings nicht passiert.
Stattdessen passierte simpel gesagt drei Wochen lang gar nichts, bis der 29-Jährige erst am 18. Juli diesen Fragebogen in der Post hatte. Weil Jan Mcoel den Fragebogen nicht zurückgeschickt hat, wurde die Sache am 17.
August 2016 eingestellt und keinen Monat später war er nicht mehr am Leben. Rückblickend betrachten viele Wegbegleiter den Fall als eine Katastrophe mit Ansage. Spätestens nach seiner Rede im Juni 2016 fiel Claus-Brunner nicht mehr nur negativ auf.
Im Abgeordnetenhaus machten sich richtig Sorgen. Mehrere Abgeordnete und Senatoren sollen danach versucht haben, Claus-Brunner professionelle Hilfe zu vermitteln, wie der Spiegel berichtet. Und zwar nicht nur Politiker von den Piraten, sondern auch von anderen Parteien.
Mindestens eine Person soll wegen der Rede den sozialpsychiatrischen Dienst kontaktiert haben. Sein ehemaliger Parteikollege Christopher Lauer sagt, er selbst habe Claus-Brunner sogar schon 2013 einen Termin bei einem renommierten Psychologen vermittelt. Dort sei er aber lediglich einmal hingegangen und habe keine weiteren Termine wahrgenommen.
Neben Jan Mcoel soll Claus-Brunner auch einen anderen Parteikollegen bedrängt und mit Pralinen und Liebesbriefen bombardiert haben. In einem FAZ-Artikel heißt es sogar, dass einige Parteimitglieder erst an diesen Kollegen gedacht hätten, als es in den Medien hieß, man habe noch einen zweiten Toten gefunden. In dem Artikel wird der Parteikollege nur H.
genannt. Er soll insbesondere 2011 von Claus-Brunner bedrängt worden sein, also fünf Jahre vor dem Mord an Jan Mcoel und in dem Jahr, als er bei ihm im Büro anfing. Zuvor soll Claus-Brunner sogar die Partnerin von H.
eingeschüchtert und ihr gedroht haben. Zudem soll er das Gerücht verbreitet haben, die Partnerin habe nur zum Schein. In Wahrheit sei er heimlich mit seinem Mitbewohner, einem anderen Piratenmitglied, zusammen.
Nur ein Jahr später, 2012, erzählte er Journalisten, er sei frisch verliebt. Ob hier von Jan Mcoel gesprochen wurde, kann man nur mutmaßen. Zeitlich passt es.
Im selben Jahr, insbesondere zwischen März und Juni 2015, tauschte sich Claus-Brunner intensiv mit einem anderen Twitter-Account aus. Das Profilbild zeigt Jan Mcoel. Ob es sich aber wirklich um seinen Account handelt, erscheint angesichts der ausgetauschten Nachrichten fraglich.
Die Profile schicken sich Herz- und Kuss-Emojis. Claus-Brunner postet, sein Freund habe ihm gerade ein Frühstück zubereitet. Das Profil mit dem Bild des späteren Opfers antwortet darauf: „Lass mal die Partei sein und komm rüber zu mir.
“ Zuletzt postet Claus-Brunner in diesem Profil im Mai 2016: „Ich liebe den Wuschelkopf ganz doll und freue mich, dass ich auch am Morgen früh wieder neben ihm aufwachen kann. “ Um 1:40 Uhr folgt die Antwort: „Meno, stell den PC aus und komm ins Bett. “ Wie gesagt, es ist fraglich, ob das Profil wirklich dem Stalking-Opfer gehörte.
Ich denke eher nicht. Immerhin erstellte Claus-Brunner im Juni 2016 ja auch das 𝒻𝒶𝓀𝑒-Facebook-Profil von Jan Mcoel. Gesichert feststellen, dass der Twitter-Account auch 𝒻𝒶𝓀𝑒 war, wird man nicht mehr, denn gegen Tote wird bekanntlich nicht ermittelt, damit auch nicht gegen Gerwald Claus-Brunner.
Trotzdem spricht einiges dafür, dass Jan Mcoel mit seinen Befürchtungen recht hatte, als er seiner Mutter erzählte, Claus-Brunner könnte bei ihm eingebrochen sein und eine Kamera installiert haben, denn am Schlüsselbund des Piratenpolitikers hat man einen Zweitschlüssel zur Wohnung von Jan Mcoel gefunden.
In Deutschland ist Nachstellung oder Stalking übrigens erst seit 2007 überhaupt strafbar. Immerhin werden Gesetze seitdem immer wieder weiterentwickelt und angepasst, aber schnell geht es nicht gerade voran. 2021 hat es zuletzt eine Reform gegeben, um auch Stalking, das sich online abspielt, besser einzubinden.
Zudem wurden einige Tatbestandsmerkmale angepasst. So konnte die Schwelle zur Strafbarkeit gemindert werden, was für Betroffene natürlich eine Entlastung ist. Dennoch ist gerade auf dem Gebiet Cyberstalking und auch in Sachen 𝒻𝒶𝓀𝑒-Profile und Co.
noch sehr viel zu tun. Zudem ist es eine Diskussion wert, was man außerhalb von Gesetzesänderungen tun kann. Jan Mcoel war bei der Polizei, um Gerwald Claus-Brunner anzuzeigen, aber zur Ermittlung ist es ja gar nicht erst gekommen.
Zum einen hat die Polizei keine Gefährderansprache gehalten. Zum anderen hat Jan Mcoel selbst den Fragebogen nicht ausgefüllt, der für das weitere Verfahren notwendig gewesen wäre. Warum er das nicht getan hat, wissen wir natürlich nicht.
Persönlich kann ich mir vorstellen, dass es schon herausfordernd genug ist, sich einmal den Gang zur Polizei zu trauen und offen zu legen, was einem angetan wird. Das dann Wochen später noch mal tun zu müssen und perspektivisch noch mal und noch mal, ist wahrscheinlich noch eine psychische Belastung, die auf eine ohnehin schlimme Situation oben drauf kommt. Wir haben hier in Deutschland tolle Initiativen, die mit Betroffenen von jeder Gewalt zusammenarbeiten und ihnen Beratung und Unterstützung anbieten.
Aber weil diese Initiativen oft gemeinnützig arbeiten, fehlt es eben dort an Geld und Ressourcen. Es wäre wichtig, dass es mehr niedrigschwellige Hilfsangebote gibt für Betroffene von Gewalt allgemein, aber auch für Stalking-Opfer im Speziellen. Beratungsstellen, die zwischen Betroffenen und der Polizei vermitteln und bei rechtlichen Verfahren Unterstützung leisten können, werden immer wichtiger.
Denn wie Statistiken zeigen, steigen die Stalkingfälle in Deutschland in den letzten Jahren immer weiter an. 2024 gab es rund 25. 000 erfasste Stalking-Delikte.
Gerade bei diesem Thema muss man die Dunkelziffer beachten. Selbst der Fall Jan Mcoel dürfte unter den 2016 erfassten rund 19. 000 Fällen nicht mitgezählt worden sein und das, obwohl dieser Fall sogar mit seinem Tod endete.
Der Fall von Jan Mcoel macht ziemlich betroffen und nachdenklich. Vor allem bin ich an dem Punkt hängen geblieben, dass gegen Tote wie Gerwald Claus-Brunner nicht mehr ermittelt werden darf. Ich denke, das ist ein Grundsatz, den wir alle kennen und der auch sinnvoll ist.
Dennoch stelle ich es mir für Angehörige schwierig vor, wenn es keine juristische Aufklärung und Einordnung gibt. Natürlich bringt das den verstorbenen Menschen nicht zurück, aber gerade in einem Stalkingfall wie diesem frage ich mich, ob es nicht förderlich sein könnte, wenigstens die digitalen Spuren aufzuarbeiten und dadurch Aufschluss darüber zu bekommen, wie der Täter vorging. Schreibt mir gerne mal eure Gedanken zu diesem Thema in die Kommentare und dazu, ob ihr euch noch an den Fall erinnern könnt.
Ich weiß noch, wie die Sache damals zuerst durch die Medien ging, aber das Ausmaß des Stalkings zuvor war mir nicht bewusst. Auch nicht, dass Jan Mcoel versucht hatte, sich an die Berliner Polizei zu wenden. Diese ist übrigens auch nach dem Tod von Jan Mcoel der Meinung gewesen, richtig gehandelt zu haben.
Von der Pressestelle hieß es 2016: „Die Drohung, richtig Terror zu machen, begründete nicht den Verdacht auf eine konkrete Gefährdung des Herrn L. Auch gab es keine Hinweise, dass es sich hierbei um einen eskalierenden Stalkingvorfall handelte. “ Was ein wenig paradox ist, denn in der Anzeige heißt es: „Jan Mcoel fühle sich erheblich in seiner Lebensqualität eingeschränkt und fürchte, dass die Situation eskalieren könnte, da er dem Tatverdächtigen körperlich unterlegen sei.
“ Ich bin gespannt auf eure Gedanken in den Kommentaren. So entsteht nicht nur eine spannende Diskussion, sondern ihr unterstützt auch den Kanal. Genau wie mit einem Like, sollte euch das Video gefallen haben.
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Vielen Dank schon einmal im Voraus. Ansonsten gibt es auch nicht mehr viel zu sagen. Ich wünsche einen guten Morgen, Mittag oder Abend, je nachdem, wann ihr das Video seht, und hoffe, dass wir uns im nächsten Video wiedersehen.
Bis dahin, ciao Leute.


