Das große Gewächshaus ist warm, obwohl draußen kühler Wind weht. Ich habe die Jacke schon abgelegt, es fühlt sich an wie ein Wintergarten. Es ist aus einzelnen Modulen aufgebaut, die ich bei Bedarf einzeln austauschen kann. Die Hülle ist keine normale Folie, sondern eine spezielle Membran, die fast das gesamte Sonnenlicht durchlässt.

Das ist der wichtigste Punkt, denn die Pflanzen bekommen einfach alles, was sie zum Wachsen brauchen. Wenn die Membran einmal reißt und ich sie nicht mehr kleben kann, kann ich sie sogar recyceln und daraus neues Material herstellen lassen. Das Haus besteht aus unbehandeltem Lärchenholz, ohne Farbe, ohne Öl. Es darf einfach altern und braucht kaum Pflege.
An den Balken oben habe ich Rohre montiert, an denen ich die Tomatenschnüre befestige. Die großen Fenster sind leicht und öffnen sich automatisch, sogar diagonal, sodass genug Luft hereinkommt. Dazu haben wir vorn und hinten geteilte Türen eingebaut, damit sich ein ordentlicher Luftzug bildet. Auf den Regalen stehen gerade Paprika und Auberginen, die sich hier oben richtig wohlfühlen.
Hier wird es auch nachts nicht so kalt, deshalb gedeihen die Jungpflanzen so gut. In der Mitte haben wir einen Gang aus Steinen gebaut, der von unserem alten Haus stammt. So entstehen zwei Beete, in denen im Sommer Tomaten, Gurken und Paprika wachsen. Auf der einen Seite ist gerade der Winterspinat abgeerntet und die Fläche wird für das nächste Gemüse vorbereitet.
Auf der anderen Seite wächst frischer Schnittsalat, den wir täglich ernten können. Das ist der Vorteil eines solchen Gewächshauses: Wir versorgen uns das ganze Jahr über selbst mit frischem Grün. Natürlich gibt es auch einen Nachteil. Der Preis ist hoch, das ist ein ordentliches Investment.
Es wird in Deutschland hergestellt, hochwertig verarbeitet, und man bekommt eine gute Beratung. Wer sparen möchte, kann die Membran aber auch auf einer Rolle kaufen und sich sein eigenes Gewächshaus bauen, zum Beispiel aus alten Fenstern. Dann hat man die tolle Technik trotzdem zu Hause, nur eben günstiger. Unser zweites Bauwerk ist der Geodom, die Halbkugel.
Wir haben sie vor Kurzem mit jungen Pflanzen bestückt. Drinnen ist es fast magisch, das Raumklima ist angenehm und man verbringt gerne Zeit dort. Über den Winter haben wir Feldsalat, Postelein und verschiedene Wintersalate gezogen. Jetzt stehen die ersten frühen Pflanzen drin: Spitzkohl, Wirsing, Salate und Kohlrabi.
Direkt vor mir sehe ich schon die ersten kleinen Knollen. In etwa zwei Wochen können wir den ersten Kohlrabi ernten, und die ersten Salatblätter gehen sogar jetzt schon zwischendurch ab. Wir mulchen auch im Gewächshaus, das ist uns wichtig. Der erste Mulch ist schon ausgebracht, aber der Rasenschnitt hat noch nicht ganz gereicht.
Im Sommer kommen dann wieder Tomaten, Paprika, Gurken und Kräuter hinein. Danach geht es weiter mit Salaten und Blattgemüse über den Winter. So können wir hier wirklich das ganze Jahr hindurch ernten. Die Frage, ob sich das lohnt, höre ich oft.
Ich vergleiche das gerne mit einem Auto. Mit einem einfachen Modell komme ich auch von A nach B. Aber vielleicht möchte ich Sitzheizung oder mehr Ladefläche. So ähnlich ist es mit dem geschützten Anbau.
Dieses Gewächshaus ist etwas Besonderes, schön und ästhetisch. Dafür hat man dann eben auf den einen oder anderen Urlaub verzichtet. Wer aber viel Gemüse anbauen und ein kleineres Investment schnell wieder hereingeholt haben möchte, der braucht etwas anderes. Dafür haben wir die Folientunnel.
Wir haben Besuch bekommen. Hendrik ist von der Firma, die die Tunnel herstellt, und er hat zwei verschiedene Varianten mitgebracht. Einen Tunnel mit doppelt geteilter Tür gibt es bei uns im Shop, aber es gibt auch kleinere Modelle, die schon ab zweieinhalb Metern Breite erhältlich sind. Für die Selbstversorgung ist entscheidend, dass man weiß, was man anbaut.
Man zieht sein eigenes Gemüse, ohne chemische Spritzmittel, ohne weite Transportwege. Und gerade wegen der stark gestiegenen Supermarktpreise gewinnt die eigene Versorgung immer mehr an Bedeutung. Die Frage nach der Amortisation ist wichtig. Bei einem Investment von etwa fünfzehnhundert Euro kann man im Durchschnitt mit etwa anderthalb Jahren rechnen, bis sich das Ganze rentiert.
Die eigene Arbeitszeit rechne ich da nicht ein, denn die ist bei einem leidenschaftlichen Gärtner wie Freizeit, wie Yoga. Man ist geerdet, man ist gewurzelt, und die Kinder lernen gleich mit, wo das Gemüse herkommt. Man entwickelt eine viel höhere Wertschätzung für das, was man selbst anbaut. Wenn man die Ernte mit den Preisen für hochwertige Bio-Produkte aus dem Hofladen vergleicht, rechnet es sich sogar noch schneller.
Die Lebensdauer eines solchen Tunnels liegt bei zehn Jahren und mehr. Die Folie hält mindestens zehn Jahre, die Stahlkonstruktion fünfzehn bis zwanzig. Mit unserem älteren Tunnel haben wir noch gar keine Einbußen gehabt, bis jetzt gibt es da keine Probleme. Im Inneren des FVG-Tunnels machen wir die Fenster auf.
Hendrik hat uns extra eine doppelte Stalltür eingebaut, die es bisher so nicht gab. Wir haben ihm erzählt, dass wir hier auf freiem Feld nahe der Wälder wohnen und mit Wildverbiss zu rechnen ist. Rehe kommen vorbei, Hasen sind unterwegs, manchmal laufen auch Hühner oder sogar Schafe durch den Garten. Wenn die Türen offenstehen, kommen die Tiere direkt an das Gemüse.
Diese doppelte Tür ermöglicht uns jetzt, quer und im Giebelbereich zu lüften, ohne den ungebetenen Gästen Einlass zu gewähren. Genau das ist für einen geschützten Bereich auf freiem Feld total wichtig. Zusätzlich wird der Luftaustausch geschmeidiger, denn wenn man unten zu früh lüftet, kann ein Kälteeinbruch den Pflanzen schaden. So strömt die kalte Luft nur durch den oberen Bereich herein.
Diese doppelte Stalltür gibt es übrigens exklusiv bei diesem Hersteller. Sie kam schon richtig gut an, einige Kunden haben sich den Tunnel deswegen gekauft, manche wollen sogar mit Market Gardening starten. Die Tunnel gibt es in verschiedenen Größen. Bei uns im Shop gibt es den Tunnel in Breiten von dreieinhalb oder fünfeinhalb Metern und in verschiedenen Längen.
Der kleinste Tunnel ist zweieinhalb Meter breit und vier Meter lang. Damit passt er genau in die genehmigte Größe, die ein Kleingartenverein erlaubt. Das Besondere an diesem System ist, dass es ein Stecksystem ist. Jeder Bogen ist geteilt und wird kompakt verpackt in einem Karton von etwa zwei Metern Länge geliefert.
Ein Tunnel mit dreihundert Quadratmetern Fläche passt in so einen einzigen Karton. Das macht das System ziemlich einzigartig, weil der Transport dadurch sehr günstig wird. Ich habe einen Traum. Dass sich in Gemeinden und Dörfern Menschen zusammentun, auf einer Gemeindewiese oder einer Grünfläche zusammenkommen und sagen: Wir versorgen uns selbst mit Gemüse und machen uns zumindest teilweise unabhängig von den Lieferketten.
Ich glaube, früher war es normal, dass man den Garten hinten am Haus hatte. Heute haben wir moderne Möglichkeiten. Wenn man sich zusammentut, kann man eine Menge erreichen. Hendrik sagt, dass dieser Trend schon Fahrt aufgenommen hat.
Es gibt viele Gemeinden und gemeinnützige Vereine, die sich zusammengeschlossen haben und Gewächshäuser betreiben. Man sieht einen enormen Zuwachs an Mitgliedern, die sich wieder auf die Selbstversorgung und die Gesundheit besinnen. Der Vollständigkeit halber möchte ich auch den Tunnel zeigen, den wir schon länger hier auf dem Hof stehen haben. Es ist ein klassischer Folientunnel.
Die Folie ist an den Seiten eingegraben, das macht man so: Man buddelt aus, legt die Folie hinein und deckt sie mit Erde zu. Dadurch wird sie gespannt und sitzt fest. Aber ich habe hier keine Möglichkeit zu lüften. Bei dem FVG-Tunnel kann ich die Seiten hochnehmen und bekomme eine gute seitliche Belüftung.
Das ist hier nicht möglich. Positiv ist das Gestell, das Skelett ist sehr stabil und hat uns überzeugt. Die Folie hingegen ist schwierig. Unser Standort ist sehr windig, und man sieht es deutlich: Wir haben an vielen Stellen Risse mit Klebeband geflickt, Falzrisse, Windrisse.
Bei den FVG-Tunneln gibt es Seile, die über die Folie gespannt werden, damit sie nicht flattert. Das ist eine gute Lösung, denn hier hat es ordentlich geflattert. Dieser Tunnel hat auch das Doppelte gekostet gegenüber dem Arbeitstier von FVG. Die geteilte Tür hier ist aus Metall, schwer, und sie zieht im Frühjahr ein bisschen Licht.
Sie ist stabiler, aber wir haben im Frühjahr weniger Licht im Haus. Das ist schade. Damit ihr nicht denkt, man bräuchte unbedingt ein Gewächshaus oder einen Tunnel: Gemüse wächst auch im Freiland, in Beeten oder Kübeln. Wir können sogar Freilandtomaten, Freilandpaprika und Freilandgurken anbauen.
Die Sortenvielfalt ist dann zwar nicht so groß wie im geschützten Anbau, aber auch mit leichtem Schutz am Haus lässt sich einiges erreichen. Wer uns schon länger folgt, kennt unsere Tipps und Tricks für den Gemüseanbau in allen möglichen Ecken. Der große Vorteil eines Gewächshauses oder eines Tunnels ist einfach die viel längere Anbausaison. Ich kann früher anfangen, später aufhören oder das ganze Jahr hindurch anbauen.
Wie hat euch unsere Reise durch die verschiedenen Varianten gefallen? Was habt ihr für Lösungen für euren geschützten Bereich gefunden? Habt ihr euch ein Gewächshaus selbst gebaut oder eine andere clevere Lösung? Schreibt es gerne in die Kommentare.
Wir freuen uns über jeden Daumen nach oben, über neue Abonnenten und darauf, euch weiterhin zu zeigen, wie wir hier mit Gemüse und Saatgut arbeiten. Bis zum nächsten Mal und macht eure Gärten, Tunnel und Gewächshäuser schön bunt.

