Ihr kennt unsere Gemüsebeete, aber heute zeige ich euch etwas anderes. Wir können nämlich nicht nur Gemüse. Und wenn wir immer sagen, man soll die Gärten bunt machen, dann meinen wir das ernst. Heute nehme ich euch mit zu unserem Blumen- und Kräuter-Hotspot, wo all die Farben zusammenkommen.

Es ist ein wunderbarer Sommertag, und ich freue mich riesig, euch die Beete einmal im Detail zu zeigen. Ganz vorne starten wir mit einem dauerhaft angelegten Staudenbeet. Die Pflanzen sind mehrjährig, sie kommen jedes Jahr von alleine wieder. Wir müssen sie nur ein bisschen beikrautfrei halten, aber das macht man gern, wenn man die Pracht sieht, die sie uns dafür schenken.
Direkt neben mir steht die Königskerze, ihre gelben Blüten leuchten wunderschön. Die Insekten lieben sie, sogar unsere Pferde knabbern gerne daran, und auch für unsere Gesundheit ist sie eine wertvolle Pflanze. Sie hilft besonders bei Atmung und Lunge. Daneben leuchten lila Blütenstände, vom Anis-Ysop.
Wenn man an seinen Blättern reibt oder darauf herumkaut, entfaltet sich ein Geschmack wie Bonbons von früher. Eine besondere Tee- und Heilpflanze, die jedes Jahr wiederkommt. Dann die Schafgarbe in Weiß, Rosa, Fuchsia und Cremetönen. Sie ist mehrjährig und ebenfalls wunderbar als Heilpflanze.
Dieses Beet ist wirklich ein Bild – was meint ihr, würde noch dazu passen? Ich bin gespannt auf eure Ergänzungen, aber jetzt weiter zum nächsten Beet. Hier treffen Blumen auf Kräuter. Der Oregano, unser Pizzakraut, steht schon wieder schön buschig, weil ich ihn laufend um zwei Drittel zurückschneide.
Schließlich will ich das ganze Jahr über getrockneten Oregano im Glas haben. Nach dem Schnitt treibt er kräftig wieder aus. Und das Beste: Er ist winterhart. Wenn man ihn nicht schneidet, wird er irgendwann holzig, deshalb ist regelmäßiges Einkürzen der Schlüssel.
Ein paar Lücken im Beet seht ihr vielleicht. Die haben nicht wir mit dem Wasser verursacht – wir gießen hier nämlich gar nicht. Nein, wir haben eine Wühlmaus, die die Bechermalve von unten abgefuttert hat. Deshalb haben wir uns selbst ausgesäte Cosmea einfach stehenlassen, damit es schön üppig bleibt.
Die Wühlmaus kann einen schon ärgern, aber was will man machen? Daneben reiht sich die Schafgarbe weiter auf, und dann der violette Basilikum. Auch den schneide ich gerne zurück zum Trocknen oder Einfrieren. Getrocknete Blätter ergeben wunderbar erfrischenden, pink-lila Tee, perfekt für heiße Sommertage, gerade wenn man keinen Kaffee trinken möchte.
Dazwischen blitzt Kamille hervor. Sie sät sich selbst an den unwahrscheinlichsten Stellen aus. Diese feine Pflanze kommt mit unglaublich wenig zurecht und ist für Hals und Stimme ein Geschenk. Schon leuchtet es mir weiter hinten entgegen: Rot und Orange!
Da müssen wir genauer hinschauen. Im nächsten Beetbereich sind die Strohblumen angekommen, und ich bin so froh, sie jetzt in unserem Sortiment und natürlich im Garten zu haben. Gelb, Rosa, Pink, Rot – jede Tüte Saatgut hält eine Überraschung bereit. Besonders schön finde ich, sie zu ernten, wenn die Blüten noch halb geschlossen sind.
Dann sehen sie aus wie kleine Lotusblumen. Einfach abschneiden, trocknen lassen – und schon habt ihr euer eigenes Bastelmaterial für Gestecke oder sogar für Schmuck. Ich nähe mit einer Sticknadel und Zwirn wunderschöne Ketten aus den getrockneten Köpfen. So wandert das Leuchten des Sommers bis in den Winter.
Daneben leuchtet die orange Cosmea. In den letzten Jahren ist sie viel höher gewachsen, aber diesen Sommer war es unglaublich heiß und trocken. Dieses Jahr haben wir sie erst spät gesetzt, trotzdem haben wir wundervolle Blüten, und die Insekten sind begeistert. Ihre Blüte ist kompakter, aber leuchtet dafür kräftig ab Sommer bis in den Herbst hinein.
Ein richtiger Balsam für die Seele, wenn die Tage kürzer werden. Am Boden entdecke ich Flocks. Der ist eine absolute Überraschungstüte! Rosa, Aprikot, Lila, Violett, Pink – manche Blütenblätter sind fein gefranst, andere schlicht und weiß mit bunter Mitte.
Jede einzelne Blüte ist wunderhübsch, und essbar sind sie alle. Und davor wieder Kräuter: Mini-Basilikum lässt sich sogar in Kugelform schneiden, fast wie Buchskugeln. Daneben der Majoran, würziger und feiner als Oregano. Der genießt bei mir Kartoffelgerichte.
Hier heißt es: rechtzeitig schneiden, trocknen, und ihr habt ein wunderbares Küchenkraut. Ein paar Meter weiter leuchtet es blau. Die zarten, filigranen Blüten der Kosmeen wiegen sich im Wind. Sie säen sich natürlich selbst aus.
Aber Achtung: Die blaue Sorte verträgt Kälte besser, ab März oder April kann sie raus. Die orange Cosmea ist da empfindlicher, mit der wartet man besser bis Mai. Wenn man das im Kopf hat, kann man sich jedes Jahr über neue Blüten freuen. Als frischer Strauß oder sogar als Samentüte sind sie ein wunderschönes Geschenk.
Und da, der Klassiker: die Kornblume. Meine Tante hat sie geliebt. Früher standen sie wild an den Feldern, heute muss man ihnen im Garten gezielt Raum geben. Die Insekten lieben sie, und kulinarisch kann man tolle Sachen damit machen.
Wenn man sie im richtigen Moment erntet, behält sie sogar ihr wunderbares Blau. Neben den Kornblumen finde ich die Polster der Gewürztagetes. Sie versprühen ihre Farbe besonders toll im Herbst. Wer sie im Sommer einmal zurückschneidet, wird mit buschigem Wachstum belohnt.
Ihre Blätter sind essbar und haben einen ganz besonderen Geschmack. Wenn es draußen kühler wird, leuchten sie noch farbenfroh und hellen die Stimmung auf. Wer ganzjährig gärtnert und etwas Wärme im Beet behalten will, sollte sie unbedingt pflanzen. Und wenn die Tage kälter werden, braucht man ab und zu einen guten Tee für den Hals.
Da wächst der Thymian. Auch ihn schneide ich regelmäßig zurück, trockne ihn, rebele die Blättchen ab und entferne die Stiele. Diese Staude ist absolut winterhart, sie wird mich noch viele Jahre begleiten. Immer schön runterschneiden, aber nur im Sommer.
Und dann ist da dieses leuchtende Rot: das Löwenmäulchen. Wusstet ihr, warum es so heißt? Wir haben doch alle als Kinder die Blüten spielerisch zum Löwenmaul aufgehen lassen. Es macht heute noch unheimlich Spaß!
Wir haben sie in Rot mit orangen Akzenten, dazu in Weiß, Pink, Creme oder zweifarbig. In einer Tüte steckt die komplette Farbpalette. Und das Beste: Sie sind essbar. Ob in Eiswürfeln eingefroren, auf dem Salatteller oder aufgespießt – da lässt sich eine Menge anrichten, und die Insekten profitieren im Garten davon.
Daneben wächst der Schnittlauch, noch etwas zart. Wir haben ihn spät gesetzt, deshalb lassen wir ihn jetzt noch wachsen. Er ist winterhart, und nächstes Frühjahr treibt er kräftig aus. Wenn ihr ihn im Garten habt, müsst ihr ihn ab und zu verjüngen, aber er lohnt sich auf jeden Fall.
Hinter mir raschelt es leise – die Strohblumen. Deshalb heißen sie so, weil sie trocken und raschelig sind wie Stroh. Wenn ich sehe, wie viele es hier gibt, ernte ich sie jetzt – noch halb geschlossen sind. Zu spät geöffnete Blüten sind nicht mehr ganz so hübsch für die Trocknung.
Und dahinter die Zinnien – sie haben so eine Kraft und Stärke. Ihre Blütenblätter sind essbar. In unserem Biostguts-Kalender haben wir sie in Kräuterblumenbutter verarbeitet – ein Genuss! Kennt ihr noch andere Rezepte mit Zinnien?
Erzählt es mir gerne in den Kommentaren. Übrigens arbeiten wir schon fleißig am nächsten Saatguts-Kalender, ab Oktober ist er wieder erhältlich. Gerade in der Abendsonne ist es hier wunderschön. Das Summen und Brummen der Bienen, das Rascheln der Blumen, die Farben.
Wenn ich nach einem vollen Arbeitstag nur fünf oder zehn Minuten hier spazieren gehe – sie sind kostbar. Der Wind streichelt die Haut, die Blüten leuchten, und einmal darf man die Seele baumeln lassen. Das tut einfach gut. Ich hoffe, meine Begeisterung für Kräuter und Blumen ist angekommen, und ich wünsche mir, dass ihr auch schon ganz viele bunte Pflanzen in eure Gärten gesetzt habt.
Habt ihr bei euch auch Löwenmäulchen? Und kennt ihr das Spiel von früher? Schreibt es gern in die Kommentare. Ich freue mich auch über eure Nachrichten, wenn euch unsere Videos inspirieren.
Das lässt mein Herz aufgehen, wenn unser Saatgut aufgeht – im Garten und bei euch. Wir haben euch wie immer Links zu Workshops und einem weiteren Video hinterlassen. Lasst eure Gärten bunt werden – mit Pflanzen, aber vor allem mit Freude.
Eure J.

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