Letzten Dienstag stand ich zwischen unseren Bohnenreihen, die Hände voller Erde, als mein Nachbar mich von der Straße aus beobachtete. „Das schafft ihr nur, weil ihr Profis seid oder gesponsert…

Letzten Dienstag stand ich zwischen unseren Bohnenreihen, die Hände voller Erde, als mein Nachbar mich von der Straße aus beobachtete. „Das schafft ihr nur, weil ihr Profis seid oder gesponsert...

Immer wieder kam dieselbe Frage von euch, und irgendwann konnte ich sie nicht mehr nur mit einem Lächeln abtun. Wie schafft ihr das bloß, dass bei euch im Garten alles so ordentlich aussieht? Dass die Beete sauber sind, die Pflanzen gut wachsen, und trotzdem keiner den ganzen Tag unkrautjätend auf den Knien liegt? Bei so viel Fläche, so vielen Pflanzen – das ist keine Frage von Willenskraft.

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Das ist eine Frage der richtigen Werkzeuge. Bevor ich euch die zeige, aber erst einmal ein paar Worte der Transparenz. Alles, was ihr heute seht, haben wir selbst gekauft und selbst bezahlt. Kein Sponsoring, keine Kooperation am Anfang.

Erst durch die Jahre und die Zufriedenheit mit dem Material sind wir mit dem Händler ins Gespräch gekommen, und wenn ihr über unseren Link etwas bestellen wollt, unterstützt ihr damit uns. Aber lange genug geredet. Kommt mit. Ich beginne mit einem mittleren Gerät: der Radhacke.

Die macht ab einer Beetlänge von fünf Metern wirklich Sinn. Darunter reichen normale Handgeräte. Diese hier ist speziell zusammengestellt, und das Besondere daran ist der Griff. Ihr seht, er ist versetzt.

Die Achse mit dem Reifen ist unten, darüber die Werkzeuge, und der Griff ist so angebracht, dass ich neben der Kultur laufen kann, statt mich über sie zu beugen. Ergonomischer geht es kaum. Dazu kann man die Radhacke modular bestücken – vorne ein Messer, dahinter ein Striegel. Beides ist hier gerade eingebaut.

Ihr wollt sehen, wie das in der Praxis funktioniert? Na gut. Mit wenigen Zügen, fast ohne Kraftaufwand, ist das Beet gehackt und gleich glattgezogen. Das vordere Messer geht unter der Erde durch und schneidet die Beikräuter ab.

Der Striegel dahinter zieht die Oberfläche schön glatt. Die kleinen Kräuter bleiben einfach liegen und trocknen ab. Die größeren, wie Vogelmiere oder Gundermann, zieht er zur Seite, und ich kann sie wunderbar direkt vom Beet nehmen. Wichtig ist natürlich das Wetter.

Gehackt wird bei Sonnenschein, damit alles abtrocknen kann. Ihr kennt den Spruch: einmal hacken ist zweimal gießen. Wir mulchen zwar gerne, aber dafür braucht man Rasenschnitt, und bei diesen Flächen funktioniert das einfach nicht mehr. Hacken ist eine wunderbare Alternative – vor allem, wenn es so schnell geht.

Aber das ist noch nicht alles. Zwischen den Pflanzen, in der Reihe selbst, sieht es nämlich anders aus. Hier stehen unsere dicken Bohnen. Mit der Einradhacke kann ich links und rechts entlangfahren, aber zwischen den Pflanzen, da ist verdichteter Boden und da laufen Beikräuter auf.

Dafür gibt es eine extra Lösung. Diese Hacke hier hat zwei Räder. Die Pflanze steht genau in der Mitte. Man kann die Einradhacke zwar umbauen, aber bei unseren Flächen hat das Umbauen am Ende länger gedauert als das Hacken.

Deshalb haben wir jetzt eine zweite. Die Werkzeuge sind modular aufgebaut: In der Mitte laufen die L-Messer links und rechts an der Pflanze entlang. Die Größe kann man verstellen. Und dahinter ist ein zweites Modul – eine Fingerhacke.

Sie ist beweglich, durch eine Federung, und sie wird angetrieben, indem sie durch die Erde läuft. Die orangenen Finger sind unseren eigenen Fingern nachempfunden, sie arbeiten sich durch den Boden, und zwar so, dass die Pflanze nicht beschädigt wird. Es gibt auch gelbe Finger für härteren Boden. Diese hier sind für weichen.

Eingesetzt wird die Zweiradhacke bei Pflanzen von der Größe der dicken Bohne. Bei Zwiebeln ist sie schon zu groß. Bei Möhren oder Fenchel ist es noch zu klein. Und vor allem: Hier braucht es Konzentration.

Man will das Beikraut raus, aber die Pflanzen sollen unversehrt bleiben. Wie das aussieht, wenn ich damit arbeite? Es ist ein bisschen schwerer, vom Gewicht her, aber vor allem muss man sich so stark fokussieren, dass man an nichts anderes mehr denkt. Das ist das Positive daran.

Man sieht auch sofort, warum es wichtig ist, Pflanzen wirklich ordentlich in Reihe zu setzen, wenn man sich mit der Radhacke regelmäßig das Leben erleichtern will. Die L-Messer hacken links und rechts, die Fingerhacke holt die Beikräuter dazwischen heraus. Die liegen danach oben, trocknen ab, und wenn man es regelmäßig macht, funktioniert das richtig gut. Vorausgesetzt, das Wetter stimmt.

An Modulen gibt es noch mehr. Hier zum Beispiel der Häufelflug – damit kann ich Vertiefungen in die Erde ziehen, wenn ich Kartoffeln legen will, und gleichzeitig häufle ich Kartoffeln links und rechts an. Dann gibt es verschiedene Messer, ein gerades Messer zum Beispiel, und zwei Scheiben, die links und rechts von der Kultur laufen und anzüglich anhäufeln – bei Möhren etwa, wenn man oben keine grünen Ränder haben möchte. Und dann haben wir noch die Pendelhacke.

Mit ihr kann ich tiefer gehen, wenn ich mehr Kraft aufwende, und so größere Beikräuter erwischen. Es gibt eine riesige Auswahl. Wir haben nicht alles. Wir brauchen nicht alles.

Aber was wir haben, das nutzen wir. Jetzt kommen wir aber zu den Flächen, die über dreißig Meter lang sind. Dafür braucht es etwas Größeres. Unser Acker für Gemüse sieht dieses Jahr aus wie ein leeres Blatt Papier, das bemalt werden will.

Vorher stand hier Roggen als Gründüngung. Die grobe Arbeit ist schon erledigt – die Pferde waren beteiligt – und jetzt ist der Boden fein und ordentlich. Aber bevor wir pflanzen, stellen wir die Grundlage her. Der Boden soll schön feinkrümelig sein, ohne Beikräuter.

Wir warten deshalb nicht nur, bis wir pflanzen können, sondern wir sind regelmäßig dran. Es kommen immer wieder Beikräuter hoch, die werden eliminiert, mehrere Rundgänge lang. Erst dann kommen die Pflanzen rein – Salat, Kohl, und später die Wärmeliebenden wie unsere geliebten Freilandpaprika. Dabei ist Axel sehr involviert, und da sind Anbaugeräte im Spiel.

Eins ist schon direkt montiert. Bevor wir den Motor anwerfen, schauen wir uns den Acker aber erst einmal an. Vorne ist etwas verändert worden. Wenn man einen eigenen Betrieb hat und eigene Herausforderungen, dann findet man mit der Zeit auch eigene Lösungen.

Axel hat über die Jahre eine gefunden und mit einem befreundeten Schlosser umgesetzt: eine Spurverbreiterung auf etwa einen Meter. Jetzt sind alle Beete gleich, und alles passt. Der Beiwagen ist angepasst, und hier vorne ist eine technische Konstruktion, an die man verschiedene Anbaugeräte hängen und in Höhe und Winkel einstellen kann. Aktuell ist der Striegel dran.

Nicht nur Pferde werden gestriegelt, Beete auch. Die beweglichen Teile lockern die Oberfläche auf. Und das hat denselben Effekt wie das Hacken: Wenn ich die Erde zur Seite tue, ist sie darunter feucht. Ein Mulcheffekt.

Man wartet nach dem Regen ein, zwei Tage, bis die Oberfläche verkröstet ist, und dann wird gestriegelt. Ein paar Mal, bevor die Kulturen reinkommen. Jetzt zeige ich euch, wie das in der Praxis aussieht. Das Anbaugerät wird abgelassen, und dann läuft Axel über das Beet.

Der Effekt ist nicht nur der Hackeffekt, dass die Feuchtigkeit im Boden bleibt und alles feinkrümelig wird. Durch das mehrfache Striegeln holen wir auch das heraus, was noch in der Oberfläche steckt – Wurzelreste der Gründüngung zum Beispiel. Und wenn später die feinen kleinen Pflanzen hochwachsen, können wir auch die wegstriegeln. Die Oberfläche bleibt locker, das Beet ist optimal vorbereitet.

Wer dann später mit der Radhacke durchgeht, der erleichtert sich das Leben ungemein. Ich kann mir vorstellen, dass jetzt ein paar von euch sagen: Ja, schön, die Radhacken, der Acker – aber ich habe doch gar keinen so großen Garten. Was habe ich davon? Wir haben auch für euch etwas.

Den Striegel gibt es nämlich auch als Handgerät. Und das sieht erst einmal ziemlich lustig aus. Ich setze den Handstriegel an, stelle die Neigung ein, und dann lege ich ihn einfach nur auf und ziehe ihn vorsichtig durch. Ich drücke nicht und kreise nicht wie beim Pferd.

Ich ziehe sanft, mit einem Auge auf den Pflanzen. Unsere Beete sind sechzig Zentimeter breit. Einmal hin, einmal zurück, fertig. Gibt es auch in vierzig Zentimetern.

Wir starten mit den Zwiebeln. Sie sind schmal, nicht zu hoch – die perfekte Kultur dafür. Es dauert keine Minute, und die Beikräuter sind weg. Der Spitzkohl daneben ist schon ein bisschen größer.

Da muss ich aufpassen. Wenn mal ein Blättchen abbricht, ist das nicht schlimm. Aber wenn es bei jeder Pflanze passiert, dann weiß ich: Das Gerät passt nicht mehr. Dann muss ich umsteigen.

Bei dieser Größe sollte es noch gehen. Ich versuche es. Es sieht ein bisschen brachial aus, aber vorsichtig drüber, nicht drücken, nur ziehen. Am Ende sind es zwei Blätter, die einen kleinen Schaden haben.

Mehr nicht. Ich bin vielleicht ein bisschen übervorsichtig, aber es funktioniert. Das finde ich schon ziemlich faszinierend. Und dann ist da noch die Drahthacke.

Wir haben sie auf beiden Seiten montiert – auf der einen für größere Pflanzabstände, auf der anderen für kleinere, wenn die Pflanzen enger stehen. Die Drahtschlingen sind unseren Fingern nachempfunden. Es funktioniert sehr bequem, sehr komfortabel, wenn die Pflanzen größer sind. In der Abendsonne ist das fast meditativ.

Macht viel Spaß. Ich glaube, das Prinzip ist klar geworden. Alle Werkzeuge, die ihr heute gesehen habt, haben wir selbst gekauft und selbst bezahlt. Wenn ihr euch anschauen wollt, was das ist, findet ihr den Link in der Videobeschreibung, auch die Firma dahinter, Eldinger Technik.

Und vielleicht war das heute für den einen oder die andere auch eine Inspiration, selbst etwas zu bauen. Denn viele Sachen – ihr habt es beim Axel gesehen – muss man sich einfach selbst lösen. Man sammelt Inspirationen und findet individuelle Lösungen für die eigenen Systeme. Das ist das Schöne daran.

Aber bevor wir zum Ende kommen, gibt es da noch ein Herzensprojekt. Ich habe es letztens schon angedeutet. Kommt mit, ich zeige es euch. Hier in der Hand habe ich Saatgut der Eder Mame – einer Sojabohne, die ich sehr, sehr gerne esse.

Ein wunderbares Gemüse, das auch bei uns wächst. Auf diesem Stück Boden möchten wir die Eder Mame anbauen und vor allen Dingen das Saatgut vermehren. Die letzten drei Jahre hat sie hier bei uns erfolgreich wachsen können. Und ihr habt völlig zurecht gefragt: Warum habt ihr die Eder Mame nicht mehr in eurem Sortiment?

Genau da ist der Haken. Die Qualität ist immer schlechter geworden, die Keimrate ist gesunken. Das hat uns nicht gefallen. Deshalb wollen wir es selbst in die Hand nehmen und das Saatgut vermehren, damit sie dauerhaft verfügbar bleibt.

Aber wir möchten es nicht allein machen. Wir möchten mit euch zusammen anbauen und sehen, wie sie in anderen Gärten gedeiht. Deshalb haben wir gestern eine Aktion gestartet: Ihr könnt jetzt das Saatgut für einen kleinen Preis bekommen, mit einer PDF dazu. Und unsere Bitte ist: Wer mitmacht, der dokumentiert die Saison – wie sehen die Pflanzen aus, wo steht der Standort, wie sind sie gewachsen?

Diese Rückmeldung soll am Ende der Saison wieder zu uns kommen. Ich finde das eine wunderbare Geschichte. Wenn die Tütchen, die wir vorrätig haben, in die verschiedenen Gärten wandern – das wäre etwas Richtiges. Also: Seid ihr dabei?

Schreibt mir einen Kommentar, und wenn ich nächste Woche in den Shop schaue, dann sehe ich ja, ob noch welche da sind – oder eben nicht. Danke schön, wenn ihr mitmacht. Und jetzt zurück zu den Bohnen: Da habe ich noch was zum Weiterschauen verlinkt. Macht euren Garten schön bunt.

Bis zum nächsten Mal, eure Jen.