Nannte er kurz vor seinem mysteriösen Tod noch die Identität seines Killers? Das ungelöste Rätsel um DIE LETZTE TÖDLICHE WARNUNG eines Sterbenden – Einfach nur unfassbar!

Nannte er kurz vor seinem mysteriösen Tod noch die Identität seines Killers? Das ungelöste Rätsel um DIE LETZTE TÖDLICHE WARNUNG eines Sterbenden – Einfach nur unfassbar!

Der 34-jährige Günter Stoll aus Anzhausen im Kreis Siegen-Wittgenstein, ein arbeitsloser Lebensmitteltechniker und Familienvater, schrieb kurz vor seinem Tod auf einen Zettel die rätselhafte Buchstabenkombination „YOG’TZE”. Nur Stunden später, in den frühen Morgenstunden des 26. Oktober 1984, wurde er schwer verletzt und nackt auf dem Beifahrersitz seines blauen VW Golf an der A45 nahe der Ausfahrt Hagen-Süd aufgefunden.

Zwei LKW-Fahrer hatten gegen 3 Uhr morgens das verunfallte Fahrzeug entdeckt, das in einer Böschung lag und schwer beschädigt war. Der Mann war noch bei Bewusstsein und konnte den Helfern mitteilen, dass vier Männer in seinem Auto gewesen seien, die nicht seine Freunde gewesen seien und die geflüchtet seien. Doch diese Aussage sollte jahrzehntelang Zweifel und Verwirrung stiften.

Der Notarzt traf ein, doch für Günter Stoll kam jede Hilfe zu spät. Er erlag noch am selben Tag im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen, darunter ein fast vollständig abgerissener Arm. Die Polizei Hagen startete sofort die Mordkommission „Stoll” und begann mit der Suche nach den Tätern.

Die Öffentlichkeit war geschockt, und der Fall, der durch die Medien ging, schien ein bestialisches Verbrechen zu sein. Die Ermittler konzentrierten sich auf eine mögliche Tat am Tatort oder einen zweiten Unfallort, an dem Stoll überfahren worden sein sollte.

Doch der Fall entwickelte sich zu einem der mysteriösesten Cold Cases Deutschlands. Die Bevölkerung rätselte über die Buchstaben „YOG’TZE”, die als griechisches oder spanisches Wort gedeutet oder als verschlüsselte Botschaft interpretiert wurden. Die Polizei ermittelte in alle Richtungen, von der Mafia bis zum Drogenmilieu, und setzte eine Belohnung von 3.

000 D-Mark aus. Die Ehefrau von Günter Stoll wurde mehrfach vernommen, aber der angebliche Mörder blieb ungefasst.

41 Jahre lang galt der Fall als ungelöst, bis im Jahr 2024 die Kriminaloberkommissarin Maike Schmidt von der Polizei Hagen die Akten auf ihren Schreibtisch bekam. Sie bat ihren Chef, den Fall selbst bearbeiten zu dürfen, nachdem ein pensionierter Kollege nicht weitergekommen war und die Akte weglegen wollte. Schmidt durchforstete die drei zerfledderten Akten, die zwischenzeitlich eingescannt und teilweise falsch sortiert waren, und stellte fest, dass ihr viele Details nicht schlüssig erschienen.

„Ich habe diesen Unfall, wie er damals erklärt worden ist, nicht verstanden. Ich habe mich gedanklich in dieses Auto gesetzt und habe versucht, diese Bewegungen durchzumachen. Wenn das Auto hier gegenstößt und dagegenstößt, was passiert mit meinem Körper?

Ich habe es nicht verstanden”, erklärte sie in einer Dokumentation.

Schmidt ließ das alte KFZ-Gutachten aus den 1980er Jahren von einem modernen Gutachter neu analysieren. Der damalige Experte hatte festgestellt, dass die Verletzungen von Günter Stoll nicht mit dem Unfall vor Ort vereinbar seien. Er ging davon aus, dass Stoll an einem anderen Ort überrollt worden sei, da die Spurenlage an der Böschung keinen entsprechenden Überrollvorgang zeigte.

Das neue Gutachten widerlegte diese Annahme jedoch grundlegend. Es ergab, dass der VW Golf mit einer Geschwindigkeit von 60 bis 80 km/h von der Fahrbahn abkam und mit Bäumen kollidierte. Dabei wirkten so massive Kräfte auf den Körper von Günter Stoll, dass sein Arm durch einen Zug am Schultergelenk abgerissen wurde.

Schnittverletzungen, wie sie bei einem Überrollen üblich sind, wurden nicht gefunden.

Anschließend wandte sich Schmidt an die Rechtsmedizin, um zu klären, ob die Verletzungen tatsächlich mit dem Unfallhergang vereinbar seien. Das rechtsmedizinische Gutachten bestätigte eindeutig, dass Günter Stoll nicht überrollt wurde, sondern dass alle Verletzungen durch den Aufprall und die Bewegungen im Fahrzeug entstanden waren. Diese Erkenntnis war der erste entscheidende Durchbruch in dem jahrzehntealten Fall.

Die Funde der Rechtsmedizin zeigten zudem, dass die Organe von Günter Stoll auf einen chronischen Alkoholkonsum hindeuteten. Seine Frau und ehemalige Schulkameraden hatten bereits Jahre zuvor von seinem Verfolgungswahn und depressiven Zuständen berichtet. Er soll sogar mehrmals Suizid angekündigt haben, aber aus Rücksicht auf seine damals vierjährige Tochter nicht umgesetzt haben.

Schmidt erklärte, dass der psychische Ausnahmezustand von Günter Stoll vor seinem Unfall ein Schlüssel zum Verständnis des Falls sei. Sie habe Zeugenaussagen gefunden, die zeigten, dass er schon 1981, drei Jahre vor seinem Tod, von Verfolgung sprach. Seine Frau hatte in Vernehmungen betont, dass er sich mit Gott verbunden fühlte und Gott ihm Aufträge gab.

„Das war damals nicht als Erklärungsversuch herangezogen worden, weil der Knackpunkt des Überfahrens das ganze Ermittlungsverfahren in eine falsche Richtung lenkte. Man konzentrierte sich auf die Suche nach einem Täter”, so Schmidt.

Auch die chronologische Analyse des Unfallhergangs spielte eine entscheidende Rolle. Günter Stoll war am Abend des 25. Oktober in einer Kneipe in Willensdorf gewesen, wo er vom Hocker stürzte und kurzzeitig ohnmächtig wurde.

Danach trank er einen Schnaps und fuhr zu einer alten Bekannten in Haigerseelbach, wo er um 1 Uhr morgens klingelte. Die Frau ließ ihn nicht herein, weil er ihr zu durcheinander wirkte. Gegen 1:15 Uhr verließ er den Ort.

Etwa zwei Stunden später, vor 3 Uhr, ereignete sich der Unfall an der A45. Die Strecke zwischen Haigerseelbach und dem Unfallort ist rund 100 Kilometer lang, eine Fahrtzeit von etwa einer Stunde. „Es kommt nicht hin, dass du noch irgendwo hingebracht wirst, überfahren wirst, in ein Auto gepackt wirst und durch die Gegend gefahren wirst.

Das macht man nicht in 20 Sekunden. Das passt nicht mehr in die Timeline”, erklärte die Ermittlerin.

Die vier Männer, von denen Günter Stoll den LKW-Fahrern berichtet hatte, konnten ebenfalls als Produkt seiner Wahnvorstellungen entlarvt werden. In dem kleinen VW Golf war noch ein Kindersitz vorhanden, sodass vier Männer unmöglich Platz gehabt hätten. Schmidt glaubt nicht an die Existenz dieser Personen.

„Ich glaube einfach, dass das in diesem Wahn war”, sagte sie. Die nackte Person, die einer der LKW-Fahrer vor dem Unfall in der Ferne am Auto stehen sah, war höchstwahrscheinlich Günter Stoll selbst, der nach dem Aufprall durch die Adrenalinausschüttung noch in der Lage war, aus dem Fahrzeug zu klettern und um das Auto herumzugehen. Er hatte eine stark blutende Armverletzung von dem Aufprall und versuchte später sogar, vor den Rettungskräften wegzulaufen.

Das rätselhafte „YOG’TZE” blieb jedoch bis heute ungeklärt. Die Ehefrau von Günter Stoll gab an, sie habe den Zettel nach seinem Tod gefunden, auf dem die Buchstaben standen, und habe ihn zur Autobahn gebracht. Dort sei der Zettel jedoch verschwunden und nie offiziell von der Polizei aufgenommen worden.

Schmidt äußerte Zweifel an der Echtheit oder Interpretation des Zettels. „Entweder gab es keinen Zettel, das Wort hieß etwas anderes, oder er hat in seinem Wahn mit dem Gespräch mit Gott, was er geführt hat, etwas geschrieben”, so ihre Einschätzung.

Im April 2025 veröffentlichten die Polizei und die Staatsanwaltschaft Hagen eine gemeinsame Pressemitteilung, in der sie den Tod von Günter Stoll offiziell als Unfall einstuften. „Die Kriminalpolizei hat intensiv alles überprüft, die Faktenlage ist so, und die können wir nicht aus der Welt nehmen, nur weil andere sich ein anderes Ergebnis wünschen”, sagte Schmidt. Die Reaktionen in der True-Crime-Community und unter Hobby-Kriminologen waren gemischt.

Viele zeigten sich enttäuscht, ungläubig und empört, dass der spektakuläre Fall nach 41 Jahren als „einfach nur ein Unfall” deklariert wurde. Doch für die Ermittler stand die Faktenlage außer Frage.

Für die Familie von Günter Stoll kommt die Aufklärung des Falls zu spät für seine Frau, die leider verstarb, bevor die Wahrheit ans Licht kam. Seine Tochter und andere Angehörige können nun jedoch erfahren, was wirklich in jener Nacht geschah. „Wir haben es wahrgenommen, aber wir sind am Ende des Tages auch froh, dass der Fall zu den Akten gelegt werden kann.

Und dass am Ende auch Angehörige von Günter Stoll jetzt wissen, was wirklich passiert ist”, fügte Schmidt hinzu. Die Mordkommission „Stoll” wurde offiziell aufgelöst, und die Akte wird endgültig geschlossen.

Der Fall YOGTZE bleibt dennoch ein Mysterium, das die Fantasie der Menschen beflügelt hat. War es wirklich ein Unfall oder doch das verdeckte Verbrechen einer Sekte oder kriminellen Organisation? Die Polizei hat alle Spuren und Beweise neu ausgewertet und kommt zu einem klaren Ergebnis.

„Wir haben keinen Mord, wir haben einen tragischen Unfall, der durch den psychischen Ausnahmezustand von Günter Stoll und seinen Alkoholkonsum ausgelöst wurde”, resümierte Schmidt. Die Botschaft YOGTZE, die ein ganzes Land in Atem hielt, wird wohl für immer ungelöst bleiben. Doch für die Ermittler ist der Fall abgeschlossen.

Die Pressekonferenz in Hagen brachte endlich Klarheit für einen der rätselhaftesten Kriminalfälle Deutschlands. Die Polizei betonte, dass keine weiteren Zeugen gesucht werden und der Fall für sie abgeschlossen ist. „Wir haben mit modernster Technik und einem unvoreingenommenen Blick auf die Akten das ermittelt, was möglich war”, sagte Schmidt.

Ihr Durchhaltevermögen und ihr genaues Hinschauen haben dazu geführt, dass die Wahrheit ans Licht kam. „Ich habe die Akte nicht losgelassen, auch wenn der pensionierte Kollege aufgegeben hatte. Es war mein erster Cold-Case-Fall, und ich hatte Lust, die Wahrheit zu finden”, erklärte die Ermittlerin.

Der Fall wird nun in die Annalen der Kriminalgeschichte eingehen, nicht als Mord, sondern als tragischer Unfall eines psychisch kranken Mannes.